Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 18.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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— 181 — G sich darüber hinweg.') Tbeilweise erklären st« sich an die Meligion«pflichten der jüdischen Ueberlieferung nicht gebunden und setzen ihre eigenen Meinungen an die Stelle der Göttlichen Bestimmungen?) Die« ist die Richtung von Geiger und Eonsorten. insbesondrre der von den in der Geigrr'schrn Hochschule zu Berlin A »«gebildeten. Aber auch vir Anhänger und Zöglinge de« „Breslauer Rabbiner-Seminar«* wissen sich damit abzufinden. Wir unterlassen nicht, Hohe KöniglicheRegierung, ganz besonder« auf die Gefahr hinzuweisen, welche durch die Wahl eine« sogenannte» „Bre« lauer Rabbiner* un« drohen könnte?) Diese Schule nennt sich „conservativ*. versteht aber darunter dir Lonservirung alle« dessen, was ihnen gerade nach den vorhandenen Verhältnissen und Meinungen, den jeweiligen Ansichten der Umgebung zweckdienlich und angenehm erscheint. Liner bestimmten prinzipiellen Frage weichen sie au«, rin unverbrüchlich Heilige- Prinzip kennen sie nicht. Selbst die Eonsrrvativere» dieser «konservativen. die irgend eine willkürliche Aenderung überlieferter Institutionen nicht gerne sehen und sie bekämpfe». grl>en bei pekuniärer Gefährdung ihren Standpunkt auf. (Pfui über diese schmutzige, die Brrleumder richtende Verleumdung!) — Der Unterschied zwischen der radikalen Geiger'schen Hochschule und den» sogenannten konservativen Judenthum de« ZreSlauer Seminar» ist in der Praxi« nicht groß. Die Brrelaurr Prinzipienlosigkeit ist unter den J-raeliten sprüchwörtlich geworden?) Die Führung solcher Rabbinen hat da« religchie iüeben gar mancher (?) Gemeinde zerrüttet und an vielen^?) Stellen zur Trennung geführt?) Solche und nur solche Rabbinen werden sich um die Landrabdinrnstelle bewerben. Wahrhaft gesrtzeStrrue Kandidaten sind von vorn herein ausgeschlossen,') da r« dem gesetzesireuen Israeliten untersagt ist. einem von der Orgel begleitete» Gottesdienste beizuwohnr». Da die« gewiß nicht in den Intentionen hoher königlicher Regierung liegt, so richte» wir an Hochdieselbr die ebenso gehorsame, als dringliche Bitte, hohe königliche Regierung wolle geneigtest verfügen: „daß die Mitivirkung der Orgel beim Gottesdienste in „der Synagoge zu Lasset vorläufig unterbleibe,* eventuell: »daß über die Frage, ob die Orgel in der Synagoge »vom Standpunkte de« gesetze-treuen JudenthumS zu- »lässig sei oder nicht, eine Entscheidung de« Land- .rabbinats') herbeigcsührt werde* ') Doch jedensall» auch einige Hervorragend«! (2.) ') Göttliche Bestimmung und Orgel? Ko in den gdnltchen Benmmungen ist von Orgel die Rede? (2.) ') Als» nur von den tzttde«he,mrrianern hängt da» Kohl der b)c» ab. Aber finden diese auch Gnade in den Augen eine« .Hirsch"? vaste Dir, I. veser, von einem Franksurier erzählen, wie Hirsch Uri den Hlld««hrimerianrr Horowitz uttheilt. (2.) «Und last Dir, lieber Leser, von zahlreichen Berlinern erzählen, »ie streng-orthodoze Mitglieder undRichtmitglieder der .Ad», Ji»ro«l“, a selbst seine eigenen Schüler über .Hllde»heimer" urihellen, wie dies« »«»»egen vonPaulu» llassel au» demHaust gejagt wurden «nd wa» sie sonst irriben. Die» und Aehnliche« wriier zueremplificlrrn ind — zu beweisen, müssen wir un» tür ein andere« Mal vorde- "»ien. - vm 'rw naSjtn rvw Sa. (»«&.) ') Werden die Schiller de» »ndodozen Hildedheimerschen Rabdinereminar», ja wird Hilde«heimer selbst nicht von den ungarischen Onhodozen «l« .Haider" .Prinzipienloser" ln den Bann aclhan? (Red.) ') Aus solche« Gewäsch und aus soliht Verleumdungen zu antvonen überlast« lch der vrrehrl. Redaktlon. (2.) (;{u solcher Trennung Haien ln säst allen Fällen nur die unauterstrn Motive, die wüstesten Wühlereien gerade der .Gesetze«»»»«»" I"führt. I« Uebrigen wlrd da» »Gewäsch" theil» in den srilhern, »eil« ln den solgendrn Bemerkungen sattsam commentirt. Zudem wollen "r durch einen resumirrnden Uommentar dem 2ingewrihtrn die erfrischende omit dieser ..gesetze««r«uen" 2lasstetläi nicht beetnirächligen. Red.) ') Da» ist wieder ge—flunkert, der .I«raelit", da» Organ der ionaiiter denunzirt selbst zwei der Uandidaten al« Schüler Hilde»- nmcr» — dadurch ist da» ganz« .Bittgesuch" gegrnftand»lo«l «Red.) ') Welche« Laudrabbinat»? De« von vr. Adler