Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 19.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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— 141 — Mandidatrn für dir engere Wahl designirt. Nachdrin da» Mjammle Material derart geordnet und gesichtet war. Murde e» vom 25. bi» 28. v. Mi», im Gemeindesitzungsaal Musgelegt und die Repräsentanten aufgefordert, selbst zu Müsen, um für die am 30. April staltfindende Repräsentanten- Mitzung wohl vorbereitet zu sein, Lämmtliche Bewerbungen Maren in ein Buch der Reihe ihrer Meldung »ach eingetragen M,d ei» rubrizierter Auszug au» de» Attesten über Alter. MildungSgang. gegenwärtige Stellung, Qualifikation und Meiondere Empfehlung beigefügt. Unter gleicher Nnnimer Magen die Originale zur Ansicht au». (£» war dal»er für ■rbrtt Repräsentanten sehr leicht. sich in gleicher Weise, wie Mir die EommissionSmitglieder selbst, informiren zu können. Mich» berücksichtigt ivare» bei der Auswahl zunächst Diejenigen, Mvelche, entgegen den Bedingungen der Ausschreibung, keine Mttesle ringesandt hatten, die dem Alker nach »och nicht Reeignet erschienen, oder bei denen durch private Erkundigungen Mnigünstige Berichte einliese». Die Commission hatte ihre Mrbrit mit so vielem Fleiß, i'irbt zur Lache, strebe» »ach Möglichster Objektivität. »ach allen Leite» hin, erledigt. daß Me Berathung der fast vollzählige» Repräsentanten-Versammlung Mrhältnißwäßig nur kurze Zeit erforderte. Au» der Ber- »aminlung erfolgte» keine »euen Anträge, die Beschlüsse der Mommijsion ivurde» pure angenomnien und einigte sich die Mtersammlung dahin, von 14 zu 14 lagen, mit dem 10. Mai »beginnend, die ausgewählien 5» Candidatrn zu Probepredigte» »g, berufe». Die Rabbinenvahl ivird mithin erst im Juli In folgen. I $trr««f« iRegbez. Caffkl). In de» Nummern 35 und 38 Ider .Isr. Wochenschrift- (Iahrg. 1880) habe'» wir unter »der Ueberschrif»: »Was den Jüdin »n Ltaate der Intelligenz Itesonders Roth »Hut" ein. die geineinschaftlichen Verhältnisse »der Israeliten regelndes Gesetz als wünschensiverth erklärt luitb hauptsächlich die ös seit tliche schule als dringendste» iBedüNniß bezeichnet. Der .Deulsch.J»r. Ärmcindebund- Ihat nun seitlier ei» reges Interesse für unsrre schulen an Iden lag gelegt: Conferknzen unterstützt, UnterrichtSpläne lausarbeiten lassen, zu Stiftungen für die Hinterbliebenen Ider Lehrer angeregt, für die .Achaiva" zu wirken gesucht tr. Iso erfreulich diese lh<itsachen an und für sich nun auch Isein möge», habe» sie uns doch niemals btfricbigrii können. iBon alle» Seile» drängt man und zwar mit vvllltem Rechte, laus unsrre Anerkennung im Staate. Wodurch aber, fragen Imir, könnte derselben melir Impul« verliehen iverden, al« durch ei», unsrre gemeinschaftliche» Berhältnisse ordnende« Gesetz üt>erhaupt und namentlich durch die Oeffentlichkeit»- erklärung unserer Lchulen. sowie durch die definitive Bestellung »iiserer Beamten, Lehrer und Rabbinen? Borerst und vor allen Dinge» müßte daher unserer «»maßgeblichen Ansicht gemäß, auf Erfüllung dieser Bedingungen hingewirkt iverden: denn dadurch eilt würden unsere Gemkinde-Jnstitukione» feste» Bode». Halt und Bestand gewinnen. Diese Forderungen müssen realisirt werden, »nenn wir al« vollberechtigte Confession vor unsere» christlichen Mitbürgern nicht zurückstehen und wen» wir die »vth. ivendige Achtung, die man uns jetzt wieder streitig macht, erringen wolle». Die Pflicht der Lelbsterhaltung erheisch» e». diese Forderungen nicht au» dem Auge zu verlieren und die Erreichung dieser Zivecke iväre ivahrlich de« Schweiße« unserer Edel» ivertli und »othwendiger al» alle« Andere. — Außerdem aber drück» un» die Sorge für den Fonbestand unserer Elementarschulen in den mittlereii und kleineren Gemeinden Altpreußen« die Feder uochuml« i» die Hand. Scho» in unseren, damaligen Schreiben haben wir e» ongedeutet, daß der Staat die Besoldung der Elementarlchrer an öffentliche» Schule» gänzlich au« der Staatskasse zu bestreiten beabsichtige, und heute ist da« „Datationsgesetz", da« »eben, den Gehalt»ansprüchen der Lehrer, auch deren Pnisionsverhältnisse. sowie die Versorgung der Wittwen und Ooiftti