Israelitische Schulzeitung
- Journal
- Israelitische Schulzeitung
- Volume
- 1 (1882). Bestand UB Ffm
- Issue
- 5-6 (6.1882)
- Date
- 1882-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Redner noch seinen Gefühlen de« Dante» für all' di« schönen Wort«, die an ihn gerichtet und für die Geschenke, die ihm dargebracht wurde», rührende» Ausdruck gegeben, erklärt« der Vorsitzende di« schöne Feier, die allen Anwesenden gewiß lang in Erinnerung bleiben wird, für geschloffen. Den Beschluß der schön« Feier bildete ein sehr besuchte« Bankett i« großen Berathungssaale der Pester israelitische» R«ligio«»gemeinde, an dem wohl über hundert Personen an« allen Schicht« und Konfession« de» ungarisch« Lehrerstande» theilnahmm. Receasiollku. K-tte-erLe»,tr1ih und Hotte»vere-r»»g, auf Grundlage der heilig« Schrift und späterer Quell« bearbeitet al« Lehr« und Handbuch zum Religionsunterrichte. Bon Abraham Hochmut h, Rabbiner in Ve»zperim. Buda-Pest. Franklin-Verein 1883. Preis Mk. ‘2,40. In einer höchst lehrreichen Vorrede entwickelt der Herr Vers, die Prinzipien, dt« ihn bei der Abfaffung diese« Werke», geleitet Hab«. Die durchsichtige, getstanregende Darftellung, die in wahrhaft zweckentsprechender Weise zu Grunde liegenden Gesichtspunkte erheb« e» zu einem Hilfsmittel, wie rin ähnliche« bisher noch nicht in unserer jüdisch« Schulbuchliteratur auszuweisen war. Vorzugsweise dürste obige« Religion»werk in d« höher« Klaff« der Gymnasien, Realschul« und in Seminarien Verwendung finden. E« hält sich seinem ganz« Plane nach fern von abstrakt« Begriff»- «rklärungen; e» sucht di« Würdigung und Anerkennung der erhab«« Lehr« unserer Religion nicht in metaphysisch« Au»einanders^ungen, nicht in teleologischen und ontologisch« Beweis« vom Dasein Gotte«: Der sittliche Kern soll immer und immer wieder zur riefinnerlich« Anschauung ge« bracht werden und nachhaltig veredelnd, v«rklär«d wirken. Beim Niederschreiben dieser Rec«sion la« ich zufällig die ausgezeichnete, überaus gediegene, au» dem Voll« schöpfende Abhandlung: ״DerNormallehrplan" in der leider nicht mehr (unter der Red. de« Herausgeber»*) dieser ״Schulzeitung") erschein«!»«» ״Jsr. Lehrer-Ztg. und finde darin da« mir au« dem Herzen gesproch«e Wort: ״ . . . . Darum stell« wir al« Ziel de« Gymnasial-Religions-Unterricht« nicht nur die Kenntniß, sondern die glühende Begeist erung." Diese« Ziel erstrebt das Hochmuth'sche Werk in vollem Maaße. E» ist besonder» empfehlenswerth für Gymnasien, weil e» seiner Diction nach — Ausdrücke wie ״inhärirende« Attribut", ״dianoetische Tugend", Integrität de» sittl. Charakters" u. s. w. deutm darauf hin — gleichsam eine philosophische Propäd«tik bietet und damit rechtzeitig dem Vorurtheil wirksam mtgeg«tritt, als sei da» Judenthum ein völlig steriler Bod« für die Denkthütigkeit, woraus d«n später bei Vielm ״unserer" Gelehrten und Schriftsteller der zügellos« Indiffermtismua resultiri, ja die völlige Abneigung zu der R eligion ihrerVäter. Religion und Philosophie müff« in d« höher« Klaffen der Gymnasien u. s. w. al« unzertr«nliche Begriffe erklärt werden. Geh« wir nun näher auf die Gliederung de« Werkes ein. Abschnitt!.besprich: die Quellen der Gotte«erk«ntniß und die der Gottesverehrung; die offenbarte. Gotteserkmntniß und Gottesverehrung in Jsrael und die Eintheit lung der Pflichten. A b s ch n i t t I l. handelt von Glaubm»lehr« *1 Wir haben — ab,«sehen von einigen »nveren hier nicht nlher zu erörternden Sründen — die Redaction h,u»yägl«h dethalb nieder,«, legt, »eil die Zahl der daraus abdoantrenden Lehrer ein, sehr gering» blieb; sehr •i»k Lehrer erklärten un«, dag da« vedürsnitz einer b,s, n. deren Zeitung skr stt». Lehrer gar nicht »»rite,«, da ft» doch «in« de» jltdischen Wochenschristen hatten «ühtem. und die!