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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 49. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 49.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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ÜMWflW ‘ ■ — 881 Bnri»»vennögcn iw'alitoi? Wer ist (fflitimirt, flehen solch Berfahirn dir .9 luge zu rrlv'ten? OePerreick-Ungarn. Hkefl, ','7. Novemler. Der Juiiizministrr nchtsrrtigte in Pmntwvrtnng der Interpellation Mezeh'» lezüglich der t'»za-razlarer Affaire die Bc^nstragiing de» Pizrnvtar» Ban> mir dfr Untersuchung durcti dir damaligen Persoiialverlstiltnisse de» nhreghliasaer (Verichtshofr». i»d«»i «i h«rvorl>vb. dastBani bereit» früher ul» selbstständiger llntersnchnngsrichter snngirt I>oIh-. Die PerlwiUiug Moritz Sämrs» < Ih'-» riiuiflai Zeiigen) sei ivege» Perducht» der Mitschuld erfolgt. Sp«iter. ul» dessen Elteril inliustirt tvurde». sei Moritz -Edhirf um seiner persön licheu Sicbelcheik nulle» l>i» ,»r Ausflndigmachung einer rteei^ netrn Unterkunft. ulio nicht ul» Hch'tlni^ im t^esängnistgeliaude lerpfleg» ".'"'feil. E» sei uIht lekanni. dus, Zeitungsbericht erfwiter dir Mengen ilirerseit» nrul»mul» lesragten. Der Minister ledanenr jedired« Berittslnssnng de» Untersuchnngsverfalire»» und erklärte. er Me uns Ersncts«» Ban>» die Einleitung de» Prestprvzesje» ge,sei> du» Woclenblatt veranlastt. ivelcl»» die amtliche Wirksamkeit Buni» koinprvinittirende Mitiheilnngen enthielt. Die Delegiernng eine» neuen (Gerichtshöfe» wurde den allgemeinen R«cht»gr»nd>ätzen znividerlanfen und wäre iin vorliegenden F«illr »ngveckmästig Er. der Minister, hiilv nicht verschnitt, innerhalb d«r gesetzlichen Schranken sein oberste»?l»ss>ch«»»eclit zn iiteii. er liule sich aber gehütet. in die gesell ich gctvülirlristük Recht»spl»>re den Inuiz kinzngreisen.' Er sei ülerzengt, die ungarische In'».; »erde in dieser An,ielcge»l>eit «ine nnül>crschrritbure Scheideivand gegen Leidrnschast. Pv»ein genoniinenltrit »nd u»dere ungesetzliche Einflüsse bilden, — Me,»n erklärte sich Vench die Antivort de» Minister» gar nicht befriedigt »nd kritisirte einzelne Piinkte in sclmrfer. aber berechtigter 4steise. Der untisenntische Minister enviderte, ukiiii der gesund« Sinn der Bcvölkenuig geändert »verde» sollte, tverdr e» Sorge de» Ministerium» sein, dir volle Freiheit „nd Unabhängigkei« de» lueitcrcu olerichtsvcrsahren» vor allen Einflüsse» von allsten her z» sicher». Die Annvorr de» Juni,;« minister»wurde im llebrigcn einstiuiniig;»r .^enntnist genommen. Italien. $Un. Pr. El> re »reich. el»e>»aliger Llerrabbiner von Hasset. I>al die Dircetorstelle de» Dalmud Torah hiev angei treten. — In l! a sa l starb ei» Herr Eschiel Tuviu, der da» i Sümmcksen von IN Millionen hinterliest und sage und schreibe 900 Lire (7'JO M > Wohlthäiigkeit»«tnstalte» unter solchen Bedingungen verinaclite, du st sie ivchirscheiiilich tverden zurück?gewiesen werden »nd d«» armen Erle» die Erbschaft »nge chinulert bleibt Dagegen lial d«'r in Petdna zerslorlenc Pr Leo».Triest '.'00,000 siire» nebst einer kostbaren Cannnlnngvonirnnstsstiäbrn.Diainante» ».denWohlthätigkrit» dlnstalten ohne Unterschied der Religion legirt. — Im neu gewälilten Parlament sitzen «i Juden — wicdergcivälstt sind die Herren Finzi, Lnz>uko. Parrnsv, Romeni» Iaeur: neu gewählt die .Herren Morpurgo und Francksetti, von denen der «rstere Professor, ja mehrere Jahre Rector, der lluiucrfität Padua, früher Dcputirter und Generalseerekär im Acketba» und Handelsniinisteriuin geivesen ist. Hcn Franchetti ist ein reicher junger Mann, ei» Mitlegründer de» Journal» »Roassegna", tvelche» die llmbildung derPanrien fordert. Nicht wrddergeivählt sind die Herren Abib (Piterdo) Taxv 'Mai- > land) Maurogvnato (Penedigl, der Letztere — ei» (Genosse 1 Daniel Manin ». bisher Pierpräsident der itannncr. — ist ivohl der Berufung i» de» Senat siclier. wenn nicht dir Nachwahlen > ihn, »och rin Mandat sick-rrn. Türkei. Uasisti»«. Die Eintvanderung der Juden »ach Palästina ist in jüngster Zeit auch von nicht schtvärnlerischer Seite angeregt. und vom nüchternen Standpunkte empfohlen worden; r» dachten sogar Manche dabei an die Möglichkeit der Erfüllung messianischer Hoffnungen. Unter den Ehristen bleiben