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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 19. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 19.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 140 — aber ist der — hyperorthodvxe — Herr R., wie ich in meiner Offenen Antwort an ihn. Litteraturbl. Sir. 14 »ad 4. bereit» bemerkt, au» dem naheliegenden Grunde gegen Rohling aufgetreten, weil dieser sich stet» al» einen ebenso grimmen P r o t est a n t en - wie Judenfeind bewiesen. Ist denn Herr R. auch schon gegen irgend einen Judenfeind ausgetreten, der sich nicht zugleich als Prolestantenfeind gezeigt; etwa gegen T reitschke? 2. Bezüglich der wissenschaftlichen Bildung de» Herrn R. bin ich von einem befreundeten christlichen Litteraten au« Württemberg denn doch ander» unterrichtet worden, al» der Herr Eorrelpondent. Ich hatte den betreffenden Passu« bereit» in meine Offene Antwort ausgenommen, strich ihn aber auf dem Eorrccturabzug. weil ich eS nachgerade für lieffer hielt, ein'tweilen lediglich mit kleinerem Geschütz vorzurücken. Im Uebrigcn wird auch von autoritativer Seite in Abrede gestellt, daß die qu. syrisch» Grammatik (Brevia lingtute syriacae grammatica) einen »rnnenSwerthen wissenschaftlichen Fortschritt bedeute. 3. Der Herr Eorrrsponden« »will die von R. gebrauchten Ausdrücke keineswegs entschuldigen." Ist dann aber nicht seine ganze Corrrspondenz in Bezug auf R. gegenstandslos? Rein. Den» eiinnal will der Herr vielleicht andeutcn, dag ich schroff gegen R. aufgetreten. Allerdings muff ich gfftehcn, baff, so sehr ich auch Sanftmuth und Milde zu ivürdigen weift, ich mir doch niemals dir Allerwcltsbeschcide'chcit der jüdischen und christliche» .Mondschein-Seelen", die bei jedem mannesmuthigcn, offene» Wort erzittern, anzucigucn vermochte. — Ferner will der Herr Eorrcspondent .von einem weitern schroffen Auftreten gegen R. abrathen, damit dieser nicht in da» Lager der Antisemiten gebracht werde." Ein Mann, der in so unqualisizirbarer Weise wie St. handelt — befindet sich der nicht schon »nt Sack und Pack im antisemitischen Lager? Wenn der Herr E. bei dem Widerrathen eines weitern schroffen — da« hciffr bei ihm: jede« weiter» — Auftreiensden Frieden'betont, so darf er sich versichert halten, daff auch ich den Frieden hochschätze. Aber — aunt oerti denique Aqm. Ich kann e» zwar nicht über n>ich gewinnen, litterarische Blätter, die sich durch Ausnahme anrisemitischer Expectorationen selbst herabwürdigen. zu lese»; ich habe indeff meine Freunde ersuch« und wiederhole hier dieselbe Bitte, mir dieienigen Nummern solcher Blätter, in denen Herr R. seinem antisrmittschr» Gelüste etwa »vriter frühnen sollte, gefälligst zu übermitteln; ich würde ihm alsdann noch etwa» gründlicher dienen al« in Nr. 14 d. Litt.-Bl. Der geehrte College Dr. Dessauer behauptet in dem Schlußworte seiner trefflichen .Drei Mahinvorte" — deren mehrere Exemplare ich mit gutem Erfolg vertheilt — der Antisemitismus könne nicht weggejprochen und weggrschrieben werden; er fordert zur Thal auf. Z» ivelcher? Zu einer feierlichen Erklärung, zu üonfrrrnze», Bcrathungen u. drrgl. Alle» sehr schön und einp fehlenswerth. Aber wa» wird denn da andere« in die Erscheinung treten al» ..da» Wort"? Da« rechte Wort ist freilich auch eine Thal, ober diese That muß — neben entsprechendem Denken. Empfinden und Leben — entschieden und Nachdruck«»»!! von jedem einzelnen Juden, so gut er f» vermag, i» enger« und wettern Kreisen ebenso wie von der Gesammtheit der Glauben-grnossrn, resp. ihrer geistigen Führer auSgeübt werden. fDttl pin und UC0K1 1P1N — sagt Alle«. Ich weiß au« eigener Erfahrung, wa« da« gesprochene und geschriebene Wo« eine« Einzelnen in engern und weit«» Kreisen verniag. Durch eine Serie von Aufsätzen in der Lokalpresse.habe.ich s- Z. dem bekannten Wilmann», der hier und iu d« Umgegtnd al» Abgeordneter-Eandidat schon halb stege»trunken die.Goldene Internationale" verbreit« hatte, eine so schmähliche Niederlage