« recht »»hl di» »ödagogikchen Interessen «itvertrrten könnten. Wir Hab« un« davon überzeugen taffe» und geben seUoe« dies» ״Schulzeit»»,* ai« B e i< lag» zu unserer Wochenschrift. sRed.) (S.49—R5) und sittlichen Gesinnungen (S. 55—82.) Abschnitt Hl. Sittliche« Handeln. (Jnviduelle und sociale Sittlichkeit, da« sittlich« Handeln in bestimmt« Berhältntffm — Seit« 181.) Abschnitt IV. Gottesver» ehrung (in der enger« Bedeutung hätte der Herr Vers, hinzu« füg« können): Da«G«bet. DieZeugniss« — ein vielleicht nicht zu billig«d«r Au »druck, worunter der Herr Vers. Sabbath und Feste, wie Gebote, die beim Eintritte geeigneter Veranlaffung auszuüb« sind, begreift. Zum Schluß Gtboteder Heiligung (Berbot«e Sprrts« u. s. w.) Treff«d gewählte und zahlreiche Eitate au» Bibel und Talmud begründen d« Text und sind zugleich geeignet, un« in da« bibl.» talmudische Schristthum einzuführ«. In viel« Anmerkung« giebt der Vers, intereffant« Ausschluß über die verschied«st« religiösen Materi«. So «trollt er (S. 23—27) ein Bild der historisch« Entwickelung der Unsterblichkeit«- Idee im Judenthun. (Daselbst muß übrig«» da« Werk Abrawanel» ״Rosch-Amana" und nicht Emana heiß«, andere!,Cnufftl)[« werden gewiß in der zweit« Auflage, die hoffentlich bald nöthig sein wird, au«gemerzt sein.) Wir erlau- ,dm un» noch auf die Anmerk. Seite 92 hinzuweis«, deren 'Schluß ״über Duelle" wohl im Jntereffe unserer studirmd« Jug«d au»führlicher behandelt werd« könnte. (Siehe La« zaru»'Leben der Seele. Seite 109. 133 und ((ab.) Zum Schluß gestatte un» der Herr Lerf. auf einzelne seiner «xegettschen Hinweise zurückzukomnkdn. Wir wollen vorab beruerken, daß sich Herr Hochmuth bei den bibl. Litat« an Zunz Bibelübersetzung anlehnt. Bei dem Vers« S. 71, den er genau nach Zunz refp. Arnheim wiedergiebt: ״Eine Freude ist e» dem Gerecht« Recht zu üben" will er den Begriff otsro עשות mit ״Rechtspflege" aufgefaßt wiffen und auffallenderweise übersetzt er gerade entgegengesetzt. S. 72 ודבר אסח בלבבו übers, der Verf. ״Und er redet, wa« er im Herz« für wahr hält." Einmal möchten wir bemerk«, daß e« anzurathen ist, die Sätze vollständig wiederzugeb«, bes. die kleineren und dann wollen un» die ewigen Emmdation« bei poetisch« Stell« durchau« nicht bchagm. Die poefiereichst« Sätze werd« dadurch ihre« Duste« vollständig beraubt und zerzaust; so will der Herr Vers, bei dem eb« angeführt« Satz אשר suppliren, unserer Ansicht nach ohne jede innere Berechtigung. Im Zusammenhang ist der Sinn der zweiten Hälfte de» Verse» klar ersichtlich. Man übersetze wie vr. Rahmer in s. Tefilla kezara und nmerdinga auch Graetz in s. Psalm- Uebersetzunng: ״Und er redet die Wahrheit nach seinem Herzen." Oder auch ״mit seinem Herz«", d. i. die Congruenz der Gesinnung mit der Thal, würde dem Wortlaute ganz angepaßt sein und jede grammatische und logische Schwierigkeil heb«. Seite 176 handeln die 3 Anmerkung« von der Heilighaltung de« Sabbath». Anm. 2 präcisirt di« Begriffe .לאבר» al» jede körperlich« Lrbeit und ה*ץ als Arbeit mit einem praktisch« Zwecke verbunden. Wenn der Vers, aber al» Belag für die letzte Definition den Satz au» der hochpoettfchen Schilderung der אשת חיל wählt:ותעש בחמץ כמידי so biitfte da« gewiß al» ein Mißgriff anzusehm sein. Die Uebers. de« Verf. ״Sie arbeit« mit ihr« Händen an nützlichen Dingen" widerspricht der Tonfarbe der ganzen Schilderung und ist auch unbiblisch. 8p. Die Rothwendigkeit und die Möglichkeit einer kräftiger« Zusammmwirkung der Völker auf dem Gebiete der Kinder- Erziehung, speziell de» Volk«schulwesen». Von Mhan-sufaer. Köln und Leipzig. Verlag von E. H. Meyer. 1882. Der psmdonyme Vers, will unter Zugrundelegung de« Werke« von Helvetiu« (geb. zu Pari« 1715): ״Vom M«- schm, sein« Geist««krSstm und seiner Erziehung" die Mitweit begeistern und empfänglich mach« für Zukunst«ide«, wie wir sie in folg«d« Sätze« dargestellt find«. Seite 10.