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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 7. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 7.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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.» T — Sk — bischen Gemeindebestrebnngen. Man versuchte e« vor mehreren ihren, Jüngltng»vereine zu gründen, die sogenannten Yoang d lladrav Asaooiation«, allein die Verein» olltrn nicht auf den ihnen vorgezeichneten Bahnen schreiten ,nd allmähltg verwandelten sie sich in gan» gewöhnliche, der gesellschaftlichen Unterhaltung gewidmete Eluv«. Und doch muß da« jüdische Juna-Amerika an die Befeinde heranaezogen werden! Ich hoffe und fast bin ich e« iberzeugt, dag die« den jungen, hier gebildeten Rabbinern gelingen werde, denn die Jugend wird e« bald herau«fühlen, ie sind Fleisch von unserem Fleisch und Bein von unserem Sei»! Die jungen Rabbiner treten in« Leben, »»«gestattet mit ganz schönem theologischen wie profanen Wissen; wenn auch nancher von ihnen nickt leicht mit einem „Harden Rambam" ertia zu werden versteht, so sind sie doch alle im Stande, heologische in da« Leben eingreifende Streitfragen auf ihre Quellen zu prüfen, und wa« mir noch viel höher steht, sie ind, soweit ich sie kennen gelernt hat«, von einem Pietät«- »ollen Geiste beseelt. Ich glaube e« dreist sagen zu können, »ie in Cincinnati erzogenen Rabbiner werden keine Niederrrißer sein, — und mit Vergnügen nehme ich wahr, dag sie ihre besondere Aufmerksamkeit und Hauptthätigkeit der Schule zuwenden. Ueber dir dritte Säule de« jüdischen Gemeindeleben«, über Gemillu» Ehassodim der amerikanischen Juden, werde ich Ihnen nächsten« ausführlich berichten. Irr«ifch1r und neueste Nachrichten. Zu« Kamöurg erhalten wir die folgende berichtigende Miitheilung zur Veröffentlichung: .Sehr geehrter Redactcur! Im Aufträge und Namen« der sämmtlichcn israelitischen Lehrer an der hiesige» Talmud»Thora habe ich Ihne» mitzuthciien, daß nicht, — wir in Nr. 4 Ihres w.Blatte« «ub Hamburg (Or.-Corr) berichtet worden.— die in Nr. 2 de» .Israelit" enthaltene Besprechung der .Nachbibi. Geschichte" von Dr. Leimdörscr von einem Hamburger Talmud-Thora-Lehrer herrühre." Jener feige, anonyinc Korrespondent des „Israelit" aßt sich in der neuksten Nr. jenes Blatte« von dem glaubvürdigen Redakteur desselben ebenfalls bestätige»" daß er licht Lehrer an der Talmud-Thora sei. So lange ivir ihn ür einen solchen hielten, ivar er un« einer Erwiderung l'crih, so aber lassen wir das anonyme Bürschchen gleich man herrenlos und ohne Maulkorb auf der Straße umherlaufenden bekannten Vierfüßler belle» und — laufen. HoÜkeuz Cs ist in diesem Blatte vor einiger Zeit darüber geklagt worden, daß die Einschätzung zu den jüdischen Ärinrindeabgabrn nach Maßgabe der StaatSsteucr» unmöglich vcrdr, weil die Steucrlisten nicht zugänglich sind. Dem gegeniber kann ich mittheilcn, daß hier die Königl. Regierung aus Vorstellung de« Vorstandes (dato 13. December v. I.) am -'4. Januar er. verfügt hat, daß die Etaatssteucrbeiträge durch to« Oberbürgermristeramt mitgrtheilt werden sollen. Au« MerN» schreibt ein Herr Willenberg, der sich »orübergehend in unserer Rcichshauptstadt aufgehalten hat, ine Jeremiade an die .Hazephira". Er hat deutsche Gastlicheil zu kosten bekommen. Durstig betrat er ein RestaurationSocal, um dort ein Gla« Bier zu trinken, ohne zu ahnen, >aß er in ein antisemitische« Standquartier gcxathen sei. sofort fiel man über ihn her, prügelte ihn. ohne daß der köirth sich darum kümmerte. Sein Jammergeschrei rief Leute »an der Straße herbei, bei deren Erscheinen die tapferen Nachkommen der Helden vom Teutoburger Walde verdufteten. Menschenfreund« brachten den übel Zerbläuten in sein Quartier, vo er einige Tage krank darnieder lag. fftwuu. Wie mir’« gesagt, der widerspenstige Schochet st freigesprochen worden. In Deutschland muß da« Judenhum sich