Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 23.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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171 Auerbach-Elberfeld. «lexander-Pleß. Appe l- Homburg. Bäck-Lissa. Bl och-Posen. Bloch-Jarotschin. Biram-Laucuburg Blumenfcld-Schweidnitz B a m b erg r r-König«berg. Cohn- Potsdam. D rss auer- Meiningen. Dienstfertig. CottbuS. Fried-Bern bürg. Freund-Görlitz. Friedemann-Lublinitz. Feilchenfeld -Schwerin. Flaschner-Burgkundst. Ge l b h a u s' Nordhausen. G u t t m a n n -HildeSKeim. Goldschmidt-Leipzig. Goldschmidt -Colberg. Goldschmidt-Weilbnrg. Glück-Oldenburg. Groneman »-.Hannover. Hochstädter-EmS. Horowitz -Crefrld. Hahn - Ltolp. Hamburger- Streich. Paulus-Aachen. Joöl-Breslau. Krakau er-Pasninrlk. Krttner-Schwedt a. C. Krone»Brandenburg. Kr on er-Erfurt. , Dr. Klemperer-LandSberg. KuSnitzki-Bayreuth. , Lewi-Gietzen. . Lew inger-Bremen. » Land au-Dresden. . Lei m dürfer-Hamburg. .. Lewin-Coblenz. » Meyer-Zweibrücken. „ Mühl selber-Chemnitz. » Oppenheim-Thorn. . / Perlitz-Liegnitz. . Perlitz-Rakrl. „ Pick-Pyritz. . Rahmer» Magdeburg. » /Rotd-5konitz. .. , Rippnrr-Glogau. » / Nichter-Filehue. . Salzbrrger-Culm. „ Sa lfeld-Mainz. „ Samter-Grünberg. „ Schwarz-Karlsruhe. „ Stein- Worin». „ Stecket wacher- Mannh. „ /Theodor- Bromberg. „ . Boarlftrin-Stettin. , Wassermann -Stuttgart. . /Weinberg-Insterburg. . Wolfssohn-Stargard. . WittelShöfer-Floß. . Wedell-Düsseldorf. , Werner-Danzig. . Zuckermandel-Trier. . Zie, cmlich - Nürnberg. Nachdem der Borstel)er der Berliner Gemeinde, Herr :h. Commerzienrath Herz, die Bsrsammlung mit herzliche» oricn t-egrüßr harte, wurde da» Präsidium — nach einer »riiitHiruitß in der Vorvetsammlung bestehend au» de» snn DOr Joöl, Ungrrleidrr, Bambergrr: Oberrabbiner r. Landau und Kir-i>enra»h Oe Wassermann — per Arclaiiii'ii genxihlt. Herr Rabbiner Dr. Joöl hielt hierauf die Mlcrnde und erhebende EröfsiiungSrrde, die der gaiizen nsammlung dir Signatur und Weihe verlieh. Er spricht rst seinen Dank für die Ehre au», zu», Präsidenten einer dvchlvürdigen Versammlung berufen zu sein, dankt dem ■rlincr Rabbinat und den Herren, die die Anregung zu dieser rsammlung gegeben (Dr. Rahmcr in der.Wochenschr." und '. Cohn in der Z. d. I.). die den Rabbinern zugerufen: "^7 Nv und ivendet sich dann in meisterhafter Rede seinem Thema Tendenz und Zweck der Versammlung sei: Nach innen und ch außen zu verkünde», daß dir Lehre, die Mose uns wlcn, »och immer das heiligste Erbe der Gemeinde Jacob« . dir ihre Bekenner zu sittlichen Mensche» und treuen aaisbürger» erziehe, dag der kein rechter Jude sei. der in Ausübung der Pflichten der Liebe und Tugend einen »crschied mache zwischen Glaubensgenossen und Nichtnibrnsgcnoffen. Eine solche Erklärung öffentlich abzu- <«. ist Pflicht der Rabbiner, sie sind dir gewiesenen Erm de« Lehrbegriffs der jüd. Religion, und ivenn diese llärung mit Einmüchigkrit abgegeben iverde, dann werde sie " nachhaltigem Erfolg und segensreich für die jüd. Gcnmiheit sein. Wir müssen eS uns versagen die geiswolle, hier d .da scharf pointine Rede auch nur irr extenso hier kdrrzugeben und müssen den stenographischen Bericht ablrtro: sie war rin Meisterstück. Der gewirrte Redner log mit dem GebNr, daß. wen» wir gclban, was a» uns der Herr seinen Segen geben möge. Rauschender Beifall W von allen Seiten, und Dr. Ungerleider dankte dem dner. Hierauf constituitte sich da» Bureau. Zu Schristdrm, wurden ernannt die HH. Ovr. Lewin, Ziemlich, Biram und Sulzberger. Der Geschäftsordnungsentwurf wird angenommen und die elngegangenen Depeschen und brieflicken Beglückwünschungen der am Erscheinen verhinderen College» (etwa 33) werden