Israelitische Schulzeitung
- Journal
- Israelitische Schulzeitung
- Volume
- 1 (1882). Bestand UB Ffm
- Issue
- 5-6 (6.1882)
- Date
- 1882-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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קדחייו ejtrabirt und methodisch Bearbeitet würde, wie dies mit .nv׳nm חלנ1ח (man verzeihe diesen vom Standpunkt der Aesthetik nicht gut zu rechtsertigenden Vergleich) schon längst geschehen ist, dann würde mancher Fehler und Jeffur vermieden werden; auch dürften dann die Gemeinden leicht dahin zu bringen sein, nur von solchen Lehrern Trauungen vollziehen zu lasten, die auf Grund diese» absolvirten Kompendium» und guter Sittenzeugniffe, von einer rabbinischen Autorität s'vnp התרת erhalten haben. Die Reservation der ׳■אלת חנם würde auch hier wie bei der Schechitah verbleiben müffen. Dortmund. 10. Mai. Die meisten Ellern schulpflichtiger Kinder haben die irrige Meinung, daß sie ihre Kinder, sobtld sie 14 Jahre alt sind, von der Schule und vom Religion»׳ unterricht fernhalten käunen So hatte auch ei» israelitischer Kaufmann 111 Hörde, al» seine Tochter 14 Jrhre alt war, diese außerhalb der bestimmten EntlaffungStermine von der Kommunal Volksschule, die sie seither besuchte, serngehallen uuv der höheren Töchterschule anverlraut. Da in der letzteren Anstalt aber kein israelitischer ReligionSuuterricht ertheilt wird, so forderte die Behörde den Vater des Mävcheu» aus, seine Tochter zum Religionsunterricht zu senden. Dieser hielt sich weigerlich und so wurde die Sache dem Gericht zur Entscheidüng unterbreitet. Dem Anträge der Amtsanwaltschaft gemäß wurde denn auch der betreffende Kaufmann wegen!Übertretung de« §. 02 de« Juden-G> setze« vom 23. Juli!847 nnd der §§. 1 und 4 der Reg. Pol.-Verordnung vom 26. Juni 1874 mit einer kleinen Geldbuße bestraft und dadurch Klarheit in eine Angelegenheit geschaffen, die iu ähnlichen Fällen schon so ort Meinungsverschiedenheiten zwischen Eltern und Schulbehörden hervorgerus en hat. Provinz Posen. Dem Bericht aus dem Kultusministerium über die unterrichtliche Versorgung der Schulkinder im preußischen Staate entnehmen wir, daß die Stadt Posen in ihren Volksschulen 6078 Kinder unterrichten läßt, von welchen 2204 evang.,3498 kath.,374 jüdisch sind. — Im Regierungbezirk Bromberg sind 20 jüdische Schulen mit 34 Klaffen, im Durchschnitt je eine Klaffe für 65 Kinder. Oldenburg im Mai. (Or.-Corr.) Am 8. d. M. war es dein Prediger und Lehrer M. N e u nt a r f in Vavel von der göttlichen Vorsehung befchieden, sein 50jährigeü Amtsjubilüum in körperlicher Rüstigkeit und Geisteasrische zu feiern. Eine so lange Reche von Jahren im Dienste der Humanität zum Wähle der Menschheit gewirkt zu haben, ist das schönste Bewußtsein, der beste Lohn des Jugenderziehers, des Trägers der Livilisation, ganz besonders trifft dies bei dem Jubilar zu, dessen Streben auch darauf gerichtet war, neben treuer Pflichterfüllung Friede und Eintracht unter den Eonseffionen zu erhalten. Für die Hochachtung und Liebe, deren er sich im ganzen Lande ohne Unterschied erfreut, zeugten daher auch am Ehrentage die unzähligen Beweise der Theilnahme von nah und fern durch Morgenständchen, (Gratulationen, Geschenke und Telegramme. Teil Glanzpunkt der Festlichkeiten bildete indessen erst die Ueberreichung einer landessürstlichen Auszeichnung nebst einem Diplom durch unfern Landesrabbiner, Herrn l>e. Glück, welcher zugleich eine recht herzliche Ansprache an den Jubilar hielt. Se. König!. Hoheit unser Großherzog hat sich bewogen gefühlt, dem Jubilar für eine segensreiche Wirksamkeit das allgemeine Ehrenzeichen I I. Llaffe zu verleihen. Budapest, 29. Mai. Die Säle der k. ung. Akademie der Wissenschaften waren heute Vonnittags der Schauplatz einer ebenso rührenden, wie würdigen Feier: es galt, da» 25jährige Jubiläum des. verdienstvollen Pädagogen und Lehrerbildnero Abraham Lederer zu begehen, dessen Name mit dem jü»gsten Aufschwung de« ungarischen Schulwesens innig'verknüpfl ist. Nicht nur der vornehme Schauplatz des Ereignisses, auch die a ußerordentliche Anzahl der Festgäste verliehen der