Israelitische Schulzeitung
- Journal
- Israelitische Schulzeitung
- Volume
- 1 (1882). Bestand UB Ffm
- Issue
- 5-6 (6.1882)
- Date
- 1882-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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י*די' — 20 — Schuluachrichte«. 9rrli1. Dem Religionslehrer u. Pediger Dr. Land»berger wurde von seiner Gemeinde, welch« sich vor fünf Jahren unter dem Namen ״Friedrich«- und Louisenstädttscher Synagogen- Verein" Ltndenstraße 50 ein Bethau« errichtete, bei Gelegenheit seiner zum 25. Male ausgeführten Einstgnung»f«ier seiner Konprmanden eine schöne uno anerkennen«»erth« Ueberraschung zu Theil.?Der Borstand der genannten Gemeind« erschien in «or> pore in seiner Wohnung mit herzlichen Glückwünschen und überreichte ihm einen kostbaren Pokal. Der Svnagogen-Vorsteher, Herr Isidor Land»berg, hielt in sckwunkvollen Gedanken und Worten die Ansprache, die der Jubilar mit einem tiefempfundenen Danke erwiderte. Die Gemeinde hat bei dieser Gelegenheit an ihren bisheugen Prediger da« Gesuch gestellt, den Titel eine« Rabbiner» der Friedrichs- und Louiscnstüdtischen Synagogengemeind« von Berlin anzunehmen. Breslau. Dem Zahre«bericht über di« von Herrn irr. Samuelsohn geleitete Religion» Unterricht» - Anstalt entnehmen wir, daß im verstossenrn Schuljahre in den 9 Klaffen 352 Schüler und Schülerinnen unterrichtet morden sind. Der Dirigent.der Anstalt bittet die Eltern, ihre Kinder möglichst jung, nach zurückgelegtem 6. Jahre, der Religion»- schule zuzuführen. (Wir halten e» pädagogisch richtiger, daß da» Kind erst deutsch lesen lernt und dann hebräisch.) — Au« dem Jahresbericht der unter der Leitung de« Herrn Dr. P. Neustadt stehenden hebr. Unterricht-Anstalt ״Ez chajim" über das Schuljahr 1881'82 ersehen wir, daß sich die Zahl der Zöglinge auf 143 belief und in stetem Wachsthum begriffen ist. Der Schnlverein ״E, chajim", der den edlen Zweck verfolgt, Kindern unbemittelter Eltern die Segnungen de» Thoraunterrichte angedeihen zu lassen, hat sich auch im verflossenen Jahre an Zahl der Mitglieder und an Höhe der Jahresbeiträge vermehrt. An Schenkung von Büchern hat es ebenfalls nicht gefehlt. Aber eine dringende Rothwendigkeit zur dauernden Eristenz der Anstalt ist die Gründung eine« eisernen Fond». Die Einnahme pro 1881/82 betrug Mk. 2857,42. ״ Ausgabe 2801,44 ״ ״ 1881/82*״. Frankfurt, 22. April. Di« Eltern und Vormünder von israelitischen Schülern der Musterschule hatten in einer Eingäbe an deren Direktor um Einführung eine« der Neuzeit angemessenen iSrael. Religion- Unterrichte« gebeten. Unterzeichnet war die dem Schul-Euratorinm übermittelte Bittschrift von 58 Vätern resp. Stellvertretern, welche 79 Schüler ver» Katen. In einem Berichte an den Magistrat befürwortet« da- Curatorium da- Gesuch unter Hinweis darauf, daß bereit« 1877 von den Schulbehörden der Antrag auf Einführung diese« Unterrichtin einer Anzahl von Schulen gestellt worden. Damals sei der Wunsch nur von einem verhältnißmäßig kleinen Theil« der Eltern der israelitischen Schüler au»- gesprochen worden, weshalb 1879 nur die Genehmigung für b!:n betreffenden Unterricht in der Elisabethenschule erfolgte. Da« Curatorium macht, obwohl e« den ihm unterbreiteten Antrag befürwortet, doch darauf aufmerksam, daß mit dessen Genehmigung sicherlich auch die Ausnahme de« israelitischen Religionsunterricht« in den Lehrplan weiterer höherer und niederer Schulen herbeigrfühn werden dürfte, bei welchen hinsichtlich der Frequenz israelitischer Schüler ähnliche Per- HLltmffe wie an der Mustrrschule obwalicte». Zunächst wer. den 8 wöchentliche RcligionSstunden mit fakultativer Tveilnähme für genügend gehalten Auf Grund diese« Berichts unterbreitet der Magistrat der Stadtverordneten-Bersammlung den Antrag, sie wolle zustimmen, daß Hehns« Erlheilung i»r. ReligionS-UnterrichtS an der Musterschulr bi« auf Weiteres so viele ordentlich« Hülfsstundrn bewilligt werden, als nach dem Ermessen des Curatoriums jeweils hierfür erforderlich sein werde». Frankfurt a. M. Am 1. Juni wurde die neue Tum- Halle der