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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 15-16. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 15-16.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 119 — it-hau». Dort fand er 3 ihm bekannte Herren, die ihn cn hieben -undohne Ansprache sich entfernten. Darauf , ein ihm Unbekannter hinein, schrie ihn an: was willst , hier, hier patzt Du nicht her; dabei ergriff er ihn beim ckcn. schleuderte ihn hin und her und warf ihn in'» Geignitz. wo er ihn einschlotz. Nach 2 Stunden etwa traten maSkirte Männer hinein, führte» ihn in das Zimmer, wo zuerst gewesen tvar, rissen die «leider von ihm. steckten en Knebel in seine» Mund und schlugen so lange zu. bis , Blut auf den Boden flotz. Er reichte ihnen sein Geld, sie warfen r» fort, und hieben darauf loS, bis er halb icelt war. Dann verlieben sie ihn. Als er zu sich kam d schrie, kamen Polizisten herbei, die achselzuckcnd meinte», r haben nichts gethan. Der Präfekt erklärt die Geschichte - unglaublich — hat er ja selbst sie veranstalten Helsen, rr Jude liegt schwer krank darnieder; die etwa 25 Zeugen igr« nicht heimzukehrcn, den» Polizisten halten alltäglich chsrage, ob sie noch nicht da wären — Tichumare wird zu «reffen wisse». (Hazcphira.) vermischte und neueste Nachrichten. Derki» Herr Banquicr LoniS Gradcnwitz ist in , Aufschub des t^emeindebundcs cooptirt worden. Derbe ist Handelsrichter und einer der geachtetslen Kauflcutr rlins. — Die Zahl der Bundesgrmeinde» und der autzrr» dtnllicycn Mitglieder ist beständig im Wachsen; eine annilichc Zahl von Britriltserklärungen aus Gemeinden der lprovinzen steht i» allernächster Zeit zu envartcn. Z«» MSr1te«ßerg. In der mannhrrften .Offene» Ant- >rl" de» Herr» Rabbiner Or. Krv»er(»n jüngsten Litteraturlitt) an Herrn Professor l)r. Nestle ist gesagt, derselbe sei iilKi Helfer — protestantischer Vikar — in Mnntcrkingr» n'esen, da» ist insofern unrichtig, alS derselbe in Müns igen »iloiiii» oder Helfer (soviel als ziveiter Sladtpfarrrr) lind lvi Bezirkrschnlinspektor war. Mit dem berüchtigten Rab- •■ut (?) Stern in Battenhausen stand er in Verkehr, da» i>d wohl auch sei» u»genannter Jsraelite sein, er mit ihm >erri»s«in»nt.*) Uebrigens soll Ster» an» dem jüdischen eltgivnsverband ausgetreten sei» und Herr Professor Or. e»le hätte an ihm keine jüdische Autoritär »achznwciscn. uleressant wäre es schon zu erfahre», welcher Jsraelite mit m Antisemilen Nestle fraternisitt ha«. V. Kondershausen, 3. April. Im Juni er. werden cS ) Jahre, datz .Herr Professor Hei de »heim als Lehrer > der hiesigen Ne>tlfchule lhätig ist. Seine frühere» und bigcii Schüler treffen schon jetzt die Porbrreitlinge», um esc» Tag festlich z» begehen und hat sich zu diesem Zwecke » Cvmitä gebildet. Hielten seinem Amt als Lehrer bekleidet > Jubilar auch noch das Amt eines Predigers in unserer ynagogr. wodurch er sich der Liebe und Hochachtung von ich und Niedrig erfreut. Sein Landrsfürsl ehrte ihn nch einen Orden und er wird auch sehr oft zu Hofe ge- >den, mit selneii College» lebt er in innigster Freundschaft >d Harmonie. Am Sonn abend und a» allen jüdische» esllagen ist er vom Unterricht dispensirt, eS mag dieses ohl als Unicum bei uns in Deutschland gelten. U»S ist ciiigstcna noch kein Fall bekannt, wo einem Lehrer > einer öffentlichen Schule eine gleiche Ausnahme bc- >lligt würde. -Tndwigskurg Der hicf. israel. Gemeinde sind 2500 <ark Staatsbeitrag zu ihrem Synagogcnbau verwilligt worden. *) Diese Bennuthu»» kann nicht richtig sein, denn Aeftle spricht 1 seinem Lrtese an nn«, von einem .israelitischen UntversitSt». rosessor der semitische» Sprachen" der sein (Nestle'«) über Nitrid gesSütc« Unheil vallsländio billigt. Eine von anderer Seil« uns »gegangene Bermuthung, (betreffend einen bekannten orth. jüd. Proscffor , Aerli«) dürste mit den übrigen Angaben R.