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Israelitische Schulzeitung · 1882-06-01 · 5-6 (6.1882) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Schulzeitung
Volume
1 (1882). Bestand UB Ffm
Issue
5-6 (6.1882)
Date
1882-06-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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״Besser, da» Kind ein« Zeitlang ohne eigentlichen Unterricht in der Geschichte, mit eigenen Augen sehen, zu einem eigenen Urtheil kommen lassen, — al« daß Personen, welche seine gesetzlich angestellten Lehrer find: e« betrügen." S. 25. Schullehrer oder SLnger, beide müssen gleiche Sorgfalt dem Studium der Sprachelemente widmen, sonst wird nie da» dem Schullehrer anvertraute Kind die mächtigen Eigenschäften, welche in jedem Stimmorgan, also auch dem feint־ gen, für Gesang und Rede verborgen liegen, kennen lernen." ״Der Sprachlehrer richte sich in seinem Gebrauch von den Sprachelemente» nach den Lehren de» Sänger»." ״Bei der Prüfung, auch de» künftigen Sprach-Leselehrer», sei jedenfalls der Sänger Mitglied der Prüfungscommission." In dem nun folgenden Anhang werden uns Gedanken von Helvetiu» mitgrtheilt, die der Verf. mit Randglossen versehen hat. In der Anlage II. verschafft uns der Verf. einen Einblick in die Volksschulgesetze von Volksregierungen des IS. Jahrhundert». — Die vorliegende Schrift ist immerhin interessant und bietet de» Anregenden sehr viel. 8p. Feuilleton. AuS dem Spruchschatz des Talmud. Voett|$ ü beitragen von IR a { Leinderg. (Fortsetzung von Nr. 4.) 13. Freund schilt mir nicht die Leidenschaft, Sie ist es, die da» Leben schafft. Und wenn die Leidenschaft nicht wär'. Kein Schiff beführe wohl da» Meer, Kein Mensch wohl hätt' ein Haus gebaut Und sich die Gattin angetraut. 14. Schloß bleibt Schloß, selbst als Ruine, Wenn kaum noch 's Gemäuer steht. Und der Zwerg, er wird kein Hüne, Ob er auch auf Stelzen geht. 15. Glaub' nicht, im Zufall sei 's begründet. Daß man bei der Krähe den Raben findet. 16. Wer sein Kind dem Manne eignet. Den er sittenlos befunden. Hat e» gleichsam vorgewonen Wildem Thiere festgebunden. 17. Ist Deine Gattin treu und bieder Berathe jeglich Ding mit ihr. Und ist sie klein, so laß Dich zu ihr nieder. 18. Ala Lebensregel dieses sei Dein Ziel: Der Freunde tausend seien Dir zu wenig Und ein Feind schon sei Dir zu viel. 19. Trieb'» junges Blut auch keck hinaus, Geduld! Geduld! es kommt der Tag, Wo es der Fremde Ungemach Gemahnt, wie traut das Elternhaus. 20. Wohin da» Herz will gerne zieh'n. Da tragen es die Füße hin. 21. Wohin nach ewigem Beschluß Geschick Dich will verschlagen, , Dahin wird, wie Du Dich auch wehrst. Dein eigener Fuß Dich tragen. 22. Was wohl im Kamine sprechen Dornen wenn sie knisternd brechen? Deut! ich'» recht, so heißt e« stolz: Siehst Du wohl, auch wir sind Holz! 23. Fällt ein Topf auf einen Stein Werden'» nur noch Scherben sein. Fällt der Stein ihm auf den Kopf, Wieder weh dem armen Topf. ' Kurz, wie auch der Fall geschehe. Immer weh' dem Topfe, wehe! 24. Der Mensch allein — durch seinen Glauben — Kann selbst dem Tod sein Bittre« rauben. 25. Fehlt'» Dieben an Gelegenheit Gleich geben sie'» für Ehrlichkeit. 26. Nur der, den auch die Menschen liebm Ist auch bei Gott gut angefchrieben. 27. Selbst dem Fuchs, trotz seiner Tücken, Ist er Czar, mußt Dich ihm bücken. 28. Dein Freund hat einen Freund Und Deine» Freunde« Freund Luch er hat einen Freund. Kür die vertriebenen russischen Inden.*) £ gebt, 0 gebt, denn Roth und tiefes Elend Sie klopfen. Hülfe heischend, an die Thüren, Mög' himmlisch Mitleid Euch, zur Thal beseelend. Da» Herz erschüttern und die Seele rühren. O seht, dies Elend findet keine Worte, Es schleichet bleich und sprachlos durch die Gaffen Es stehet stumm vor Eure« Hauses Pforte, Es kann in Worte nicht sein Leiden faffen. Wozu der Worte? laßt die Thaten sprechen. Ich sag' Euch jetzt, was ich geseh'n und weiß. Ich sah, mir wollte schier das Herz zerbrechen. Bei den vertriebnen Juden einen Greis, Umflossen von ehrwürdig weißen Locken Sah er wohl einem Patriarchen gleich. Als ich ihn ansprach, fuhr er auf erschrocken Und wandt mir zu sein Antlitz todesbleich. Er sprach kein Wort und senkte dann die Lider, Ein Buch der Andacht hielt er in der Hand, Daraus er unablässig, immer wieder. Des Sterbenden Gebet e1nporgesar.dk. . Und so erzählten mir, die ihn nmgaben: ״Seitdem zu Haus er Sohn und Enkelkind, Die man erschlug, nach Vorschrift hat begraben. Scheint er für alles Aeußre taub und blind." Und weiter schritt ich, einen Jüngling schauend. Der hielt den Kopf gestützt in seine Hand, Um seine Stirne schlang sich, blutig thaueno. Die tiefe Wunde deckend, ein Verband. Nicht wollt ich ihn, den Gramversunk'nen, fragen, Trum fragt' ich Einen, der daneben stand: ״Sie haben, Herr, die Eltern ihm erschlagen. Ihn, der sie schützte, schlug dieselbe Hand." Und doch kein Wort des Grimme» und der Rache Und keine Thal, die seinen Feind verletzt? So ann und hüflos-elend ist der Schwache, Daß er nicht einmal flucht Dem, der ihn hetzt? Nicht einen Fluch für so viel bitt're Thränen? Doch hat auch er im Unglück keinen Fluch, So kommt Eu'r Tag doch einst, ihr Bluthyänen, Denn Eure Thaten steh'n im cw'gen Buch. Und Er, der diese« Buch in Weisheit führet. Der Herr, der waltet über'm Weltgericht, Hat jetzt auch edler Christen Herz gerühret, *) »u« einem Gedichte non Dr. *rnclb Weisse, Kitrebaeteur de» ״damdurger Fremd enblatt", Sohn de» Oberradbiner» in Waag- Reustadi sUngarn) (ett Joses Leisse.

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