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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 15-16. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 15-16.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 11# Berichte und C-rresp-r»dei»se». Deuts«bla«d. Mr»»de»A»r§ «. tz. K., 2. April. (Or.-Lorr.) ES naht da« Peßach, da« der Freiheit, e« naht im lichten Lenz, e« will un« Freiheit, Licht und Liebe bringen, ein Herold jene« Frühling« der Geister, da diese allesammt sich scharen um da« geweihte Banner der höchsten Ideale. . . Die Förderung zweier Bcrnne. welche diese« Banner Hochhalten, möchte ich allen Edeln in Israel, die für dieselben bi« jetzt noch wenig zu wirken vermocht, an'« Herz legen, ich möchte sie dringend bitten, nicht zu ermatten und zu ermüden, wenn sich ihrem Wirken auch noch so oft Schwierigkeiten rntgegenitellen £» hatten auch Andere solche in Uebersülle zu bekämpfen und haben sie durch Muth und Beharrlichkeit überwunden. l£« ist aber auch wahrlich de« Schweiße« der Edeln werth, die Alliance Jsraälite Universelle und den Unabhängigen Orden B'nai B'rith — der bekanntlich u A. auch in Berlin zwei Logen eröffnet hat — immer mehr zu fördern. Wesen, Zweck und Ziel beider Institutionen sind aller Welt bekannt gegeben, sie sind so rein und klar, daß alle Verdächtigungen ce«Vorurthril« sie bei keinem Denkenden verunglimpfen und verdunkeln können. Beide Vereine sind so gewichtige Eulturmächte, so bedeutsame Manifestationen de« in der Judenheit der ganze» Welt lebenden Geiste« der Brüderlichkeit und Einheit, wie sie in der ganzen großen Geschichte Israel» niemals ihre« Gleichen gehabt. Beide Vereine erstreben in umfaffenderer und wirksamerer Weise, al« ti jemals geschehen, wa« jedem wahren Menschen hochheilig, wa« da» Herz seine» Herzen«, die Seele seiner Seele, wa« Kern und Stern aller echten Religiosität ist — die lautere Gesittung, den welwerklärenden Heroismus opferbereiter Liebe, die hehre Humanität. Darum ist die Mühewaltung für beide so beglückend ... O. ich möchte in Bezug auf beide allen Fernstehenden, wie Nathan von Recha zum Tempelherrn gesagt, au« HerzenStiesr zurufen: .kennt sie nur erst!" — Dr. Kr. (Wir könnet» dieser warmherzigen Anregung unsere« gesch. College» nur voll und ganz zustimmen, und wünschen d-.n humanen Ideen de« Orden« B'nai-B'rith die größte Verbreitung in Deutschland, daß wir un« Alle al« -TP13 '33', al« „Bunde-genoflen". fühlen und bethätigen. Unser Blatt wird für die Prinzipien diese« Orden«, die sich mit den höchsten Idealen der Menschheit decken, stet« rückhaltlos eintretm und die« um so mehr, al« e« die Durchdringung de« Judenthum« vom Geiste ächtester Humanität sich stet« zur Ausgabe arftcOt hat und von den orthodoxen Blättern, denen jeder .Minhag" höher steht, deshalb gar ost angefeindet wurde. Red.) Au« Merk» erhalten wir nachfolgenden „Aufruf" zur Veröffentlichung in unserem Blatte. Wir kommen dem Wunsche der Einsender nach, werden aber unsere Ansicht über die ganze in Rede stehend« Angelegenheit in nächster Nr. darlegen. „Da« Unterzeichnete Central - Comit« de« Verein« „E«ra, Sammelbüchse für Palästina, welcher am 26. Januar d. I. in Berlin in da« Leben getreten ist. beabsichtigt die Sammlung von Geldern zu unternehmen, die der Kolonisation und besonder» der Bekämvfung der englischen Missionsbestrebungen in Palästina zu gute kommen sollen. Da« Central-Comit« wendet sich an alle für da» Elend der unterdrückten Juden warm fühlenden jüdischen Männer und Frauen mit der Bitte, überall Sammelbüchsen zu be< Künden, welche in Verbindung miit dem Central-Comit« « erstrebte Ziel zu erreichen suchen. E« kann die» mit den geringsten Opfern für den Einzelnen geschehe». E« können überall Sammelbüchsen errichtet werden, welche pfennigweise zusammentragen; e« bracht ja nur bei den regelmäßigen Vergnügungen, bei Scatclub«, Gesellschaften, Ressourcen, Bällen ic. an da« Sammeln gedacht werden. E« erscheint