Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 52. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 52.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/5369809-5935096-5938117--4859-5377118
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

408 Der Act der Urbergabe gestaltete sich zu einem solennen Feste. Am Vorabend de» JubcltageS, am I. Derembcr, wurde der Judilar auf die St. Thcaterintrnd»inz beschieden, woselbst der Intendant Geh. Hosrath v. Wehl, in Anwesenheit der beiden Hofkapellmrister Abert und Doppler, unter ehrender Ansprache, im Ansirage S. M. de» Königs, die hohe Auszeichnung überreichte. Am Jubeltage selbst versammelte» sich die Vorgesetzten nnd Kollegen des Jubilars, 70 Köpfe stark, im Theaterconfercnzsaalr. der in einen Wintergarten. geziert mit de» Büsten der beiden Majestäten, umgewandelt war. Beim Eintritt wurde der Jubilar mit einem Tusch empfangen. Herr Hoskapellmeistcr Abert hob in einer schwungvollen Rede die Lrcrdicnsle des Jubilars hervor und überreichte ihm eine» Lorbeerkranz. limwunde» mit einem Bande in den wnrttembrrgischcn HauSfarben mit der Inschrift: „Die Mitglieder der St. Hojkapelle ihrem College», Herrn Hosmusiker Schwabacher zum 40jährigen Jubiläum 18 42 Stuttgart 1882. Der rvcitere -Verlauf deS Tages war eine ununterbrochene Ovation. durch Ehren gaben, briefliche und telegrammisclie Glückwiinsck>e. Crg>eisend war dir Zuschrift des Oberhofmcistrrs der Königin, Graf Taube, dessen beide einzigen Söhne, 1870 bei Cyampiguy gefallen, van Karl Gerock u. A. niehrfach lvsungrn. seine Schüler waren. Die Stuttgarter Blätirr theilen diese Auszeichnung tHeils mit ansführlil1)cn biographischen Ber'chten über de» Jubilar mit. Derselbe ist in Oberndorf im Ries geboren, von frommen jüdisctien Eltern erlogen, l>esvnderS die Mutter >var eine für ihre Zeit wohlunterrichtete Frau, deren reiches Gemülh auf den Sohn übertrage» wurde. Ein Vetter des Rabbiner L. v. Schwabaäier in Odessa, bezog er init diesem das Gymnasium in EUwange». der dortige Rector vv» Bücher dewvg ihn. sich rvigen seiner klangvollen Singslimmc und stines mulitalisel'rn Gehörs der musikalisch illeairalische» Lausl>ahn zu widmen. 18.14 trat er in die dramatische Schule in Stuttgart unter Seydelmann's Leitung rin und grroü Gesang- und Mnsiknnicrricht. Als feine Stimme mutirte. ging er davon ab. sich als dramatischer Opernsänger auszubilden und widmete sicli auSschliehlich der Musik zu. In seinem Besitze sind Anttgrapl>e» der Kunslkoihpllärn Stuttgarts, von Srydelman». Molique, Lachner, L»idpaintncr u. A., die als Zeugnisse für dir kiinsilerischc Begabung und Leistung des damiligcn Ku»sijü»gcrs sehr ehrenvoll sind. Seit 47 Jahren gehört der Jubilar dein Sluilgarter Tl»ca«rr an, dtivvn 7 Jalne thrilivci>e als Munftelene und später als provisorischer Hofmnsikus. bis im Dec.inber 1842 seine beftni« live Bestellung erfolgte. Was den Jubilar lvsonders wcrth macht, in den Spatien einer jiidischen Zeitschrift genannt und Sclühmt zu werde», das ist seine treue Anhänglichkeit an's »udenihum; in seiner Familie wird die Ethik nnd Poesie der angcstainmien Religion aufrecht erhalte». Sein Sohn und Schwiegersohn sind die J> Haber der rührige» Vcrlagsbuchl)»indlnng, unter Firiua Lrvy & Mü l lcr, die i» der jünglirn Zeit ihre Pirfsc in den Dienst der jüdischen Littcraiur grsiellt. Bei ihr sind eben c.schienen: .Drei Gespenster", eine Zeilfrage von Dr Simon Leo» Schwabachcr. Rabbiner in Ooesja. und „Geschichic der Erziehung und des llnierrichls bei den Israeliten von der vorialmndischen Zeit bis auf die Gegenwart. Rebjt einer „Bibliographie des Israel. Erjichlingsivescns" von B. Strahburger. Aluchau, 12. Deccinlier. (Or. Eorr ) Herr Rabbiner W ei man n hier hat am letzte» Samstag in seiner Predigt, auf den Sieg der Makkabäer hiiiweisend. die hcnligr Liellnng der Juden beleuchtet. Der Ansruf Dr. Jcllinek's: „Organisation gegen Organisation" veranlagte den Redner, in seiner Rede vr. I c l l i n c l seinen holten Berdienslen gemäss zu feiern und zu würdigen. Der Wohllhäligkeitsverei» (Ovmillu» 0li«r»«o6i>n) in Keikvronu feierte vor einigen Woelie» lcui 2ö jähriges Jubiläum durch Fcstprrdigt des Rabbiners vr. Engelbert und