Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 24.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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— 178 — So M ftrftflntt denn ihr Eingang hier. Und all' ihr Dhu'n aeretch« un» zu« Segen. Las, sich im Judenthume sllr und für. Zu neue« Schassen all« Geister regen. Damit der all» Glaub« neu envacht. Und srad wir rusen mit de« KSnig« veilen: »Ja dieser lag, der Herr ha« ihn gemach», .Bo las,« un« sudeln, Iaht den lag un» preisen. (.Grubvon David Hirsch seid in Bettln, * * ***) komponin vonL Lewand»««kt). Wa« diese »Wochenschriftseit Jahren angestrebt, wa« sie mit eindringlichen Worten in den letzten Monaten al« dringlichste« Zeiterfordernib hingestellt *>, de» Zusammentritt einer Rabbinerversammlung, um die unausgesetzte» Angriffe auf die Lehre de« Judenthum«, die man Anfangs keiner Widerlegung würdigte, weil sie den Gebildeten gegenüber unnöthig, den Bv»willigen gegenüber fruchtlos schien, doch der groben und urtheilslosen Menge wegen durch -ine bündige Erklärung abzuiveisen, ist. Dank den Männern, die den Gedanken ausgenommen, zuerst im kleineren Kreise berathen und erweitert haben und dann mit der Einladung öffentlich hervorgetreten sind, als faktisch gelungen zu betrachten. «o vielfältig möge» noch sobald keiner Bersammlung Stimmungen. Borurtheile, Hoffnungen und Befürchtungen vorau«gegangcn sein, als dieser Bersammmlung deutscher Rabbiner, und doch können wir nach Abschlutz ihrer ernsten Bkrhandlungcn, ihrer reichhaltigen Beschlüsse und erhebenden Anregungen mit aufrichtigem Dank zu Gott, auftufen: fTO morn 2107, .(yelobt sei der. der gut ist lind Gute« thut. Wir wollen l>cute und hier nicht dir Protokolle der Brrhandlungen geben, sie werden eben so wie die gesagten Beschlüsse in ihrem Wortlaut durch die redaktionelle Hand de« Prilsidiuma hoffentlich recht bald der Oeffentlichkeit bekannt gegeben werde».-) Aber der Geist, der sich in diesen Tagen der Bersammlung offcnbartr. die Tendenz, welch« sie leitete, der Erfolg, den sie errang, sie könnr» und sollen bald unseren Glaubensgenossen, unseren Eollegrn. unseren Gemeinden, den Mitbürgern anderer Eonfessionen bekannt werden. Sie sind kein Geheimnis und sollen e« auch Nichtsein. Denn, wie unsne Weisen so sinnig in Bezug auf unsere Thora sagen, Vas, sie in der W ü sie am Sinai gelehrt worden sei. um zu zeigen, dab. wie diese frei und offen für Jedermann daliege, so auch dir jüdische GotteSlehrr keine geheimen Lehren enthalte; ebenso war auch diese Berkündung jüdischen RrligionSgeiste« eine offene.—) Und welche« war der Geis», dir Tendenz, der Erfolg? Der Geilt war ein Geist der allgemeinen Menschenliebe, wie er mit den Worten der Thora sich zuerst offenbarte und seitdem da» ganze jüdische heilige Schriftthum erfüllte, wie ihn dtk Propheten laut verkündeten, wie ihn die *) Wir verweisen aus die «rtilel: .Organisation gegen OrgantsaNonim Jahrg. ibltt, .Di« Einberufung eine« Synhednon", .Synode »der Synhedtton-, .Eine einheitliche Eentrollettung" u. a. im vor. Jahrgänge, aus die Artikel: .Zur heutigen Kttst» im Judenthumin Skr. 7 u. 8 diese« Jahrg.'», und desondrr» auf: .Dte drei «ahnworte- und den Artikel: .Aus zur Thal!" von L.