Israelitische Schulzeitung
- Journal
- Israelitische Schulzeitung
- Volume
- 1 (1882). Bestand UB Ffm
- Issue
- 9 (9.1882)
- Date
- 1882-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/5959619-6752004-5938127--41-5377156- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JKL 9• Magdeburg, September 1882. Jahrg. 1• JsraelitischeSchulzeitung. pädagogische Ltättcr für Schule und Haus. HerauSlicgcbcn unter Mitwirkung jüdischer Schulmänner von Rabbiner Dr. 3£. Bahmer in Magdeburg. Die 3#״r««titifcfcc SdittUcitllM* rrfchcint al6 pädagogische Beilage zur ^Israelitischen Wochenschriftvorläufig in monatlichen Zwischenräumen und für die Abonnenten der »Wochenschrift" gr atis.— Man kann auf dieselbe auch besonderabonniren, aber nur direct bei der »lkrped. der ISr Wochenschrift" in Magdeburg, oder bei Herrn Robert Aries« in tieipzig. Da« Abonnement beträgt pro Jahrgang t Mk. Insernt«, die gespaltene Zeile SV Pf., für jud. üultu,beamte IS Pf. — iimzeln« nummern verlenbet d.e Eiipebition ä 10 Pig. franco. Die 14. Jahresversammlung der israeliti. scheu Lehrer Hessens. Am 3. Juli d. I. hatte sich im Saale des Arbeiter- Bildungs4!ereir1o zu Kassel eine stattliche Anzahl hessischer Lehrer zur Theilnahme an der 14. Jahresversammlung eingefunden. Nach der Präsenzliste waren anwesend: Dr. Stein- Kassel, Vorsitzender G u t k i n d - Kassel, Davidsohn - Helmarshausen, Cornelius- Nothenburg, L e v i - Hofgeismar, Sodann die Mitglieder her isr. Lehrer-Conserenz: Freudenberg - Nieter-Hausen, Kaminsky - Kassel, Müller- Frankershausen, Marcus-Neustadt, Spier-Gemünden, Bachrach- Neichensachsen, Bachrach-Beisefürth, Werther-Eschwege, Blach- Gudentberg, Löwenstein Sachsen Hagen, Nothschild-Holzhausen, Goldschmidt-Hof, Bachenheimer Kirchhain. Neuhaus-Hanuuthsachsen, Blaubaum-Neffelröden, Wertheim-Volkmarsen, Amram-Zwesten, Oppenheim-Niederaula, Tannenbaum - Kassel, Brandt» - Oberau la, Werl her - Bischhausen, Schwarzschild- Schlüchtern, Nothschild-Drel-sa, Gutkind-Ziernberg, Davidsohn- Helmarshausen, Neumark-Nothenkirchen, Strauß-Burghaun, Neuhaus»Guxhagen, Weinberg - Wehrda, Boley - Mannsbach, Plaut-Grebenstein, Flösheim-Flicden, Oppenheim Harleshausen, Katz-Falkenberg, Flörsheim Wolfhagen, Schün-Naumburg, Nosenbaum - Zierenberg, Alexander - Hebenshausen, Strauß- Baumbach, Hammerschlag Meinbresse», Isac-Frankershausen, Möllrich - Naboldshausen, Neumark - Abterode, Fleischhacker- Felsberg, Emmrich-Nhina, Nußbaum - Hersfeld, Nothschild- Neukirchen, Fauerbach-Eiterseld, Heiser-Niedenstei», Stern- Kassel, Sommer-Marburg, Spier-Sontra, Stein, Schulamts Cand., Nothschild dgl. Als Delegirte waren anwesend: Nab. Nr. Goldschmidt-Leipzig, Vertreter des Deutsch- Israelitischen Grmcindebundev, und Prediger Fackenheim- Mühlhausen in Thüringen als Vertreter de» Vereins iarael. Kultusbeamten in Mitteldeutschland. Die isr. Gemeinde zu Kassel war vertreten durch die Aeltesten Hahn und Nubensoh», die Schulstistungen daselbst durch den Nechtsanwalt L)r. jur. Rothfels. Ala Gäste endlich hatten sich eingesunden die Lehrer: Blumenfcld - Adelebsen, Israel - Moringen, Prov. Hannover, Strauß-Battenberg, R.-B. Wiesbaden, und Nosenberg, pliil, au» Niarburg. Mächtig und voll klang der Choral, der von etwa 70 Stimmen vorgetragen wurde, und um so begeisterter eröffnen׳ der Vorsitzende, Herr Dr. Stein»Kassel, die Konferenz mit einer gediegenen Rede. Redner betont, daß das fortdauernde Interesse für diese Versammlungen eine Bürgschaft dafür sei, daß man die geistige Anregung, welche dieselben gewähren, zu schätzen wisse. Die isr. Volksschule Hessens, welche aus dem echten Deutschthuni hervorgegangen, nachdem Deutschland sich von fremden Fesseln freigemacht hatte, habe es sich zur Aufgäbe gemacht, den väterlichen Glauben mit deutscher Bildung und Gesittung in Harmonie zu bringen. Die isr. Schule möge trotz aller Verkennung feithalten an den! wahren Deutschthum, das in der klassischen Literatur zum Ausdruck gekommen ist. Wenn die Fluth der feindseligen Schriften sich verlausen haben iverde. würden die Werke eines Leffing, Herder und Schiller iinmer noch unsere Herzen erheben. Redner schließt: ״Tenn ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt, ״Wie auch der menschliche wanke; ״Hoch über der Zeit und den! Raume webt ״Lebendig der höchste Gedanke. ״Und ob alle» in ewigem Wechsel kreist, ״Cs beharrt im Wechsel ein ruhiger Geist. Nachdem hierauf der Vorsitzende die Gäste vorgestellt und begrüßt hatte, brachte Herr Dr. Goldschmidt - Leipzig, Delcgirter des I. Gemeindebundes, Grüße dieses Vereins und dankte dem Vorsitzenden für seinen vortrefflichen Vortrag. Er freue sich außerordentlich, fährt Redner dann fort, in einem solchen Kreise von Lehrern zu sei». Wohl nirgends stehe die Benennung Lehrer so glänzend du, als im Judenthum, der größte Mann Israels sei nicht and.ra als ״Radenn", Lehrer, genannt worden. Die ganze Geschichte Israels konzentrire sich in der Geschichte der Schulen Israels. Er könne bei dieser Gelegenheit nicht die Bemerkung unterlassen, daß die Art und Weise, wie in unserer Schule gelehrt iverde, einen schlagenden Beweis dafür liefere, daß das Vorurtheil von einer gewissen Seite, wir hätten kein deutsches Nationalgesüdl, gänzlich der Begründung entbehre. Die Juden seien zu allen Zeiten und unter allen!Nationen an der Geistesarbeit, der Literatur, bcthciligt gewesen, nicht nur, indem sie das Schöne und Erhabene derselben erkannten, sonder» auch selbst schaffend. Selbst im Mittelalter, als eine im »euplatonischen Geist geschriebene Arbeit erschienen wäre und Epoche gemacht hätte, habe sich an» dem Pseudon»!» Avicebron der Jude Gabirol entpuppt. Und daß die Juden in Deutschlaiid dem wahrhafte» deutschen Geiste und der Bildung die Herzen geöffnet habe», sähe man klar und deutlich daran, wie dieselben die Werke der Heroen Schiller, Göthe, Lessing, Herder u. a. begrüßt und verehrt hätten, so daß man sich sogar daran gemacht hätte, sie in das Hebräisch«, zu übersetzen, ohne gar der schaffenden Kruste wie Mendelssohn und