Feier ein besondere« Relief. Der große Saal war bis in den letzten Winkel vollgepfropft und auch die Nebenräumlichkeiten mußten in Anspruch genommen werden, sollten alle Gäste zu Zeugen der Feier gemacht werden. Unter den anwesenden Notabilitäten bemerkten wir die Mitglieder der Akademie Anton Zichy und Moritz Ballagi, Sektionrath Aaron Buzogöny, die königl. Schul-Jnspektoren Enterich Bökey und Josef T61H, die königl. Kommerzienräthe Armin -keuwelt und Martin Schweiger, ferner I>r. Aaron Kis«, >>r. Adolf 4gai, l>r. Goldziher, die Verein»-Präsidentinen Bischitz und Rosenzweig-Daphir u. s. w. Auf dem Präsidententische waren die für den Jubilar bestimmten Ehrengeschenke, Ehrendiplome, ein prächtiger Lorbeerkranz und sonstige Zeichen der Hochachtung, deren sich der Jubilar erfreut, ausgehäuft. Den Vorsitz selbst führte Universitäts-Professor ltr. Alüdär Sch nie rer, der die Feier, nachdem die Zöglinge der israelitischen Lehrerbildungs-Anstalt das ״Beöeur gesungen, mit einer passende» Ansprache erüsfnete. Derselbe sagte, es sei ohne Gleichen in der Geschichte de« Unterrichts, was aus diesem Gebiete seit einigen wenigen Jahren in unser!» Vaterlande geschaffen wurde. Die heutige Feier gelte einem jener bescheidenen Männer, die still und fast im Verborgenen diese» Resultat geschaffen, sie gelte Abraham Lederer und er beantrage, daß eine Deputation um den Gefeierten entsendet werde, damit er selbst Zeuge des Feste» sei, das ihm zu Ehren veranstaltet wurde. Mittlermeile war der Jubilar selbst im Saale erschienen, was einen wahren Applaussturm provozirle uno unter allgemeine» und wiederbolt hervorbrechenden Sympathiekundgebungen richtete der hauptstädtische Lehrer Emil Herzogh «arme Worte der Begrüßung und der Beglückwünschung an den Gefeierten. Nun folgte eine lange Reihe von Deputationen, deren Redner Grüße und Gaben ihrer Sender überbrachten. Stefan Steiner überreichte im Namen der ungarischen pädagogischen Schriftsteller dem Jubilar eine goldene Feder, ür. Philipp Klein im -kamen der ehemaligen Schüler Lederer'« ein prächtiges Album, Eliazar Seligmann im Namen des israelitische» Landes Lehrervereins ein Prachtexemplar der neuen ungarischen Bibelübersetzung. Im Namen des Eötvös-Fond-Komitä« und des Frübel - Frauenvereins sprach Alexander Poterffy, Gabriel Friedmanil überreichte oas Ehrendiplom des Pester israelitischen Frauenvereins, im -kamen des Exekutiv-Komitäs des dritten Lehrertages sprach Bendelin L^ckics, in dem des Budapester Lehrkörper« Michael Tanoo, Max Mager im Namen des ständigen Ausschusses des Lehrmittel - Museums, Josef T'sth im Namen der FLlegnhnzaer Lehrerbildungs-Anstatt und im eigenen Namen als Zchulinspektor des Pester Komitat» und schließlich Kolomau Muränyi im Namen des Bolkserzieher Vereins und ein Zögling der israelitischen Lehrerbildungs Anstalt im Namen seiner Kommilitonen. Hierauf wurde der Schenkungsbrief über die 1000 fl. betragende ״Lederer-Stiftung" zur Unterstützung der einer wissenschaftlichen Laufbahn sich zumendenden Söhne armer Lehrer verlesen und feierlichst überreicht. Die Stiftung ist interkonfessionellen Eharakters. Tie Verwaltung des Fonds wurde der Eötvüs-Stiftung überlassen und hat der Jubilar selbst zu diesem Fond 300 fl. beigetragen. Dann wurden Begrüßungs-Telegramme verlesen, worauf der Jubilar selbst sich erhob, um mit vor Rührung zittentder Stimme in schlichten und bescheidenen -Korten die Auszeichnungen, mit denen man ihn überhäuft, abzulehnen: ״er sinde, daß die ganze Feier nicht ihm gelte, sondern daß sie die Errichtung eines Monuments bedeute, welches aus einer Hauptsigur »nd vier Nebenfiguren bestehe. Die Hauptfigur sei die Pädagogik, die Nebenfiguren die Gestalten der Humanität, der Wahrheit, der religiösen Toleranz und des Fortsckwitts. Sei» Schicksal erinnere ihn an das seines Urahns und -iamenabruders, den Gott ebenfalls gesagt: ״Zieh' ihn aus deinen» Lande und gehe in jenes Land, das ich dir zeigen werde." So habe auch er vor 29 Jahren sein Vaterland Böhmen verlassen und sei nach Ungarn, nach jenem Lande gezogen, das ihm Gott gezeigt habe. Nachdem der