Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 52.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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406 wollt» plündern, bctnolirrn. dir wenigen freigeblirbenm Juden lynche» — und plötzlich eine freundliche Stimmung, friedlicher Verkehr der Bauern mit den Juden, al« wenn nicht« vorgrsallen wäre?! Ja. ist die» nicht ein bedeutungsvolle« Symptom, bedeutend grnug. um nach der Lösung diese« Räthscl« zu forschen? Run. die Lösung ist nicht schwer: Die Disza-Eßlarer Bauern hatten ansang« geglaubt. >va« ihnen dir Herrn» Onody und Gesinnungsgenosse» in die Ohr n blirsnt. E« dauerte aber — wie e« ja in einem so kleine» Orte begre flich ist — nicht lange und die Bauern!ind eine« Bessern, belehrt worden. Die vorenvähntcn Ercheinungrn, ferner Znflüslrrungrn ringnvcihter Personen lassen eben für dir Bauern keinen Zivrisel zu. btifj dir Juden unschuldig sind und in Tisza-Eßlar ist kein Mensch, der nicht wüyte, zu welch' unwürdiger Comödie sich der Gerichtshof in Npiregyl^za erniedrigt! Htuderpeß, 17. December. Zur TiSza-Eßlarrr Affaire meldet der »Peiter Lloyd": Die Eingabe der k. Olvr-S'aat«- anwaltschaft. wonach um Uebersendung sämmtlicher Leichentheile in der Liste, in »velche die exhumirte Leiche »ach vorläufiger Untersuchung gelegt wurde und welche Liste dann gesiegelt wurde, ist vom königlichen Gerichtshot i» Nyirrgylsaza abiveislich beschieden worden. Dieser Bescheid wurde der königlichen Ober Staatsamvalt licutc zugeslrllt. I» drmsell^n wnd erklän, daß der königliche Gerichtshof von Ry>rcgyh>,za den, Anträge de« dortigen Comitats Ol>erphysicus vr Jvsza Folge gab, wonach blos gnvisse, von diesem — Dr. Josza — auszuerwählrnde Theile der exhumirten Leiche zur Sachvcrf« »idigrn- Begutachtnna »ach Budapest zu senden seien. Die Berufung, welche der Ryirrgyliazarr Advocat vr. Heumann seiner,eit sofort gegen diesen Antrag de« Cvi»itats-Ol>erphqsikuS. rrsp. gegen den Bescheid de« k. Gerichtshöfe« annirldetr, wurde vom k. Gerichtshof in Ryiregyljaza a lirrrins mit der Motivirung zurückgciviii'kn. das, cs gegen derlei Verfügungen des Gerichtshofes leine Appellation gebe. (Unter den de» Prvfessvren vorgelegien Knochen solle» sich Thierknoche» befunden haben! Red.) Audapeli, 17. Derember. Unter dem Protektorate Onody'S wird hier die öffentliche Ausstellung des angrbliklicn Portrait« der Enter Solymoffy gegen Entröe vorbereitet. Die Ausstellung des Bildes soll mit Erlat inscenirt werde». So wird dir Bildung eines au» Ai>qevrdnete» und hervorragenden Bürgern l>cstrl>e»dcn Eomi ö's geplant. Der Ertrag soll antisemitischen Zwecken gewidmet weiden. Die Einladungen Onody'« zum Eintritt i» das Coinnö sind von achtbaren Bürgern mit Iudignation zurückgriviesen worden. Bezeichnend ist, dag Onody aus die Frage, ob er einen wirklichen materiellen Erfolg sich verjprcc1>e. mit Zuversicht daraus hinwie«, daß die Juden zusirümen rverdcn, um da« Bild zu sehe», das; er auf die Neugierde der Jude» specutire. wie ja thatsächlich — die« waren seine eigenen Worte — da« antisemitische Blatt .Függrtlriisrg" hauptsächlich durch den Zuspruch der Juden sei» Leben friste. Ohne die Unterstütz»»,). welche Berhovay der Neugierde der Juden verdankt, müßte »Függctscg" zu erscheinen aufhören. Aremfler. (Or. Corr.) Die gegenwärtigen trüben Erscheiuungr» lsabr-n da« geistige und religiöse Interesse in unser» Glaubensbrüdern wachgcruscn und da« Verlange» nach engerer und inniger Anschlirßung aneinander allgemein verbreitet, so daß eine schwache Aurrguug von Seite de« Rabbiurr« vr. Frankl genügte, um in der hiesigen Gemeinde einen jüdischen Lesrverrin in« Leben zu rusen. *) Schon um de« Bortheil« willen, daß er die jüdischen Angelegenheiten der Besprechung in öffentlichen Lokalen entzieht, ist er der Unterstützung würdig, abgesehen davon, daß er Freundschaft und Anhänglichkeit unter den Mitgliedern fördet. Fast allabendlich *) In gleich rühmlicher