Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 51.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Eie haben nicht nur materiellen Nutzen für die Unterstützten, sondern auch sittlich erziehenden ^rinfluß aus die kleine» Berrinsmitglirder, deren WohlthütigkertS- und Gemeinsinn in nutzenbringender Weise dadurch angeregt wird. Atzt». Das hiesige Lehrerseminar, unter Dirrction des Separatisten vr. Plato, hat vom Borsland des Deulsch- Israrlitischen GemcindebundeS eine Subvention erhalten, was natürlich vom .Israelit" zu -lussällcn Legen den Gemeinde rabbinrr Herrn vr. Frans und zur Stärkung der Lrparationsgelüstc benützt wird. Diese» Blatt l-at bekanntlich' die Borstandsmitglieder des Gemeindrbnude» im Jahre 1S7J* .die gefährlichste» Judenfeinde" genannt; aber das Geld nehmen die -Herren Orthodoxen auch von diesen Leuten an— non ölet! Vielleicht sendet auch der jetzige gutmüchige und hoch über den Parteien stellende Vorstand de» Gemeinde blinde» nächste»« diesem Blatte selbst eine Subvention. Mßkßcmsen. Unter dem Vorsitze de« hiesigen Eantor«. de« Herrn Drehfuß, steht rin gegeiistitiger Hilssverei» der Eantorrn, der äh»liche Ziele wir die -tchawa verfolgt »nd etwa 5000 Mk. Fond« besitzt. Vifen, -lm l". November verstarb hier, »2 Jahre all, Herr Joses Laudsberg. Dajan der lnes. lNinrinde durch 25 Jahre und Lehrer de« Nasch, und Ehaje Odom El-ewra im hies Bett, hamidrasch. Bor sehr großnn Traurrgeleite spräche» am Grabe Rabbiner Vr. Feilchenfrld und der Sohn de» Verewigte», Dr. La»d«berg. der eben sali» h'erselbst -terein». rabbiner ist. -tzor«, im Deeeinber. -lm 2>«. Januar k. I. werde» es 25 Jahre, sei« unser verdienter Rabbiner Dr. Joachim Oppenheim da» Rabbineramt bekleidet. Genikinde »nd Schule beabsichtigen diesen lag festlich zn tvgehe» und deni verehrten Lehrer und Prediger an» diesem -tiilasseihre -liierkennting zu bezeichnen Wer diese« Manne« Wirksamkeit »äl>er lciinl, wird solche« BorKalirn mir billigen Hkie«. -ln» dem 2l. .Jahrr«l>elicht dr'» 2<ereinr» zur Untrrstütziing iniitellosrr iorarl. Studirrndrr in Wien" rrgistrirc» wir gern, das, die Zahl der Mitglieder 152 beträgt, welche an Jahresl'etiägeii 1171 Gulden leisteten Bon den im Slndiriijahr 18*1 N2 ringegangenr» 125 Gesuche,, konnte» nur 251 berücksichtigt werden. Dir '.ln»lagen zu diesem Zwecke »«einigen ’IO.'M» Gnldrn, die -ln»gal>eii im Ganzen pro IxhI /Mi; :i4n:i (Kuldrn 27 Kr. -ln Eftretrn besitzt der wohlthätig ivirkrndr Verein 8520 Gulden und in Baarem ftbtvti l«i,lden und »7 Kr. Der Präses de« genannten Bereinr«. dessen lol>rn»«ver»l^ Ziele nicht weiter anseinandergrsetzt zn werde» brauche», ist Dr. -l. Jellinrk. ^emlerg. Dir Zahl der in Brodh venvrilenden jüd. Eniigrauten aus Rußland rednrirt sich »»»mehr auf 122 I»' dividurn, deren 94 i» kleineren Parthien »ach England, Fraiikreich oder Holland befördert und 14 repatrnrt wurden. 14 Jndividnrn, deren Rrpatriirung oder Expedition ins -lusland noch auf Schtvierigkritrn stößt, werden Mt später ihren Schicksalsgenosse» folgen. Hloikerdam. Nach langen Erwrigniigen hat nian sich endlich «mtschlossrn, die hirsigc Obenabbinerstelle auf's Neue auszuschreibrn. der Bewerbungs-Termin steht bis znm 51. Januar 1885 offe». Wir machen tnsähigte drutsckie Rabbiner darauf nnsmerksai»; es ivrrden daselbst in den ersten Jahre» nur deutsche Predigte» verlangt, vr. Jsaaesol», hat 18 Jahre lang »nr deutsch gepredigt; das war nicht der SchridungSgrund. Petersburg, 12. Trr«ml«er. In Betreff dev -lufrnt Kaltes der Juden i» Petersburg sind der Polizei auf ministerielle Vorschrift die strengsten -Leisungeu mheilt ivorden. I» den lebten Tagen erhielt einer der Tirectvreu der