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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 22. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 22.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Imin die Artikel 1—6 der Conftituininp«<Urfunbc, den ngskrri«, die Aufnahme von Mitgliedern und die je Basis de« Verbands (der Schulchan-Aruch und seine entatoren) umfassend. Zm Artikel 7 dieser Urkunde heißt r« eigenthümlicher- .Da» Oberrabbinat wird von dem gegenwärtigen Oberrabbiner der Deutsch.-JSraelischen Gemeinde be- und können dessen Stellung und Gerechtsame, so derselbe als Oberradiner bei dem Synagogen-Verbande t>lciben geneigt ist. nicht ohne dessen Zustimmung verivcrden.- ^ir irren daher wohl nicht, wenn wir die Bermuthung echen. daß selbst die bescheidensten Wünsche der kleinen ,iät des Delegirteu'Collegiums nicht die geringste ht auf eine» Erfolg haben. a. d. A»Id«, 10. Ma. (Or.-Corr.) Heute dahier Herr H. Heß den Jubcllag seiner 25jährigen zeit als KreiSoorsteher. Die Funktion eines KreiSvorist eine Einrichtung in unserem vormaligen Kurhcssen, r dem Jahre 1823 besteht. Bon dem zu Cassel bc- >cn Borsteheramt werden seit dieser Zeit die Angelegen» unserer hessischen isr. Gemeinden in Berbindung mit reis- und Gemeindevorstehern geleitet, und hat sich rmrichtuug durch die lange Reihe der Jahre hindurch »eckmäßig und nutzbringend erwiesen. ES ist nun eine c zu sehen, wie in Israel immerhin Männer gefunden >, die mit Lust und Liebe, aber auch mit Einsicht und >c sich de« jüdischen ÄrmeindelebenS annehmen und ufopirrung von Zeit und Kraft für die Erhaltung -rstattung unserer isr. Gemeinden und deren Jnstituwirken. Zu diesen Männer» zählt in erster Lune obengenannter Herr H. Heß, der sich ivährend seiner i.g<„ Tieuslzeit vielfach um die ihm anvertraute» Geil verdient gemacht hat. Seine Umsicht und Sachiß, seine selbstlose Hingebung für die oft gar schwierige be seine« Amte'« sind allseilig anerkannt und in den ich cingelausrnen GratulationSschreibrn auch auSge- :n worden, insbesondere erfreute sowohl da» Borsteher» >lS auch der dem Jubilar besonders befreundete einer, abbiner, Herr Di-. Adler aus Cassel, den Jubilar nzlichen Worten der Anerkennung und inniger Theil- Auch die besondere Aufmerksamkeit, die der Herr r der isr. Schule allezeit widmete, muß rühmend hervor » werden. )ie Herren Gemeindevorstelfer dahier, wie auch die der rügen Ortschaiten. die zu dem Bezirke de» Herrn re,»vor>tehers H. Heß gehören. sowie die betr. lSr. Lehrer ine» größtenthrila persönlich amvescnd, um dem Jubilare c ausnchtigsten Glückwünsche auszusprechrn und betheiligtcn h dann auch alle an dem Festmahle, da» Nachmittag» in m »aale einer hiesigen Gastwirthschaft abgehalten wurde >d wobei e« denn auch in gemüthlichster Stimmung an nste» und heitere» Toasten nicht fehlte. — Möge e» dem chnen Jubilar unter dem Schutze Gottes vergönnt fein, H recht lange Jahre zum Wohle der ihm anvertraute» Gemeinden in rüstiger Körper- und Geisteskraft zu ivirken. -teotschStz, 12. Mai. Ein Mann, welcher durch seinm denslauf den Beweis geliefert hat, daß man durch eifrige hätigkrit und eisernen Fleiß Große» vermag, der Königliche ommerzienrath und Ritter pp.Hr.Benjamin Holländer, r Chef und Begründer der unter seiner Firma am hies. ne bestehenden Wollwaarensabrik, ist am 11. d. M hier im >>. Lebensjahr verschiedm. Er war am 12. Februar 1808 > Loslau geboren, verlicß als ISjähriger Knabe da« Haus iner Eltern und besuchte die Schule in Proßnitz. später in aiibvr. Er hatte dir Absicht, sich dem Lchrfachr zu widmen >d sludine mit besonderem Eifer die hebräischen und taludischen Wissenschaften, worin er sehr bewandert war. Im ihre 1830 gründete er in Ratibor mit seinem Bruder I. Holüber eine Lehranstalt mit Peiisionat. Nach zweijähriger Thatig- " gab er jedoch da« Lehrfach aus und Übersiedelle nach.hicr, woselbst er sich dem kaufmännischen Fache widmete und ein Schnitnvaarengeschäft