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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 20. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 20.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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* V' ’ — 148 — sohn in ape, auf eint nicht begründete wüste Agitation*), einen charakterlosen RepotiSmu», eine rücksichtlose büreaukratische Grandezza (letzterer Ausdruck erscheint un» besonderunklar) u. s. w. Dir wollen der geehrten Redaktion wegen Aufnahme jene» Artikel» keinen Vorwurf machen, meinen aber doch, sie sollte bei Aufnahme derartiger Ergüsse gerade in der Jetztzeit vorsichtiger sein. Ein Wähler." 5. Mai. Ta» Paulinenstift am Laufgraben 37 wurde gestern Mittag unter Anwesenheit de» Herrn Senator» Dr Stopp und der Vertreter zahlreicher Verwaltungen in würdigster und erhebenster Weise eingeweiht. Die Feier wurde durch einen Gesang der Anstaltszöglinge, augenblicklich 20 an der Zahl, eingeleiter, worauf Herr Prediger Dr Leimdörfer da» Wort ergriff, um, anknüpfend an da« Bibelwort: .Wenn Vater und Mutter mich verlaffen, so steht doch Gott mir bei", der Bestrebungen zu gedenken, welche sich die Fürsorge für die Verwaisten zum Ziele gesetzt .haben. Diese Stiftung besonders sei in'» Leben gerufen, um den alleinstehenden Kindern da» Elternhaus, soweit die» überhaupt möglich, zu ersetzen. Redner gedachte sodann noch ausführlich und mit herzlichem Dank für die twbei betheiligt Gewesenen, der Gründung und Fortentwicklung der Stiftung und schloß mit der eindringlichen Ermahnung an die Kinder, sich durch stete» Wohlverhalten und durch fleißige Fortbildung zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft der ihnen erwiesenen Fürsorge würdig zu erweisen. Herr Dr. John Israel als Präses de» Stifte« erinnerte daran, wie er vor kaum zwei Jahren bei der Feier de» 2v jährigen Bestehen» der Stiftung mit herzlichem Danke der Gründer de» Stifte» und dessen, wa» sie geleistet, habe gedenken können, wie er aber auch die Uebelstände damals habe erwähnen müssen, die der vollen Erreichung des Zieles in dem alten Gebäude hindernd entgegengestanden hätten. An Luft und Licht habe e« dort vor allem gefchlt und selbst der Spielraum sei durch den Aufbau eines Schulgebäudes für die Mädchenschule von 1798 aufs Aeußerfte beschränkt worden. Damals habe er kaum gehofft, den dringenden Wunsch, die Uebelstände beseitigt zu wissen, so bald erfüllt zu sehen. Daß so schnell Abhülfe möglich gewesen, da» sei dem Entgegenkommen der Behörden zu verdanken. die da» alte Gebäude übernommen und den neuen Platz übenvieseu hätten, und der hochherzigen Nächstenliebe des Herrn Marcus Nordheim, durch welche für die Mädchenschule ein besonderes eigenes Heim geschaffen sei. Da» neue Gebäude sei, seinen Zwecke» entsprechend aufgeführt. — Redner schloß mit einem Dank an alle, die sich für da« Werk interessirt, namentlich auch für den Gemeinde- Vorstand, der überall entgegenkommend und die Hinderniffe zu beseitigen bestrebt ge>ve>en sei. Namen» de» Letzteren erwidere Hr. W. M. Wolf, der Vorstand habe in dem wa« er gethan, nur eine Pflicht erfüllt und werde auch ferner *) lik geschilderten Wahlagitationen sind durchaus nicht der Phantasie unsere« Berichterstalle» entsprungen, sie kommen leider hie unb da vor, wie un« von verschiedenen Setten erhärtet wurde. Doch warum in die Ferne schweifen? Sann z. B. der Herr Einsender die allbekannten kläglichen Borgänge in Liegnitz, Hannover und jetzt in Sasse! bestreiten oder schSn finden? (Sewiß nicht. — Wenn der Herr Einsender nun aber gar in jenem Artikel eine Begünstigung der Hierarchie erblickt, so müssen wir ihn doch fragen: Wo steht in demselben auch nur e«n Iota gegen die Autonomie der Gemeinden bezüglich der Rabbinerwahl? Wa» der Artikel rügte, da« haben nicht nur Rabbiner, g sondern auch bochinielligente Gemeindeverireter in Privatbriesen an un» ebilligt. klebrigen» litanen wir dem geschätzten Herrn Einsender mittheilen, däb seine lSeineinde, die ja eben im Begriffe ist, in gerechter und würdiger Weise ihre Rabbinerwahlzu vollziehen, von lenen Vorwürfen durchau» nicht getroffen sei» kann. — Hinsichtlich de« Schlußpassu« bemerken wir nur noch, dag wir nimmer so .iungjernhast zimperlich" sein werden, die