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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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179 — unt Alle geben. Der Parteikampf muß schweigen; — tt muß VW rmJ* ,jtin Band" uns Alle umschlingen, zu wirken ata aaSa mit ganzem Herzen und mit voller Hingebung zur Ehre des Iudenthums. Da« ist es, was dir Versammlung feierlichst bekannte, da« hat sie nun in die Gemeinden zu tragen. Und diese Botschaft ist eine friedliche. Jeder religiöse Zwang ivrrde streng verhütet, jeder Streit svll von den Gemeinden fern gehalten ivcrden. Mit ihnen in Eintracht soll da« Vrlel'ungswrrk ausgesührt tverden. Wie Mose Nicht« ohne d,e Aeltrsten that. wie die Thora nicht ohne die Gemeinde Israel« angenommen wurde, so soll sie auch nur mit ihr wieder verherrlicht werden. Ja. r« war der Geist der Milde und der Versöhnlichkeit, u'cifcr Mäßigung und Vermittelung, der Einigung und der Friedensliebe, kurz es ivar der Geist unsere» gottseligen Lehrer« und Meister«. Zacharias Frankel, der die Versammlung, die zum bei weitem größten Theil au« seinen Schülern desland. beseelte. Sie hat gezeigt: Smc" pSn -3 „daß Israel nicht verwaist ist." und 185 NN v" VW' *b '3 „daß der AUgütigr e» auch fürder nicht verlassen wird!" Berichte und Correlpondeurr«. Deutfrbland. M«a»es«rg, 10. Juni. Unsere kurzen, wie wir selbst voraiischickien. der „Berichtigungen u. Ergänzungen" bedürftigen Mitihrilungrn über dir Rabbinrrversannnlung in voriger Nr., dir sich durchaus nicht als „Bericht" ausgabeu — am allerwenigste» al« offiziellen — sondern nur al« schlichte au« Berlin datirtr Eorrespondenz. die weiter nicht« bezivrckte, al« unseren ttsern so rasch al» möglich die Nesultäte der Verhandlungen mltzuthriirn. ist unter de» denkbar ungünstigsten Umständen entstanden; au« einige», während'der Verhandlungen, denen wir selbstverständlich mit größter Aufmerksamkeit folgte», hinanvorfrnen Notizen, die wir in größter Hast, während der Pausen, in Eilbriesr» der hiesigen Druckerei zusandtrn, damit sic dieselben noch in die zu diesem Zwecke leer gelassene «palte der im Urbr ge» vor unserer Abreise bereit» fertig gestellten Nummer hinrnizwäugr. Wir mußten, vom Druckorte abwesend, e« sogar dem Faktor überlassen, dem Raumverhaltinsse entsprechend, hier und da »och Streichungen einiger Zeilen vorzuuehmk», da ja der Nauin für nachträgliche Einiugiing von Geschriebenen, in bereit» umbrochene «eite» sich niemals genau vorher berechnen läßt, und dergleichen Ergänjungen. — wie der Kundige weiß — mit den größten Schwierigkeiten verbunden sind. Al» wir am Freitag heimichrtni war die Nummer — versandtfertig. Wir werde» nun mit einer Fluth von Ergänzungen und Vorwürfen überhäuft, tvarum diese« oder jene« Amendement. diese und jene gehaltene oder auch — wegen Schlußannahme — nicht gehaltene Rede von un« nicht ausgenommen worden u. dal. m. Wir bHchränken un« auch heute nur darauf, einige Berichtigungen in der Präsenzliste und zwei Ergänzungen bezüglich der Referenten über Punkt II und HI der Tagesordnung hinjuzufügrn. Bezüglich aller andern an un» »estrüten Anforderungen, ersuchen wir die geehrten Einsender stich doch zu gedulden, bi« der für die nächste Woche in Aussicht gestellte „vorläufige Bericht" erschienen sein wird. Die Ansammlung hat ja dem Präsidium den Modu« der Verplsrntlichung anheimgegeben, wir möchten darum nicht vorgreifrn bind stückweise über einzelne Theile der Verhandlungen referirrn. I 2n der Präsenzliste sind die Namen der drei Rabbiner, r,c da« Berliner Rabbinat bilden, und denen da« große Berdir Versammlung in« Leben gerufen zu haben, gebührt. Machzutragrn — wir hatten an die Spitze der Liste gestellt: „Berliner Rabbinat", der Setzer hat bet der alphabetarischen Rangirung die Ommission begangen und so kam e«. da« über dem „Werke" die Namen der „Meister" fehlten. Ferner