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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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— 181 — herzlichen BegrüßungSwonen und dankte für zahlreiche» seinen. Er gedachte deS ihm letzten Jahre verstorbenen jtzcnden, de» Herrn Lehrer» Sch lesin ger-Göttingen, ,, Charakter und dessen Verdienste um den Verein er ider» hrrvorhob. In gleicher Weise gedachte er de» veriimi Herr» Dr. Sopha r-Celle. Die Versammlung ta» Andenken der beiden Männer durch Erheben von Litzen. Herr Geheimrath Dr Cohen begrüßte alsdann icnammlung im Namen der Synagogrngemeinde Hanno» und wünschte, daß die Verhandlungen znm Segen für ,le und Gotteshaus gereiche» mögen. In gleich herz» Wrise beiviUkvmmnctc Herr Landradbiner Dr Grone» ,n die Versammlung in seinrm Namen und in dem der agogengemcinde. Vri der neu vorgrnvmmcnen Vorstandswurden Herr Fauerbach zum Vorsitzenden, Herr marlehrer «ommcr zum stellvertretenden Vorsitzende», die Lehrer Horwitz-Wunstors und Ka tz-Haliiiover zu iiliührern durch Acclamation gewählt. Daraus reserirteHerr rGotthelf-Geesteniünde über das Thema: »Die gesetzliche rielle Stellung der jüdische» Lehrer in der Prov. Hannover-. Leine Thesen lauteten: l. Die gesetzliche Stellung der jüdische» Lehrer i» der miz Hannover ist eine genügende, wenn die gesetzlichen mmiingen in ihrem wahre» Sinne ausgesübrl werde». Bei den nicht fest angestellten Lehrer» darf die Kün» ig nur dann eintrrtcn, wen» entweder die Eteuerkraft lhemeindc seit der Anstellung des Lehrers nachweisbar sunkcn ist, daß sie das Gehalt des Lehrer» nicht mehr il'rmge» vermag, oder wen» keine schulpflichtige Kinder voriiandcn sind. 3. Ten Elcmcntarlchrern niuß eine besondere Vergütung u» Vorbetcraml gezahlt werden oder, wenn dieses nicht hi werden kan», dann dürfe» ihnen die Festtage nicht senen a»gercch»el werde». 4. Ta die jüdische» Lehrer der Provinz Hannover ge» li verpflichtet sind, an Labbath uhd Festtagen Predigten alten oder vvrzulesc», so ist e» erforderlich, dah bei der Bildung der jüdischen Lehrer auf diesen Zweig ihrer iglcit die gebührende Rücksicht geiioinmrn werde». 5. Ter Dirnit de» Schächters soll, wo r» thnnlich ist, dem des Lehrers getrennt iverden. Jedoch dürscn die » angestelltkii Lehrer eine Schmälerung ihrer bisherigen alime dadurch nicht erleiden. 6. Tic inatrrirlle Lage der jüdischen Lehrer in der i»z Hannover ist eine ungenügende und bedarf deshalb allen Seiten hin der Aufbesserung. i. Cs muß die vollständige Gleichstellung der jüdischen i mit ihren christliche» Kollegen, sowohl hinsichtlich de» »es als auch aller andcrcn Rechte, zur Thatsache werden, d. Es müssen Mittel und Wege beschafft werden, um udischen Lehrer», gleichviel ob dieselben in einer großen kleinen Geineinde angesiellt sind, eine angemrssene »sskala zu gewähren. Referent erntete für seinen inhaltsvollen Vortrag den Bnsall der Versammlung, die ihm durch Erhebe» von ritzen dankte. Die zur Discussion gestellten Thesen H nach sehr langer Debatte angenommen. Am Abend *ii Tages fand zu Ehren der Versammlung in Spanier'» rin Fihtessen statt. dem außer den Theilnehmern der rmz auch noch der Vorstand der Synagogengemrindc hnle. Hier fehlte r» nicht an ernsten und heiteren m. Am 3. Juni, Morgens 8 Uhr, wurde die Sitzung eröffnet, und Herr Eckmann-Nienburg referirte über khema: »Zum Normalplan-. Der mit Fle.ß und ck ausgearbritete Vortrag wurde sehr beifällig aufgc» m, und eS schloß sich ihm eine lebhafte DiScussion an. ntte auf der TagSordnung stehende Bortrag deS Lehrers >tz-Wunstors über »DaS biblische Bildmußte der ncktca Zeit wegen auf da« nächste Jahr verschoben l- Dir nächste Versammlung findet am 1. und 2. Pfingst» ^5 in Hameln statt. Itztkeöse», 22. Mai. (Or.-Corr.) Der Artikel »Vom Harzin Nr. 20 der „Israelitischen Wochenschrift" veranlaßt »ich zu folgenden Bemerkungen, welche ich Eie freundlichst bitte, in Ihr Blatt ausnehmen zu wollen.