un«. trotz de« tiefen Ernste« der Sache am geeignetsten, da« Sammeln selbst zu einer Art von Ver. g n ü g e n zu gestalten, wa« de« Näheren in unserer Büchsenordnung dargelrgt ist. welche wir Jck»erma»u bereitwillig,', zur Verfügung stellen. Wer ein M inj an Mitglieder zu> sammenbringt constituirt eine Sammelbüchse und erwirbt mit dem silbernen Mögen David den Ehrentitel „Büchsenga bbe". Wer zehn Minjitnim constituirt wirb mit dem Erwerb de« goldenen Mögen David „Ober- Büchsengabbe". E« muß jeden Israeliten mit tiefem Schmerz erfüllen, die mit unendlichen Mitteln arbeitende englische Mission«. Gesellschaft unter den dem materielle» Elend erliegenden jüdischen Bewohneni de« Heiligen Lande« täglich neue Opfer gewinnen zu iehen. und Niemand, deffrn Herz an der Grschichte seine« Volke« hängt, ivird sich unserer Bitte entziehen und zu unser» Bestrebungen sein Scherflein brizutragen sich weigern, sei e« auch noch so gering. Statuten und alles W>ssen«werthe werden von de» Unterzei hnetcn gern mitgctheilt, und wir hoffen, daß eine recht;ahlreiche Bctheiligung an unserem Sammel-Untrr nehm n un« ersprießliche Ziele erreichen lassen w rd. Berlin, im März 3884. Max Karfunkel, Präsident, C., Neue FriedrichSstr. 33.— Max Hirschfeld, Schatzmeister. N., Oranienburgerstr. 75. — Hermann Ro rwi tz ky. cand. mcd., Sccretair, R., Lottumstt. 10* £*mu$9tt, 7. April. (Or.-Corr.) Nachdem einige Tage vorher die dreitägige schriftliche Prüfung erledigt war. begann am 3. April da« mündliche Examen der Abiturienten de« hiesigen jüdischen Lehrerseminar». Unter dem Vorsitze de« Landrabbiners Herrn Or. Grone mann fand Donnerstag da» rabbinische und unter dem Vorsitze de« Geh. Re gierungSrath Schulrath Spieker. Freitag und Montag dir übrige mündliche Prüfung statt. Das Ergebniß de« Examen« war ein recht günstige«. Sämmtliche zehn Examinanden bestanden, einer (Hr. Spanier) wurde auf Grund seinn guten schriftlichen Prüfungsarbeiten von der mündlichen Prüfung dispensirt. Am «chluffe de« mündlichen Examen« sprach Herr Or. Gronemann seine volle Befriedigung über den Ausfall de« Examen« in den Religionsfächern au«. Herr Schulrath Spieker spendete Worte de« herzlichste» Lobe« und äußerte unter anderem, daß ihm ein ähnliche« glänzende« Examen an der Anstalt, bei der er zwar stet«!,ute Resultate habe verzeichnen können, nicht vorgekomme» ei. welch« Thatsache ihn veranlaßte, sowohl den Fleiß und da« Betragen (besonder« die musterhafte Haltung vor der Uebung»schule während der abgchaltenen Lehrproben hat den, Herrn Schulrath gefallen) der Schüler al« auch die Lehrthätigkeit der Seminarlehrer zu rühmen. So viel un« dekannt ist, sind die jungen Lehrer fast alle bereit« rngagirt, die Übrigen wenigen haben Aussicht auf Engagement. Einer findet im Elsaß, in Cernay, einer in Schleswig-Holstein (Altona) Stellung; drei kommen nach Westphalen: Altena. Hattingen, Höster. Mögen die jungen Jugrndbildnrr in dem ihnen zugewirsenen Wirkungskreise nach Kräften jechte, mit Toleranz gepaarte Frömmigkeit, im Sinne ihre« Direktor« (Or. Prager), verbreiten, da« ist r«, wa« wir den junge» Leuten an dieser Stelle zurufen, von ihnen wünschen. Wie verlautet, hat sich zur Aufnahme wieder eine große Zahl von Schülern gemeldet, von denen jedoch, wie immer, nur ein kleiner Procentsatz Aufnahme finden wird. ßa» Kchkeft«», Anfangs April. (Or.-Corr.) Sie haben, verehrter Herr Redakteur, wiederholt die gewiß billigenSwerthe Ansicht ausgesprochen, wie ivcnig zweckentsprechend der gewöhnliche Modu« der Rabbinerwahl sei, der erst diverse Probepredigten und diverse andere Schaustellungen voranaehen. welche den Gemeinden zumeist keine Gewähr für die Befähigung der Candidatrn bieten, ja sie oft irre führen. Bon den unwürdigen Agitationen, den maßlosen Jntrifiucn, dem charakterlosen Rcpoti»mu«, dem wüsten Wühle» ür einen Schwiegersohn i» «p», wie sie vor. bei und nach

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