ordnet, nicht allein im Entwurst fertig, sondern auch >m Ministerium angenommen. In der UnterrichtS-Eommission de« Abgeordnetenhauses erklärte am 27. März c. der Regierungscommiffar, da« Schuldotation-gesetz sei sertiggestellt und da» Staatsministerium habe bereit« darüber berathen; über den Zeitpunkt der Bor» : lcgung sei aber ei» Beschluß noch nicht gesagt; da« Dotation»- i gefetz regele nicht nur die Schulunterhaltungspflicht, sonder» auch die Alterszulagen- und Pensionsfrage. Die Bestimmungen über die PensionSverhältnisse lehnten sich unmittelbar an die bestellenden Bestimmnngen für die LtaatSbeamte» an. — Die öffentlichen i»r. Lhulen der Provinz Posen, de» Regierungsbezirks Cassel, ivahrscheinlich auch der Provinz Hannover. dürften somit wohlgeborgen sein; ivo aber sollen rintrrtciibfn Falle« die Lchulen der altpreußischen Provinzen bleiben, die de» Charakter der Oeffentlichkcit entbehren'? Sie iverden keinen Pfennig au» der Staatskasse zu beziehen habei, ui» ihre Eremiten. Wittwen und Waisen kümmert man sich nicht, und da« mittelalterliche Clieder. vielleicht mit etwa» modernem Anstriche, wäre alsdann mit allen seinen Cviijrquenzen wieder hergestellt. Die Ealamität wäre umibsehl>er und die »Hosenverkaufendenwürden erit recht flornen. Wie früher bemerken wir, daß wir selbst staatlich, also definitiv bestellt sind, und daß uns der Vorwurf egohtischer Beweggründe fomit nicht zu treffen vermag. Da» flößt uns aber auch den Muth ein, de» betreffenden Gemkiiide» den Standpunkt ktarzulegen und ihnen zuzurufen, daß sie auf der Hut sei» möge». Einer jeden Gemeinde steht da» Recht zu. ihre Schule für eine üffentliche erklären zu lassen und der Zeitpunkt ist insofern günstig, al» man da» Prineip der Eoinmunalschule wieder verlassen hat. Der Deutsch-Isr. Gemeindebund aber sollte schleunigst ein detzsallsige» Schreibe» an alle betreffenden Gemeinden absenden und auf die bevorstehende Gefahr Hinweisen. Mit geringen Mitieln an Geld und Mühe könnte vielleicht Große» geleistet wcrtie» und unsere Absicht wäre alsdann, wa» die Schule betrifft, vollständig erreicht. Brande«, Lehrer. W. Kaudersßauf«». Die biographische Nvtiz in Nr. 10 über unsern verehrten Rabbiner, Herrn Professor Heidknheim, gestatte ich mir im Interesse der vieen Freunde, Verehrer und Schüler desselben, im Nachstehenden zu er- Sän,,en bezw. zu berichtigen. Wie schon in dem gedachten lnikel erwähnt, ist Herr Professor H. demnächst fünfzig Jahre im Dienste unsrrer Gemeinde und zwar vom Jahre 1834—37 al« Lehrer, von 1837—45 auch al» Prediger und von da bi» jetzt al« amtlich bestallter und vereidigter Ralibiner de« hiesigen Gemeindebezirk», früher auch für da« Fürstenthum Schwarzburg-Rudolfstadt, wa» Herr Prof. H. überhäufter Berufsgeschäfte wegen später aber wieder aufgegiben hat. Seine große pädagogische Befähigung verschaffte ihm 1841« eine» Ruf al» Lehrer der fürstlichen Realschule und zwar al« Ordinariu» für Sekunda, in welcher Stellung er auch jetzt »och in erfolgreicher Weise tliätig ist, gleichzeitig lieg: der Unterricht',in Geographiesund Mathematik in der Prima in seinen Händen; wenn ich noch erwähne, daß Herr H. auch zeitweilig al« Stellvertreter de» erkrankten Direktor« gewirkt hat. so ist da« wohl ein vollgültiger Beivei» seiner besonderen Begabung und Beliebtheit. Al« Beivei» der seiten« der fürstliche» Regierung geübten großen Rücksichtnahme und loleranz mag übrigen« hier »och Erivähnung finde», daß Herr H. an den Sabbathen keinen Unterricht zu ertheilen hat. Sei» Gehalt bezieht Herr Prof. H. zu von« Staate und nur zu von der Gemeinde und >var er lwreit» nach «Ojähriger Dienstzeit mit '/, seine« Gehalt« pension»berechtigt. wie denn auch seiner überlebenden Frau ein« namhafte Pension zustehen würde. Diese Berhältnisse unsere» kleinen Ländchen» können gewiß den meisten Ländern Deutschland» al« Borbild diene». Zweifelsohne wird sich da« bevorstehende Jnbilänin de« allverehrte» Herrn Professor» u einer erhebrnden Feier für ihn gestalten, die um so errer.licher ist, al« sich der Herr Jubilar noch Ä. s. D einer seit nenen Fiische und Rüstigkeit erfreut. Möge.die« noch recht viele Jahre so fortdouern!