verlese». Hieraus wird zum ersten Gegenstand der Tagesordnung geschritten. Dr. Maybaum begrün xt trefflich die vom Berliner Rabbinat entworfene Erklärung, wie sie am Abend vorher noch unter Berücksichtigung eingegangener Amendement» von einer Commission mit wenigen Aenderungen endgültig festgestelll wurde. Auf Antrag de« Hn>. Obrrrabbiner« Dr. Landgu, den derselbe in meisterhafter Rede begründet, wird die „Erklärung" ohne jede Delxitte angenommen. (Wir werden dieselbe ihrem Wortlaute nach in der nächsten Nummer bringen.) £5kR«, 5. Juni. In der heute Vormittags 9 Uhr stattgel>abten zweiten Sitzung der Rabbiner-Versammlung wurde »ach sehr eingehendkr Debatte Punkt II der Tagesordnung: „Mittel zur Hebung de» religiösen Sinne» und zur Förderung des Religionsunterricht»" — nach dem vielfach amend,rtrn CommissionSentivurfe (s. den Leitartikel) — einst i m in i g angrnommen. In die Dnrchsührungscommission wurden die HL. DDr. Joöl, Ungerleider, Bamberger, Rahmer, Landau. Wassermann, Dessauer, Feilchenfeld, Vogelslein, Coh», Werner. Äronemann, Bäck. Schwarz, Glück, Ziemlich, Saalf.'ld, Fried, Appel, Leimdürfcr, Horoiviy mit Acclamation gewählt. In der nach einer kurzen Panse wiedcraufgenommenrn Sitzung wurde'auf Grund de« vorgclegtc» Statutenenttvurfc» der Verband der Rabbi »erDeutschl and« beschlossen, und »achdrin die anwesenden Mitglieder ihren Beitritt erklärt, a» die Wahl de» Ausschusses gcgaiigen. — Um t Uhr fand die Schlußsitzung statt, in der Joöl in längerer Rede die Bedeutung der Resultate der gepflogenen Brralhungen beleuchtete. G o l d s ch m i d t - Leipzig sprach hierauf dem Präsidium den Dank der Versammlung mit warm rmpfundenen Worten au», woraus der Präsident Dr. Jo«l dir Rabbiner-Versammlung mit einem Hoch auf de» Kaiser, i» da» alle Anwesenden begeistert einstimmtcn, schloß. Zu Abend» ui» 8'/, Uhr ist die Versammluilg von einem Feslcomitä der Gemeinde zu einem zu Ehren der Rabbiner-Versammlung im Saale der Gesellschaft der Freunde verarstatteten Festmahle geladen. Leipzig. Zur Frage der Beerdigung einer christlichen Leiche aus jüdischem Friedhöfe veröffentlichen die jlld.-orthodoxri Blätter ein Gutachten, welches Herr Dr Plato zu Köln einem hirs. Privatmann in dieser Sache erstattet hat. Dasselbe cnttiält eigentlich mehr s u b j c c t i v e, als wissenschaftliche Gründe, so daß es den Namen eines rabbinischen GutcchtrnS gar nicht verdient. ES lautet: .Sie haben mich um die gutachtliche Aeußerung darüber ersucht. ob e« gestattet sei. »ichtjüdische Leichen auf einem jüdischen Friedhof zu beerdigen. Ich willfahre diesem Wunsche durch folgende kurze Auseinandersetzung: Die Pietät und da» RcligionSgcsetz verbieten dem Jüdin, eine Leiche oder deren Ueberreste auSzugraben, eS sei den», um derselben im heiligen Lande oder in einer Familien- Gru t eine neue ewige Ruhestätte zu bereiten, oder wenn der gegenwärtige Begräbnißplatz gegen Entweihung nicht hinlänglich geschützt wäre. — ES ist ferner nach biblischem und traditionellem Religionsgesetze dem Juden untersagt, in der Näh: von Standbildern und nichtjüdischen religiösen Emblemen zu beten. Da« religöse Gefühl eine« glaubensinnigen Juden würde eine schmerzliche Verletzung erfahren, wenn an einer, dem jüdischen Gottesdienste geweihte» Stätte — und eine solche ist der jüdische Friedhof für den Juden — Gebete verrichtet und religiöse Zeremonien geübt würden, welche mit dem Glaaben an den einig-einzigen Gott, den Welffchöpfer und Vater der Menschheit, nicht im vollsten Einklänge stehen. Wollte daher eine jüdische Geineinde auch nichtjüdischen Leick^n eine Ruhestätte auf dem jüdischen Friedhofe einräumen, so müßte dieselbe zuvor eine rechtlich und gesetzlich