Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 23.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 170 — b) durch Einführung de« jüd. Religionsunterricht« in allen öffentlichen Schulen; o) durch Fürsorge für regelmäßige Theilnahme der Gesammtjugend am Religionsunterricht; ä) durch Fürsorge für den hebräischen Unterricht in den Gemeinden, in denen derselbe nicht genügend berücksichtigt ist; e) durch Fürsorge für Gemeinden, die eines Rabbiners entbehren. (Zeitweilige Schulinspectionen. stanzrlvorträge. Lehrerkonferenzen re.); f) durch Fürsorge für Gemeinden, die einer Schule und eine« geeigneten Lehrer« entbehren (Subventionen. Wanderlehrer); g) durch Fernhalten ungeeigneter Elemente von dem RcligionSlehrerstande; b) durch Bemühung für Heranbildung geeigneter Lehrer und zivar: 1. durch Subventionen an unbemittelte Lehramtsaspironten, durch Vermehrung von LehrerbildungS- . anstalten und Präparandien, 3. durch Fürsorge für altersschwache, durch lkraukheit dienstunfähig gewordene Lehrer und die Hinterbliebenen Lehrerfamilien; i) durch Entwerfung eine« Lehrpläne« für den Religionsunterricht an Gymnasien und Realschulen. B. Ar»chtöarm«chu»g de» AeNß1o«»«»terrichte» «ud religiöse Kröauuug der Jugrud: . ») durch »Theilnahme der Schüler an den öffentlichen Sabbath- und Festtags-Gottesdiensten und durch Veranstaltung besondererJugendgotteSdirnste; d) durch Schaffung einer den religiösen Sinn stärkenden und da« religiöse Wiffen vermehrenden Lectürc für die Schuljugend (Iugendschristen, Schülcrbidliotheken); o) durch ReligionSsorlbildungSschulen für die reifere, der Schule entwachsene Jugend. 0. petanfMtttttgn zur Aetehrung der Erwachsene»: ») durch Bezugnahme auf hervorragende Personen und bedeutsame Ereigniffe aus der jüdischen Geschichte in den gottesdienstlichen Vorträgen; b) durch Vorträge außerhalb des Gotteshauses über da» Judenthum und seine Geschichte, nicht nur in der eigenen Gemeinde, sondern auch in den Nachbargemeinden; o) durch Herausgabe geeigneter unterhaltender und zugleich belehrender Schriften (Litteraturverein). H. Sie erachtet e« als dringliche Forderung und als heilige Aufgabe der Gemeinden: ») ihre Rabbiner in den vorstehend näher bezeichneten Bestrebungen zu unterstützen, b) selbstthätig an dem Aufbau wahrhaft jüdischen Gemeindelebens durch höhere Weise des Sabbath« und der Festtage, sowie durch Förderung und Pflege de« religiösen Sinne» und Leben« in Hau« und Familie zu arbeiten. Schlußantrag. Die Tommffsion unterbreitet der Rabbiner-Bersamml, vorstehende Ausführung mit dem ergebenen Anträge: Dieselbe wolle ») »»seren Vorschlägen ihre Zustimm«, ertbeile»; b) eine Eommifsto» Mit der Aufgabe \ traue», auf Grund dieser Vorfchlä und zur praktische« Durchführung d« selbe» einen vollständigen Orga, fationsplan zu entwerfe» und zu * öffentlichen Zu Punkt IIL, betreffend Bildung eine« Verbände« Rabbiner Deutschland« beantragt die mit der Aufftellung rin- Statutenrntwurf« für den Rabbineroerband betraute L» miffion: In Erwägung, daß die Rabbiner Deutschlands Stunde jedweder Organisation ermangeln, welche regelniäßige und stetige Verbindung zwischen den tlmi genossen herzustellrn und zu pflegen im Stande ist; in Erwägung, daß der Mangel einer solchen Verbind allseitig tief empfunden und ihre Herstellung als hol crstrebenSlverth erachtet wird; in Erwägung, daß selbst bei differirenden religiösen A schauungrn und Richtungen, unter Ausschluß a religiösen Streitpunkte, sich für eine solche Verbind» ein noch genügend weite« und fruchtbare« Feld segci reicher Thätigkeit eröffnet und zwar: ») in dem Streben nach gegenseitiger Verständig, und belehrendem Meinungsaustausch über gem, same AmtS-Angelegenl-eiten; b) in dem Streben nach gemeinsamer Förderung, Pflege der jüdischen Wissenschaft und Litteratur. hier manche bedeutsame Ausgabe nur durch vem Arbeit gelöst werden kann; o) in dem Streben nach einheitlichem Vorgehen Wahrnehmung berechtigter Jntereffe» des 2„t* thum« nach Innen und Außen; d) in dem Streben nack wirksamer Hebung Rabbinrrstande« wolle die Rabbinerversammlung ») „die Gründung eine» Verband der Rabbiner Dentfchlan auf Grund de» vorgelegte» Statu! beschließen und alle Rabbiner de» Vaterlande» fordern, diefem Verbände bei treten". (Da« Statut folgt in einer späteren Rümmer.) d) Berichte «ud C-rrrfpo»de«-e«. Deutschland. Merlin, 4. Juni. Heute Vormittag 10 Uhr fand > erste Sitzung der Versammlung deutscher Rabbiner im k rachungSsaalc der jüd. Gemeinde statt. Die Präsenzl ergab die Anwesenheit von ÜS Rabbinern, eine gröAre An> (etwa 30) war durch Berufsgeschäfte am Erscheinen verhinde Wir geben du Namen der Erschienenen, un« eine Berichtigungen und Ergänzungen vorbehaltend.