Wahrheit mit Rücksicht aus die Möglichkeit einer antisemitischen Aiiäbeulnng zu verschweigen, wo e» sich um Abstellung häßlicher Mißstände handelt. Da» Erste in der Devise unsere« Blatte« heißt: Wahrheit; ihr «erden wir unentwegt huldigen, auch in Fällen, wo gewisse Mißstände in jüdischen Gemeinden nicht erfreulicher erscheinen, al» ähnliche in christlichen Gemeinden; von der Wahrheit vor Allem erhoffen wir da» Heil. (Red) e» an seiner Fürsorge nicht fehlen lassen. Nachdem da, noch Herr Jos. Schönfeld, der seit Gründung der Verwalt» angrhürt, der Männer gedacht, die einst bei der Grüadu mitgewirkt, denen e» aber nicht vergönnt gewesen, noch neue Heim zu sehen und die Stiftung dem fernem Schutz Gotte« empfohlen hatte, schloß die Feier mit einem gemsamen Gesänge der Zöglinge. — Herr Dr. Fel», Lehrer am hiesigen Johannvui hat vom Senat den Titel Professor erhalten. Aikdeotzei«. Herr Landrabbiner De. Guttman, al» Vorsitzender de» Ausschusses der UnterstützungSkasie fü jüdische Lehrer, deren Wittwen und Waisen in der Proviu Hannover, erläßt folgende Einladung per Circulär: .Nachdem der revidirte Statutenentwurf für un>m UnterstützungSkasie, wie derselbe aus de» i» der vorjährige, Generalversammlung gefaßten Beschlüffen hervorgegange, war, von dem Herr» Oberpräsidenten wegen einiger gege, denselben erhobene» Bedenken nicht genehmigt worden hat der Ausschuß nach der von dem Herrn Oberpräsidenic, getroffenen Anordnung den Entwurf in entsprechender Wnii abgeändert und beschlossen, auch in diesem Jahre eine General Versammlung zu berufe», in welcher der Siatutenentwu einer nochmaligen Berathung unterzogen werden soll. Äir laden daher die geehrten Mitglieder unserer Kaffe zu im Anschluß an die diesjährige .Lehrer-Konferenz" Hannover abzuhaltenden General-Versa mmlun auf Montag den 2. Juni d. I. (Nachmittag» 4 Uhr ein. Die Tagesordnung umfaßt: Rechenschaftsbericht da de 1883/84. Berathung der revidirten Statuten. Wahl» Sonstige Angelegenhelten der Kasse. Die Mitglieder werde, ersucht, möglichst vollzählig zu erscheinen, damit die schon ji lange schwebende Statutenrevisivn endlich ihrem Abschl entgeaengesührt werde. Wei»i«§e». Gestatten Sie mir, g. H. R., eine kur; Erwiderung auf die wohlgemeinten Bemerkungen Ih Wiener Herrn Eorrespondenten zu meinem Appell an d Großen in Israel. Wenn wir die breiten Massen Volkes noch in der Synagoge sähen, so könnten wir, iw auch nicht wegen de» überhand nehmenden JndifferentiSm, der Gebildeten zufrieden sein, so doch uns wenigstens üda die Zukunft unsere» religiösen Leben» beruhigen. Aber näha betrachtet sind diese vermeintlichen Massen nur dünne, sch dünne Schichten; und nicht wegen der Kürze oder Läw de« Gottesdienste«, oder des Inhalts der Gebete, sonder! aus Irreligiosität meidet man da» Gotteshaus. 2 kenne in Deutschland große und mittlere Gemeinden, « ansprechende deutsche Gebete eingeführt sind und die Zeit d Andacht erheblich gekürzt ist. und dennoch sind die Erfahrung! daselbst keine erfreulicheren. Rein, es muß etwa« zur & sundung unserer religiösen Verhältnisse geschehen, und die Gelehrten, Reichen und Gebildeten nicht kräftig auf d Massen einwirken, wenden sich auch gar bald die Söhne ui Enkel unserer regelmäßiger» Tempelbesucher ab und uns religiöse« Leben entbehrt de» stärksten Pfeiler« — d Synagoge. — Dessauer. #«* Württemberg, de» S. Mai. (Or.-Eorr.) De als tüchtiger Prediger bekaitnte Rabbiner Dr. Silberftei» Mühringen wird in den nächsten Tagen aus seinem bi herigen Wirkungskreise scheiden, um das Amt eine» Stabt“ und Bezirksrabbiners in Wiesbaden anzutreten. Er foltz hiermit einein ehrenvollen Rufe, der an ihn ergangen u ihn zur Uebernahme diese» neuen Amte» veranlaßte. Hm Dr. S. hat durch Wort, Schrift und Lehre während fein« sechszehnjährigen Amtirung im hiesige» Lande segensreich wirkt; diese» wurde bei einer Abschiedsfeier, welche dem trcui Seelenhirten gestern von zahlreich erschienenen Abgeordnett seiner Gemeinden am RabbinatSsitze gewidmet war, vielsal anerkannt und gab man dem aufrichtigen Bedauern « seine» Scheidens beit rührendsten Ausdruck. Auch wurt von Seiten der den Rabbinern Vorgesetzten Kgl. israelitisch« Oberkirchenbehörde zu Stuttgart anläßlich der Entlass

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