Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 45.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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*1 350 ' '~r'jFv'*«rv ifn. Ich möchte et daher jede« russischen pnd rumänische« Jude» strengsten« »iderrathe». Orffer an Geld zu bringe«. in der Hoffuuug, «in« kaiserliche Lrlauböiß zur.Lnsiedeumg in solche« -egende«, di« von der Begünstigung des Gesetze« 1866 ausgeschlossen find. Et bleibt noch der Versuch übrig, ob nicht auf dem von einzelnen Personen aaqrfauften Land« in Syrien und Palästina Colonien ohne Opposiuo« von Zeiten der Regierung gegründet «»erden können. Ich glaube und vertraue, daß diel wohl auginge. St würbe jedoch von den Ändert, die ungeachtet det Rikrot während der jetzigen orientalischen Krisen in dies« Provinzen auSzuwauderu willens sind, weise gchaudelt sein, erst den Erfolg eine« solchen Experimente« abzuwarten, ehe sie sich auf die eine oder andere Weise entscheiden.*) Lawrence Oliphant. Vermischte und nenefc Nachrichten. 9U|klV|. Wie un» rin Mener Privat * Telegramm meldet, findet ivegen der TiSzaEßlarer Assaire die SerichtSverhandlung Anfang« Dezember statt. Der ÄaatSanwalt selbst beantragte die Einstellung de« Vrrsahren«, da gegen die ingeklagten Jude« kein Veroacht vorliqe. Di« Regierung aber befahl die öffentlich« Verhandlung einzulriten, um aus diesem Wege in breitester Weis« ein« Aufklärung der Angelegenheit zu geben, damit später nicht der Vorwurf erhoben werden könne, di« Sache sei vertuscht worden. Breslau. (Er. 5orr.) A» Stelle d,« sei SeminarrabbinerS Dr. Joiil ist Herr l)-. Levy au« Berlin, ehemaliger Schüler de« VreSlauer Seminar«, zuletzt Lector an der Berliner Hochschule, ein überaus scharfsinniger und wissenschaftlicher Talmudist von echt conservatlver -esinnung gewählt worden. Die talmud. Disziplinen «erde» unter ihm rinn, erneuten Aufschwung nehmen. Berli». Der antisemitische Agitator, ZeitungSverleger Leopold Hemmel, war zu gestern »or die erst« Straf ammer dieftgen Landgerichts l. geladen, um sich aul eine Anklage «ege« Unterschlagung zu verantworten. Da er nicht erschienen war. beschloß der Gerichtshof die Ver.iaflung deffelben. Btrlrseltz, 16. Oktober. Der älteste Bürger unserer Stadt, der Rentier MarcuS Jordan, hat laut der »Wests.' Zig." heute sein 104 Ir« Lebenejahr vollendet. Man kann denselben noch täglich auf den Promenaden treffen, und dt« Freud« an der Ratur wie di« Frisch« de» Geiste« scheint er sich unverkürzt bewahrt zu haben. Hsuuotzer. Eine gewiß seltene Liberalität hat di« hiesige Synagogengemeind« den Hinterdlirdn,»» de« oerftorbei,n Landraddiner Irr Meyer an den Tag gelegt, indem Vorstand und Repräsentanten der Frau t >r. Meyer aooo Mt. jährliche« Wittwengetd und jedem Kind« bi» zum 24. Lebenejahr« bezw. bl« zur Verhetrotlmng eine jährlich« Unterstützung von 160 Mark bewilligt haben. Ha«d>r«. Herr Rabbiner Dr. Jsaacsoh» eröffnet« gestern vor einem zahlreichen Damen- und Herrenput'.tkui» seinen diesjährigen Syciut jüdisch wissenschaftlicher Bortrch,». Der Redner ließ sich l» der »Einleitung kurz über die Bedeutung solcher jüdisch-wiffenschastlicher Vorträge für dt« Erkenntniß d.r jüdischen Religion au«, welche keinen blinden -landen verlange, solldrrn ein historische« Errigniß sei, welche« mun begreifen könne. Von der Verhandlung eine« bestimmten Thema'« sah der Redner ain gestrigen Abend ab, indem er auf den Tod und da« Brgräbniß de» b kannten und beliebten Armen Vorsteher« in der jüdischen Gemeinde, -oldzieher, hinwie«. '$m Dr. Jsaac ohn widmete vielem vortrefflichen Manne, der di« Thräneu so vieler Dittwen und Waisen •) 3fr deren« mit