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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 49. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 49.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Christenthum ui.b Islam im Juden thum nicht aufgeaangcn sind, wird dir» unmöalich und fnichtlo» sei». Der Prophet > hat Recht, daß er erst die (Erfüllung von 777x777! INA TÖTTl TW 77 vorausgehen läßt, und in gleicher Weise | faßt der Talmud o'A2f"7'72 als Bedingung für Erfüllung > messianischer Verheißungen auf. Ja der Talmud warnt! vor vorzeitigen« Drängen und «vir degreifcn die Orthodoxen nicht, die jetzt mit aller Macht die Evlonisation Palästina'» foreircn «nid zur Bildung von derartigen Pereinen anffordern.! Ja. Sic «nögen mir, geehner Herr Redaetenr, die Bemerkung nicht verüdclu: Ist es incht ein Mißbrauch der „Spendenlisten". die sie der „Wochenschrift" seit cinigrr Zeit beilegen, wenn in denselben nel»» 2—1 seiten Ouittungen über empfaiigenc spenden, S—1< seilen lilvr palästinische Eolvnisatio» und Wiederenverb de» paläslinischen Boden» abge handelt ivnd? ttuf «vessen tiosrcn werbcn den» diese „Spendenlisten" gedruckt? Jedenfalls an» den spende» selbst? : Da sollte man sich doch aus die einfache Quittining beschränken. E» «ft das jo »«eine »nmaßgeblichc Meinung.*) auf tm 'Beamten, d»«ß er diesem in einem Briefe au den Herrn Rabtiner schönm Ausdruck gab und sich über die Würde des Gott« »dienstc» und den Inhalt der Predigt sehr lodend aussprach. Wie», im November. Zur Deputation der Prrßburgrr Judeiigemtilide, «vrlchc die sogen. „Martinigänsc" überreichte, sagte der Kaiser unter Anderem: „sie hal>c», meine Herren, in letzterer Zeit vvu den Antisemiten viel zu leiden gehabt; allen, glaube» sie mir, daß auch ich dies sehr tief mitrmpsnnde» habe! Ich verurtheilr diese» antisemitische Treiben auf da» Entschlcdensic!" (Pest. jüd. Ztg.) Veft, 2l. Rvv. Die königliche laset bat mit Abänderung de» rrslin»anzlichen Bescheid»» angeordnct, d»«ß gegen den Nyiregyl»azaer Untrrsuchungsrnhler Bari, die Disiipliiiar-Unirrsuchung eingelkilet »vcrdc. , NretzHurg. Die schlußmrlmndlung «i*cr die bei den Prrßburger IudenkraivaUc» bethriligt geivesrnc» Personen tH'flinm an« 12. Deceinber. Bi» bcnie sind in dieser Affaire mehi als hundert Pr«sone>i Porladuiigen geschickt «vorden. Vermischte und «irurKe Nachrichten. Iterll«. Herr Hosprediger sröcker erzählte kürzlich in einer öffentliche,« Rede, daß ihn der stavlrabbiner von Odessa besucht und ihn mit dem Beinei-ke» a»gesprock>en l»abe. die ,russisck)en Stöcker" kenne er schon, nnd nun «vollte er auch den deutschen Stöcker keuueu lernen. Im Lause de» «Gespräch» habe der Hofprediger den Rabbiner gefragt, ob er den» auch wirklich enien Messia» oder Heiland für die Inden erhoffe, woraus der Rabbiner geautrvvriet hal«e: „Unser Heiland ist der, der uns da» meiste Geld giebk. Der Obessaer stadtrabbiner. Herr Dr. sch«vaback)er, mit den Sachverhalt angefragt, enviderie, er fei feit fünf Jahren nicht m Berlin und seit drei Jahren nicht i» Denischland gewesen und habe den Hof» prrdiger Stöcker nie geselle». Da hat sich .Herr Stöcker einen ordentlichen Bären ausbinden lassen. Aerkiu. Ter geheime sanitätsrath I)r. Behrend. langjähriges Mitglied der Stadtverordneten Versammlung, feierte, «vie die „Boss. Zeitung" inittheilt, vor. Wockse d,«» Feit der goldenen Hochzeit nn engsten Xrcije seiner Familie. sein Sohn. Professor I. Behrend. Reckstslrhrer und jetziger Rektor an der Universität Greisrwald. «var zur Festseicr chcr eingctrosir»; ei» älterer Sohn fand als Arzt vor sedanseine« Tod. Chemnitz. .Herr Stöcker sprach im hiesigen Reform-Perein über „Kapital und Arbeit". Er ivurde »nt Zischen und Pfeifen empsangen; schließlich stellte die Polizei die Ruhe durch Entfernung der Ltörrnfricde l)er. Herr Stöcker enipjahl nun Befolgung de» Gebots: Liede Deinen Nächsten, «vie Dich selbst." Hat er vielleicht danach gehaiidelt? fragt die leipziger Bürgerzcimug. 