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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 51. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 51.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 396 — klingenden Organ begabte Redner, dessen ganze Erscheinung an den sel. Landravbiner Dr. Meyer erinnerte, beleuchtete die mannbafte ('Vcfinlt Inda'» in der Sidra als Borbild jede» wahrhafte» Jude», rüdem er seiner Betrachtung den Kernpunkt der Rede Juda'» zu Grunde legte. (Genes. 44. 32.* E» war eine streng logisch gehaltene, warmempsundene und ihres Eindrucks auf die Zuhörer nicht verfehleitde Predigt, die von der zahlreichen Zuhörerschaft sehr lvifälug ausgenommen wurde. —Zu Prol-epredigten sollen von den Bewerbern noch berufen werden: Die HH. Rabbiner Ehren selb Gnesen. Wedel l-Düsscldorf, (der Schwiegersohn de» verstorbenen Landrabbinrrsi und Kroner-LengSfeld. Letzterer, der inzwischen in Erfurt gewählt worden, soll jedoch seine Candidatur zurückgezogen haben. Da bei der Wahl de» Rabbiners von den 49 Landgemeinden statutrnmästig eine j ed e eine Stimme. Hannover selbst nur zwei Stimmen hat. so ist der hiesige Borstand bei der Landdrostci vorstellig geworden. dast der Hauptgrmeinde ei» nach Berhältnist der Mitgliederzahl und der Höhe de» Beitrage» zum Rabbinergehalte vermehrte» Stimmrecht — von Ui oder 17 Stimmen — eingeräumt ivcrdc. Die Entscheidung steht noch au». W. Stettin, 12. Deren,der. iOr.-E.) Am l. Januar ». I. sind 25 Jahre verflossen, seitdem die Herren Jul. Saatfeld. Beruh. Saalfeld, H I. Lewy und I. Baumanu als Repräsentanten der hiesigen ShnagogenGemcinde gewählt wurden. Auch jetzt nrnh sind diele Herren theilweisc in genanntem Amte theilweisc als Vorsteher thätig. und sie erfreuen sich einer grasten Beliebtheit. E» ist rvahrlich keine Kleinigkeit, rin Vierteljahrlinndert hindurch im Interesse eine» groben Gemeinwesen» thätig zu sein und ivcnn man bOfiift, rvelche Wandlungen unsere Gemeinde in dieser Zeit durchgemacht hat. dann lernt man den Wert!« dieser Tl»ätigkeit erst recht schätzen. Die Mitglieder unserer Gemeinde haben sich in dieser Zeit verdreifacht, die Shnagoge wurde neu gebaut: eine neue Eultusorduung wurde eingeführt und unzählige andere Sachen waren r». die immer und immer erledigt rverden muhten So lange eiue Gemeinde noch Männer l«esitzt, die an dein «Gedeihen desselben ein so warme» Interesse bekunden, da ist c» um öicfrRx: gut bestellt und ist auch deshalb wohl der Wunsch gerechtfertigt, das; oben genannte Herren noch recht lange ihrcu Aemrern möge.i erhalten bleiben. Dir Mitglieder unserer Gemeinde sorgen schon dafür, denn sic wählen die Jubilare l>ei»i Ablauf ihrer AmtSp.riode immer wieder, möge auch der Schöp'er der Welten sie »och recht lange erhalten. Da» sei bo Wunsch, den wir den Herren zu ihrem Jubiläum darbringen und wenn >vir auch ganz gut lvissen. daß den, biederen und bescheidenen Sinn derselbe» jede» öffentliche Lob abhold ist. so wollten mir e» uns doch nicht versagen, de» Ereignisses in ihrem geschätzten Blatte, j der» in unserer Gemeinde einen respectalrel» Leserkreis lresipt. I Errvähnung zu rhun. Bonland n,:d Repräsentanten unserer | Wcmcinbf werden — wie wir erfahren — zur Feier dieses , Tage» am Sonntag, den 31. d. M. eine Extra-Sitzung halten i und genannten Herren ihren und der Geincinde Dank votire». Kam Rhein. lOr.-Eorr.» Nicht von der Waffersturh! mag ich Ihnen erzählen, den» diese ist durchaus eosmopo- I litisch verfahren. Sie l>at keine Grenzen rcspektirt und kein | Ansehen der Person anerkannt. Nur die Höhen vermochte! sic nicht zu ersteigen und unlcrschied sich darin von ihrer Urahnin, der Sündsluth, deren Namen da» Polt ihr beilegte. — Erzählen will ich Ihnen von der Naivetüt. mit welcher die HH. Hirsch. Vater und Sohn, ihr ncne» Unternehmen „ben neuaufgelebtcn Jeschurun" selbst in die Häuser von offenkundigen Sabbathverletzeni und Trcfa-Esseru gesandt lfabcn —. dast also auch sie darin der Wasserfluth e» gleich thatcu. Dock> — Sic wissen'» vielleicht »och nicht? Ja der „Jeschurun" s. A. ist aufcrstandcn — leider nicht in seiner Iugendfrische, sondern in greisenhafter Bcrgrämtheit. Hauptzweck scheint Einflusirrringen auf die Rabbinmvahl in Hannover! Dock > m Blatt, da» den Austritt au» de» Gemeinden predgt, das „vom Rhein" nichts andere» zu melden weist. als — und die» entlockt ihm Jubclrufen! — dab in Köln (!!) und in Trier AuStritt»gemeinden (Ada« JiSroSl benamset) l>estrhrn, ist ein Schlag in» Wasser! E» hat keinen Boden! I» Köln ist die besagte Gemeinde noch ein Veilchen, da» im , Verborgenen blüht — und iii Trier! — Du lieber Gott > — e» kanu eben nicht Alle» angenehm rieche». Es «nutz j auch Dinge geben, die mit Lug gefestet, mit Trug erhalten iverdcn, ül>er die man in anständiger Gesellschaft nicht sprechen darf!