m»tn»>Er«ol»« ßeschehen. (Jirt.) getrocknet h alpine» warmen und tiesgesühlte« Rachrui, namentlich hob'er di« große Religiöfität de« Verstorbene« hervor. In der tzr ffnnng, vaß-fich immer wieder so ansoyfernngSfähige Sevieindedeamt« wie Soldzisßer sind«» mürben, welche ihr Amt ine Namen de« Himmel« veralten, schloß Redner seine« kaum dreiviertelststndigen Lorirag Nßitttz. Unser Rabbiner Dr. Klein ist in Stockholm gewählt warben und wird die Stell« annehme«. Snuil», 26. Oktober. Der hiesige Rabbiner, Herr Dr. R H. Friedländer,'wurde von der isr. CultuSgemeinde zu St. Pöltri, zum vezirkSrabbiner ernannt- In Folg« dieser Bocation :rschier.en Deputationen der -emeind« bei« Herrn Rabbiner, die ihn im Name« der ganzen -emeinde dringend ersuchte«, seine hi-sige Stelle, wo er «ährend seiner 16 jähr. Amteführrng so Tüchsige« geleistet nnd sich Hindu'ch die Sympathien aller Mitgliedn im höchste« Maße «worben, nicht aufzageben. De« Anstrengungen nnserrS Borstaude« ist e« endlich denn auch gelungen, Herrn Dr. Fr. für un« zu erbalter. I« St. Pölten ist »unmehr Herr Dr. Reiß zum Rabbiner gewählt worden. Brodß Am 21. Oktobn hat sich da« UntnstütznngSkomitä füi die russischen Emigranten nach fast 9 monatlicher hingebeiider Thätigkeit ansgelöst Noch etwa «00, die nach Rußland r u« inannichfachen Gründen nicht zurücktehren können, weilen bt-r Für sie sollen die Häupter der Filiale de.' Wiener Allianz Sorge tragen. bi« eine Wohnstätte ihnen gesunde» st. — Die Orthodoxen habe» jetzt vor ThoreSschlnß den Bruder de« Preßburger Rabbiner« Jndak Leib Sofer hergrichicki, der 3 Tage vier sich aufhielt und einer Anzahl heimkehrn.ver Russen 20 Bulben pro Familie, einige« auch größere Summen gab! — (Jwrt.) Pest. Di« Frau de« Schächter« Joses Scharf (TiSza- ESzlarer Üffaire) wurde au« der Haft entlasse«. Sie erzählt, erst »ergougene Woche habe sie erfahren, daß ihr Stiefsohn Moritz es sei, welcher st« beschuldigt; dieser sei «i« blöde«, schlechte« Kind, welche« gegen sie schon eininal rin« Hacke schleuvcrti'. Pest. Sl. Oktober. In dem Somogyer Komitat«fitz Kaposoar r>ar gestern groß- Antisemiten - Versammlung. 200 Anwesende, darunter viele Geistliche, Lehrer und Advokat«». -Unter heiligen Ausfällen gegen die Juden wurden die auf dem Dretduer Kongreß vroklamliten Grundsätze angenommen und dl, -sirüudung eine« christliche» Verein« beschlossen. Die Mitglieder desselben sollen Inden nicht» verpachten, ntchi» abkauie«. nicht» leiben. E» ist ein K imitee zur Ausarbeitung der Staluten entsendet. Zum VereinSodinann wurde der Reich«tag»abg. Emerich S»,lay. ein großer Deutlchenfeind. gewählt. Von Jstoczy traf ein Begrüßungs-Telegramm rin Di« KaprSvarer Juden hielten zu derirlben Stund« in der Synagogeinen TrauergetteSdtenft für den «ngar. Dichter Arany a>. Die Fretmaurer-Großloge von Ungarn richtet au sämu»' Uche Mitglreder rin Zirkular gegen antiienrttische Tendenzen Pre)d«r«. l.Rovember. Gestern sai.d in Sem bevölkerten Mar i stecken Goi« bei Reunedel am See. Eomitat W><- srldurg, ein großer antisemitischer Krawall statt. Eine betrunken« Rotte hat unter Gebrüll und Rusen »Elsen Jstoczy!" dt« Juduhüuser geplündert. Di« Frau de» nach. Waitzen adgeretsteu Kaufmann« Steiner wurde nach der Plünderung erschossen. Da« Ministerium de« Jnneru wurde von .den: vorkomn niß te'«graphisch verständig». Lsudsu, 27. Oktober. In voriger Woche ist hier ein berühmter Veteran der kaufmännischen Welt, Baron de W orm» im Alter von 82 Jahren gestorben. Ein Fraukfurter Kind kam er nach England unnrtttrlbar nach der Schlacht von Waterloo und begründet« hier die bekannte Firma, bi« ihre HandeiSiwrbiudungen vorzugsweise nach Ceylon auSdehnle und