Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 7.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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«ericht 8ln Me »n 28. ««129. Hct«Aer 9. A» in Htßei»ische» 1« frf*rt ftattgef»»tze»e (onfrrni) de» Merei,» i»,«e- Ntischer Km1»»te«nte« Mtttesde>tsitzk«»d».*) Dir Präsenzliste rrgab die Anwesenheit folgender Herren! Rabbiner Dir. 1k ron er »Erfurt; Direktor Dr. Wahl-Erfurt, zugleich Brrtreter deS Dcutsch-Jsr -GemeindebundrS; Rabbiner Dr. Gelbhau «.Nordhausen; Cantor Warenhrim-Nord> Hausen; Lehrer Heilbrunn-Gehau«; Lehrer Engelbrrg- Aschenhause»; Lehrer Goldschmidt.Vacha a. d. Werra; Landrabbinrr Dr. Salzer-Lengsfeld; Lehrer Baumgart» LengSfeld; Prediger Rosenthal-Cüthen; Dr. Weinstein- Brakel; dir Lehrer: Schönlank-Sondershausen; Schönland-Frankenhausen; Levy-Hriligenstadt; Rothschild- Erfurt; Lu dwig-Thrmar; P » p p e r - Weißensel« a./2.; Röthlrr-Gotlw: Prediger Wvlf-Cöthrn. Als Gäste waren anwesend: die Herren Lehrer C 0 r n e.l i u s»Rotenburg. Drlrgirter de« hessische» Lehrervrrrin«; Lehrer «wsr. Salzer- Stadt Lengsfrld; Brrthold Einstein, »tuä. phil Ulm a./D und Mitglieder des Borstande« und der Schulcommission, sowie der Synagogcngenirinde Erfurt. Leider waren mel>rerc Herren durch BcrufSgeschäfte und bedauerlicher Weise manche auch durch persönliches Unwohlsein oder durch Krankheiten in der Familie nach Ausweis der ringelaufenen Telegramme und brieflichen Mittheilungr» am Erscheinen verhindert. Erster Gegenstand der Tagesordnung war eine Probelrction. gehalten von Herrn Lehrer Rothschild-Erfurt mit den Kindern de« 1,2. und 3. Schuljahre«. Der Lehrer la« mit den im 1. Schuljahre stehenden Kindern auf den von Herrn Dr. Krvner hrrausgegebrnen Lesrtafeln — (zum Theil Wiederholung, zum Theil Einübung), während da« 2. und 3. Schuljahr in der Fibel sich still beschäftigte. Einen wohlthuenden Eindruck machte der herzliche und freundliche UnterrichtSto»; die Art des ZeichnigebenS und der Ausführung waren bestimmt. Einzelne der gelesenen Wörter wurden übersetzt und ihr Sin» erklärt. Nach Entlassung der Kinder dieser Abtl>eilung beschäftigte sich der Lehrer mit den Kindern des 2. und 3. Schuljahre«. Diese lasen und übersetzte» unter Berücksichtigung de« Grammatikalischen in der Kroner'schen Fibel § 6. Der Vorsitzende, Herr Dr. Kroner, begrüßte vor Eintritt in den 2. Gegenstand der Tagesordnung mit herzliche» Worten dir Versammlung und gab die Gründe der späten Einberufung an. Er stellte hierauf den Herrn Lehrer Cornelius, Delegirten des hessischen Lehrervereina vor und ertheilte dem Vorsteher dir Gemeinde Erfurt. Herrn Direktor Dr. Wahl, al» Vertreter seiner Gemeinde und des D.-J.-Ä.-B. das Wort. Dieser begrüßte im Namen der Gemeind: und de« D.-J.-G.-B. die Versammlung. Al« Vertreter de« Letzteren verlas Herr Dr. Wahl einen Brief de« geh. Sanitätsraths Herrn Dr. Kristeller; derselbe enthielt herrliche und bedeutsame Wonr, wir« auf da« gedeihliche Wirken der verschiedenen jüd. Vereine hin und betonte, daß dieselben in der Ent- *) Durch dir schwere Krankyril de« Vorsitzenden, Herrn Rabbiner vr. Kroner zu Eifurl und andere Echwierigkeilen, konnte bekanntlich die llonserenz In diesem Jahre nicht in der Pfingstwoche, wie üblich, slattpuden, weidalb die Arrein«milglieder mit dem Gedanken an rin Ausfallen derselben sich vertraut gemacht hatten. Die unerwartete Einberufung der Brrsammlung seiten« de« Borsitzende» war deshalb für den Uneingeweihten eine Ueberraschung. Wohl Mancher trug weaen der vorgerilekten Jahre«teil bezw. de« Besuche« kleine Bedenken; aber ein guter Eorp«getst steckt in unserm Verein: denn der bewahrte Vorsitzende, der intellektuelle Urheber unsere« Verein«, verstand e«, pulsirende« und geistigfrische« Leben in die Reihen zu bringen; deshalb kamen die Mannen von allen Leiten, um dem Ruse gern und freudig »u folgen. Lind doch die Lonsrrenzlagc den Besuchern zu Fest- und Lerntagen aewordrn, gehoben