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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 48. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 48.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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372 — identifizirte». mittelbar selb,'. enlpfangen, aber ist diese Lobrede, die sie bemängeln und diese Abfertigung, die Sie schweigend aiinehme». von Inden oder von« Iudenthun. au-gegangrn? Wenn Sie also, entgegen den Gesetzen gesunder Logik, die doeti ei» Professor der ersten Universität Deutschland», wen» auch rin aufierordentlicher, wohl sollte kennen müssen, wen» Sie Herr Professor, entgegen diese» Gesetzen, ülfr Inden und Iudciithnm raiionirr», die Aufregung der Massen, nanirntlich der Besitzlosen, schüre» und Hass und 'Verachtung gegen eine Kategorie von Mitbürgern erregen, so mnsi ich dagegen protestireu und zwar öffentlich, weil ich nach den letzten Bvrgängen von Ihnen vvraussrtzen niiift, das. Sie nichts zuiückaelnnen und das Urtheil über Ihren Angriff der öffentlichen Meinung iilurlofjcn." Lu» Westpreusien. (Cr.-(Sou.) Ohne aus die verschiedenen Einzelheiten. welche die Eorrespoudenz aus Westpreiisicn e»ihäli, die in Nr. t«i d 'Bl. laus dem Berl. Tagebl.» Ausnahme geftinden, iuiIkt enizugehe», löniik» »uir doch nicht folgende Bemrikniig unierlosie». welcher eine wohllöblichr Redaetivn die Spalten Ihrer Blattes gütigit öffnen wolle. Ter Einsender rnvähnte» Altikels verschmäht es nicht, einzelne» Wälger» des Ltrafiburger Greises, die am ll». Letober e. den vom hiesigen Drutsche» — nicht conscrvat ven — Wahlromilö aufgestcllien Wahliiiännern ihie Stimine gegeben, zu iiiivniirr». sie hatten bei ihrer Wahl sich von selbstsiichtigen Beiveggründe» leite» lasse». Es ist die» eine Insinuation. lvelcher ,rde Unterlage fehlt, die aber »in so anfsallcnber, als ei» Jeder, der de» Landrath de« Straf, burger Kreises kenni. ihn nicht für fähig halten kann, das, er einen Bingcr ob seiner politische» Anschauung, ivrlchc er durch Betlieiligiing an der Wahl Ausdruck verleiht, verfolge» würde. Das; fast säminlliche jüdische Bürger Straflburgs den vom dculschen Wahlcvmilä ansgrsiellien Wahlmännern ihre Stimmen gegeben, hat seine» Grund darin, weil eine» Tag vor der Wahl von geivisser Seite ein Manöver in Seene gesetzt worven. lvelcher i>> den verschiedenste», auch streng liberalen Kreise» — gelinde ausgcdrückt — zu Mist deutungen Beraiilassnng ^gebcn. Der übenvicgende Tl>eil der jüdischen Gemeinde fühlte sich durch jenes Manöver moralisch gezwungen, öffentlich zu crkciiiien zu geben, dass er an jenem keinen Antheil habe. Im Ucbrigen sind wir der Urberzcugung. wenn die cvnservativcn Fraetiviicn in unseren Parlamente» »ur sotcl-e Männer in il>rer Mitte haben ivürde, wie der freiconservative Landrath des hiesigen Kreises, wohl viele Juden des deutscl^n Reiches den consrrvative» Parteien mehr Liebe und Lninpathien entgcgenbringen würde», als es unter den gegenwärtigen Bcrhältiiisjen der Fall sein kann. Auch unser Landrath verschliefst sich nicht der Erkenntnis, das, die Juden nicht für die Reichte eintreten können, die ihnen ihre Rechte rauben will. Er hat durch seine Wahlrede, wie auch bereits als Landraih Zeugnis, davon abgelegt, das, er von dem Griindsatzc befreit ist: Freiheit kann wie die Liebe nur Mensche», feiner Eonfessivn oder Rare zu» kvinmcn." Wir haben bis jetzt keinen Grund. seine» Worten zu mißtrauen: er wird dem envähnten Grundsatz auch bei seiner parlamciitarischen TlMigkeit nicht untreu tverden. Dass aber Juden auch conservativ wühlen, worauf am Schlüsse des envähnten Artikel» lvsvndcrcr 'Nachdruck gelegt wird, l>ot die „Wotlirnschrist" wiederholt selbst hervorgrhvl>rn »nd daran die sehr richtige Brmerkniig geknüpft, da» das Judrnthum mit der Politik in keiner 'TLrife etwas zu lhun habe. Man darf wohl mit Grwifihcit annehmen, c» würde rin bedeutender Brnchthril der deiitsche» Jude» ans Seiten der Eonservativen siehei', wenn diese den Antiseinitisinus abzuschüttel» vermöchte», der sich an ihren Rockschössen fcstgeklammcrt. Brauuschweig, i.n November. (Orig. Eorr) Da» auch jüdische Gemeinden bei gutem Wille» im Stande sind, ihren Lehrern eine gesicherrc Stellung z» bereiten nnd dadurch Öen» Beruf»,rru'vigieü ju