errichtete. Im Jahre 1853 war durch einen österreichischen Weber die Kunst der Knüpfen» nach Leobschütz gebracht worden. H. und der jetzige Kommerzienrath Teichmann ließen Versuche anstelle» und nachdem diese zur Znfrikdenheit ausgefallen, wurden einige Mädchen angelernt. Als mehrere Dutzend Hauben fertig waren, ging H. nach Leipzig zur Messezeit, um sie zu verkaufen. Die Waare fand Absatz und bald fand diese Industrie einen so großen Aufschwung, daß schon nach 2 Jahren gegen 150 Personen beschäftigt waren. Diese von dem Verstorbenen und Herrn Kommerzirnrath Teichmann ins Leben gerufene Industrie enoie» sich im Laufe der Zeit alS ein großer Segen für unsere industricarme Gegend, indem dadurch die ärmere Bevölkerung einen lohnenden Erwerbszweig fand. Heut hat da» Holländersche Fabrik-Etablissement eine große Ausdehnung und steht in dieser Branche als eine hochgeachtete Firma da. Die Anerkennung, welche ihm für seine Verdienst,: um die Industrie seitens der Kgl. Regierung zu theil wurde, bestand in bei' Verleihung de« Kronenordens IV. Klasse und deS «ommerzienratha-Titel» im Jahre 1877; im Jahre 1870 erhielt er die KnegSdenkmünze für freiwillige Krankenpflege. Doch auch seitens seiner Mitbürger fand er Anerkennung und ivurde durch die Wahl zum Stadtverordneten, als welcher er 30 Jahre thätig war und durch die Wahl zum Senator resp. Stadtrath, welches städtische Ehrenaint er 10 Jahre bekleidete, geehrt. Er war seit vielen Jahren Vorsteher der Synagogen - Gemeinde. Begründer de» Bürger- UnterstützungSvcrcinS (1848). Begründer des jüdischen Frauen- UnterstüyungSvrreittS, Ehrenmitglied des Männer-Turnverein», de« steiwilligen FeuerrettungS-VereinS, de» Kaufmännischen Verein« und de« Brüder-VrreinS. Lein Hinscheiden wird besondeiS auch von de» Arme» sehr betrauert. — T.e <j^rdig«»g fand am 14. Nachmittag statt. Magistrat und Stadtverordnete, dir Vereine, deren Mitglied der Verstorbene gewesen, eine große Anzahl von auswärtigen Deputationen und Korporationen sowie eine uiiabsehdare Menge von Leidtrageiidru bildeten neben den zahlreichen Familienangehörigen das Leichengefolge. Unter den Klängen des Chopin'schen Trauermarsche» bewegte sich der Leichenzug von dem Trauerhause nach der in schwarzen Flor gehüllten Synagoge. wosel!ist der Sarg, welcher mit Palmenzweigen und prächtigen von de» verschiedene» Vereinen geioidineten Kränzen und Blumen ganz verdeckt war, ausgebahrt wurde. Nach einem einfachen Traucrchoral schilderte Herr Prediger Grunwald in ergreifenden Worten da» Leben de» Dahingcschiedenen. ivelche» so reich war an guten Werken und schönen Erfolgen. Bor allem aber pries er seinen regen Eifer und sein erfolgreiche,; Wirke,» für die jüdische Gemeinde, deren Vorsteher er durch 48 Jahre gewesen und für die er unendlich viel gethan, so dciß die LcbcnSgeschichte des Verstorbenen gewissermaßen die Geschichte der Leobschützer jüdischen Gemeinde selbst sei. Mit einem stimmungsvollen, von Herrn Kantor Siebet Snz vorzüglich vorgclragenen Rccitativ und einem Chorgesangc loß die würdige Feier in der Synagoge. Aus dem Friedhöfe wurden zunächst die rituellen Gebete in der Todtenhallc verrichtet; am Grabe nahm Herr Commcrzienrath Tcichmann da» Won zu einem herzlichen Abschied vom treuen Freunde. Mit einem Gebete de« Herrn Grunwald schloß die ernste Feier. (Der 'Verstorbene hat auch ein lesenSwerrhc» Schriftchen über das .Hohelied Salomonis" veröffentlicht und war ein reger Theilnehmer an den Rcformbestrebungcn innerhalb deS Judenthum«. Er ruhe in Frieden! Red.) ^Zesterreicd-Ungarn. -«» chakijie«. Das allgemeine Statut der galizischcn Ackerbau-Vereine schließt die Juden von der Mitgliedschaft au», indem es zur Aufnahine „den christlichen Glaubenim tz 7 zur Bedingung macht. Die vom Krakauer Bezirks- Vereine zur Reviston de« Statutes eingesetzte Commission beantragte nun unter Zustimmung diese» Vereines die Weg-

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