durch ei» Feitrsscn »n jüdischen Gaslhof. Dein Berri»»- vor>la»d wurde ein silberner Pokal verehrt. Letzten Freitag fand in Aübiugn, die Einweihung der von Wenkheim dorthin verlegten Synagoge in festlicher Weise statt. Die Festrede hielt Bezirksrabbincr vr. Si lberstrin von Mühringen. An der Feier nahincn Kirchenrath vr. Wassermann von Stuttgart, der evangelische Dccan mit frül»eren und jetzigen evangelischen Geistlichen von Wenkheim, die Bezirksl»eai»ten. der Stadtvorstand nnd sonstige Vertreter der Stadt und dortigen Anstalten theil. DaS neue Bcthaus ist ein kleines, einfach gehaltenes, aber würdig ausgestatt tes Gebäude und gereicht der kleinen opferwilligen Gcmrindc zur höchsten Eluc. W. Stettin, 21. Deeember. (Or.-Corr.) Viele Mit glirder unscrcr Gemeinde werden noch gar nichts wissen von einem Wohlthätigkeitsverein. der liier segensreich waltet. ES ist dieses der Verein „Chewras Neorira“, der nur Kinder resp. »naben zu seinen Mitglieder» zählt und dem jeder Knabe von seiner Geburt an als Mitglied angehört. Vor 3 Jahren von unserin Canior Herrn Sarasohn ins Lebe» geruse». liegt die Tendenz desselben jetzt so klar, das, er es wohl verdient, auch in der „Jsraclitisck^n Wochenschrift" öfsenilich leesprochen z» werden. Jever K»abe zahlt einen monatliche» Beitrag von 2ö Pfennigcn und iverden für dir cingchcndrn Beträge arme Kinder untersiützt. Während der Ehanuka Festtage fand die ossicielle Feier des Vereins statt, die sowohl von den Mitglieder», als auch den Eltern der Knaben und viele» Fi'unde» des Vereins zahlreich besucht ivar. 'Rachdrin die Ehanuka Lichter von cincin d, r zu beschenkende» Knal>rn angezündet waren, hielt der Vorsitzende des Vereins, der Schüler C. Samuel. Sohn unsere» gleichnamigen Gemeindevorstehers, eine Ansprache, der ein ans die Feier bezüglicl-cr Vortrag u.iseres Rabbiners Herr» Dr. Vogclstcin solgic. Da»» folgte die Bescheerung der Knaben: Acht derselbe» konnten mit Sti.frln, Paletots »ad Schreibutensilien erfreut weiden, einer erhielt zu seiner Barmitziva einen neue» Anzug nnd tincm ivnrden 6» Mk. Bcihulfc zum Besuch einer höhere» Schule gewährt. Die Feier niachtc eine» grohartigen Eindruck, viele Wünsche wurden erfüllt und wir köiilien nur wünsche», das, er auch weiterhin gedeihe» »nd seine Ziele iininer mehr »nd mehr erreichen möge, llnscrm Herrn Sarasohn aller gebührt gerade snr das Jnslebenrufcn dieses Vereins und für die unciinüdliche Theilnahine, die er dem sell>en ininierfort zuwendct, unser Dank. — I» r>ergaiigrner We>ck>e fanden die Wahle» znm Reprä sentaiiten Eollegiu», lins. Gemeinde statt und sind die aus scheidenden Mitglieder bis auf einen ivicdrr gewählt worden. Die Betheiligung bei der Wahl ivar eine sehr schivache, von ctivas ül>er 600 Geiiienid Mitgliedern üb:en nur 12!> also ca. 20'/, ihr Wahlrecht aus. Viel Schuld an der geringen Tl>eil»ah»>c mag ivohl die Vorschrift haben, das. Jeder seine Stiminc mündlich zu Protokoll: d. h. alle zu wählende» Repräsentanten nnd Stellvertreter öffentlich der Wahlkvininission nennen inusi. Das ist ebenso zeitraubend als nn:stä»dlich; rS pagt auch Dicscin oder Jene»! aus irgend einem «Yrnnde nicht. Manchen der ansgestellten Candidakcn seine Stiinnic zu gelvn und es würde sich daher ivohl eine diesbezügliche Abänderung der Statuten rinpsehle» Lilie ivir erfahre», wird rin dahingehendes (besuch beim Vorstand der Geineinde demnächst eingereichi werde». Lola. (Orig. Eorr.s Das seltene Fest der goidenen Hvchzeitsseicr beging am 5. Deccinl>er der Kaufinan» Herr Leopold von Gelder». Religiosität, Fleis,, redlick/eS Strebe» zcichnctcn das Jubelpaar ans seiner langen LebcnSbaln: ans, cs strömten daher die Graiulante» und Grain lationr» von alle» Seite» herbei nin durch Wort. Schrift oder Geschenk dem Paar eine Fieude zu bereiten. Auch aus Deutz, wo der Jubilar früher wohnte, war eine Deputation der Slinagogei, Geincindc erschienen. Die Cheivra Gemilluth Chassodim. dessen langjähriges Mitglied v. Geldern, sthickte durch den Rabbiner und zwei Herren ihre Glückwunschc. Doch auch hölieren Ort» lieh man diesen Tag nicht »»berücksichtigt vorübergehen. Der .Herr Polizeipräsident ».König

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.