« eher ln Einklang zu ingen sein; doch würden wir lhn au« andern Gründen einer solchen «ndlung nicht sür silhig halten. Au» Sknrc, berichtet die .Danz. Zig.*: Am 5. April wurde hier die Behausung de» am 22. vergangenen Monatverhafteten Kaufmann» Botz einer eingehenden Besichtigung und Vermessung unterworfen, zu welcher von autzerhalb der erste StaatSanivalt aus Danzig, nebst zwei anderen GcrichtSbeamten, wie auch der Krimmalkommiffär Hoest au» Berlin hierhergekonuiirn ivarrn. Der letztgenannte Beamte dürfte längere Zeit hier verbleiben, um Necherchen wegen des Chbula'sche» Morde» anzustellen. Möge cs Herr» Hocfl gelingen, den Vetbrecher ausfindig zu machen, damit sich endlich das Dunkel lichte, welches noch immer über dieser schrecklichen Affairc lagert Wie». Der Bürgermkistcr hat an .Herrn Joöl Deutsch kais. Nath und Direktor des israelitische» Taubstummcn- Jnstituts folgende Zuschrift gerichtet: .Euer Wohlgcborenk .Der Gemeindrrath hat in seiner Plenarsitzung am 2l d. Mt», den einstimmigen Beschlutz grfatzt. Euer Wohlgeboren in Anerkennung Ihrer hervorragenden Verdienste auf dem Gebiete des Taubstummcn-Unterrichtes und aus Anlatz der Vollendung Ihre» -10. Direktor des allgemeinen österreichisch-ungarischen Tanbstnmmcn-Institutes das Bürgerrecht der Stadt Wien taxfrei zu verleihen u. s. w. Benierkensiverth ist, datz viele von Deutsch hcrangrbildctc Taubstummcnlchrrr jetzt als Direktoren grötzercr Anstalten wirken. So L. Griinbcrgrr als Leiter der Taubstummen- Anstalt in Pest, A. Schänthcil in London, S. Grüntheil in New-Bvrk u. s. w. Der gegenwärtige Direktor der »iederösterreichischen Landes-Taubstummenschulc Albert Lchrscld wirkte 13 Jahre an Deuffch' Anstalt. Arody Herr Baron Hirsch hat die 3000 Gulden, welche von seiner Spende für die russischen Juden »och übrig geblieben waren, unsercr Stadt derart zu Gute kommcn lassen, tau jc hoo Gulden dem jüd. wie dem christl. Hospitale, je 300 dem jüd. ivie dein christlichen Waiscnhause, der Talmud Thora 400. der Volksküche und der AlterversorgungSansialr jc 200 Gulden gegeben worden. Auch das für die Russen angekauste Haus ist von dem edlen Herrn der isr. Gemeinde geschenkt worden. Angar«. I» der Stadt Senke hat die christliche Gemeinde, nachdem der Rabbiner es als gestattet erklärt hat. bei der Beerdigung de» Herr» Maro» W e i z die Glocken läute» lasse». Angar«. Vier orthodoxe Rabbiner, die Herren Schreiber au» Pretzburg, «atz aus Deutsch-Kreutz, Kutno au» Cisensladt und Koppel Reich au» Werbau halten am Ta'anis Csiher Audienz beim Kaiser Franz Joseph und bcschivcrten sich ul>er die Erlasse des EultuSininister» Treiort. — Da hatte der Kaiser ein Purimspiel — und die Rabbi'S könne» weiter den Ta'anis fcsthaltcn. Zkest, 4. April. Im Tisza-Eszlarcr Procetz hat nun auch der oberste Gerichtshof sämmtlichc Angeklagten frcigc» sprochcn. — Nach dieser vierfache» Freisprechung gicbt e» keine Appellation mehr. lDatz einige dieser Freigesprochcncn existenzlo» uinhcrirrcn, haben wir aus Briefe» derselben an »nS. worin sie um Unterstützung bitte», ersehen. Red.) Moskau. Hier werden den jnd. Dienstboten von der Palata Schwierigkeiten in den Weg gelegt bei der Ausfertigung der »öthige» Papiere. Auch ein Mittel, die Zahl der jüd. Einwohner zu vermindern! Konffnntinopel. Der Leibarzt des Sultan, Elia Cohen Bey. hat den Paschatitel mit dem Range eine» DivisionSgcnerals erhalten' Elia Pascha ist wohl der erste Jude, der diesen hohen Rang erhalten hat (wenn mir von Don Josef Nass, absehen). Im vorigen Jahre war er Vorsteher der hiesigen Gemeinde. Aernsnte«. Die aus den Bezirken Suwalk und Lomfa stammende Gemeinde hat beschlossen, fortan Unterslützungm au» der Chaluka nur an solche Personen zu geben, welche mindestens 3 Jahre hier anfätzig sind und warnen, Unbemittelte deshalb vor dem Zuwandern. Es will eben nicht mehr zulangen.

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