Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 19.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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— 142 — Plate«, I. Mat. (Or.-Corr.) Wik dm Lesern Ihre» iffd). Bl. noch erinnerlich frin dürste, hat im vorigen Jahre i< hiesige Königliche Regierung in einer Verfügung an dir KreiSschulinspertwn Minden nachdrücklich betont, dag jüdische Schüler auch am Sonnabend zum Schulbesuch verpflichtet seien. Auf meine an geeigneter Stelle angebrachte Reino» stration, wenigsten« für die Stunden de« Hauptgotte«dir»str« die Schüler vom Unterricht zu di«pensiren. fall« Re Eitern oder der Stellvertreter die« wünschten, erhielt ich eine ablebende Antwort. Runmrhr reichte ich eine Beschwerde beim Serrn CultuSimiiister ein, aus die heute folgender gewährande escheid ei »lies. »«.. «Ml*« Auf die unterm 20. Juni v. I. an den Herrn Minister gerichtete Eingabe diene Ihnen hiermit zum Bescheide. baf> der Kreieschulinspertor hier, tH'uir von uii« ermächtigt ist. jüdische Schulpflichtige auf Antrag der Eltern oder der Stellvertreter derselbe» an den Sonnabenden wie an den hohen Feiertagen bchuf» Theilnahme am Synagogrndienst vom Schulbesuch zu di«pensiren. daß aber dir Schule für die au« solchen Versäumnissen eiitstrhende» Folgen keinerlri 4<cra»t wortung ül>er»immt. ft» den Prcdtarr und . , , ... Wfliflioniirticrr der L„na- «ömflltctjr Regierung «ogen -MemeNide. Herr» Al'thkiluilg de« Znurill I. Ltepmannssvh» liier. gez. v. Schierstedt." Oesterreich-Ungarn. Vefl. Die iararl. Gemeinde l>at ihren Venvaltung». bericht für da» Jahr 1H83 und da« Budget für 1884 nebst einem Ausweis ül>rr die im letzten Jahre zu wohlthätigen Zwecken der Gemeinde zugrkommenen Spenden versendet. Wir entnehnien drmselben die folgenden Date»: Zur Hebung de» religiösen Gefühle» wird mit besonderer Rücksicht auf die Mittrlschuljugriid ein eigener Jugend-Gottesdienst organisirt. Die Zichl der Schüler, für deren Unterricht die Gemeinde zu sorgen hat, betrug 9132; ein sehr großer Theil der Kinder wurde mit Winterkleidern versehen. An Heirath»- AusstattungSbeiträgen wurden 4250 Gulden venvendrt. Im Spital und durch die Armenärzte der Gcineindc wurden 12.285 Kranke behandelt. Im Knaben-Waisrnhause der Gemeinde befanden sich bi» zum Schluffe de« Jahre» 58 Züg. linge; 44 von ihnen besuche» die interne Elementarschule. 4 die Bürgerschule. 4 da» Gymnasium. 5 die Realschule und und I dir medizinische Fakultät der Universität. Der Fond» diese» Waisenhauses beträgt 311.788 fl. 18 kr. Die Erhaltungskosten stelltrn sich »ach je einem Zöglinge auf 165 fl. 34 kr. Im israelitischen Taubstummen-Jnstitute wurden 60 interne Zöglinge erzogen, darunter 42 Zahl- Zöglinge; 5 Zeglinge sind römisch-katholisch. An Knltu«. beitrügen sid »>» 1914 fl. mehr eingegangrn al« präliminirt worden war. Geboren wurde» 1780 eheliche u»d 309 uneheliche Kinver. Dagegen starben 1381 Personen. Die Zahl der Lrauungen belief sich aus 482. Da» Budget für 1884 weht eine» Bedarf von 194.065 fl. 82 kr. aus. wo- (>egrn;ur Bedeckung 188.045 ff. 24 kr. zur Verfügung teheu; da» Defizit von 6020 fl. 58 kr. soll durch Ersparungen auS^rglichr» werde». Profeffur der Philosophie zu erhalten, wurde er von Emiü chikanirt. dann nach einer streng katholischen Gegend <Ra, leon-Vender) geschickt und endlich 2 Monate später ihm d Unterrichten in den philosophischen Wissenschaften uutrri Da« war im Oktober 18 4 9. Varl«. Nicht ohne mich al» deutscher Jude zu schäm lml>k ich in hiesige» Blättern den Bericht Ül>er dir Mizivabjeirr eine« Eukrlsohnr« und eine« Eukelueffrn Grafen Eamvudo gelesen. I» dem Palai« de» Herrn rtt de Monreau» befindet sich eine Prioatsyuagogr. welcher dir gottesdienstliche Feier stattfaud. Derselben, i! dem sich an sie