Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 51.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Weise wie die Sn(tu«faimtnt selbst, dem übt sei», die Sammlung zu einer recht erkleLlichen in uiachen, um de« Kronprinzeu wie um unser selbst willen, der Personen wegen, dir »4 angeht, wie der Sache wegen, der damit gedient wird. Zum Beweise, wie sehr sich der Grmrindrbund dieser Angelegenheit zur Lösung der Lultuebeauiten-Fragr annimmt, sichre ich auszugsweise einen Bries de» zeitigen Borsitzenden. Herrn Geheimen Sanitätsrath vr. Kristrllrr in Berlin, an. Ich hatte an denselben über die gleicht Angelegenheit geschrieben. und er antwvrtrtr: .Die Fürsorge für unsere Beamten, denen unsere Bildung und Erziehung im nvitesten Ginne anvertraut ist nnd welche unsere Jugend zu religiössittlichen Mensche» und zu tüchtigen Bürgern erziehen solle», erachte ich al» dir wichtigste Ausgabe de» Bundes. Tiefe braven Volkslrhrer. mögen sic von der Kanzel, dem Katheder herab, von einer Amtsstube heraus durch War», Schrift und Beispiel erziehlich wirke», diese zu stärken, sic arbeit-froh und arbeitskräftig zu mache», darin sche ich da» geeignetste Mittel zur Sicherung unserer erhabenen Traditionen und zur Besserung unsrrcr sociale» Lage. Ter stillen Arbeit unserer BolkSerzjeher allein kann das grafte Werk der Selbstemanripation gelingen. Für diese Arlvit sich dankbar zu zeigen, die Arbeiter zu stärke», die Arbeitsfrucht mit Ernst und Andacht in» Leben hinrinzutrage.«. das ist dir Aufgabe der jüdischen Familienväter. Bei diesem ganze» Bvrgangc dir treue und re«1>tschafsenc Brrmittrlung. z» übernehmen, darin sehe» wir dir Aufgabe de» Deutsch - Israelitischen Gemeinde-Bunde».... Die „Achawa" in erster Linie und auch die anderen, dis jetzt weniger auSgestattctr» UnterstützungSverrinr niüssrn gepflegt iverdr» und immer weitere Ausbreitung finden. Neben diesen aber, »vrlche zum Thril »och immer auf Woblthätigkcit werde» berntien müsse», muft eine Eenttal-BersicherungS» und Pensiouskasse geschaffen »verde», tvelche ihren Clienten den Genuß juristischer Sicherheiten vermittelt. Wir sind hierfür mit den Borarbeitrn beschäftigt.*) Dir Srlbsthülse der Becimten wird bei der Ausführung in Anspruch genommen iverden. Es muft sich unter de» Beamten eine Art Eorpsgris« entwickeln, der eS jeden» Mitgliedr zur Ehrenpflicht macht, schon in frühesten Jahren für die materielle Sicherung seiner Zukunft und für seine einstige» Hinterbliebene» Sorge zu tragen. Da» muß schon auf den Bildungsanstalten de» junge» Leuten eingeprägt wenden. Es muft al» ein ehrenrühriges Brrhaltrn erklärt »verden, ,diese Sorge zu vernachlässigen. leichtfertig in die Zukunft hineinzulet'en und sich mit dcnr Mitleid der Glaubensgenossc» zu r«ertröstcn. ES wird nur noch unverschuldet Unglückliche geben bürfcu, und die Sorte der Leichtfertigen wird auf den Ausstrrl>ectat kommen. — Bei Ihrem Einflüsse vertraue ich es Ihnen gern an, von diesen meinen Arnftrrungen jede» Ihnen nützlich erscheinende» (Gebrauch zu machen." Ich wiederhole, wir sind de» Herren von der Verwaltung de» Drutsch Islraelitischcn Gnneindc-BundeS und besondcrs Herrn Dr. Kristeller zu vielem Danke verpflichtet. benwisen wir diesen durch die Thal, die Gemein den in gleicher Weise wie dir EultuSbeamte». Alzey. vr. Rothschild. . Gerichte und Corrrspondenre«. Deutschland. Magdröurg, im Dceember. (Lr.-Evrr.) Der Monat der Stadtvcrordnctcn-ErgänzungSwahlrn ist vorüber und aus vielen preußischen Städten ache» u»S Nachrichten überstärkere und schwächere antisemitische Strömungeu, dir sich hierbei geltend zu mache» suchten, und hie und da sich auch wirklich geltend •> Inzwischen find, wie ein un» soeben iuae,,angenr« tlireuiir au» de« Bürrau de« Acmeind« Bundes miNbcNI, die Borarbeile» beendig« und der Vertrag «ti der Verficheningsgeseltschnsi „Biriana" adgcschlofien, wir werden in niichsier Vummrr die sehr gllufiigen Bedingungen densfienNtchen. (Red.) machten. Mit häßlichem Beispiel ging