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Israelitische Schulzeitung · 1882-03-01 · 3 (3.1882) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Schulzeitung
Volume
1 (1882). Bestand UB Ffm
Issue
3 (3.1882)
Date
1882-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— 11 half tapfer mit. Es darf un» daher nicht wundern, wenn Ehamisto in einem an seinen intimen freund, den jungen Varnhagen, gerichteten Brief anstandslos schreiben konnte: ״Folgendes ist eine Probe aus meinem Encheiridion: (Gütiger Wott, mit Dir »elbst ja schachern sie voller (Gewinnsucht, fetzen da» Handgeld dran, denken: es lohnet der Kauf. ('lieb Paradies nicht, o Herr! sonst wirst Du geprellt wie von Jude», sind sie tum Thore hinein, wahrlich, sie lachen Dich aus." (siehe Leben und Briese von A. von Cbamisto. Heraus: gegeben vurch I. E. Hitzig. Band I s. 155.) — Ich kann mir nicht versage», hier am Schluss ei» Wort des alten Tiarnhagen aus s. Tagebüchern Bd. I t s. 228 den Lesern mitzutheilen: 3 .12״et>t. 18.54. . . Der Minister des Innern hat ausgesprochen, dan die Juden Mitglieder der bügerlichen (Gemeinden sind, ein verarmter Jude also nicht seiner religiösen jüd. (Gemeinde zur Last fällt, sondern der bürgerlichen, tu der er gehört, (rinmal etwas Geschckidtea von einem Crtc her, der sonst wenig dergleichen liefert." 8z,. Magdeburg. In der ״AUg. Deutschen Lehrer-Ztg." giebt ein Ile. Haus«׳ in Paris Winke für solche deutsche Lehrer, die ins Ausland gehen wolle». Er schreibt u. A. über Kairo. ״In Kairo ist es ganz schwer, Eristent zu siuden: wer nicht über 4 oder 5 moderne sprachen verfügt, muss bald ׳,um Lchreiberdrot greifen oder das Land verlassen, wenn er nickt untergehen will. Es giebt, wie auch in Alerandrien n. s. w. deutsche schulen, meist wird aber sranzösisch verlangt. Der erste beste malachische oderarmenische Iude, ohne Wissen, auch ohne Diplom(!), behält die Ober- Hand (!); ״Der grösste Lump schwimmt oben aus." Der Deutsche ist kein Mann der Reklame, der Elegant, der Etikette; Wisien, Litte und Treue sind dort nicht das Beste." Seltsam contrastirt dieser letzte Latz mit den von 1>r. Hausä in Paris gemachten Manipulationen. Er sagt selbst von sich: ״Ich annoncirte in 8 Zeitungen an verschiedenen Crten, ohne Ansprüche aus behalt tu erheben, umsonst. (Ties soll keine Reelame sein, lächerlich!) Man ist ein ״Prussien", ein Lolin Bismarcks." Wie es dem l>r. H. schließlich doch gelungen ist, sich in Pari« Stellung tu verschassen, so dürste es ihm auch wohl bei einiger Anstrengung in Kairo glücken, daselbst bald ״oben aus tu schwimmen." Hannover. 6. März. Am hiesi.eu Lyeeum II wurden vom mündlichen Examen zwei Abiturienten dispenstrt, beide Israeliten. Einer derselben (Hirsch) war prime.4 der Elaste. An» Westsale». Wie wir aus dem jetzt tum Versandt gekommenen Jahresbericht 1881 der ״Unterstützungskage des Vereins iarael. Elementarlehrer für Westfalen und Rheinprovinz" ersehen, zählt der 'Verein 53 Mitglieder und 9 Ehren- Mitglieder. (Die jüngste Ehrenmitgliedschast haben die Eheleute R. Simons in Reust durch die bei Gelegenheit ihrer goldenen Hochteit dem Verein tugewendete reiche spende von 30V Mark erworben.) Die Gesammteinnahme im Jahr 1881 beziffert sich aus M. 5534,18. Verausgabt sind für Verwallungskosten u. s. w. M. 292,45. Die Unterstützungen sind den Eingängen von 1880 entnommen. Die Unterstützungsquote pro. 1882 ist auf M. 55 festgesetzt und «aterstützungsberechtigt sind 8 Familien mit zusammen 40'/, Quoten. Da« Vereins-Vermögen belief sich am 1. Januar 1882 auf M. 44401. In einem Anhänge sind diejenigen Qrte angeführt, deren Vorständen, Rabbinern, Cultusbeamten regelmäßig die Jahresberichte u. s. w. zugesandt worden sind. Von den aufgezählten 171 Qrten haben 29 während de» 25jährigen Bestehen» de» Verein« nicht die geringste Summe gezeichnet; u. a. Saarbrücken, saarloui«, saarwellingen, Salzkotten, Trier, Reuwied. Gelsettttrche» in