*) Der Einsender jene» Artikels spricht von der angeblichen Vernachlässigung religiöser Bildung an einer jüdischen Schulanstalt Norddeutschlands, mit welcher offenbar die Jacobson- Schule ii Seesen gemeint ist. Ich bi» S'/, Jahre Schüler dieser An talt gewesen, kenne daher die Einrichtungen derselben und weiß ihren Werth einigermaßen zu würdigen. Das was in jenem Artikel als Beweis für die Vernachlässigung religiöser Bildung angeführt wird, bedarf eigentlich kaum der Widerleg rng. Jeder Verständige ist überzeugt, daß die Weihe, dir dem Sabbath durch den Gottesdienst verliehen wird, und der Werth des Gottesdienste» nicht von der Dauer desselben abhäilgt, sondern von der Andacht, Erhebung und Belehrung, die er bittet. Mir schwebt nun noch heute der Gottesdienst in der Jacobson-Schule als das Ideal eines Gottesdienstes vor. dem man überall nachstreben sollte. ('?!) Der Einsender deS Artikel« „Vom Harzmacht der Jacobson-Schule ferner zum Vorwurf, daß am Sabbath einige Stunden Unterricht erlheilt ui d ein 2—Sstündiger Spaziergang gemacht wird. Sollte biide» wirklich den Sabbath entweihen? Sind nicht vielmehr Belehrung und Erholung, Pflege des Geistes und des Körpitts neben der Erhebung zu Gott Hauptzweck desselben'? (Aber es >>arf keine Sabbathverlkyung damit verbunden sei». Red.) Ich benutze diese Gelegenheit, um mich über den, wie es schcini, weit verbreiteten Jrrthum, die Jacobson-Schule gebe ihr«n Zöglingen eine mangelhafte religiöse Bildung, etwa» eingehender auSzusprechcn. Wenn man anerkennt, daß da« wah e Judrnthu», ivcnigcr in der peinlichen Beobachtung äußerer ssormcn, als vielmehr in einer lebendigen Erfassung deS GcisicS der Religion besteht, dann, behaupte ich, kann keine Säule die religiöse Bildung besser fördern, als die Jacobson-Schule.**) Der Religionsunterricht Lieg * in den Händen tüchtiger Lehrer, die den Schüler in de» Geist der jüdischen Religion einführen, unter stetem Hinweis auf die Wichtigkeit der praktischen Bethätigung des SittengesrtzeS. Der rdl« Stifter der Schule selbst dient den Schülern, die seine Wvhlthaten genießen, stet« als glänzendes Vorbild. An jedem Sabbath» und Festtage verkündet der Lehrer seinen Schülern vv» der Kanzel herab in weihevoller Weise die erhabenen Lehren der Bibel und knüpft daran ermahnende Worte. Der Zögling der Jacobson-Schule bringt ferner von derselben eine reichliche Kenntniß der Geschichte de» JudcnthumS mit, die ihm Liebe zu demselben und Pietät vor seinen ehrwürdigen Jnstitutioncn'**) einflößen muß. So kann ich denn nicht nur von mir selbst, sondern von alle» ineinen einstigen Mitschülern, mit denen ich in Berührur g geblieben bin. behaupten: Wir werden der Jacobson - Schule st:i« dankbar sein für die Einführung in de» Geist der jüdislhcn Religion, der unser Interesse an dem Wohl und Wehe der Jubenthum nie wird erschlaffen lassen, und der eS u»S als heilige Pflicht auferlegt hat, das Judenthum stets fördern z t helfen, so weil e« in unfern Kräften steht, ü. D. Qefterrei cd-Ungarn. Z«« Aößmea. Ein schönes Fest hat uns am 26vor. MtS in Hartman»itz vereint. Die zwar kleine aber seht opferwillige Gemeinde hatte da» Wcihefest ihres neuen Gotteshauses begangen. Bon nahe und ferne strömten Gäste ohne Unterschied deS Glaubens herbei, um Zeugen zu •) G'schleht bereitwilligst, schon weaen de« »uäivtur «t alter» pars. *•) IBfnn man nun aber den Bordersatz nicht zugiebt, sondern die Beodact tung »er religiöse» Borschnsicn, wie sie in den „äußeren Formenzr m «u«dru<t komme», al« ganz unentbehrliche« <krziehung«mtitel betrachtet — denn wa» wissen Linder von ü—13 Jahren viel von der .Lrsassung de« Geiste« der Religion- — dann fällt auch oben der Rachsatz. (Red.) —») Mit der Pietät vor den altehrwiirdiaen Jnstitulionen de« udenthum-l, ist'« aber nicht abgelhan, die Religion will lebendige ethätlging. (Red.)

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