allein auf seine einende Kraft, auf die Festigkeit seiner Bekenner stützen. Staat«, oder gar Polizeihilfe siebt ihm nicht zur Seite. .Der jüdische Sprechsaal für Elsaß- Lothringen" hat zu erscheinen aufgehört. Da» (irren wir nicht hochorthodoxe) Blatt hatte sich mit Plagiaten genährt. Eöt». Da» pädagogische Wochenblatt .Haus und Schule", da« der Regierung»- und Schulrath Spieker zu Hannover lserauSgiebt. brachte vor einiger Zeit einen Bericht au« den Rheinlands». Der Herr Eorrespondet thut auch der Erbauung der hiesigen Synagoge und de« Seminar» Erwähnung und erzählt von den dazu ersorderiichcn bedeutenden Geldmitteln, zum Bau und Kaufe de« Grundstück« aufgebracht 'sind. Daran wird die Bemerkung geknüpft: .Mau mag über die Juden denken, wie man wolle, in der Opferwilligkeit für Schule und Kultur können sie un» Christen nur beschämen". A«»ih. Die Verhandlungen vor dem hiesigen Schwurgericht wegen de« Neustettiner Synagogcnbrande« iverde» am 29. Februar beginnen nnd etwa 8 Tage lang andauern. Die Zahl der zu vernehmenden Zeugen beträgt bedeutend über 100. Die Vertretung der Staatsanwaltschaft wird der Erste Staatsanwalt Schlingman» übernehmen. ^«« Nßeia. Nicht ganz taktvoll können wir e« nennen, wenn der Herr Grandrabbin Zadok Kahn in einem Schreib«, an den .Gauloi«" zur Empfehlung der Albino« franpftiM folgenden Satz leistet: „Die französischen Israeliten haben längst die Wege beschritten, welche die Allianoe fr»n<;»iae gehen will. Unsere Alliance hat in den verschiedenen Ländern de« Orient» etwa 199 Schulen geschaffen, welche gut gcdeilscn und stet« die Förderung der franzüsischcn Regierung erhallen haben, denn sie arbeiten darauf hin. französische Sprache und Eivilisation im Orient zu verbreiten. Indem ich da« neue Werk unterstütze, setze ich nur eine alte Tradition der französischen Judcnl)«it so fort." I» diesen Diensten, welche die Alliance specifisch französischen Interessen leistet, schafft sie eine Gefahr für sich selbst! Aönigaöerg Der weibliche Verein für i«raelitische Krankenpflege hat seinen VcrwaltungSbericht für da« Jahr 1883 herausgege'ien. — Darnach besteht der Verein au» 302 Mitgliedern mit 1433,50 Mk. Beiträgen, dir Einnahmen und Ausgaben balanciere» in Höhe von 2019,95 Mk., da« Vermögen de« Verein« beläuft sich auf 7275,58 Mk. ZAie«, 26. Januar. Da« Wiener Antiscmitcnblatt .Tribüne" hat zu erscheinen aufgchört, nachdem c« vorl)er sich angrbotrn, gegen Entgelt für die Juden schreibe» zu wollen. Man hat natürlich solche« charactcrlose Anerbieten pur« zurückgewiesen. Herr Eugen Crömicux ist zum EabinctSchef des UnterstaatSsecrelair« im Ministerium der öffentlichen Arbeiten ernannt worden. Da« Officierskreuz der Ehrenlegion haben erhalten die Arrzte Herr Widal, Ehefarzt I. Elaste, Leiter de« Sanitätsdienste« beim 5. Eorp» in Orlean» und Herr vr Eerf Mayer, Municipalarzt der Marine, da» Ritterkreuz der Eapitain im 94. Linienregiment Herr Schcvinch. — An der Synagoge der Rne de Nazareth sollen die Fayade und einige Nebenräumr umgebaut werden. Die Voranschlag beläuft sich auf 270,000 Frr». («rch. i«r.) Land««. Im Befinden Sir,Moses Montefiore's ist eine bedeutende Besserung eingetretcn, jedc Gefahr geschwunden. Gott stärke und erhalte un« den edlen Greis! Veter«ö»r§, 29. Januar. Dem Vernehmen nach hat die Kommission zur Bcrathung der In de ns rage bisher eine Sitzung abgehalten und hierauf beschlossen, zum Sammeln 'und Drucken de« Material« zu schreiten. Wie e« heißt, sollen im Laufe de« Winter« noch zwei oder drei Privatkonferenzen bei dem Präsidenten der Kommission behuf« Meinungsaustausche« der Mitglieder stattfinden. Madrid. Seit Jahresbeginn haben die hiesigen Israeliten einen Platz zum rituellen Schlachten der Thiere. Ein speciell jüd. Hotel oder Restaurant hätte günstige Chancen. Die jüd. Bevölkerung hier und im Lande scheint größer al« angegeben wird.

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