anschließende» Bankette wohnte bei, uri weihte sie durch seine zündenden Worte, der Oberrabbm S'err Zadok Kahul — Unsere deutschen Juden haben, iura e reich geworden sind, für Alle« Raum und Zeit und Sinn nur nicht für Synagogen, religiöse Frier und religiöse «n ziehung ihrer Kinder! Ein katholische» Blatt von Anger» ila Lemainr rrligirni hetzt die Juden, weil da» 2 Pioiiierregimcnt am Peßach de au«marschirt worden ist. und erklärt. d>r» stehe im Widn spruche mit der den jüd. Lold»rtrn für da» Fest ertl>ei» Dienstbefreinng. Wir Jude» sind glücklich wenn u»a i»»n> halb der gesetzliche» Grenzen nur ivohlivollrnde Berücksichi! gung uiijerer religiösen Justitntionrn und Erfordernis gewährt wird. Arroganten Anfoiderungen Hallen wir mit fern — und wissen un» in de» einer kleinen Minorität >,c ziemenden Grenzen zu lmlte». Deshalb ist un« der Abmarsch de» Regiment» an dem dafür geeigneten Tage kein Wider sprach gegen die gütige Dieiiiibefreiung der jüd. Soldaten! - In de» ErzikhungShäuscrn der Ehrenlegion befinden sich nach den, Berichte de« General» Faidherl«e. 2 Israeliten. — Ik erste HalbjahrSversammlung der grgrnsritigcn HilsSgesellscha» dir wohlthätigc Israelitische Ehcivra. brachte einen interessanie, Bericht. 1040 Mitglieder, ein Eapital von 173 000 Frei. <138 400 Mt), einen Reservefonds von 50 000 FrrS., eine Ausgabe von 11 000 Frs. Armenspenden. — Ja, eint lebenslängliche Pension an ein Mitglied von 240 Frc». da» sind Daten, wir rin Et)eivral>ericht sie auch nicht aller Orte» enttßilt. Varl». Bei der Bertheilung der Unterstützungen durch der« WohlrhätigkritScomitö in dem Cvnsislorialgedände nur Ru« du Verboi« kommt e« natürlich nicht selten vor. das« Unwürdige unbegabt fvrtgrschickt werde». In jüngster Zen haben manche solche Subjekte e« sich zur Ausgabe gemacht, durch Heulen, Sich hinwcrfen die Aufmerksamkeit de» Publ, kum» zu erregen. D»i dieses Opfer der Arbeitsnoth unb nicht der Arbeitsscheu vor sich zu haben wähnt, haben schon öfter» solche Ansammlungen stattgcsunden, daß der Berkrtir gehemmt wurde und die Polizei sich in'» Mittel legen mußte. Dabei wurde auf dir .Hartherzigkeit der Judennatürlich wacker geschimpft. Da« ist schl mm. Da» von .Arch. i«r' vorgeschlagrne Verlegen de« Sitzungssaales nach einer andern Straße bringt jedoch keine Abhilfe. In Bille d'Aix iProvenee) haben die Advokaten ihrem Genvssrn. dem Maire Herrn Bödarridr«, rin Banquet zur Feier seiner 50 jährigen Advokatur gegeben Herr Errf. Marinr-ArtiUrrir-Escadronchef, ist Adjutai» de« General» Virgile geivorden. Rußland. Frankreied. V«f<«. Der Redakteur der .Arch. iSr.- erinnert gelegentlich einer Besprechung der Werke und de« ttebtn« von Victor Cousin, dem Vater der positivistischen Philosophie, (oder dem Papste der damals offiziellen Philosophie» an einen Fall, der für uns De»tsck>e. dir wir den franz. LilvraliSmu» jo gerne zu überschätzen geneigt sind, eine» hübschen Dämpfer erhält. Cousin hatte e» beivirkt, daß Herr A. Franck Profeffor der Philosophie geworden ist und hatte die schöne Phros» dafür zur Hand: dir Philosophie ist sarkularisirt! Al« aber Herr Isidor Cahn ebenfalls sich prüfe» ließ, um eine Vekerstarg. Die Stadt durchläuft die frei» Kunde, die Judenkommission habe günstige Beschlüsse gefaßt' Gott - gebe, daß f» wahr sei. — Der Photograph, Herr Spiro hier, hat von der Wiener photogr. Gesellschaft eine goldene Medaille für die Bilder, die er für eine illustrnic Ausgabe einrr Schrift Gogolis lieferte, erhalten. Am 3. Apu> war da« alljährlich wiederkehrende Fest zu Gunsten der Studentm. Es war schlecht besucht und brachte nur 1000 R»l>el Reinertrag, kauin die Hälfte de« gewöhnlichen Ertrage« An Nicht« war zu merken, daß e» von Juden für Juden arrangirt war. — Maltschcnow, ei» Eorrrspondent der.Roive