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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 11. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 11.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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— 86 — it Begeisterung dirKünia« Lymnegesungen. HervorhebenSwetth „och, datz sämmtliche Bewohner der betreffenden Strafe rc Häuser mit Fahnen geziert hatten. Da« friedliche niainmengehm der verschiedene» Lonfrssionen berührte Jederoitti wohlthuend und ist auch von Herrn Bürgenneister ob ly gebührend hervorgrhvben worden. Ir»»Rf»rt «. Ist. Am 28. Februar hielt Herr vr. .Brüll im Mendel»sohn-Verein vor zahlreich versammelten utiorcrn den angckündigten Portrag über den falsche» ,'eisia» 8»lrd»t»l 2«di, der im 17. Jahrhundert aufgenen Der Vortragende entrollte rin Bild Sabbatai'» und nie» Anhänge» und wir» diese Erscheinung al» rin Prou, früherer geschichtlicher Entwicklungen nach, die zu gegener Zeit — r» wurde nämlich von Juden al» auch von rötlichen Theologe» die Ankunft de» Erlöser» sicher klärtet — in» Gebell treten mufitc. Jnterrffant war der achivci», dag unter der Flagge der längst blo« zur Parole wordenen Namen» jene» zum Islam übergctrrtencn Pseudoeisia» antitalmudische und religiös refvrmatorischc Bestre- »igrn in» Werk gesetzt wurden. Reicher Beifall lohnte dein cdner. der den Stofs völlig beherrschte und de» Gegenstand >i, neuen (Gesichtspunkten und i» geistvoller Weise behandelte. Kß«r», 29.Febr. Letzte» Sonntag 10'/, Uhr Vormittags iiainmeltr sich rin gröberer Urei» von Mitgliedern der bischen Äeinrindc. dem sich auch mehrere andere unserer knl'ürger anschlossen, auf dem jüdische» Friedhofe, um zum »denken an den vor einem Jahre verstorbenen Kaufmann sank Misse» eine Gedächtnitzscicr zu begehen. Eingrlritct lirdc dieselbe mit dem Gcsangc einiger Pjalmen. Nachdem rauf da» Grabdenkmal rntbüllt worden. ergriff Herr abbinrr vr. Lppenl»cin> da» Wort. In gehaltvoller und greifender Rede schilderte Herr vr. C. die bedeutende idividualität de» Verblichene». Der Gefeierte, so hob der ebner lzervor, gehörte »och zu der Reihe jener Männer, Ichc die Wissenschaft um ihrer selbst willen liebem und ege», unbekümmert um etwaige au» ihr zu schövsendr iicre Portheile oder eine durch sie zu erringende Leben«- llttiig. Dieser ideale Zug war e». mit i» erster Reihe, »durch e» dem Verblichenen gelungen ist, sich zu einer von er Einseitigkeit so reinen und geläuterte» Welt- und bensanschauung zu erl-eben. Dieser Zug war e» auch, der » bi» in sein späteste» Alter unaufhörlich antrieb. sich in «Ndankenwrlt der hervorragendsten Geister zu vertiefen, ivollte und konnte nicht Fachmann sei» in dem engeren »nie diese» Worte». Er befolgte den Grundsa^ jener alte» eiirr: »Mache nicht die Wissenschaft zum spaten, um »nt zu graben", wie schwer auch die Kämpfe sein mochten, ' er dieserhalb zu bestehen hatte, wie grobe Entbehrungen sich auch auferlegeu mutzte, um jenein Grundsätze, welcher n eine »veseutliche Bedingung der Unabl-ängigkcit der Gc< niung und de» Eharaktrr» zu sein schien, unerschütterlich u zu bleiben. Zum Schlüsse hob der Redner »och hervor, datz der ale Zug in den, Eharakter de» sei. Herrn Misse» sich ch darin kund gegeben, datz er. obgleich er sich in dir crke der freisinnigsten Denker vertiefte und in den letzten »hren sich mit denselben fast noch mehr befähle, al» mit « jüdischen Schriftthum. dennoch streng rituell lebte und > JndifferentiSmu», der in dieser Beziehung in unseren >gen allenthalben zu finden ist. oft bitter tadelte. »Bewahren r. so schlotz der Redner, dem Gefrierten stet» rin treue» igrdrnkrn, da« un» zu allem Edlen antrriben und be- »lern möge." Nach Beendigung der Gedächtnitzrede wurde eriisteFeier durchRezitirungeine»Psalme» würdig geschlossen. Aus dem ihm errichteten Denkmal steht — autzer einem 'r. Epitaph — folgende deutsche Inschrift: »Hier ruht Jsaac Misse», rin Mann