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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 8. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 8.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— Reihenfolge auch nicht. Er schließt sein Rrsumt, daß der ' DPlan von seiner dogmatischen (?!) Seite au» betrachtet, unan» ' nehmbar sei. aber in pädagogischer Hinsicht sehr viel Erfreuliehe« und Beachtenswerthe» enthalte. Zur Sprocke kam noch die etwaige Heranziehung der | Müdchen zum Pentatruchuntrrrichte. Da» Mädchen, al« zukünftige Mutter, Erzieherin und Mittelpunkt des Hause«, habe an dem Pen tat euch unterricht theilzunchmen. DieBerjammlung erklärte sich in der Mehrzahl damit rinvcrstanden.*) Schließlich wurvr der Breslauer Plan vom Referenten besprochen. In diesem Plan verwendet man für den gesannnten Religionsunterricht 16 Stunden; i» unseren Verhältnisse» ist es u»de»kl>ar. so viele Zeit für denselben anwende» zu können. E« iväre eine schöne Sache, auch bei uns so viel Stofs, wie in dem angegebenen Plane, zu verarbeiten, doch woher dir Zeit nehmen? Auch in diesem Plane findet der Herr Referent die Ihrilung in zwei Adtheilungr» nicht zweckmäßig, ebenso auch nicht die chronologische Veithcilung des geschichtliche» Stoffes. Bezüglich der nachbiblischcn Geschichte wurde bemerkt, daß an die Pirlc Aboth die Tradition anzuschlicßr» sei. Bei der späteren Behandlung dieses Stoffes berücksichtige man die synagogalc Poesie injofrr» man eine kleine Auswahl au» Sclichoth und Piutii» dem Geschichtsunterricht zu Grunde lege oder anichlirße. Bezüglich des Hebräische» ergeht sich der Sprecher in Folgende»»: Das Gebetbuch muß ganz**) gekannt sein. Betrachtet man es genau, so ist sein Stoff thciliveise, ja zum große» Theil Bibel. Beim Uebrrsrtzen der Bibel berücksichtige man besonders die Stellen, die auch im Gebetbuch stehen. Diese Theile suche man zwar im Gel>etbuche auf. übersetze sie aber aus dem T'JTi. Ebenso berücksichtige man beim Thoraübersrtzrn vorzüglich die Stellen, in welchen die Pflichten des Israeliten angegeben sind. Dcnigemäß wünscht der Redner: 1. eine Theilung i» dr-.i Abtheilungen, mit einem in den zwei unteren Abtheilungen concentrisch vertheilten Unterrichtsstoffe, so daß die Oberabtlieil»»g in ihrem zweijährigen Cursr allein ohne Eonccntralio» wechselt, und die Pflichtcnlehre schon in der Mittelabtheilung aus dem Urtext kennen gelernt wird. Diese Art der Behandlung des Gebeibuches in Berbindung mit dem Pentateuch hat in der Versammlung allgemeinen Anklang gesunden. Herr Dr. GclbhauS tritt ganz entschieden für den Rormalplan der Berliner Fachcommissio» ein. Wenn nicht alle Berachot der Sohemone eure in besagtein Plane enthalte» seien, so sei diese als solche doch nicht ausgcgcbe». Dafür spreche die Ailfnahme de« auf Jerusalem bezügltcljcn Psalms; weil Herr Dr. Kr außer diesem Punkte an dem Plane nichts auszuirtzen habe, so sei derselbe zur Annahme zu empfehlen. Herr vr. G. verbreitet sich noch über manche von Herr» Dr. Kr. in seinem Referat über dir Pläne gcinachten Auslassungen, dir dann wieder eine Zurückweisung hervorricfcn. — Schließlich beantragt Herr Or. Kr., eine Eonimission zu wählen, die mit Benutzung der vorliegende» Plätie und der in der Bersammlung ausgesprochene» Ansichten einen neuen Plan ausarbeite. — Herr Dr. G. bringt den Antrag ein, de» Rormalplan mit Einschluß der mcssianiscken Berachoth in der Sotrsmou« eure anzunrhmcn. Herr Dr. Weinstein hingegen schlägt folgenden Antrag mit einem Untrramrndemcnt de« Herrn Direktor Dr. Wahl vor: »Rach den Ausführungen de» Herrn Dr. Kroner in der Sitzung selbst soll von demselben ein besonderer Rormallehr-?>lan auSgearbeitet und dieser al» Entwurf der nächsten Eouerrnz der Lultu«bran>ren Mitteldeutschland» vorgelegt werden. E» bleibt dem Herrn Dr. .Kr. überlaffcn, densrlben schon früher dem D.-J. G-B. einzurcichen. Sämnitliche Rormal- *) Wir hallen r« für durchaus verfehlt, Mädchen im Pentateuch zu unterrichien. Der oben angegebene Grund (.als zukünftige Mutter u. s. io.