von dem Gedanken einer guten Lache der B-geisterung für Schule, Synagoge uub Gemeind«, unserm Judenthum zu dienen, um neue Anregung, mehr Licht und Wissen im Kreise strebender und begeisterter Männer zu erlangen und alle« die« in die stillt Werkstätte der Schule und da« vielgestaltig« Ledrn der Gemeind« zu tragen. Wickelung deS Judenthums rin bedeutender Factor seien. Herr Lehrer Cornelius überbrachle der Versammlung die Grüße deS Hess. LchrcrvereinS. — Wegen Wegzuges des Herrn Rabbiners Dr. Leimdörfer, welcher das Amt deS stellvertretenden Vorsitzenden bekleidete, mußte eine Neuwahl voraenommen werden. Per Akklamation wurde hierzu Herr Direktor Dr. Wahl, und als interimistischer Schriftführer der Unterzeichnete für den leider erkrankten Herrn Prediger Fackenheim gewählt. — Herr Stadtschulrath Dr. Vorbrodt, welcher bei der vorjährigen Versammlung so thätigen und dankenswerthen Anthcil nahm, war amtlich am Erscheinen verhindert. Alödann wurde der Kasscnbericht überreicht, mit dessen Prüfung Herr Cantor Warenheim betraut wurde; es ergab sich ein Ueberschuß von 2,SO M. ES kam nun der 4. Punkt der Tagesordnung, der .Normallehrplan", ein seit vielen Jahren in den verschiedenen Conferenzen zur Beralhung gestellter Gegenstand, zur Besprechung. Bei der vorjährigen Bereinsvcrsammlung wurden zur kommissarischen Beralhung dieses Gegenstandes die Herren Dr. Kroner, Dr. Fröhlich Halle, Dr. Caro (damals in Erfurt und Dr. Leimdörfer (Nordhousen) gewählt: die beiden letztgenannten Herren nahmen bekanntlich einen Stellenwechsel vor — Pilsen resp. Hamburg — bei den anderen Herren war die räumliche Entfernung zur Abhaltung von gemeinschaftlichen Sitzungen hindernd. Herr Dr. Fröhlich fehlte bei der diesjährigen Confrrenz, so daß Herr Dr. Kroner von den CommissionSm tgliedern allein anwesend war. Nach Eingang der Besprechung vertheiltc der Herr Vorsitzende Exemplare der vom D.-J.-G.-B. zur Versendung gekommenen Normalpläne. Der Commissionsreferent trägt einen von ihm in allgemeinen Züge» ausgearbeiictrn Plan vor und bittet demzufolge, für heule nur allgemeine Gesichtspunkte festzustellen, während das Einzelne nochmals einer Commission zur Ausarbeitung mit Benutzung der erschienenen Normallehrpläne übertragen werde. Als Beginn deü Religionsunterrichtes wurde daS 6. Schuljahr als wünschenSwerth angenommen; der Religion«, unterricht umfaßt dann 8 Jahre. Betreff des Zieles schlug der Herr Referent vor: Der Schüler lerne a) die wichtigsten Begebknlfeite» aus der biblischen und nachbiblischen Religionsgeschichte, soweit sie zum Vsrständniß des Gebetbuches, der Fest- und Fasttage, insbesondere aber zur Erkenntniß der göttliche» Wallung in der Geschichte Israels und dessen Berufes erforderlich sind, d) die zur Führung eines religiösen Lebenswandels nölhigen Lehren und Pflichten des Judenthums. 0) die hebr. Sprache in dem Grade, daß er das hebräische Gebetbuch verstehe, den Gottesdienst mit Andacht verrichte und besonders diejenigen Bibelstellen im Original find« und verstehe, welche die Pflichten des Israeliten näher bestimmen. E« wurde zwar der Antrag auf DiScussion gestellt, doch vorgerückter Zeit das geschäftliche Werk des 1. Tages wegen als geschlossen betrachtet. (Schluf, folgt-. Berichte und Corrrfpondenzen. Deutschland. Magdevurg, 10. Februar. In der gestrigen Sitzung de« Abgeordnetenhauses ist Capikel 124 Titel 18 zur Be» rathuug gekommen, der die Bestimmung hat: Zur Entschädigung der Geistlichen und Kirchenbeamten sowie der jüdischen Religionsbeamten für den Ausfall von StolgebÜren zu dienen und 500,000 Mark beträgt. — Hierzu beantragt Herr Dr. von Bitter Folgendes: „Ersparniste aus diesem Fond „können zur Beihilfe an solche Geistliche und Kirchenbeamten, „sowie jüdische Religionsdiener,bezw.Kirchengemeinden „welchen ein Anspruch auf Ersatz für den Ausfall von Stol- „gedühren nicht zusteht, verwandt werden". — Er motivirt denselben: Der Antrag sei entsprungen au» Rücksichten der