-R. Dr. Dessauer, sowie dte Nachbemerkung der Redaction zu demselben. —) wie wir erfahren, wird schon Ende dieser oder im Lause nächster Woche ein vorlilustger Berich« vom Präsidium verässentltchi werden, ***) Dag dt« Berichterstatter der Zeitungen nicht zugelassen waren, ist bei dem beschränkten Raume, in welchem di« Versammlung vor sich ging, kaum überraschend. Aber dte Sitzungen selbst warm (mit «»»nähme einer einztgm kurzm Verhandlung) äffen tltch. Lehrer der Mischnah. de« Talmud« in Gesetzen überliefert». E« war der Geist der «illenSfrrudigrn Hingebung an bnt Einig-Einzigen und an seine heiligen Gebote. Hier war auch nicht ein Hauch von dem Geiste eine« Widerspruch« irgend wie störend und hemmend mächtig geworden. hier wa, auch nicht ein Dort mangelnder Ehrerbietung gegen d» groben Meister unserer Jahrtausende fortschaffenden Tradition Da« waren Männer, die alle mit einander in ihren Rede, und Anträgen. Debatten und Beschlüffrn auf dem Bod« der schriftlichen und mündlichen Lehre standen.*) Und dir Tendenz? Sie war kein« andere, al» u lehren, dab der Talmud, wie alle a» ihn sich anschliebendc, Rkligion«wrrke. dab da» ganze jüdische Schristthum wahr, Nächstenliebe und gleiche» Recht für Alle lehren, dab sie frei von Menschenhab und religiösem Fanatismu« wahre Frömmigkeit in allen Eonfessionen gleich h«>ch stelle Die Tendenz war. da« Judenthum im Innern z, kräftigen und zu wcktrn. Da ist auch nicht ein Bersuch » Tage getreten, rrformiren zu wollen, im Sinne von Ab schaffungen odkk Reformen — im schlimmen Sinne de» Worte« auch nur zu empfehlen. Fern von allem, wa» zu endlose» Streite führen würde, suchte man Israel» Heiligthümcr erhalten. Und wa« für Heiligthümer! Dir Grundsäuln dr« Judenthum«, die Grundpfeiler der gcsammten sittliche, Welt: Thora. Aboda, Gemillu» El-assvdim. Thoralerun. Äotte«dienstpflegc. wrrkthätige Liebe, (praktische« Judenthu» erstrebten die Debatten. Dab dir Jugend mehr lern» al« e« an vielen Orten geschieht, dab sie mebr hebräi lerne, dab die Lehrer ei» genügende« theologische« XUifTaJ sich erwerben, dab sie in jeder Beziehung, pädagogij und religiös, zum Bcruse jüdischer Religionslch geeignet seien, dab dir Gemeinden mehr Kenntib von Heroen der Mischnah. de« Talmud» und der nachtalmudis Zeit erhalten, um deren Wisse», deren Frömmigkeit, dein Ringen zu schätzen, da» war die erste Tendenz. Dab Sabbath- und Festtage al» Quelle jüdischer Wri givsität wieder zu ihrem Rechte kommen, dab die Jugend ii mitfeier» und da» Gotte«l)au« liebe» lerne, dab sie auch de» Gemeinden, in de» Familien, wieder gehoben >ver> da« war die zweite Tendenz. Und dab Roth und Armul Leid und Weh in de» Kreise» derer, welche die Religio lehren, gelindert werden, dab war die dritte Ten Und zu solchen Aufgaben traten die Eollegen. geh»! u. gestützt durch gemeinsame Wünsche, zu einem B u n de zusamm Wollte man Ausdrücke der polittschen Parteien auf bn Versammlung anwenden, so war sie eine durchau« ro» servative. Denn nur erhalten, befestigen wo sie und Nicht« Andere«. Und doch war sie frei von halb ängstlichen, halb stürmenden Drange, der auch l>> da« Beste wollend, doch für den Moment da» Gute trächtigen könnte. E« ist eben der Anfang einer ne »kl gemeinsamen Bewegung. Freilich kann ein solche» de« Wiederaufbaue« nur langsam, mit weiser Milbig»«! vor sich gehen. Aber da« ist eben da« Grobe an t>i Bersammlung, dab sie da«, wa« noch trennt, streng bei lieb und da« in« Auge fahte, woran Alle mitzuarl berufen sind. E« muß wieder DPI* 7Pm „eine Thora" If Wir bemerke» ausdrücklich, daß da« obig« Urtheil «tue« An de« Hr. Rabb. Or. Krön er-Erfurt entnommen tst. (Red.)