Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 45.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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i48 — iltit z» Qtbn, als di« aif kfn verhältnißmäßlg Lei«» Leserkreis »et«r Zeitschrift beschränkt». Der Anftatz pratefttrt a«s sechs Leite« gegen die vlntanklog« ui* schließt mft folgenden Worte«: »I« der Osternacht 188S lag ich betend a» de« Stab« Christi, die ein« Hand ans dt« heiligste Stätte l«ge»d, di« andere gegen den Htmnul erhebend und sprach im Herfta Folgenoes: Seit der Zerstörung des ersten Tempels durch di« Babylonier ist kein Menschenopfer mehr in Israel gebracht worden, obgleich noch hi« und da Götzenbinist zu« «Vorschein kam. Seit der Zerstörung de« »wetten Tempel« durch Titus, nicht lang« nach der Erscheinung unsere« Herr» Jesu Christi, also fest der Eiüstehung d.» Christenthum«. ist weder Menschenopfer noch Götzendienst bei allen Löhn.» Israel« ans dem ganzen Erdenrund« gesunden worden. Nirgends hat da« jüdisch« Volk, noch die ISVOjährige Religions-Geschichte desselben Beranlaffung »u der abscheuliche« Beschuldigung gegeben, der Jude tödte Chriftenkinder und o.rwende ihr «lut 1» irgend einer Zeremonie, welcher Art st« auch sei Ferner erkläre ich, als ehemaliger Rabbiner, von einer alten rabdiaischen Familie abstammend, daß es in dem Bereich« der ganze« jüdischen Theologie nichtein einzig.« Buch gibt, weder ein ge- «ruckte» noch uugerrucktc», in welchem auch nur mit einem Dort« einer solchen barbarischen Handlung erwähnt wird (ausgenommen etwa di» Bertheidigungen), daß es auch weder eine geheime, noch öffentlich« Traditio» unter den Juden ged«, durch welch« stch jenes Berbrecheu hätte fortpflanzen können. Endlich beschwöre ich als Leoit, möglicherweise als direkter Rachtounne Mose'», jedenfalls aber zu seinem Stamme gehörend, Folgend«»: Es giebt kein« große, auch kein« kleine Gemeind« ui ganz Israel, keine jüdisch« Sekte und keine jüdisch« Famil« auf der ganzen Erde, in welcher da» Blut «me» Mensche» zu irgend einer Zeremonie v.'r«e..d«1 wird, sei er Jude, sei er Christ, fei er Türke oder sonst ein Mensch auf Erden. — So wahr mir Gott deistehen möge in der Stunde meine» Todes und mich selig werden lasse in seinem eingtdorn n Sohne Jesu Christo, meinem Erlöser! Amen!" Hamburg, 31. Oct. (Or.-Corr.) Einen großen, fast unersetzlichen Verlust hat unsere Gemeinde durch de» Tos de« Präses de» Vorstandes, Herra Simon Sl. Soldzieher erlitten. Der Verstorben«, welcher s.in >mt fünfzehn Jahre bekleidete, vereinigte in sich Eigenschaflen, wie man sie mcht oft beisammen findet; ein« seltene Pflichttreu« und Sewiffeuhastigkeit, «inen höchst biedern und frommen Sinn, einen hohen Grad von Wohlthätigkeit und ungewö.nliche Herzenegüte; er war daher für das Amt eine« Vorsitzenden der Armen-Verwaltung mehr als jeder Andere geschaffen. Dabei trat er stet» bescheiden und anspruchslos auf und wenngleich er den Widerspruch nicht gut ertragen konnte, so mochte doch Niemand ihm gram sein, weil man überzeugt war, daß er nur »ach seiner Ueberzeugung sprach und handelte. Biele Verdrießlichkeiten und vielen Rümmer haben ihm die Kämpfe bereitet, welch« er in den letzten Jahren wegen der Erwerbung eine» vegräbnißplatze» zu führen hatte und wer weiß, ob dieselben nicht sein allzufrühe» Hinscheiden, — er erreichte nur ein Alter von timmdstchzig Jahren. — verursacht haben. Ein beredte» Zeugniß für die Lieb« und Verehrung, welch« er selbst bei den-.» genoß, die im Leben ihm fern standen, legte der große Zug von Leidtragenden ab, welche iu aufrichtiger Trauer seiner Bahr« folgten. Am Grabe spracl-en rinige feiner College« im Borstand«, Herr Dr. Jonas, der Prediger de» Tenrpelverband», und eiu Mitglied der Armen- Berwaltuug. Der Dahingeschieden« gehörte indeffen der strengreligiösen Richtung au und war Mitglied der neun» Synagoge, welche ihn, ein« eigene Leichenfeier bereite« wird. Herr Dr. Jona» hob deshalb, anknüpfeud an dir Worte des Borredner«, hervor, daß wenn anch Tora und Abodah dem Verstorbenen nicht mit der