Westfale». Die hiesige israelitische Schule ist bi» jetzt »och Privatschule. Wie wir nun erfahren, hat die königl. Regierung zu Arnsberg auf den Revision»- bericht de« Herrn xreis-Schuliaspektor» hier unter dem 23. Januar verfügt, daß der Vorstand der betreffenden Schule bi» zum 1. Mai cr. für die Beschaffung eines geeigneten schullokala sorge tu tragen habe, sodann wird der Vorstand ausgesordert, die (Gründe antugeben, welche der Um- Wandlung der jüdischen Privatschule in eine öffentliche entgegenständen. Rostock. ״Der jüdische Lehrer, sein Wirken und Leben. Culturbilber aus der Gemeinge, von Lion Wolff." (Rostock. Earl Meyers Verlag, 1882.) Die scharfe Beobachtuugsgäbe, welche den Verfasser in seine» ״Eulturbildern" au« dem jüdischen Familien- und Feststagsleben ansteichnete, ist auch in diesen humorvollen Schilderungen aus dem Leben des vielgeplagten jüdischen Lehrers, der vielfach von den geldvrotzigen (Gewalthabern der (Gemeinde »och als Paria behandelt wird, tu sinden. Es ist der Humor, der unter Thränen lacht, wie er in diesem lesenswertden Buche lebt und webt. Ist ja der Verfasser nicht nur Prediger, sondern auch Lehrer der israelitischen Gemeinde in Rostock, und er kann aus eigener Erfahrung nicht nur von dem Freuden, sondern auch von den Leiden des jüdischen Lehrers sprechen. Viele Lehrer und auch Laie» werden das Buch lesen, bald lachend, bald wehmiithig den Kops schüttelnd. (Wir kommen darauf zurück. Würzburg. Dem uns jetzt erst eiugesandten, im Rovember 1881 abgeschlosteneu Rechenschaftsbericht über die israelitische Lehrerbildungs-Anstalt in Würzburg für das 17. Jahr ihres Liestehens von R. Banibergcr entnehmen wir, dast die Anstalt im verstostenen Jahre vou 31 Seminaristen besucht worden ist, von denen 18 Unterricht, Wohnung und ärztl. Behandlung unentgeltlich erhielten und die übrigen die ganze bez. theilweise Beköstigung betahlre». Das Gesammtvermögen der Anstalt beträgt M. 03,880 3 Pf. Verausgabt wurden M. 15,438. 99 Pf. Die Einnahme betrug M. 18,201. 32 Pf., daraus sich ein Castenbestanb von M. 713,33 ergiebt. In den! Bericht wird den bisherigen edlen Gebern ans Herz gelegt auch fernerhin der Anstalt ein wohlwollendes Intereste zu bewahren. Petersburg. Am 27. December (8. Januar) wurden in der Generalversammlung des Vereins zur Verbreitung der Ausklärung bei den Juden Rußlands die 3 ausscheidenden VorstaudSmitglieder Baton Günzburg. Prof. Bax und l)r. Harcaoy (der freilich eine Wiederwahl ablehnte) wiedergewählt und die Bildung eines besonderen Ltuden:en- UnterstüyungSvereinS beschlosten, der diesen Stunden, schrittliche Arbeiten :c. verschaffen will. Auerbachiana. 1. Bert hold Auerbachs Bildungsgang in Beziehung aus die jüdische Wistenschast ist in den bis jetzt erschienenen biographischen Skizzen nacht genug gewürdigt. Seine Grundläge in jüdischer Wistenschast legte er bei seinem Lehrer Bern» hard Frankfurter. Bruder de» in Hamburg verstorbenen Prediger» am Neuen i-rael. Tempel in Hamburg; dann kam er zu dem bedeutenden Gelehiten Rabbi Gabriel Adler, Bruder des Rabbinen llr. Rathan Adler in London, nach Mühringen, '/, Stunde von Nordstetten; diesem feinem Lehrer, der 1835 nach Oberdorf als Bezi.ksrabdiner kam, bewahrte Auerbach kindliche Verehrung, Rach seiner Kar ini/.wa brachte Bernhard Frankfurter, der inzwischen durch seine Verehelichung auch mit Berthold verwandt wurde, ihn nach Hechingen in das Beth Hamidrasch. Damals wurde er noch פישה ברוך genannt und so nannte ihn auch Rabbi Gabriet Lvler noch, als er der berühnite ״Berthold Auerbach" war. Bon Hechingen kam er in» Lyeeum nach Karlsruh, wo ihm ein reicher Verwandter lebte, der ein berühmter בעל ת8לה an de» יביס טובים war, und besten SangeSweisen verthold sehr gerne reproducirte: in KarlSruh widmete er sich noch fleißig dem Talmud-Studium und hatte noch einen עור* bei

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