i freilich nur Schwärmer oder Antiseinite» Anhänger dieser Idee, jedoch hat der Aiitisrmiti»mn» auch manchem Inden den üledankrn an Palästina näher gebracht, welcher ehemals nur orthodore» Schwärmern oder den »venigen Freunden der Eolonisatio» de» lieiligen Lande» eigen >var. Besonder» ist dir» der Fcill, seitdem England sich gleichsam die Herrschaft in Aegypten angreigne» hat. von wo an» e», uieitit man, auch seinen cntsclieidenden Einflnst in der Türkei n»d Palästina geltend machen werde. Nun ist e» ja bekannt, dast England ein lesondere» ' nteresse a» Palästina hat, »nd .zwar nicht blv» in politischer »iid inerkantilischer Hinsicht, sondern auch in religiöser, denn r» siel» mit besonderer Ehrfurcht den Aussprüchen und Perheistnnge» der Bibel gegenüber, svivohl denen de» Alten >vie Neuen Testament». Da ist e» den» auch nicht »»möglich, dast England selbst Helsen ivill, die biblischen Berleistiuigen in Erfüllung.;» bringen, tve'lche in Beiress Palästina » den Inden gegeben worden sind. Wir könne» nn» vvriänsig mit diesen Hostnnng rriveckendc» Jde«'» von der rrrsullung messianischer Perheistungen für die Wiederhcriiellung politischer Selbständigkeit der Israeliten in Palästina nicht befreunden. Denn Arghpten nnd Palästina sind gleichsam die leide» Tl>vrsliigel. ivelchc den Crieut offnen und jchliesten. Po» jeher waren daher diese Länder vielfach unnvorbe» nnd umstritten, ülar viele Pölkerstäinnie beriilirte» sich in diesen Ländern und ivanderten in dirhelben ei». Po» II venchiedenen ttonigen und Pölker it.iinme» erpihlt schon die Bibel, ivelche Iosua in Palästina vorgesunden »nd bekrieg» habe: von einer Nn.rahl Dhnastien beruhtet nn» die (beschichte in Aeghpten, von denen die eine die andere lekriegt nnd gerstort hat. Palästina war auch in alter Zeit schon der Zankapfel. »>» oesten Besih lenachburte Polker sich siet» briehdete». E» ifi auch gar nicht wahr, dast Palästina in abgeschlossene» Lund sei. al» welche» Mose» r» geivählt. >»» Ijruel von der Berührung mit der übrig«'« Belt fern',»halten: im »äegentheil, seine offene und ,»gä,»gliche Luge macht e»;nr nniversellrn Ausbreitung seiner Religionslehren wie geschussen. Iii unsrer Zeit ist d«r Besitz Palästina'» durch die Berührung mit dein ^eeidente noch streitiger geworden »nd macht einen .Hauptpunkt der hakeligen orirnialische» Frage an», svtvohl für die politischen wie n>erka»tiliichen Interessen der Pölker. Da.;» koinnil »o«ch, dast alle Pölker an diesem Lande religiöse Interessen der oerichiedensien All liaben. Wie sollten dir Inden diese venchiedenen Interessen allen Pölker» gegenüber respeeliie» können, ohne bald hier, bald dort angnstosten nnd Eonfliete kerans.;nlesch>vören. deiie» e» selbst gar bald erliege» iiiöcht«'. Welche Brdenrnng hätte r» auch siir x^srucl, iu Palästina eine.Hanptpflegr'stätte de» Indenthuin»;u gründe», wenn «'S dessen olegensätze und .Hind«rnissr am Iudcnchnm »nd Islam stet» vor Augen hätte. Da» jüdisch«' Reich in Palästina, ivr'von inan träumt, wurde den Reibungen verschiedener Pölker und Religionen gegennler nicht ividerslandssähig genng sein. trr'tz sclninbarer Selbständigkeit dr'ch abhängig und \u schivach, um seinen politischen Bestand anfrerlit ',» erhalten: von alle» Seiten gedrängt »nd bedrängl. ivürde e» doch bald ivieder die ge»,einsame Zielscheibe der pvlitisclien »nd religir'sei: etreitigkeitrn der Pölker »erden, e» würde, der Spielball in den .Hände» der Pölker, von Allen nach wie vor gedrückt nnd .',rrdrückt werden. Ein Porspirl davon haben wir an d«r Türkei, welche, mächtiger al» ein deraMge» jüdische» Reich, dreh sich nicht erlmlte» kann, iveil in gleicher B^'ise hier dir rerschiebensten Intenhsen d«r Pölker sich lerührrn nnd dadurch die Zielscht'ib«' für dir Anseindnii^kii Aller ivird. An» solchen Rücksichten gegen die Interessen der Pölker, au» Furcht vor eigenen Eonfliete» mit ihnen hat dir Türkei »och jüngst den Iud«'n die »achgrsuchte Erlaubnist für Masse» Eolonisatio» Palästina'» verweigert. Erst wenn Ehrisitiithnni und J»lam ihn.' (sti'gensätzlichkeit »nd Feindschaft gegen da» Judenchnn, aufgegrben haben werdrn, wird r» möglich sein, von einer Mckgabe Palästina'» an dir Iriden, zu spreche»; so lange

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