verwalteten? Rein, mn .,u besten Lehren können die Gesetzc»tr«urn kein Vertrauen emfinden". Aber dt« Lehren de» bereit« einlgermasten gekennzeichneten, „und daß, nachdem eine solche Bestimmung getroffen „sein wird, die Landrabdinenstellc mit dem Hinweis „auf diese Bestimmung nochmal« ausgeschrieben werde;* damit e« den gesetzeStreuen Rabbinen ermöglicht werde, sich um diese Stelle mitzube werben. In die Hände hoher Behörde legen ivir vertrauensvoll di, fr« unser heiligstes HcrzenSanliege»; von Hochderfrlben erljoffen wir zuversichtlich diejenige Hilfe, die ausreichen wird, allen einseitigen Bestrebungen') gegenüber unserer gereihten Sache zum «iegr zu verhelfen, damit wir denjenigen S-elsvrger finden, wie wir ihn für unser und unserer «inder H«il von Gott, dem Allgütigen, erflehe». In solcher Hoffnung und Zuversicht verharren hoher Königlicher Regierung gehorsamste." , Unterschriften.) Vierter ordentlicher Gemeit.detag de» Deutsch-Israel. Gemeindedunde» am I«. «peil guu« in Berlin Hotel de La««. «Fortsetzung.) Nachdem der Herr Geh. SanitätSrath vr. Kristellcr noch hervorgehoben, wie die Fürsorge für einen gedeihlichen jüt>. Religionsunterricht und die Beschaffung tüchtiger ReligionSlrhrer eine der Hauptaufgaben des D.-J. G.-B. sei, da; deshalb an fleißige und tüchtige Seminaristen an den vei schiedenen jüd. Lehrerseminaricn Stipendien (u. A. au« der Herxlseimer Stiftung) gezahlt würden (5000 M. jährlich an 20 Sen»'»aristen); daß aus demselben Grunde Subventionen den verschirdenrn jüd. Lrhrerorrcincn in Deutschland zur Abha.tung ihrer VereinStagr, die er zum Theil selbst besucht Haie, geivährt würden (ca. »00 M.), rrfcrirt hierauf Herr Di. A. Bodrck über die vom D.-J. G.-B. i»S Leben ge» rujene „Friedrich-Wilhelm-Biet oria-Stiftung*, einer Eentral-Berficherung«- und Pension«- und Alterversorgungs-Kasse für die „Invaliden der angestrengtesten Arbeit*, für die Lehrer und CultuSbeamte. Ucber die Lehre u») Ehre des JudenthumS zu wachen, sei Pflicht jeder Genie aide, aber nur die großen Gemeinden seien in der Lage, ihr: Beamten dauernd und mit Pensionsberechtigung anzustelle»; diese Ehrenschuld der Gemeinden habe der Gemeindcbu»d auf seine Schultern genommc», indem er die Pensionirung der Gemeindebeamten und die Fürsorge für deren Hiiiterblicbenc auf sein Programm stellte?) Nur durch Zusanlnlknfassen der vereinzelten Kräfte in Verbindung mir dem Prinzip« der „Selbsthilfe* könne diese eigentlichste „Leben«» srazr* der jüd. Beaniten gelöst werde». Zu diesem Zwecke hake der Ausschuß de« D.-J. G.-B. einen Vertrag mit der den Zeloten spielenden Rabbiner» — den man nicht einmal al» .Predigersudstitut" eine» Venvandlen trotz krampshastester Bemühungen de» Letzteren und ähnlicher Geister anstellen wollte >c. Die Lehren diese» Rabbiner», de« «ersasjer» de« .«»tgesuch»'. sind vrnrauen»- wür>lgcr!! Und glauben denn die vorgeblichen Heloten wirklich, daß die It. Itiegiernng eine Institution, die Jahrzehnte hindurch in llassel bestan ien und dir von den Intelltgeniern dort gewünscht wird, ohne Wei er-» adrogiren, und den deivährten Landrabbiner vr. Adler übergehrn wert«'» Zu elnem solchen Verfahren hat sich noch kein« A. Regierung denn gen lassen. Die» Ansinnen an eine höhere v«rwaliung»behörd« zu stell, n, in Verbindung mit der obigen Herabwürdigung de» vr. Adler, bekundet übrigen, rin« Tacilosigkett. um nicht zu sagen Dummdretstlgkett. dir «den Mcnsltzen edler «estimng empören must: Die ködere Aussicht«, dehörd« hätte also ein Mensihenaltrr hindurch einen unwürdigen Land- Rabbiner, gesetzwidrige Institutionen und drrgl. m. gedulde» und ihn mit Zeichen «»niglicher Huld geziert? Ihr .«esr»e«ireuen" I Gehört denn Anstand und gute Sitte (v«r«od-kr«»), namentlich der Vorgesetzten Behörde gegenüber, nicht auch zu den .Gotie»pflichtcn und Urberliefe,ungen"? _ (Ärt.) >) Wa» ist denn nur einseitiger, da« Bestreben de« Borsteheramte» In llassel, welche« «in sür alle mal einen religiösen Mann zum Lanl,rabbiner habe» »ill, oder diese» «ingesuch rtniger mistleiicier Zelo en? (Red.) •) Di, gelegentlich der silbernen tzochzeiwseier unsere« erlauchten tronpriiulichen 2hcpaare» veranstaliete Sammlung bildet den Grundstock zu diese« Penfivn»- und Bersicherung»sond«, derselbe beläuft sich 8ege, «artig aus über 27.000 M.. und ist einer besondcrn Venvaltung«- lomntsston unterstellt.