beigebracht, daß er hier nie mehr zu candidiren wagte. Die offenen Briefe an Löber und Restle haben erweislich auf viele jüdische und christliche Kreise sehr erfreultch« Wirkungen geäußert. Diese Erfahrung«- thatsachen ließen sich noch sehr »rrmchreu, doch sind sie allq wohl schon beweiskräftig genug. Freilich könnte Herr R. nun a, eine« positiven Antisemiten rin superlativer werte, Wa» will da» aber argen jene Wirkungen bedeut««? U, abgesehen hiervon, dürfen wir e» denn kaltblütig mit ansehn daß man die Ehre unserer bedeutenden Männer in de Staub zu treten versucht? Verdienten wir dann nicht » Fug und Recht höchstgradige Verachtung? Gott Lob. so i, ist Israel trotz aller Verfolgung noch nicht gesunken, daff , solchen Frevel nicht beim rechten Rainen zu n««»e» wogt Gestehen müssen wir leider, daff e« unter diesem Israel au, einige Individuen girbt. die. wie mir einer meiner christliche Freunde gallig bitter klagte, .auch den abscheulichsten And semiten gegenüber ewig eine anwidernde Bescheidenheit u, Tanzmeister-Grazie zur Schau tragen, wie in der politische Sphäre die Ritter vom hohen Händedruck. u> die nicht «verth sind, daff man rin paar Tropfen Tinte für s auftvendet." Ader wendet man denn die paar Tropfen T nur für jene wenigen Eharakterlosrn auf? Ich wiederhole: f&W PIN und tpIN „nd schliß mit einem Wort dr» verewigten Diestrrweg: .Wem da» Bewußtsein des Sieges der Falschheit u Glrißnerei da« Blut nicht rascher durch die Ader» treibt u seinen Entschluß, im Dienste der Wahrheitsliebe und Herze« lauterkeit treu zu verharre», nicht kräftigt, der lebt da« wa> Leben nicht." Brandenburg a. d. H. Dr. Kroner. Stetti», 1. Mai. (Or.-Eorr.> Der .Brüver der nun schon 21 Jahre hier segensreich besteht, vericn soeben seinen Kaffe»bericht für tniS oerfloffene Jahr. Einnahmen betrugen Mark 6081 und zwar a) Beiiri Mark 5367, b) Aufnahme-Gebühren Mark 133,50, o) Zi« M. 580,50; dazu komm« »och ein Staffen - Bestand M. 760,37 vom letzten Rechnungsjahr, so daff also der stand über M. 684 l.37 zu verfüge» hatte. Diesen Ei»nal>»> stehe» an Ausgabe» gegenüber: Für Krankenpflege und Um, stützungcn M 1609,80; für wissenschaftliche Vorträge 1039,55 für Vergnügungen und Ressource M. 1807,40, «i div. Unkosten M. 545,95 und endlich für gekaufte Fon! und Einzahlung an Vcreinha»«.Aktien M. 1532,40, jo noch ein Bestand von M. 306,58 verbleibt. Da» Gr» vermögen de» Verein« besteht jetzt au» M. 14,000 siche, zinstragenden Papieien und au« M. 1200 VereinSha« Aktien. Ob letztgenannte Aktien jemals Zinsen geben iver ist wohl mehr al« fraglich; e« war Unrecht, sich überh.i an dies«» Unternehmen zu betheilige». Der xterei». ursprünglich nur zur Unterstütznng und Krankenpflrge s, gründet war. hat nachträglich auch noch die «Itrrgnügnn^ mit in seine» Wirknngskrri» gezogen. E» mag ja r,ch> sein, daß der Verein dadurch mehr Mitglieder gewonnen doch halte» wir trotzdem den für Vergnügungen ausgrgel, Betrag für e,nen recht hohen. chtrtwttz, 1. Mai. <Or.-Eorr.» Für die ausgeschriel Rabbinerstellr an der hiesige» Gemeinde haben sich Bewerber, zum Theil mit vorzüglichen Atteste» und solche, eine längere Amt»thätigkeit hinter sich haben, gemeldet. A, dem Äemeindestatut liegt da» Recht der Wahl in den Hä«s der Repräsentanten. während dem Vorstande nur GenrhmigungSrechl zustehl. Die Repräsentanten Versammle hat jedoch beschlösse,,, daß die Meldungen durch ein« Lomm,jsl, von fünf ihrer Mitglieder geprüft und daß auch der Vorst, zur Betheiligung an den Arbeiten dieser Eommission aufgefo ' werde, um da» vorliegende Material gemeinsam und «ugr> prüfen zu könne». Diese Eommilsion, in welcher Vo, stand durch 4 Mitglieder vertreten war, hatte schwierige Ausgaben, von deui Guten da« Beste herauSzu;, und hat in 3 Sitzungen nach ernster Prüfung zunächlt zc Eandidate» «»»gewählt, um sie der Repräsrutantenverfaminl al« die geeignetsten Eandidate» vorzuschlaarn. Von N zehn wurden dann wiederum die füuf bestempfohl,

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