仫»«o^r (Or. Eorr.) E» Ihiben sich »ngesähr .10 Rabbiner um die hiesige LandrabbiilcrstcUc beivorbe», von denen «i zu Probrprrdigtcn eingeladen werden sollen. Die Reihe derselben eröffnet an: nächsieu Sabbath 1.127)71 'Vs Herr Dr. Guttmann au» Hildesheim, der die Geschäfte de» hiesigen Landrabbinats ad interim mitverwaltet. Wncha« (Württ.), :tU. Oct. Au» Anlaß einer amtlichen Funktion war am letzten Vorabend zum Vcrsühuungssestr Herr Oberamruiann Schnitzler hier und besuchte, einer Ei»- tadung des israelttiscksen Vorsteheramtcs folgend, KolNidrc- Al«end den Gottesdienst in der hiesigen Synagoge. Dieser feierliche Gottesdienst, besonder« aber die schöne Festred«, de» Herrn Rabbiner Weiman» machteeinen solch erhebenden Eindruck *) Sie stk Ken bauiit nicht oattujrlt ba; ca sind itbnllCK Iujchrislen un» auch von anderer Leite noch zugegangen, wir tiabc» sie in, Intereffc der gute» Sache u»0 au» Rücksich« gegen die überaus grutzen tzerdienslc de« Herrn Radb. Qr. Lavend, zuniNgeteg«. Run scheint un» derselbe — wie die heute bcigciegic „Spendenliste" wieder zeigt, in der Ltzai etwa» zu ivcit zu gehen, wir haben e» darum an irruudlchaltlicheu -iathschlcigeii nicht setzten taffen. (Red.) F r u i 11111»«. . ttinc Mischehe. Joseph Pvnlieini hatte sich von seiner Familie getrennt, sein ziemlich reickfes Erbtheil z» «kleide gemacht nnd wanderte aus. «vo er ein neues «Nichaft gründete, sich häuslich ein richtete, und die Antnnft je.„r Braut cnv««ttrie. sie folgte ihm in ^teglritung ihrer atten Mutter. Ehristtnen« Eltern «varen ehemals reich und führten ei» Adelsprädikat mit Wrippen. In Folge politischer Wiiren und ungeordneter Verlsältnisse «vnchsen vie schulden übe!' den 4serth ihrer Besitznugen, die eine» Morgen» in fremde.Hände übergingen. Ter alte Gutsherr konnte ans dem schiffbruche seines llnglncke« kann« jo viel rette», daß die schölle Erde und der sarg bezahlt «vürden, deren er Iiald bedurfte, als er dem Grame erlag, seine Familie erbte da» Elend. Es girbt Tage, in denen kein Feuer in der MiidK »nd kein Licht im Zimmer «var. wo Hunger und Kälte Menschen zu «nanern sich vereinten, dir in« Wohlstände auf vuchsen. Alle», «vas noch einigen Werth Ihitte, «var verpfäidet oder verkauft. In dieser Lage lernte Joseph Mutter und Tvchte' kennen, sei» Vater, einst der Pa«s de» verstorbenen «'delinannes, schick«! in die Wohnung der Wittwe, tun fl in der That so an» geworden. Tohter i» eine«» zwar sehr sauben«, aber kleinca und hochgcligenen Stübchen und Hölle, zu Thränen gerührt, eine Schichte de» Elend», da» jo grell mit dem ehemaligen Glniize dieser Familie coiitrastiite. Pta» die arme, in eincm sckjlosse geborene Frau Leuten absolut verschwieg. denen sie eiwt in der Gesellschaft begegnete, da» venrautc sic bem Julien, den sie so tief nuke<''W zu felsen getvöhnt war. Aul der Hand eine» cliemaligen «tandesgcnvssen hätte sie keii e noch so reiche Unterstützung angenommen, sic nahm aber dankbar eine an» der Hand ihre» ehemaligen Untergebenen an, und dieser gab sie unter so delikater Form, mit so vieler Schonung und Zartlfcit, daß da» Almosen den Ehiraktrr eine» Darlehen», da» «beschenk die Physiognomie ein'?» Geschäftes hatte. so kam Joseph al» der Bote seine» Vater» öfter in die Wohnung der beide» Damen und ivurde zuletzt ihr täglicher Gast, um so ivillkonimcnrr, als sic von aller Welt zurückgezogen einsam lebten. Christine, kaum zur Jungfrau ennvickelt, «var der Magnet, der den jungen Mann nlächtig anzog. «vährend er duich seinen uiännlichen Ernst, seinen Geist, seinen gediegenen Chrrakter da» Mädchen fesselte, zu deren Lehrer nnd Erziet»er er sich machte. Rach und nach gestaltete sich zwffchen beii>cn ein innige» Verhältniß: sic vergaß ihre Geburt, er jpäter der Banquier Tages den sohn überzeugen, ob sie sa«ck> Mutter und

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