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Israelitische Schulzeitung · 1882-09-01 · 9 (9.1882) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Schulzeitung
Volume
1 (1882). Bestand UB Ffm
Issue
9 (9.1882)
Date
1882-09-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Knbmt zu gedenken. Redner meint daher, nur derjenige, der uns überlreffe, sei ein beffrer Deutscher als wir, aber unsere deutsch« Gesi. mng und Lieb« zum Vaterlande ver.- möge un« niemand zu rauben. Die Hx. Schule solle dahier unentwegt wchter bauen, solle Gottesfurcht, Wahrheit, Recht und Menschenliebe verbreiten, dann »erd« auch der Segen t>9 Himmä» nicht fehlen. ׳ Hierauf dankte der Vorsitzende namen» der Konferenz dem Redner für die mit wahrhaft jugendlicher Frische au«- gesprochenen zu Herzen gehenden Worte, worauf dann Herr Prediger Fackenheim-Mühlhausen, ala Delegirter de« Verein« i«r. Kultusbeamten Mitteldeutschland«, die Grüße diese» Verein» übermittelte. Mit herzlichen Motten hob er hervor, daß die Beziehungen beider Nachdarvereine sich immer schöner und inniger gestalteten; die Ziele beider seien ja auch dieselben. Wirken für Schule und Gotteshaus, beziehungsweise Verbreitung und Erhaltung dtt Sittlichkeit, Humanität, Treue und Lieb« zu Gott, zu Kaiser und Reich. Der Vorsitzende verlas alsdann, nachdem er auch diesem Herrn innigen Dank ausgesprochen, den Jahresbericht. Er referirte über die Thätigkeit de« Ausschusiea der Konferenz, brachte die Mittheilung, daß verehrl. Vorstand de« Gemeinde- Kunde» unter Vorsitz des Herrn Geheimen Lanitätarathe« Dt•. Krifteller zu Berlin unserer Konferenz wiederum eine Subvention von ISO Mk. verwilligt habe, daß unsere Zugehörigkeit zum Heffischen Lehrerverein durch den Austritt unsere« Vorsitzenden au» dem Vorstände jene« Verein« nicht alteriett werde, und daß wir nach wie vor bestrebt sein müßten, di« Bezirksversammlungen zu besuchen und zu fördern. Er gedachte dann der im verflosienen Jahre verstorbenen Kollegen Roi - Langenselbold und Schilling - Marburg, sowie de« ebenfalls Heimgegangenen, unserm Verein innig zugtthan gewesenen Herrn R a ch o d-Leipzig, früheren Vorsitzenden de» Gemeindebundes, und fordette die Anwesenden auf, da» Andenken der theulen Geschiedenen durch Erheben von den Sitzen zu ehren; es geschah die» unter tiefer Stille. Al» nun noch einige kurze Mittheilungen gemacht, die von vett'chiedenen Antoren eingesandten Schriften vorgelegt und die Denkschrift zur Ettnnerung an Nachod, sowie andere vom Gemeindebund eingesqpdte Schriftstücke unter di« Mitglieder vettheilt worden waren, ersuchte der Vonitzende den Herrn Gutkind - Kasiel um Erstattung seine» Referat«: ״Der Rormallehrplan für den isr. Religionsunterricht einschließlich de» Hebräischen." Diese Arbeit des Referenten konnte der Vorsitzende mit gutem Gewisien im Einversländniß mit der Versammlung für eine gediegene, wohldurchdachte, umfangreiche bezeichnen, welche sehr viele beherzigeuswetthe Winke bringe und daher die vollste Anerkennung verdiene. Ueber die vom Referenten ausgestellten Thesen entspann sich eine lebhafte Debatte, bei welcher׳ sich besonder» die Henen Eornelius-Rothenburg, l)r. Goldschmidt-Leipzig, Levi-Hofgei»mar, Amram-Zwesten. Müller-Frankershausen, Fackenheim-Mühl- Hausen, Spier-Gemünden, RothschildNeukirchen, Blach-Gudensberg, Reumark - Abterode, Rußbaum - Hersseld u. A. betheiligten. So förderte die Arbeit auch hindurch noch manche gute Idee zu Tage und gestaltete die Thesen folgendermaßen: 1) Der isr. Religionsunterrichi hat die Aufgabe die i»r. Jugend in das Verständniß der heil. Schttft und der isr. Religionslehren einzuführen, um ste dadurch zu religiössittlichen Israeliten, zu nützlichen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft und zu ehrbaren und pflichttreuen Bürgern de« Staates heranzubilden. 2) Die Bibel ist die Grundlage des gesammten Religionsunterttcht«. 3) Auf der Oberstufe ist an der Hand eines Leitfaden» unter Zugrundelegung paffender Bibelsprüche und gut au«- gewählter Psalmen der Unterricht in der Religion»lebre in einfacher, den religiösen Sinn und da« Gemüth de« Kinde« bildenden Weise ru ettheilen. 