Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 45. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 45.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/5369809-5935096-5938109--4798-5377064
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

349 — tonrfpontatni trifft ata d«rcha»s nicht zu, da diese Stelle 1S0V Mark rindringt. Dieser min Beamter hat vor Am* * |rw-Mr Lächln eine« angesehenen Mitgliedes in der Gemeinde, in der Wskmnng des Hochzeitsvater», mit einem Lrzt« copniirt. Bor der Traunng ward, in eine« Nebenzimmer ans einn« Harmoninnm eine Präludium gespielt, der Tranaci selbst »nrd« mit Musikbegleitung sehr erbau'ich ansgeführt. Weder die Bedächtigen in der Gemeinde, noch der vorstand, hätte gegen diese Einrichtung etwa» »inwend«» können, da die Lrannug nicht in der Synagoge stattfand. Das tzar« moniuu« wurde ve« Hochzeitsvater besorgt, unser Beamter hatte daher keine v ranlaffung, dasselbe weder „b," noch mehmtlthig und fußfällig au« einem Kloster zu leihen." — Es ist ferner nicht richtig, daß der Borstand diesem Beamten das Predigen an den hohen Festtagen untersagt dätte; »a« wir di» setzt, sowohl in der Synagoge wie bei Leichenbegängnisse» von dcmselben ghön yade», wurde von den Gebildeten in der Gemeindc mit Vesritdignng ausgenommen, es wäre daher zu einer solchen Maßregelung kein Grund vorhanden") Mülhausen (Elsaß). Am 2«. d. M. w irden hier ungefähr SO jüdische jung« Leute verhaftet. welche durch Täuschung d»r Behörd « vom Militärdienst» sich befreiten. Die Zahl der Schuldigen soll sich sogar aus 32 belaufen. Dem v rnehmen «ach waren diese Leute bei der ersten Musterung znrückgestellt werden, nachher haben sie sich irgend einen wirklich djenftnnlauglichen jungen Min« ausgesucht, weicher unter de« Rome» seines Austragged»,« sich bei einem Arzte ein Dsiirftuntauglichkeiiszeugniß verschaffte, mit dem dann der Betreffend« seine Entlassung vom Mililärdieust bewirken konnte. Dies, Zeugnisse sollen meisteniheil« au« Altdeutschlaad geholt worden sei». Obscho» es schon längst ausgefallen war, daß so viel« kräftig,. >unge Leute keinen Militärdienst zu leisten hatten, so dachte doch Ricmand daran, ein solche« Bedenken zu hegen, bis die Thatsache durch Berrath zu Tag« kam. -- Die Betroffenen sind all« oermögende. einige sogar reiche Leute; es ist d>«halb erklärlich, daß ibre Verhaftung eine ungeheuer« Aufregung hervorgerufen hat-**) Mögen so manch« uiililärpstichtig« junge Leute, wie deren Litern davon Notiz nehmen und nicht Schmach über Israel dringen.**") Ar«»lkreich. Paris. Herr Rarciffe Leven, Mitglied de« Eonfistoriums der Seine, Generals»krelär der Alliance, ist soeben zum Bicepräsidenlen de« Pariser Stabtrat b« gewählt worden. — Herrn Alexander Paz ist da« Exequatur als argentinischer Generalkonsul in Frankreich ertheilt worden. Gernemtze «ui» einen pädagogisch gebildeten Prediger gesunde», der nicht »nrder Jugend die Lehren de» »teligion einurigt. sondern auch de» Erwachsene» die Werthschätzung der eigenen Religion beidringi. der z. B die Zumuthung eine« Semerndewilgliedr«, de, der Trauung seiner D«tz>er nicht» „Jüdische»" vor,»tragen, «eil m-tzrer« Shriftn «uiorsr»» seien, enrigiich tuiückgrwirsen hätte. Di« Blöße solch» r, der eraenen Artigion sich ichswende» chesinuungllosigkeil wir» durch keine« noch so erbaulich » LrgelNang verhallt, sie erschein! auch in den Auge» de« gebildeten Sh iften »erLetztlich. Acht» Dich selbst, Israelit, dann werden Deine Mitmenschen Dich mutz achte»! <Retz.) •) Gerade dieser Punkt wir» ,«n unserem Berichterstatter ander« daraestelU, dach »olle« wir u« der Ehe« de» Hrn. A«tigi»n«leh> rer« willen die Sach« aus sich beruhen lasse». — Di» wichtigste Frage in der ganze» Sach«: Besitzt der Herr Lehrer ein» Hattora« lkidduschin", tz. h ein Prüfungsattest »an einer rebbin,scheu Autorität »atz er qualifizier sei, Iiauungen rii, zu vallriehe», berührt der Herr Vorsteher gar nicht 94 ist und bteibt bedauerlich, daß eine Gemeind«, »ir bisher so tüchtige Rabbiner und Lehrer hatte, fi.tz nunmehr aus einen „Santor und Religion«lehrer" beschränkt. (Red) »•) Die meiste» sind inzwischen gegen Saution wieder aus freien Kuß ,«stellt —O wie wird dies« »erwrrsiuhc. belrügerisch« Handlung«weile Einzelner »an