isr. Realschule in Gegenwart von städtischen Schulbehördm und de» Schulrath» durch Gesang der Schüler und eine Rede de« Herm Direktor Baerwald feierlich eingeweiht. — An demselben Tage geschah die Eröffnung der i«r. Bolk»schule in dm auf« vollständigste rekauririm Räunien, in wrlchm sich früher die Realschule der i«r. Religion»- gesellschaft befand. Di« i»r. Bolk»schule seht e« sich zur Ausgab«, da» Ziel der städtischen Bürgerschulen zu erreichen und für Handwerk und Gewerbe vorzubereitm. (Wir würden sehr dankbar sei«, wenn man un« einen Einblick in den Lehrplan der Anstalt ermöglichte: wir wissen nämlich nicht, wie dem Utilität»prinzipe Rechnung getragen werden soll. In den Kindem der tar. Volksschule Neigung zum Handwerk zu erwecken ist höchst anerkennen»werth — ausschlaggebend ist jedoch nur die Individualität der einzelnen Kinder. Auf der Erfurter Lehrerconferenz erhob in einer Commissionsfitzung der Herr Stadtschulrath den Vorwurf, daß unsere gering fituirten Glaubensgenossen den unwiderstehlichen Drang hegten, sich in einen höheren Stand zu drängen, der für sie verschlossen bleibm sollte. Sich in einen Stand zu drängen, ist allerding» verwerflich: da» redliche Streben nach höherer Bildung aber sollte jedem eigen sein, ganz gewiß darf ea nicht geschmälert werden, da» wäre eine Vcrsündigung an der Heiligkeit de» menschlichen Geiste».) Aul Lcm Fürste,ths« Lippe. Zu wiederholten Malen ist in der ״J»r. Wochenschrift" (zuletzt in Rr. 20 d. Jahrg. in einer Corresponden; ״vom Rhein") über dir Anmaßung und Ueberhebung der Lehrer, den Rabbinen gegenüber, bittere Klage geführt, dabei aber nie erwähnt worden, daß e« einerseit» auch sehr würdige Lehrer girbt, die (ohne Kauffmann in Frankfurt a׳M.) wohl im Stande sind, eine Predigt zu halten, ein Gotteshaus einzuweihen, auch eine Trauung zu vollziehen, wenn nicht besonders schwierige Verhältnisse vorliegm, und daß e« andererseits auch nicht an Rabbinen fehlt, die dem Judmthum nicht immer zur Zierde gereichm. — Wenn Taktlosigkeiten, Fehler und Jffurim Vorkommen, (um mit dem Corresp. vom Rhein zu reden), so sind dieselben nicht immer von Lehrem, sondem recht oft von Rabbinen verübt worden. — Die famosen Bouillon und Schlachtmaake-Rabbiner sind noch in Jedermanns Gedächtniß: die Eheschließungen gewisser Rabbinen der deutschen Metropole ohne Rücksicht auf גם und חליצה und Verschiedenheit der Konfeffion habm sich sogar im Auslande ״Ruf" erworben. Wa» Taktlosigkeit nach außm hin betrifft, so hat ein orthodoxer rheinischer Rabbiner durch eine neuerdings erlassene Bulle gezeigt, daß er in dieser Beziehung den Lehrern entschieden ״über" ist. — Wer wollte darum aber ein Odium auf den Rabbinerstand werfen und nicht dir Spreu vom Weizen sichten? Wir denken, der Lehrerstand verdient die gleiche Rücksicht und sollte nicht durch so allgemein gehalten« bittere und höhnische Bemerkungen als eine von der Gnadensonne der Rabbiner großgezogene Schmarotzerpflanze dargestellt werden. Durch da» Lamentiren gegen die ״Lehrer, welche Rabbinen sein wollen", wird überhaupt nicht« gebessert, vielmehr dir Erwägung nahe gelegt, daß, wenn die Rabbinen der letzten Jahrzehnte mehr ״Lehrer" gewesen und nicht (im günstigen Falle) bloß ,^Lernende" geblieben wären, der Indifferentismus und die Unwissenheit nicht so sehr hätten um sich greise» und die Position de» Rabbiuerthum» so gewaltig erschüttern können. — Jetzt, wo oft auf 20 Meile» in der Runde kein Rabbiner anzutrcffen ist, würde inan sich in manche» Gegenden, um Unkosten, Zeitverlusten und anderen Unannehmlichkeiten zu entgehen, ohne viele- Bedenken mit der Civilehe begnüge»!, wenn nicht der nahe »vohnende Lehrer resp. Cultuabeamte bereit märe, Kidduschin zu geben. — Soll in dieser Beziehung eine Wandlung zum Besseren eintreten, so kann die« nur durch positive Maßregeln, nicht durch Zetern und Klagen geschehen. Wenn von berufener Seite au« dem großen Gewirr« der einschläglichen talmndischen Codice», וח"* u. s. w. da» für unsre Zeitverhältnisse Anwendbare und als wissrnawerth Erscheinende über הלנות