die Hauptstadt Berlin, allwo der Heerd de« Antiseinitisinua sich befindet, voran. In den Wahlbezirke», i» denen Juden zur Wahl standen, wurde gewriltig gegen dieselbe» agitirt: aber sie wurde» doch alle mit großen Majoritäten wiedergcwählt. — Da» »Deutsche Tageblatt" kann sich »och nicht darüber lreruhigen, da« Herr Ludwig Löwe im ß. Kommunal-Wahlbezirk den Lieg über seine», von konservativer Seite ausgestellten Gegner davon» getragen hat. »Wie mir" so schreibt es. „zmn Aergcr geivisfer Leute nochmal» hrrvorheben, stimmten für Ludwig Löwe der erste Prediger, der Küster und der Kirchciidiener von St. Petri: christliche Kirchcnl'eanite ivählrn Juden zu ihrem Vorgesetzte», brillant!" — Hier in Magdeburg stand der Red. d. Bl. zur Wicdenvahl. Derselbe ivurde von dem vereinten Evmit^ de« „städtischen" und des „Bürger-Verein»" einmüthig ausgestellt. Die „Magdeb. Z»g." lvrichtete über jene gemeinschaftliche Bersanimlung wie folgt: „Die Eandidatur de» Herrn Rabbiner vr. Rahm er wurde vom Vorsitzenden des gemeinsamen Eomitös warm empföhle», uuter HimveiS darauf, daß Herr vr. Rahmer als praktischer Schulmann eines der nützlichsten Mitglieder der Versammlug gewesen sei, und seine Wiedenval,l angesichts der einschneidknden Frage», welche über neue Lchul!>autcn und damit zusammenhängendeandcrwrite Schulsachen in Aussicht ständen, auf das Dringendste zu einpfehlen fei. Es erhebt sich i» der sehr zahlreich besuchte» Vcrsainnilnng hiergegen kein Widerspruch »nd so wird Herr vr. Rahiner wieder auf dir Eandidatenlnte gestellt." Dersellv erhielt am Wahltage 77» Stimmen nnd ist sonach ans <> Jahre ivicdergewähl». Er ist auch zum ersten Referenten für de» Schulrtat pro Ih»:i ernannt, der bei der grvfteu Anzahl von Schulen und Lehrer» eine Höhe von ca. 700,000 Mk. Ausgaben erreicht hat. — Eine Deputation der hiesigen Lehrer stattete jüngst dem Rabbiner den Dank derselln» für die von ihm iverhrgrnoinincnrn Jntcresien der Schiiten und Lehrer ab. K«»«»»rr. lOr.-Eorr.) Vom I. Januar an ivill der al» Buchhalter i» dem reiiominirle» M o l l i n g scheu Lotlrrie- Geschäst beschäftigte Herr I. Hirsch ein jüdisch,-» Blatt hochortho do»vr Richtung herauSgebe»: man zweifelt, ob e-s »ebc» dem „Israelit" wird eristire» könne». Ei» Blatt, das in würdiger, nicht zelotisch fanatischer Weise die reinen Prineipien der Ortho dvxiemit Anstand und Geist vrrtritt. halten >vir »ich" für überflüssig, denn von den bisherigen zivei Blattern dieser Richtung ln-treibt das eine die Onhodvxic allzu geschäftsmäßig und gewinnsüchtig — man braucht bloS dem Univesen. das mit den Koscher- »nd Schadchonini-Annoncen darin grtrirl>en wird, näher auf de» Grund zu sehen — und entbehrt nach Form »nd Inhalt de» Anstandes, und das „andere" hat längst ansgchört, die Prineipien der Orthodoric rein nnd UN gefälscht z»i» Ausdruck zu bringen. Hierzu kommt noch, daß das eine Blatt geradezu — wo es von Bortheil ist — seine Orthodoxie verleugnet, z. B. l>ei fctnm Reclaine Annonecn, da sagt es »i e, daß c» das Ernttalorgan nur des orthodoxe» I»deutln,ms sein will. E« fürchtet, daß es dann keine Abonnenten angeln würde. Heißt das nicht gegen das 2<erbot: „Einem Blinden sollst du keinen Anstoß legen" lmndeln? Ob der „Icschurun" ehr licher sein wird? Die erste Ruinmer berechtigt nicht zu dieser Annahme. Da bezeichnet da« neue Blatt sich als sechSzchüten Jahrgang! Mit ivelcheni Recht? Weil vom Jahre der Welt;">615—äiiLM) der Rabbiner Samso» Raphael Hirsch i» Frankfurt eine Monat»- resp. Zeitschrift gleichen Namens herausgab. Das sind aber l-t Jahre her! Sicht da» nicht wie eine Täuschung des Publikum» ans? Es ist kein gute» Omen für ein Blatt, wen» es den Stempel der Unlvahrheit gleich l>ei seiner l^eburt auf der Stirn trägt und mit einer HTl rC'JJ leeginnt. ^inoift, 17. Deeeinber lOr.-Eorr.). Endlich bin ich in der Lage, Ihne» von einer Prvbeprrdigt mittheilen zu können, die Herr Rabbiner vr. Groncmann aus Danzig am gestrigen Sabbath hielt. Der mit einem wohl.