Siseker und Genossen, «ulgedeutet und a« Bewei» dafür ausgebauscht werden, daß all« Juden unwüidig seien, den Waffenrock zu tragen! Wahrlich diese Rücksicht aus dir Gesa» m t» heit sollte für so Manchen »»»»eit »rund sein, sich »«« jeder Betrügerei fern zu halten und W strengst« Irene de« »«setz« und de« Vaterland« zu wahren! (Red.) Unsere Gemeind, sucht Lehrer, welch« den an dm «ommunal* schulen ausfallenden Religionsunterricht ersetze« ksnaen. Es arnseft hi« Herren Rabbiner bei dem Gedanken, dsß sie herab« steigen und Kinder unterrichtm sollen. Der Vorschlag, di« Eantoren damit M betrauen, ist recht vernünstkg. aber die tatschen Rabdinen stehen ta hiesigen an Wiffm und gelehrt.» Leistungen mindesten» nicht n«ch »ad unterrichten in eigene Person gar viele Stunden wöchentlich. — Die Choristen dürfen fortan dir Schule nicht mehr versäumen, um bei Trauungen z« singe«. Man takt daran, sie durch Damen zu ersetzen. Darob aber erhob sich solcher Widerspruch. daß man mulhig znrückweichen wird. Parts. Selbst da« XIX. Siöcle entrüstet sich darüber, wie die Freidenker, sobald ihnen der Vorsitz bei Schulprüfungen zufällt, die Gelegenheit zur Entwickelung atheistischer Lehren vor den Kindern benützen. .Ein« stark« Regierung würde durch ihre Haltung ähnlich« Unklugheiten verhindern" — meint da« republikanische Blatt. Wir haben die« Weitergehen der Atheisten erwartet. Nach Vertreibung de« Religionsunterrichtes «riolgt die Bekämpfung der Religion. — Und wenn man sich beschwüt, baß die» mit der piollatiurttn Gleichheit aller Anschauungen sich nicht recht vereinbart, dann heißt mit der allen siegreichen Parteien eigenen Unoersroreiiheit: Was Recht ist, da» haben wir zu destiinmcn. — Zftvfct. Eanstantinopel, 2. Oktober. Die Stellung, welch« m diesem Blatte in der Frage betreffder Eolonisation Palästinas stets zuin Ausdrucke kam, mit hoffendem Herzen und prüfendem Gerste di« Bemühuilge» edeldenkenver, warm sühlei.- der Glaudensgenoffen zu empfehlen und wen» möglich zu unterstützen, rechtfertigt de» Abdruck eines Brieses de» bekannten Lawrence Oliphant. den derselbe jüngst an den Herausgeber de» ,Ie«ifh Ehronicle" richtete: .Ich schrest-e Ihnen nicht in der Absicht die Philaniropcn zu enimuthigen, welch« sich nicht scheuen, di« große Verantwortung auf sich zu i>d«n, zu dem versuch« jüdische ackerbautreibende Gemeinden in Syrien und Palästina zu organisiren und die zu diesem Zwecke nötsigcn Fonds herdeizuschaffe» sich mühen, wohl aber dir armen Elaffen der im Osten leb. nden Juden davor zu bewahren, durch dir sanguinische Darstellung derjenigen ihrer Glaubensgenossen, die aus eigene»» Jntereffe oder anderen ähnlichen Motiven Geld zur Realisirung der angeregt ui Joee von ihnen zu erlangen suchen, sich lxstechen zu laffen. Die türkisch« Regierung steht jedem solcher Eolonisationtprojecte absolut feindlich gegenüber. Bis heute hat sie nicht nur Palästina, sondern auch Syrien, von der Operatlonsdasi«. die das Lolonisation-gesetz von 1865 enlhält, streng ausgeschlossen. Die Bedingungen. unter denen es Fremden ge,takt t ist, da» der Regierung gehörige Land des Reiches zu colonisire», die find.» aus die genannten 2 Provinzen keine Anwrndung Die Pforte hat neulich ringewilligt, die es Gejetz auf Mesopotamien, das Thal am Oronles, die Provinz Aden und Kleinasien auszudchnen Das ist aber auch die ganz« Eonccffion, welche bisher zu erlangen war, und diese stützt sich auch nur auf nirnisterielle Versicherungen, über deren gar oft zw-iselhasten Werth ich schon manche Erfahrung m »che» mußte. In anderen Worten: sie bestätigt nur «in« Er aubniß, die s.it 1865 schon gegeben war. Kein Firma», keine Jrad« oder irgend ein andere» Dokument, das de» Sultans Unterschrift trüge und das nur einzig und allein di« nöthige Sicherheit so viel wie möglich garamiren könnte, ist bis heute zu erlangen gewesen. Ich erwähne dies, weil, wie ich vernehme, die rumänischen Jude» zu Subskriptionen v ranlaßt werden unter »e»t vorgeden. erst wenn Geld da sei ein Firma» zur Eolonisation Palästina'» und Syrien« zu erlangen wäre. Der Sultan hat di« jetzt nicht nur keine« versprochen, er hak, wie ich versichern kann, es bestimmt zurückgewresen, je ein.« zu gewäh«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.