4) Da« Hebräische (Lesen und Uebersetzen der Gebet« und ausaewählter Stücke au» dem Peniateuch) bildet einen westmtltchen Bestandtheil de« Religioniunterricht«. 5) die Vertheilung dieser G^rnstände auf die hierzu gesetzlich MläsWnk Stunden ist so vorzunehmen, daß die obergenanuten Zwecke urrsichtz werden. - Da der Larrefrrent Herr Evn»eliu«-Roche»burg im allgeiwsinen mit d«n Referenten übeminftimmt. gab er i» Anschluß an die Debatte nur noch kurze Andeutungen und legte einen sauber und sorgfältig ««»gearbeiteten, sehr Übersichtlichen Lectton»plan vor, der allgemeine Billigung fand.*) - Im Lause der Debatte nahm Hett 1׳r. Goldschmidt- Leipzig Gelegenheit, den Handfettigkeit»unterrichl de« Rittmeister» Klauson - Kaa» zu empfehlen, um in den jüdischen Knaben immer noch mehr Lust zum Handwett zu erwecken. Hierauf begründete Herr Brandes-Oberaula seinen vorjährigen Antrag betreff» Unterstützung der Lehrerwittwen seiten« de» Ausschusses durch Rath und That, einen Antrag, besten große Tragweite und Wichtigkeit vom Vorsitzenden erkannt wurde, der aber gerade wegen seiner Wichtigkeit bei der vorgeschritlenen Zeit nicht mehr reifllich durberathen werden könne und daher vom Ausschuß im Laufe de« Jahres in ernste Erwägung gezogen werden solle. Ein zweiter, von Herrn Marcu» - Reustadt gestellter Antrag, Kassel zum beständigen Orte der Konferenz zu machen, wurde trotz der angefkdtten erheblichen (Gründe abgelehnt. Ein dtttter, von dem isr. Lehrerverein der Provinz Hannover gestellter Antrag endlich, eine gemeinschaftliche Herstellung einer Schulausgabe de« Pentateuch betreffend, konnte au« Mangel an Zeit nicht mehr zur Berathung kommen und wurde auf die Tagesordnung der nächstjährigen Versammlung gesetzt. Der Vorsitzende machte nun noch die Mittheilung, daß Hett Freudenberg- Nietershausen am l. Januar 1883 sein fünfzigjährige« Dienstjubilrum feiere und lud zur Betheiligung ein. Da« Referat für die nächstjährige Konferenz, die nach Beschluß der Versammlung im Hanau'schen — den Ort zu bestimmen überließ man dem Ermessen dev Ausschusses — stattfinden soll, übernahm bereitwilligst Hett Bachrach - Reichensachsen: es lautet. ״Die sabbathlichen Vorträge de» israelitischen Lehrers." Dtt Vorsitzende dankte nun der Versammlung für die Auftnerksamkeit, mit welcher sie den Berathnngen gefolgt, und schloß die Versammlung mit dem Wunsche: auf glücklicht» Wiedersehen. Hierauf dankte Hett Amram-Zwesten Ramen» dtt Konferenzmitglieder dem Vorsitzenden und dem Auaschuffe, ersterem für die umsichtige Leitung dtt Vtthandlungen, letzterem für die regsame Thätigkeit im Jntttesse dtt Schule und der Lehrer. Beim gemeinsamen Mahle brachte Hett L»r. Stein-.'iassel einen schwungvollen Toast auf Le. Majestät dem Kaiser au», Hett Cornelius - Rothenburg feierte in abgerunbeten, wohlgelungenen Versen den Vorsitzenden, Hett Davidsohn-Helmarshausen toastete auf die Versammlung und Herr Levi-Hvfgei»mar aus die Gäste. Herrn Geheimrath i»r Kn- )toller zu Berlin wurde ein telegraphischer Gruß der Versammlung übermittelt, worauf alsbald dessen Rückantwott erfolgte; ebenso wurde Httr Landrabbintt 1»r. Adler-Kassel, von dem inzwischen ein httzliche» Schreiben au» Bad Liebenstein eingelausen war. telegraphisch begrüßt. Außttdem folgten noch launige und ernste Hoch» in Poesie und Prosa ünd gar manches Scherzwort würzte da« einfache, abtt gut zubereitete Mahl. Ala nun noch Hett Cantor Kaminski- Kassel mit seinn sonoren Stimme eine alte Synagogenmelodie vorgetragen und Hett Vorsängtt Stern - Kassel da» Tischgebet verrichtet hatte, trennte man sich allmählich mit dtt Ueberzeugung, wiedtt einmal einen frohen Tag im Kreise alttt und neutt Freunde vttbracht zu haben, einen Tag, der für Schule und Gemeinde die besten Früchte tragen wttd«, und mit dem Vorsatz«, im nächsten Jahre, so es Gotte» Wille ist, wiedtt kommen zu wollen. L e v i - Hofgeismar, D a v i d s o h n - Helmarshausen, Lchriftf. •) Dir ersuchen um?es. Cinftnbun» desseld.n |ur Beröfiemltchunin dies. Ll

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