lichten (Vristr», liebevolle» und für die Ideale der Menschheit begeisterten Herzen». — Wissenschaft, Wahrheit, Tugend und Gerechtigkeit waren die Leitsterne seine» vielbewegten Leben«!" — Oesterreich-Ungar«. Wie» im Febluar. Wieder hat einen der Maul- und Tugendhelden. für die Volttbeglückung rastlo» sterbenden Antisemiten, da» wohlverdiente Strafgericht ereilt. Professor Neminar au» Innsbruck, der mit dem verstorbene» Streichowrki in der ebenfall» selig entschlafenen »Tribüne" gemeinste Jndenhetze betrieb, ist soeben wegen verschuldbarer Erida zu 6 Monaten schweren Kerker« verurtheilt morden. Einer Perurlhcilung ivegen Betrüge» entging der saubere Herr nur durch da« Stimmenverhältnitz be» den Geschworenen — 7 gegen 6. Dir Verhandlung ergab zur Genüge den Beweis, datz Neminar anch t»je Jndenhetze nur al» Mittel gebrauchte, in feinen otrl» wohnen und in eigener d. h. durch Lug. Wucher;i»b etrug erworbene» Equipage einher kutschiren zu können. Wahrlich der schäbigste Schacherjude ist rin Eato gegenüber solchen catilinarischrn Existenzen dem hoffnungsvollen Nachwuchs Stöcker» und Treitschke's. Nur Geduld, sie kommen alle an die Reihe diese arischen Tugrndhelven. Die königliche Kurie hat heute ein prinzipiell wichtige» Urtheil gefällt. Die Hauptanstifter der Judenliehen zu 2t. Georgen im Pretzburger Komitatc, unter deren Anführung die Läden der dortigen Juden Neumann. Oehler und Stern geplündert wurden, hatte der Pretzburger königliche Gerichtshof mit der eigenthümlichen Mvtivirung zu nur je 2 Monaten Ge fangnitz vrrurtl-eilt, datz zu jener Zeit auch in anderen Theilcn des Landes derartige Judenhetzen vorkamen und die Augeklagten daher in leicht begreiflicher Gemüthsaufrcgung waren. Die königliche Tafel bestätigte die» Urtheil mit geringen Modificationen, die königliche Kurie verwarf dasselbe jedoch, indem sie jene Motivir»ng keinesiveg» al» Milderungsgrund befand, und erhöhte demgemätz da» obige Strafmatz der beiden Hauptanftisicr von zwei auf sieben Monate Kerker und die vom Pretzburger Gericht mit je achttägiger Hast bemessene Strafe der indcrn Tl>cilnehmer auf je zwei Monate Gesängnitz. Au» Angar». Eine der interessantesten Verhandlungen in der ganzen Kette der traurigen ÄerichtSaffairen au» dem Zalaer »omitate hat in Zala-Egertzeg startgesunden. ES ist die» dir Lchlutzverhandlung in der Szilvagyer Judenplünderungs-Affaire, welche fast ohne Zeugen- Vernehmung vor sich ging, da alle cinundvierzig Angeklagten mit Ausnahme von zwei, ihre That mit keinem Worte leugneten, dieselbe vielmehr r eu m ü t h i g e i n g est ä n d e n. Die zwei Ausnahmen, welche die unschuldigen Lämmer spielen wollen, in der That aber die Anstifter de» Ganzen waren, sind in erster Linie der wackere Dorsschulmcisicr Georg Patzty und sodann der Dorsrichter Franz Ber» to k. Die Bauern hatten, aufgcstachelt von dem Erstcren, die Plünderung vorgenommcn und unter Führung und Aufsicht de» Letzteren da« geraubte Gut orvnungsmätzig und »gerecht" vertheilt. Al» sie aber erfahren, datz sic unrecht gcthan, gaben sie da« Geraubte freiwillig den Inden zurück und klagten selbst den Schulmeister und den Richter, die sie verführten, an. denn sie hatten nicht» gegen die Juden und hätten die Schandthaten ohne die niederträchtigen Aufreizer nicht begangen. Der Schullehrer wurde zu 1 Jahre Zuchthau» verurtheilt, die andern Angeklagten zu Gesängnitz von 8 Tagen bi« 3 Monaten. 9«n)irw. Die österr. Allianz hat. um für Galizien besonderwirksam werden zu können, bedeutende Lcmbcrger Israeliten als Brrathungscomitc sich evoptirt und jüngst beschlossen: 1. 1000 Gulden für eine neuzugrüudende jüd. Schule in Saybusch (wo keine Schule ist); 2. 500 Gulden zur Unterstützung der jüd. Schule in Boleslaw lwelchr die Gemeinde nicht unkcrstützen kann); 3. 200 Gulden zur Unterstützung der Beth hamidrasch in Brody; 4. 200 Gulden für da« i«r.Waisenhau» in derselben Stadt >

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