eehvlfkii. hat die hiesige jüdische Gcnirindc kürzlich bcivicsen. Dieselbe hat nach 1'/, jähriger Probezeit ihre» jüdischen RcligionSlehrcr definitiv angestellt. hat auch in dein betr. Perttag eine Grhaltsscala. sowie die Bestimmung a lfgrnommcn, dafi hinsichtlich der Entlassung und Pensionirung die einschlägige» Bestiinmungen de« Eivilstaatsdirnstgesetzes Anivendung finden sollen, so dafi der jüdische Religi »nSlehrer also de» städtischen Bürgerschullehrern vollstänng gleichgestellt ist. — Möchte die Zeit nicht mehr ferne sein, wo rin solcher Fall nicht mehr al» Ausnahme zu betrachten i't, sondern wo die definitirw Anstellung der jüdischen Lehrer als Regel gilt! Tahin zu ivirkrn wäre vor Allem Aufgabe des Geinrindrbnndes. Braunsch veig. Dem „Braunschiveiger Tageblatt" wird ans Berlin grshrieben: Mit peiiilich'lrr Indignatio» ist in den hiesigen >»asgelvnden Kreisen der Ilmstand bemerkt worden, das, in dem sc c ia l ist i scheu Putsch in 'Wie» Spuren eines Perfiiches der Beeiiislnssniig nnd Antheilnahiiie seiten» virll>erufencr drntscher Antiseinitensührrr eikennbar grivesm sind. Ob t*ci l'cii intimen 'Beziehungen der Eabinrtte von Berlin »nd Wn» die deutsche Regierung die Nöthigung einpsinden ivird. iich über die fanatische 'Berblendung einiger deiitsche» Reichs Angehörigen entschuldigend zu äufiern, mag hier auf sich lveuhen bleiben, obwohl es für Jeden, der die Berhältnisse uniesangen beobachtet, deplaeirt. weil es überslüsiig rrschrincr »ins,. Eiiisliveilen übenviegt der Unmulh diiriiber, das, da» österreichische Ministerium int Besitze von Doriimentcii in. „ach welchen einige der Fäden der sveiatistisctsen Eincnie über d:e österreichische «Grenze lnnans nach solchen Evnveniikelii aus dentschem 'Boden leiten, die sich mit vordringlichem App vi»b als die echlesle» Hüter des deutschnationalen und eonservative» Gedankens gebeiden. Dafi die Borgänge, derer Schauplatz die Hanptiladt an der Donau in der vergangenen Woclse' geivesen ist, mit der niternationalr»- eviinnunislische» Umsturzbrivegung in Berbindung stehen, die el>ea jetzt in mehreren Ländern Europas i» geivaltthütigrn Zuckungen auf's Reue sich an zeigt, das z» erfenncit ist man wohl nirgends besser in der Lage als gerade in Berlin, wo eine durch Gefahren doppelt geschärfte nnd nilsnehiiiend sichere Beobachtung der anarchistische» Propaganda seit Langem und unablässig sich b.thätigt, »m so schneller konnte r» gcschelse», das, das blind» üthige Hiiieintappen des Antiseiiiitisinns in diesen gefährlich»» Duniikreis bemerk» ivurdc; um so »nbegrrislichrr aber auch ist es. dafi die lwsvnneiirre» Führer (wenn man bei der ganzen Bewegung überhaupt von Besvnncnl)cit sprechen darf» nicht die Kraft öden: die Einsicht hatten, die Franctirrurs ihnr „Partei" in Deutschland von der intelleetnellen Tl^ilnahi ir an jenen Putschen zurückzuhaltc». Atflrrrrid). Wien, -0. Novemlir Heute 'Bormittag wurde die Erüffnung der isrcclitischcn 'Volksküche in der Levpoldstadt in dem neucrbautcn Hause in der Kruiumbaumgassc Rr. 8 voll zogen. Der Feierlichkeit wohnten die Geineinderäthe vr. Kühn und Bücher al» Vertreter des „Wiener Bolksküchcnverrincs". dir G »icindcräthe Bauer, Müller, Wimmer und Feucht, Bezirksvc rstand Heinzelmaiiii, .In-gierungsrath Kraus in Bertretung der Landslrafirr Bolkslüche, der Borstand de« Polizci-Eommissariatrs in der Leopoldsladt, Cber-Eoinmissär Heide mit dem Bezirks-Jnspectvr Grabnrr, der Borstand der israelitische» Eu tusgcmeindc, Reichsratl>s-Abgeordneter Dr. Kuranda mit fast sämintlichen 'Vorstands-Mitglieder», die Borstandsmitglirl'cr und Ehrcndamcn des Brreinrs zur Errichtung von 'Volksküchen nach israelitischem Ritus und viele Festgäste '.>ei. Dm, Borsitzendr des Bereinsvorstandrs. Prediger Vr. Güdemann, begrüßte die erschienenen Gönner und Gäste und knüpfe daran eine kurze Skizze des Werdens des ucucn Berci»«l)a nse» in der Krummbauingassc, dessen Herstellung nur durch die Munificcnz der Förderer deS Berrmes möglich grworder ist. Da« .Hein, sei für alle Armen ohne Unterschied bestirimt und in seinen Räi.n -tt a-ltc nur ef„- Eonsejsion: der H u » g c r. Hieraus wurden die Speisen zun, Kosten gereicht und c» besichtigte» dann die Gäste da« Haus in allen Räumli>hkeiten.

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