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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 1. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 1.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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— 7 — Ungarisch« 9irgiftung aufforbrrt, da« Lönigreich Juda in Malästina wieder Herstellen." Der antisemitische Abge- »rördnete von Rum wirb gewiß überrascht sein, seine Mntrntionen auf solche Weise mißverstanden zu sehen. W HberK«. In der am vergangenen Sonntag stattge- Rindenen vffmtlichen Sitzung der hiesigen jüdischen Repräsenlanten'Bersammlung stand der Antrag de« Gemeinde-Bor« Mande«. .christliche Männer, die in Civilehe mit Jüdinnen Irbira, nicht auf den jüdischen Dirchhos zu beerdigen" zur Weratdung. Bon den in der Versammlung anwesenden Mg Mitglieder» derselbe» stimmten lv (die HH. Loui« Bam- Urrger, Josef Fränkel, Loui« Friedberg. Moritz Heilmann, »>. Hirschfeld, M. S. Jacob, Hermann Landsberger, Loui« liebermann. Geh. Commerzienrath Oestreich und A Ruß) für Ind lü (die HH. Juliu» Bleichrvder, Bernhard Friedheim, «ros. Lazarus, Justizrath Lewin. Ludwig Löwe, Instizrath «kakower, Moritz Mannheimer. San.-Rath vr. Marcuse, Merdinand Reichenheim und vr. Straßmann) gegen den «ntrag Es muß deshalb in .einer späteren Sitzung über Diese principiell wichtige Frage nochmal« abgestimmt werden, «nd werden wir auf dieselbe in nächster Rümmer au»führ- »icher zurückkommen. Es bietet sich in diesem Falle eine «eleqenhei». gerade die hohe Toleranz de« Talinud« »ganz abgesehen von seinen Commentatoren) darzulegen, der Ken Grundsatz aufstellte: .Man begräbt selb st Heidmische Leichen mit den jüdischen um de« friedlichen Zusammenleben» willen (mipae Dftrke 8ohol*um)". — Gittin 61 a. I MerN» Rach den neuesten, soeben au«gearbenen .Mit» »Heilungen" (Heft 11) des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes ist die Anzahl der Bundesgemeinden von 170 aus 191 gestiegen. (Ueber de» Inhalt diese» Hefte« werden wir in einer späteren Rümmer berichten. Rd.) V«« Ktzei« Wenn ich auch für den 3jährigen Cyclu» «intrete, für die Berlrgung de« Sabbathe« aus den Sonntag kann ich mich nicht begeistern. Und doch hat Ihr Setzer mich von Leuten spreche» lassen, welche nur am Sonntag Morgm die Synagoge besuchen. Wahrscheinlich hatte ich da» hier gebräuchliche .Samstag" geschrieben, welche« der Sonnabend Sprechende leicht umcon>ekturirt hat. Artest». (Or.-Corr.) Ehedem mochte wohl der Baü eine« neuen Gemeinde-Badchause« nicht eben al» ein Cr» eigniß angesehen werden, da« durch die Blätter verewigt zu werden verdiente. Anders unter den heutigen Zeitumständen; da verdient e«, auch nach außrnhi» hin al« ehrende« Zeug» niß de« die hiesige Gemeinde beseelenden Eifer» für Erhaltung der religiösen und zugleich wolthätigen Institutionen erwähnt zu werden, daß dieser Tage in unserer Gemeinde ein neue« Badehau« fertig gestellt und eröffnet worden ist. da« sowohl dem rituellen Bedürfnisse wie den Zritansprüchen betreffend den Comfort eine« Bade- Hause« entspricht, was der rührenden, unermüdlich aufopfernden Thätigkeit unsere« Grmeindevorstande« zu danken ist. Zudem stedt es al« öffentliche Gesundheit»- anstalt und seiner zierlichen Bauart wegen al« Zierde unserer Commune da. Dann der Borstand Jemand da» Au«üben der Schechita verbieten und kann dieser Jemand, wenn er dem Befehl zuwiderhandelt, mit Strafe belegt werden? Da« ist die Frage, welche demnächst da« hiesige Landgericht beschäftigen wird. Der Fall liegt klar. Ein Schachet ist geoffert worden, und da nach der Verordnung von 1841 jede« Ausüben der Schochetfuncrionrn ohne Gestatten de« Consistorium« strafbar ist. so hat der erste Richter lv Mk. Strafe Mtgrfrtzt. Aber — die Gewerbe-Ordnung ist dagegen. Schlachten oder Schächten darf Jeder — e« ist Sache der Rabbiner oder Consistorien den Interessenten kundzuthun, wer unter ihrer Aufficht bezw. mit ihrer Genehmigung schlachtet! Au» den 40er Jahren liegt eine verunheilendr Entscheidung vor. Damal« aber hatten wir noch keine deutsche Gewerbefrciheit! Au» Zl»ß«r». Der durch seine Schriften bekannte gelchrte Oberrabbiner vr. ^ffsel in Gr.