Tempelgemeind« vereint gepflegt worden, di« Gemiluth chaffadim, welch« derselbe geübt, ihn de« Redner, doch bestimmt hätten, »»ansgefordert am Gonbe zu sprechen - Möge es unserer Gemeind« nie an solche» Männern sohlen, wie wir sie in dem-Heimgegangenen besessen haben, rronro »ch, ptam 'n ^an GaljMchei, 23. Oktober Zn de« am gestrigen Nachmittag i« »-.ckmann'schen Saale Hierselbst stattgehadte« Festmahle. da« zu Ehren de« Herrn Sanitätsrath l>r. Beschütz in Anlaß fit»«» 50 jährige» Doctor - Jubiläum» veranstaltet war, halt» stch «in« bedeuten»« Anzahl Herren, unter ihnen auch der Lausrath des Kreises und der Büraermetstrr der Stadt, sowtr mehrere Geistliche, selbstredend auch dr« Kollegen des Gefeiert m, eingesund«». Herr Lanorach ooa der Schulenbnrg richtet' zunächst iu ansprechender Red« herzlich« Worte der cknert.-nnuug an den greise» Jubllar und bracht« hieranschließend ei« Hoch aus unser» thenern Kaiser und König aus. in da,. Alle« begeistert einstimmte. Der zweite Toast galt dem feierten des Tage«; er fand zündenden Wtederhall, und a'.s der Herr Kreis - Physika» l)e. Schwahn dabei ein kurze« ilebensdlld des vor SO Jahren mit dem Doctorhat dekorirten jungen Mediziner» Beschütz entrollte und dabet voll Laune mitft eilte, wie der angehend« Arzt damals selbst da« Thema deaideitet „Morti* neoeuiUtem oeino coinprotwre pote«t‘-, — brach großer Jubel au«. Herr Bürgermeister Zechiin toastete aus die Famtlie des Jubilar», Herr Ober« Prediger Silbrig auf deu »Lltteristen Beschütz". Herr Ite. Hasenknops auf die Frauen. — Sichtlich gerührt dankte der Gefeiert« ol> all' der Beweise der Liede und Anerkennung. — Da« Fest», hi verlief i» der allerheiterfte« Stimmung. Ader auch in auierer Form wurden dem Jubilar viele Zerchen der Berehrnng irnd Hochachtung dargebracht. He. Maj. der Körrig hatte dem verdienten Arzte den rolhea Adlrrorde« v.erter Klaffe verli.heu. welchen Herr Laudrath von der Schulendurg am Bormit >ge persönlich iu die Hände des so Geehrten legte. Im Namen oer Aerzte de» Kieise« salzw-oel und der Apotheker unserer Stadt und unter sinniger Ansprache üd>rreichte Herr Krei« - Physik«» l>r. Schwahn einen herrlichen Pokal. Bon der Universität Berlin war die Erneuerung de» Doctor- Diplom» eingetroffen. — Deputationen de» hiesigen Magistrat«, der Stadtverordneten, de« Frauenv rems und der Ltteraria brachten int Lause de» Vormittag» ihre b-ftea Glückwünsche dar; aber auch viel« auder« Bekannte und Freund» de» Herrn Rath übern ittelte« theils persönlich, theils per Brief und Telegraph ihr« Gratulationeil. — Herr L>r. Beschütz stammt au» Tange:münde; er trat erst mit dem 13. Lebenojahr« in die Sexta ik» Ltendaler Gymnasiums eiu, da er ursprünglich eine ar.der« Karriere einfchlageu wollt«. Der Sanitätsrath Titel vurd« chm 1864 verliehe», wohl deshalb, weil er die Patienten im Kreiskrautenhause seü Bestehen deffrrben unentgeltlich behandelt«. — Möge sich ter unermüdlich« Arzt und Mensclenireund, der so in zahllosen Fällen fein« Hülfe in der uneigennützigsten Welse auch dem Armen augedeihen ließ, noch lange solcher Rüstigkeit und Thatsrisch« erfreuen, wie sie ihn« der Himmel dis auf den heuti en Tag geschenkt hat! Au» rkybnik erhalte« «ir vom Vorstande der Gemeiod« (Herrn A. Prager) eine derichttgend« Darstellung der in Rr 42 belichteten Vorgänge, denen wir feldstverständlich bereitwilligst Ausnahme gewähren, odwohl uns gteichzeilig von anderer, elenfall« sehr glaubwürdiger Seit« er« Bericht zugehl, der in manchen «es.utlichen Punkten von jener Berrchtigung adrxicht und der Anffaffung unseres gefch ersten Correspondmten sehr nahe kommt. Zuerst die Erklärung de» Vorstände»: ,E» ist richtig, daß wir eineu Cnltusbeamten ausgenommen Huden, der ei« sehr follder und moralischer Mann ist und sich durch Zengniffe genügend legittmirt hat, daß er eine Rrligi »»«schule leiten kann — nnferen Kindern Religionsu»lerri(,t erlheilen zu laffen, halten wir für da» Wichtigste in der Gemeinde*) — das »billig billig" Ihres Herra 1 Dem kSime» »ir nur zustimmeu; aber für 1800 9t. tzstt« di«