*) ist nicht stichhaltig, Krnntnist de» Gebetbuch««, der Religion und Geschichte de« jüdischen Bolle« genügt vollständig. Wenn je, findet hier der latmublsch. Ausspruch; lS'lC mW 1N2 DK Töbön m^BTl mo*? seine wäiiliche Anwendung. <Red.) ") Ist unmdgitch «dnllch zu nehme». (Red.) plänr sind durch eine vom D.-J. G.-B. zu berufende Deligirtenversammlung zu prüfen, um alsdann einen allgemein empfehlen»- wcrthen Rormalplan zu entwerfen". — Bei der Abstimmung wurde der Antrag de« Herrn Dr. G. fast cinstimmig abgclehnt. während der de» Herrn Dr. W. sammt dem Unteramendement mit Majorität angenommen wurde. Hiernach ist in letzter Linie die Angelegenheit wieder in die Hände des D.-J. G.-B. gelegt, welcher durch eine zu berufende Delrgirtrnversammlung einen anderiveitige» Rorinalplan aufzustcUen die Veranlassung geben möge. i Die Anfrage de» hannoverjchc» Lehrcroerei»«, ob eine gedruckte hrbr. Pentatcuchausgabe nach pädagogischen Grundsätzen geordnet (mit Auslassungen gewisser Stellen) wllnschenswerth fei, wurde verneint.*) Herr Dr. Kroner rrferirt alsdan» über die zu gründende Unterstühuiiftskaffr. Sc'inen Bemühungen war es gelungen, durch eine veranstaltete Sammlung i» seiner opferfreudigen Gemeinde 450 Mark al» Fonds und als erste Gabe dem Vereine zu übrnvcise». Die Versammlung votirte durch Erheben vo» ihre» Sitzen der Gemeinde den gebührenden Dank. Die anwesende» Mitglieder der Eonferenz erklärten ihren Beitritt zur Unterstützuagskasse und ihre Thätigkeit für die Propaganda. Durch einen vom Herrn Direktor Dr. Wahl eingebrachten Antrag wird der Vorsitzende ermächtigt, die heute nicht anwesenden Mitglieder der Eonferenz von der Gründung der Kasse in Kenntniß zu setzen und zum Beitritt und zur Propaganda für die Kasse aufzusordern, für letztere Thätigkeit erklären sich auch dir Anwesenden bereit. Der Vorsitzende erwähnt alSdann die gestern vorgcführte Probelectio»; a»schl>eßend daran spricht Herr Dr. Weinstein die Bitte au», in der nächste» Eonierenz eine Probelectio» über nachbiblische Geschichte zu halten: Herr Dr. Gelbhau« erweitert diese Bitte dahin, einen Vortrag über Methode der nachbiblische» Geschichte anzureihen. Beide Vorschläge werden angenommen. Herr Director Dr. Wahl erörtert die Frage, wie dem Antisemitismus abzuhelfen sei. Das beste Mittel erkennt er in der Lehre. Hierfür empfiehlt er die „E»ct)clopädie der Bibel und de» Talmud" von Dr. Hamburger in Sirelitz. Die Versammlung erniächtigt den Herrn Redner, den D.-J. G.-B. zu ersuche», das besagte Werk derartig subventioniren zu wollen, daß rS sich leicht Eingang verschaffen kann, sowohl bei jüdischen als bei nichtjüdischen Lehrer» und Geistliche». Nachdem noch verschiedene Gegenstände zur Sprache gekommen. z. B. da« Fehlen eine» Buches über Methode, die Abhaltung der nächste» Eonferenz u. A., dankt Herr Prediger Rosenthal dem Herr» Präsidenten für dessen umsichtige Führung seine« Amtes, worauf dieser mst gcmüthSinnigen Worten nach einem begeisterten Hoch auf Sr. Majestät,)dcn deutsche» Kaiser die Eonferenz schließt.**» Berichte und Correspondrnzrn. Dentscsilaud. Magde»«rg (Or.-Eorr.) Der „Eantorcn verein" oder die „Berliner Hilfskasse für Israelit. Eultusbeamte, deren Wittwen und Waisen," welcher in der heutigen Nr. d. Bl. die Einladung zur I. ordentlichen Generalversammlung erläßt, wurde vor circa 3 Jahren von *) Line Begründung dieser Berneinung seht» leider in diesem Referat, das wir Raummangel« wegen in keinem unwesenilichen Schluss« gekürzt. — Wir sind der Meinung, das, sür die unteren Klagen ein melhodisch geordneter Auszug dringend nvthig ist, da» Hai auch der mährische Lehrerverein nicht nur anerkannt, sondern zum Ihcil auch ausgesllhrt. Den Schülern der oberen Klasse must natürlich die vollständige Bibel in die Hand gegeben werden. (Red.) **) lieber die hier nun solaende ausführlich« Schilderung de« Festmahl« im Abend mit musikalischen Borträgcn, Deklamationen, lebenden vllderr. (au» der bibl. Geschichte) und lanz haben wir bereit» in einer früheren Rr. berichtet. (Red.)

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