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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 13. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 13.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 102 Nutzer dem Urlaub auf Peffach an die jüd. Soldaten. lüb. hat der Krieg«»inister auch gestattet, datz die süd. Reservisten erst nach Peffach eingezogen »verden. Mallaub. Warscha» Hier erregen die Werte de» Bildhauer« Herrn Sorgen st ein berechtigte» Aufsehen. Der junge Künstler entstammt armer Eltern, die in einer steinen Stad» wohnen, ist also au» eigener Kraft vorwärt« gekommen und hat unter Matejto in Krakau seine Studien avsolvir«. wie man heutzutage in der Presse gegen die Juden versähkt. davon erhalten Sie hier ein eklatante« Pröbchen: In Proskurow wird ein reicher Mann bestohlen und bei dem Entwendete» ist auch ein von einem Juden au«gestellter Wechsel über I7 0S0 Rubel. Sofort verkündet ..Wiek", datz der reiche Jude, diesen Diebstahl habe au«führen lassen. Kaum hat der Bestohlene in irgend einem Blatte — den» da« aegrn Juden zu sagen, war für die Meisten eine Herzen«, freude — die« gelesen, als der „Wick" mittheilte, datz der Wechselaussteller sofort nachdem der Diebstahl bekannt ivorden war. zu ihm kam und ihm sein Guthaben auSzahlte. »nd ihn so vor dem Bankerotte gerettet hat! Hdeffa. Ein gestohlener Sorg! In Majak wurde au« dem Flusse ein einfacher Kasten mit einer Kinderleiche ge fischt, welch« rin Dorsjude al« die seine« Kinde« erkannte. Diebe hatten Alle«, was auf seinem Wagen war. während er die Vorbereitungen für die Beerdigung auf dem jüd. Fried- Hof der Stadt traf, geholt und sich der »»angenehmen Beute durch'« „in den Flug werfen" entledigt. — In einem Dorfe de» Kreise« Godiatsch (Bezirk Pultawa) verlangt die Ort«. Polizei, datz der jüd. Lehrer seine Frau, dir er vor 1'/, Jahren geheirathet hat. fortschicke, weit sie dort nicht heimathöberechtigt ist. Wrr«if«ht< teufe ntutfU Nachrichten. Werks». Der um den glücklichen Ausgang de« Rrustettinrr Synagogenprocesie« hochverdiente Bertheidigrr Recht», anwalt vr. S e 11 o veröffentlicht in der Wochenschrift „Ration" einen kritischen Bericht über diesen Procctz. worin er die vielen Widersprüche und Meineide näher beleuchtet and zu dem Schluffe kommt: „So nahe auch dieBerm u t h » n g liegen mag. so kann ich mich dennoch nicht zu der Annahme entschlietzen. datz alle diese Zeugen nur al« dir unbewußten Marionetten im Vordergründe agirten, »ährend die eigentlichen, bewutzten Akteur« au« sicherem Hintergründe dir Fäden de» Spiel« lenkten. Ein solcher Plan, mit bewutztrr Bosheit ersonnen und mit kaltblütigem Raffinement durchgeführt, würde zu teuflisch sein. Ich nehme auch seht noch an. datz absichtliche Lüste, fanatische» Borurtheil und gemeiner Driberklatsch sich schließlich zu einem Retz der Täuschung verwoben haben, welch«« die Äemüther dergestalt in Banden schlug, daß sie die Wahrheit nicht mehr von der Unwahrheit zu unterscheiden vermochten". Mckttßettt», 21. März. Der iudenkrawallffche Geist ist hier, wo nach Aussage eine» Polizeibeamten „Ader Christ schon an der Mutterbrust rin Antisemit ist", nicht zu bannen. Die ,Ik. Strtt. Z." berichtet: Anläsflich einer gestern Abend in der zebnten Stunde stattgehabten Schlägerei, bei welcher «in jüdischer Lederhiindler der Geprügelte war, wurden durch eine Militärpratrouille drei Berhaftungen vorgenommen. Der kommandirende Offizier mutz dem Auftritt eine gewisse Beheutung beizulegen genüchigt gewesen sein, denn derselbe lieh die Truppe» alarmirrn und schickte mehrere Patrouillen in die Unterstadt. Tag» zuvor wurde, wie ich erfahre, in einer jüdischen Wcchnung. ein Fenster eingeworfen. MMßd«t«rg. <£» ist un» unbegreiflich, wie der Ehacham Basch» in Konstantinoprl dazu kam. zwei Sendboten au«zu» schicken, welch« zur Wiederherstellung der