*) Kriesr», Zk.-Kr. (Or.-Corr.« Die jüngsten Ehanuka- > tage hal>eu uns in hiesiger Gemeinde ein Schulfest gebracht. 1 ivclche» ein Bild bnntbeivcgten, aber auch herzrrl»el>enden Ge-! meindeleben» bot. — Die gesummte Schuljugend in Begleitung j der Elter» lpatte sich d.rzn eingrfnuden, es galt einer Feier von Elmnuka im Kinderkreise. Dieselle begann an dem dazu gewählten Sabbathausgangc mit Anzündcn der Ehanukalichter. E worauf mit Heller Kinderstimmc und Musikbegleitung da» > allbeliebte lrhanukalicd . Moau« Zun »Dir Festes Hort 1 meine» Heile, ziemt es zu lobsingen" gesungen wurde. Ein; die Hauptinomenle der grasten Makkabäerzeit kurz zusammcufasseudrr Vortrag schlost sich daran an, von einer Schülerin gehalten. mochte er sichtbar einen erlrebenden Eindruck auf alle Anwesende». Weiter reihte» sich «Gedichte an. »b.vcchsclnd von Schüler und Schülerinnen vorgetraqcn. wie „Schämest und Ehanukalichter" von Kulke. .der tÜkond" von Käurps. .Alexander in Judäa", »de» Heide'» Scheiden" von Shdow, zum Theil au» dem Familienbuche von L. A. Frankl, worin Lehre und Geschichte Israel» im Liede verherrlicht wird. Die festliche Stimmung de» Abends lratte damit ihren Höhepunkt erreicht, auch an scherzhaften «Gedichten fehlte e» nicht, um Abwechieinng und Erholung von dem Ernst der Feier zu gewähren. In Zwischenpausen ivarde die Jugend an festlich gedeckten Tischen von Francnhand bewirtlxt. wie den» ül»crhaupt zum Zustandekommen de» schönen Feste» ei» Frauen-Eoinitce in der anerkenncusivenhesten Weise »>itgc.virlt hrlte. Es ist wünschenswerth, dast solche Ehanukafcie» in jüdischen «Gemeinden eine allgemeine iverdc, damit die Erkeniitnist sich Bahn breche, das; das Herz nnserrr Jugend sich an de» Lichtern von Ehanuka so gut zu env.irmcn vermag wie an den Lichter» des Weihuachtsbaumes. zu dein sie schon an zahlreichen Oricn die Unsitte de» Hauses hinführt, und dast es nicht ent der Weihnachtslicder l>edarf. nin ihrem We« müth einen köstlichen Schatz von Empsindunge« zu getreu, da sie ihn reichlich im eigenen Poesieuschatz finden können. Gleichzeitig ist von hier noch ein Zug confrssioneller Harmonie zu berichten, der in lreniiger Zeit ikkI) besondere Bedeutung gewinnt. Ein hiesiger Verein ohne jede cou-! fesfionellc Färbung bereitet eine Einl>escheerung mit Winterkleidern für Kinder aller Eonfessionen vor. die Sammlungen sind im G„,zc und ist auch schon eine Anzahl jüdischer Kinder d.rzn designirt. F. Leipzig, 12. Der., Or. Eorr.) M, »sieht es der .Königl. Leipziger Zeit." an. dag sie an eml.ai-rus de riseknsa jetzt laborirt. Gegen ihre <>le vohnheit nie eine jndenfrcundliche Notiz z» vcrüftentlich.n. bringt dieses reaktionäre Blatt lreute ausnahmsweise eine für die jüdische Sa he freudig lautende Botschaft ans der Fremde. die sic aber schliestlich in hämischer Absicht iiiit einer süst saueren tKlosse roinmentirr. Ihr Eorrcspondent au» Pari» schreibt ihr nämlich untiT 9. c. Folgendes: Das voi > Deutsche» antisemitischen Verein erlassene und a» die übrige» Elationen gerichtete, in deutscher (?) Sprache erschienene Manifest findet hier (Paris) keinen Ankl'iiig. Fast sämmtliche Journale sprechen sich abweh rend dagegen aus. Al» Beispiel hierfür will ich nur da» Nrkheil ei»,'» gemäßigten republikanischen Blatte», der .Libertö", anführen, dci» sich ganz entschieden evnservativc» Teidenzen zunrig«. „Der Deutsche anti- *) t>a« der .Jsraelu" in Ar. 4M über Herrn Lberrabbiner l>r. .'picke.ii.audel ... Trier znlammrngrtvgrn. hier zu widerlege» — haben Wir keine» Aa.mr. Wenn wir alle »rlhodaren Lüge» „nd Jnlrigne» bloblegen n-ollien, müßte unser Blatt täglich zweimal ersch.imu. (Red.)

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