-Danizsa ist im 8V. Lebensjahre gestorben. U«ki». Am 14. December wurde in Bordeaux der um Staat. Stadt und Gemeinde hochverdiente 88jährige Herr Salomon Felix Lopbs-Dubec mit den größten Ehren zur Ruhe bestattet. Die militärischen Ehren, die ihm al« Ritter der Ehrenlegion gebührten und Reden Anderer, al« de« Rabbiner», hatte der bi« in die letzten Tage für humane Jntrreffen eifrig Wirkende sich verbeten. — Der^ al« 91jährige verstorbene Chef der Elaque der Opern (40 Jahre hatte er al« solcher fungirt und alle politischen Blätter haben seinem Andenken eine Zeile gewidmet) war ei» alter Soldat der napoleonischen Zeit und hieß Cers Levy David! Berstorben ist ferner der ehemalige Direktor de« botanischen Garten« von Val-d©-Qr»ce, Dr. Emanuel Goldscheider. Wart» Da der Bericht über die Arbeitsschule, welcher am 18. November erstattet worden ist, nachgewiesen hat, daß die für die Forterhaltung der Schule nöttzigen 5000 Franc« nur mit Mühe aufgebracht werden und oe«halb weitere Aufnahmen nicht mehr stattfinden können, hat Herr Oberrabbiner Hadok Dahn am 23. December zum Beginne de« Chanukah eine Predigt in der Synagoge der'ruo äo I» Viotori» grlsalten. während welkt)« Damen eine Collecte für die genannte Schule veranstaltet haben. — Der Senat will die Credite für dir Seminarien wieder Herstellen, dagegen hat die Commission für da« Municipalgrsetz den Artikel, welcher die Beiträge zu den Cultu«kosten seiten« der Gemeinden au« obligatorischen in facultative umwandelt, angenommen. Petersburg. Die Redactrure de« „Russki Jcwrei" geben fortan auch eine Monatsschrift heraus, weiche in wissenschaftliche» und belletristischen Artikeln die russische Welt über Juden und Judenthum belehre» soll. Petersburg. Am 19. December hat die Juden- Commission abermal« eine Sitzung gehalten. — Auch in Sytomir ist dem verewigten Erzbischof Dimitri in der Synagoge eine Grdächtnißrede gehalten worden. In MssKa« hat Herr W isvtzky für die Geplünderte« in Jekaterinoslaw und Rowrmoskowst mehr al« 4500 Rubel gesammttt, zu welchen christliche, russische und deutsche Dauflrute nicht ivenig brigcsteuert haben. Aus Htutzülutz. Wollte lch Ihnen jeden einzelnen Fall berichten, wie die Ignaties'schen Berordnungen, besonder» die Au«treibu»gen au« den Dörfern, Familien unglücklich und zu Vagabunden machen, so würde Ihnen für nicht» Andere» Raum bleibe». Doch wo die Rabu'istik die seltsamsten Blüthen treibt, muß e« registrirt werden. In der Umgegend von Ostrop hatten 2 jüdische Schankwirthe ihr« Wohnsitze vertauscht. A war nach dem Dorfe des B und B nach dem de« A verzogen. Run triebe» die Dorfschasten die neu Zugezogenen au«. Al« sie nun zurücktauschcn und jeder nach seiner alten Heimath heimkehrt, wird ihnen die Aufnahme verweigert. Ebenso erging e« einem. Manne, der 2V Jahre ehrenvoll beim Militär gedient hatte. Er verlor sein Vermögen durch Feuer und zog in ein andere» Dorf zu seinem Schwiegervater. Au» dieser Zufluchtstätte verjagte ihn der Dorfrichter — und alle Instanzen erklärten die« — für russisch«» Recht. — Da soll denn der Jude noch mit Freuden Soldat werden! Trotzdem stellen sich unsere Jünglinge ziemlich vollständig.*) Piaemati.- Unter l,979,292 Einwohnern hat unser Land 3946 Juden, welche fast alle inDopcnhagrn wohnen. Koustsutluspek. Der Brand vom 7. Decencb.r hat in Ha«kiöi 1000 Häuser, 5 Synagogen vernichtet und mehr al« 2500 jüdische Familien obdacbslo« gemacht. — Der Brand der Schule der »Deutschen Juden" ist ein zweite« Mitleid und Entsetzen erregendc» Unglück. 20 Leichen von bekannten Lindern und einer Lel)rerin sind gefunden. (Vergleiche den Aufruf sin ,Familicnblatt".) •) In dem zu Biatyslot stehenden Regiment» dienen U00 Juden.

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