verbrannten Synagoge und Schule Europa absammeln sollen? ES ist doch wahrlich I genügenv gesammelt worden — und die Reisekosten I t ist so ein fette« uncontrollirbare« Aemtchen!! Gotkckuz, 2». März. Ein schmerzlicher Lerlust hat ,-i geachtete Familie und mit ihr unsere Gemeinde yrtroffr Frau Amalie Goldschmidt, die Inhaberin de« auch Bad Em« und Köln durch Filialen vertretenen Goldui Juwelengrschafte«. Hoflieferant!» Sr. Majestät de« Kaiser de« Kronprinzen und vieler Fürste», ist langen und schwer lichen, mit rührender Geduld und erhebendem Gottvrrtrau, getragenen Leiden erlegen. Fast ft8 Jahre alt, ivar sie stet« bereit zu ivirkeu. , geben, wo es Humane« und Religiöse« zu fördern galt. Tc Gotteshau« schmückte und zierte sie. Letzten Rasch hasche« noch ließ sie dir Inschriften an die heilige Lade versilbern und sie zählte zu unser» eifrigsten und flritzigsten Synagoge, besuchern! Da« Lrichenbegängnitz war trotz de« regnerische Wetter« eine« der imposantesten, die wir hier gesehen. Liebe säet, erntet Perehrung."! Möge ihr Andenken ein 4 segnete« sein und bleiben ZrntUifnrl «. M. Im Mendelssohn - Bereu, h,e vorige Woche Herr Rabbiner vr. Höchstädrer einen Be, trag über „Biblische« »ud talmudische« Frauenlod". An d, Hand der Bibel, der Apokryphe» und de« Talmud wir« d, Redner »ach. datz die Stellung der Frau im Judrnthum obgleich Palästina im Oriente liegt, keine orientalisch abg, schlösse»« ivar. und datz diirch die derselben gewährte Frrihn und Selbstt'tändigkrit ihre geistige Natur zur gesunden Ein Wickelung und Entfaltung gelangen konnte, wodurch sie k fähigt war. im national-politischen und religiös-socialen Lei«, mitzuwirkrn. Zum Schluffe wandte sich der Vorträgen!» an die anwesenden Damen mit der Aufforderung, daß and in jüdischen Kreisen Mädchen und Frauen vrganisin uni geschult sich dem edlen Dienste der „Kranken pfleg, widmen solle». Leipzig Am 4 Marz beging Prof. vr. Heini, Leberrcht Fleitzher, der berühmte Orientalist, da« 6<tjährig« Doctorjubiläum. Der König von Sachsen ernannte ihn zu Geheimrath. WkStz. Al« Euriosui» sei hier mitgetheilt. datz d» christlich«' Fleischerinnung. weiche, wie früher gemeldet, Diff, renzen mit dem Gemeindeschlächter hat. in den TageSblättrn, jüngst eine» apprvbirten Schlachter gesucht hat. Ob sie ge sunden. wa« sie gesucht, vermag ich nicht zu sagen. — Auch in Kattowi^ ist die leidige rituelle Fleisch frage noch immer nichtim sinne de« Rabbiner« »ud Gemeindevorstande« erledigt. Aeidettzerg Unbr Leitung de» Docentrn für Math, matik an der hiesigen Universität. Hrn. vr. Hermann Schapirc hat sich hier ein Verein .Lion" gebildet, der Kunde der heb, Svrache und Litterattir verbreiten, die Eolonisation Pu lästina'« venvirstichen helfen und dort ein Lehrhau» für Thora. Wissenschaft und Arbeit errichte» will. Dieser Here, meint nun. d«tz e« ihm »öthig sei. Alle» zu erfahren, war in ähnlicher Richtung an anderen Orten geschieht. Da abe> die Beiträge nur dem Hauptzwecke gewidmet bleiben, so er such» er alle Bereine, die gleiche« Ziel erstreben, sich mit ihm in Berbindung zu setzen, und die Redakteure aller jüdisch,» Zeitungen und Journale, ihm ihre Blätter kostenfrei zuzu senden. Die«. Der etiva« exentrische Herr Jstdvr Singe» hat seine Broschüre: Solle»» die Juden Christen »»erden > Renan gewidmet, der auf Vorstellung de« Herrn Jame Darmesteter die Widmung durch ein der Brochüre vorgedrucktr, Schreiben angenommen bat, dem wir folgende Sätze eni nehmen: „Ich bin überzeugt, datz viele Lösungen, die jetzt Sradox erscheinen, einst sich verwirklichen werden. E« ist ön. der Zeit voranzugehen. im.Streben . nach Licht an» Freiheit." — Der in Linz residireude Erzherzog Johann hat die "> Die von Heim» »tadbwrr Oe. Lewin gedaltenr Leichen ir», wird auf V»msch der Kamille im Druck refcheinen. .

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