Weise sei hier die Oemeinde Aachen genannt, deren Raddiner vr. Jan tu» in einer Rolnidre-Prrdig» da« »nichtig« Thema. F-rdrrung der jüdischen Lineratur und Journale dehaadelte. Keiner Anregung wurde, wie «ir misse»», auch »an Bi-len Kolge geleistet. (Red.) finden Disputationen über talmudische oder historische Themata statt, zu welchem Behufe im Vereine mehrere wiffenschaskliche- Weckk (Grätz) nebst vielen jüd. Zeitschriften auflirgen. Möge der jetzt Alle beseelende Eifer nie erkalten! Da Herr vr. F. von de» Brrussgrschäftrn zu sehr in Anspruch genonimci, ist, wurde Herr Werner zum Präses geivähl». Türkei. Der Winter ist schlecht. Zuerst zu uie* Kälte und daun zu wenig Regen. Da« Wasser ist theuerauch da« Getreide HSl»er im Preise al» sonst. Daher fi,cht die Mission mit vielem Glücke. l>rsondera unter den russischen Immigranten. Grld l>at sie ja. wie Heu. — Krieg er-Effendi hat fein Amt verloren, angeblich eine« Etiquetteu-Fehler« ivegrn. /legypte». Baron Jacob v. Me nasse, Vater und Clies einer angesehenen Familie in Cairo und Alexandrien ist gestorben. _ Vermischte und neueste Nachrichten. Ikkagdetzurg, 27. Deerml>er. Soel-rn. ivährrnd de« Drucks dieser Nummer, kommt un« die höchst betrül>endr Kund« von dem plötzlche» Tode de« im kräsiigslc» Mannesalter stehende» Rabbiner« vr. Landsbcrg in Liegnitz. Sein Name ist durch dir trefflichen Urberjetzungrn (und Versendungen) der Alliance-Berichte weit über Deutschland hinau« rühmlichst l>ekan»t. In ihm verliert die Alliance israölite ihren eifrigste» Förderer — ihre »rechte Säule" in Deutschland. Ihm ist ei» ehrende« Andeukr» in ihre» Annalr» grsicl)enl Stetliu. Ich freue mich. Ihne» meide» zu können, daß Herr Heiniaun Lrwin, Schriftführer unserer Repcäscntante».Versa,»inlnng. l>ci de» jüngsten Wahle» zu den Stadt- Verordneten mit großer Majorität al« solchegnvählt wurde. Dem gknanntc» Collegium gehöre» »uu 5 jüdische Mitglieder an. Lamöurg. Unlängst ist hier der Fall vvrgekaininen, daß eine Wiktive von ihrer in einer Mischet)« erzeugten Knabe», von denen der älteste bereit« dreizehn Jahre alt war, an einem Tage beschneiden ließ. W. Nordhauser», 17. December. (Or.-Corr.) Am 14. Drreml>cr er. feierte der erste Vorsteher der hiesigen Synagogen-Gemeinde, Herr Samuel Sonncnfrld keinen 70. Geburtstag. Al« ei» Zeichen allgemeiner Verehrung und ausrichtigrn Danke« für eine mehr als dreißigjährige ausopserndc. umsichtige und friedlirl>ende Le tung der Gemeindeverwaltung wurde ihm al« Geschenk seitens der Gemeinde nebst einer herzlichen Dankadresse eine Dorö'schc Prachibibel übersandt. Auch der hiesige 3iabbiucr, Herr vr. Lciindörfer fe erte am letzten Sabbath in einer entsprechenden Kanzel rede und Sgensverlieiluiig die vielen liervorragenden Eigenschaften, Leistungen und Verdienste de« Jubilars, dem eö durch de« Allmächtige» Gnade vergönnt sei» möge, reich l>clol»it einen zufriedenen und glücklichen Lebensabend bis in'« höchste Grcisenaltrr z» schaue». <Ca«ptz>i«, im December. (Or.-Corr.) Vor Kurzem siarb hnr int Aller vo» 92 Jahren Baruch Michael Mayer mit Hinterlassung vo» etwa 120 lebenden diircirn Nachkvnimrn (9 Kinder. 55 Enkel, rbensovielr Urenkel und 4 Uiurnikel) Der Vristorbenr war bi« in sein hohe« Alter geistig und körperlich sehr rüstig, wenn auch seit einigen Jahren fast erblindet. Dir Ol>erschwrlle seiner HauSthüre trug dir Inschrift: -pMOnn* 1 mal nnK "jra — Er hatte viele Jahre hindurch al« Mohel und Baal Tcfillah der hiesigen Gemeinde (als Mohel auch auswärts) tresfl.che Dienste geleistet, welche ihm ein dauernde«, ehrenvolles Andenken sichern. ."ITT ^jro 03 Zkest, 21. December (Or.-Corr.) Soeben ist dir erste Rede de« vr. Ad. Jellinek in ungarischer Ucbrrsrtzung iu einer Auflage von 10.000 Exemplaren erschienen. Der Uebersetzer, Herr Simon Fischer, hat sie in ein sehr gewählte« und elegante« Ungarisch übertragen, die Ausstattung ist glänzend und mit dem Portrait de« Berfaffer« versehen. Die übrigen