Jntrr- »ationalen-HandclSba.ck. ein auvländiichc'r Jude, die Weisung, die Residenz binnen 24 Stunden zu verlassen. Mit großer Mühe gelang cö ihm, einen mrhnvüchcntlichen -luffchub zu erlangen. Tie Beschränkungen gegen die russisch«'« Juden gehen so u>eit, daß ihnen nntersagt wurde, als Maschinisten auf den Ese»bahne» thätig zu sein. Hdeff,«, 5. Dreember. In Neasseeu im Gouverneinent Tschmiigow sind 5 Soldaten de- 27. Dragoner-Regiments kriegsgenchlich zu ili Jahren harter Bergiverksarbeit und Verlust alli'r bürgerlichen Rechte veni erhellt, weil sie im vergangenen ^srühjahr an den -lnsschreitungen gegen die Juden theilgenvmrien. «Köln. Ztg.) R. Stsctßokm. lOr.-Eorr.« -tin Namenstage Sr. Maj. des Itünig» von Schwede» sind 4 unserer Glauben«, genossen durch Ordensverleihungen ausgezeichnet ivorden. Den Nord'lern orden erl,ielt Herr Professor Rubenson. während die .Herren Gutsbesitzer Philipsv», Otto Sumso» »nd Rabbiner vr. Wolfs i» Gothen bürg zu Rittern dc« Wasaordeu» rrnann« wurden. Mit besonder» inniger Freude melde» wir dir letztere -lnszeichnung, nicht allein weil sie eine -liierkrnnung holg'ien Ort«, verliehen einer ebenso würdige» wie verdienten Persönlichkeit, involvin, sondern namrutlich weil es brr er Ile Fall ist. daß rin jüdischer Geistlicher i» Schweden decoriri wurde. Feuilleton. - Eine Mischehe. ■ ,'Voilfr|tmin.> „Das ist ri» alter Satz", erwiderte Joseph dem Diener der Kirche. „Ihr habt dir Hötieu besetzt, die Paläste l«ezoge» und Euch mit drin Rechie dr'» Stärlern dir -lniiehmlichkriten de» Lel«en» angrrignet. Uns ivurdrn dir Wege, aus denen sich» am leiten wandelt, verraniinelt, ivir sind in dir Tiefe geivirirn. in deren Schacht wir »n Schiveißr de» -tngesichl» arbeiten müsse», um unsere Mmbrr z» ernähren, denen der Staat leine Puste» und -lemtrr osseu Im». „Sie lehr» also selbst ein, das, Sir Ihrem Kinde da« Unglück ausdrücken, in dem Mvmrnle, wo sie r» zum Juden machen'/" warf der Gristlick»«' ei», augenscheinlich mit dem Gange der ttntrrrrdnng zufrieden, die, etiva» drvl>end l«egonnrn, sich nun zusehends klärte. „Wenn Sie die Eskimos au» ihrem Polareise in die tropisckirn Zonen versetzen ivvllen, so klauimern sie sich an ihre Eisschollen und grlK» nicht, der Matrose läßt den Kopf l)ä»gen, wen» er statt de» grfahrdrvl>rndr» Elements festes Land »iitrr den Füßen spürt. Der nie rastende Kamps um die Existenz zu dem man uns verurtheilt, hat »ns eigenthümlich geartet. Wir haben diesen Kamps, so schwer er auch ist, liebgrwonnen. wir der Krieger die (Gefahr, wie der Jäger die Beute. Glauben Sie, wir hätten all' den Verlockungen, die man versuchte, den Fallen, die man uns stellte, der Gewalt. dir inan uns seit mehr als rinri» Jahrtausend anthut, so siegreich widerstanden, ivir l)ältrn uns iin Strome der Zeile» und der Völker so gut erl»aitr» und eine Religio» brtvahrt, die man an uns als Verbrechen strafte, ivenu die schtverrn Prüsungr», denen man »ns unterzog, unsere Kraft nicht gesteigert, unser» Geist gefestigt Ijiittrn? Der Leidend« klammert sich mit alle» Fasern an das Leben und an den Glaube». Wir sind in diesem Lrl>rn »nd diesem Glaube» erzogen ivorden, erziel-en unsrre Kinder darin, die rl«enso zälie daran l,alten, und ivenu hie und da Jemand au« der Grmrinschast tritt und sich zu andrreu Lehren bekenn», so hat er durchaus noch nicht dir Ueberlicfrrungen verleugnet, und den Sin» geivrchselt, er hat sich blos für Geld oder andere Bortheile zu einer Lüge entschlossen, er erniedrigt seinen Mund zu eine», Grständniß. daß seine Seele nicht theilt!" Damit stand PoNl)eim. erregt geworden, aus und deutele damit dem Missionär an, daß er die Unterhaltung beendigt sehr» inöchtr.