muß e« statt .Lettner"-Schwedt .Suttner" und statt „Pcrlitz". Liegnitz „Peritz" heißen. Nachzulragrn ist l. daß in der ersten Sitzung nach Erledigung de« Punkte« I. der Tagr«ordnu»g Herr Rabbiner vr. Vogel st ein-Stettin al» Referent für Punkt II. in längerer, klarer Rede die Anträge, Erklärungen u. s. w. zu diesen Punkte begründete und daß an diesen allseitig mit gespannter Aufmerksamkeit angehörte» unp sehr beifällig aufgkuvmniknrn grundlegruden Bericht, der viel zur günstigen Erledigung de« sehr verzweigten wichtigen Punkte» II. bei» gktragrn hat, sich eine Generaldebatte anschloß. Der Eommiss onSrntwurf wurde fast in allen Punkten angenommen.*) Mit dem Referat über Punkt III. der Tage«ord»ung warm ursprünglich wir selbst nebst dem, um die Leitung der sehr schwierigen geschäftliche» Handhabung der Verhandlungen übrcau« verdienten Eollegen vr. Bambrrger betraut worden. Dasselbe fand aber seine Erledigung durch einen vor Eintritt in die Verhandlungen über diese» Punkt vom Eollegen vr. Lew in an die Versammlung gerichtete» begeisterten Appell, den Rabbinrtverband aus Grund de» von den genannten Referenten vorgeleate» Statutenciitwurf« für constituirt zu erkliiren, die erite Äeurralversammlung im nächste» Jahre zu bertifen und aus ihr dir Revision de» Statut» vvrzunrhmen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommc» und an die Wahl de» Ausschusses mit Stimmzetteln gegangen. — Da« Scrutinium war aber wegen vorgerückter Zeit nicht berndet worden, wie man un« nachträglich mittheilte, solle» die Herren vvr. Io«l, Uugerlrider, Bambrrger. Landau. Frankl, Rahmer, Guttniann, Maybaum, Bogelstein die Mehrzahl der Stimme» (theil« die absolute, theil» die relative) erhalten haben. W«gb»>«rg. In Berichtigung der rntgrgcnstrl-enden Ansicht einer Bezirksregicruna hat der Untetrichtsininister entschieden, daß jüdische schulpflichtige Ki.idrr der Volksschulen gegen den Willen der Elter» zum Schulbesuch an Sounabkiiden und jüdischen Feiertagen nicht angrhaltr» werden könne». „Da die Schulverwaltung die Beitimmung getrosten hat. daß den Anträge» jüdischer Eltern aus Dispensation ihrer Söhne vom Sonnal'rnd.Uiiterrichte an höheren Lehraustaltrn entsprochen werde, und dabei keine» Unterschied macht, ob die in Frage kommenden Schüler »och den schulpflichtigen Alter anarhören oder nicht, so fehlt e« an rinem au»rrtchrndeii Grunde, die Anträge Mischer Eltern de, Volksschülcr iveniger Berücksichtigung in dieser Beziehung finden zu lassen. Selbstverständlich kann die Schule keinerlei Vcrantwortung für die au» derartigen Schulversäumnissei; sü: die betreffenden Folgen übernehmen." Die jüdischen minder sind daher auf den Antrag ihrer Eltern oder de-.- Stellvertreter derselbe» nicht nur an den hohen Feiertagen, sondrrn auch an de» Sonnabende» brhuf« Teilnahme an dem Sy»agogen-Äotte«die»ste von dem Schulde,uche zu befreien. Gleichzeitig bemerkt der Minister, daß diejenigen jüdischen Kinder, welche an Sonnabenden oder Feiertagen die Schule besuchen, während de« Unterricht« zu schriftlichen Arbeiten gegen den Willen der Eltern oder deren Stellvertreter überhaupt nicht anzuhaltrn sind. Mcrfts. Wegen Beleidigung eine« Schied«manne« hc tte sich der Hauseiaenthümrr Hmn» Otto M u e l l r r vor der Strafkammer hiesigen Landgericht« zu verantworten. Der Angeklagte und mehrere Anverwandte desselben hatten in, November v. I. versucht, von dem jüd. SchicdSmann Ludwig die Aufnahme eine« schiedSmännischen Vergleich« mit Unterwerfung der sofortigen Zwangsvollstreckung zu erlangen, fanden aber nicht da« gewünschte Entgegenkommen, da der SchiedSmann seiner Ueberzcugung Ausdruck gab. daß dem aufzunehmenden Vergleiche eine Schwindelei zu Grunde liege. •) Statt „vielfach amtnbltt" mutz rt auch ln voriger Rümmer ,unwefenctich amendirt" heißen.

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