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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 45. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 45.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Momente tUTd,lr£it!»*an e» genügt ja l<H«. stch^^oonm« al» Juden z» i'iwfnj ninMitckM k»uM>Gs«W tzMect« Entsetznt und SWuemAu «eacHunl^-i»> ^nepDWH g»r. ge« setn Schicks»u Glprlen. H 7 fc, .?; ÄQfln trofft diese» oDtnisi»« «M-«Oden G^Inpen doch. Weiche» Räthsel hinter dieser ThtUsach« sich birgt, hat ist «tu« sch «er zu beanimorteiGe^Frage. Lch Ejncn erkijlrrn die'^thigkM der g>GM^ du,chLS« .Hoffnung ßG Mach» di» Anderen durch ihre Welsyeti, ote Dritten einfach rurch die Gewohnheit. p»« scheint e», das, hier die wichtigste Roll« jtt,r» allgemeine Gesetz der Seldsirrhnltung spielt, »rast dessen »tu Geschlecht. da» sich seiner selbst bewußt geworden ist, »„ freiwillig die Hand an sich legt. Di« sogcnaiuu« H»bung der allgemeinen Vilvung wird in dieser Frage keine wesentlich günstigere Wendung der Dinge herdeisühren, weil die Hebung der Bildung > lo» ein relativer Begriff ist und ihr die straft abgeht, da» Prinzip der adso» luten Gleichberechtigung durchzuibdre«. I» drei«« Priucip« liegt Alle«, und UI» alte Traditionen zu vernichte», ist e« erforderlich, daß die Menschheit wieder vollkonimen zur Menschheit werde. Doch wann wird da« geschehen» — Die Perspectiv« in dieser Richtung scheint sich noch end- und hoffnungsloser zu gestalten, wenn min die unbewußten S'priceu de« Rarenhass«» i» Betracht zieht, der in der Judensrage auch von Bedeutung ist und zusaliinien mit der Tradition ihr einen so oerhängnißvollen Charakier giel I. Die Lebensart de» Inden, sein Arußrre», seine Manier zu spreche», zu gehen, sich zu kleiden — Alle» da» weckt die unsinnige Wr:lh, die sich d>sto rücksichtsloser äußert, je weniger sie b, straft wird. Niemand fürchtet sich so sehr wie der Jude, Niemand Hai sich ein« solche Eigenart geschaffen wie er. Niemand ,/ht aber auf die Ursachen zurück, welch, die „&»«««- thümlichkeiten" der Inden hervorgkruf.u haben, denn die Äugen sind allzusehr von der groben Tyatsache gebleiidrt, welche vre .verfluchte" Vergangenheit und die miserable G-staltung der Grgrnwart dcr Juden geschaffen. Die komisch« Tracht, die lächerlichen Locken sPeie«), die Ruhelosigkeit, die sie nicht eine» Augenblick still sitzen läßt — wa» braucht man »och mehr? Der Jude geht nicht, spricht i.ich», schaut nicht so, wie alle Leute e» thu». Der J»de l lickt nicht, soiider» seine Auge» iil-n ruhelos herum; er lebt nicht, sonder» er irrt. Und wie lächerlich und koniisch er spricht. Ist et denn schon so lange her, daß uickere Machlhaber den Jude» die Locken geschnitten und ihr. stleidung ihnen mit Gewalt genominen haben? wo nian mit innerem Behagen dm Berichten lustiger Beamten zuhörte, welche die Jubenhetzen zu besorge» Hallen und die kein größere« Vergnügen kannten, alt cine» Juden zu erwischen und ihm die Ueberraschung einer Be.ftummelung zu bereite»? wie spaßhaft und komisch e» ihnen war. den Schrecken de» Unglückliche» anzusehen. Und wie! Ist denn diese Bergangenh.it schon eine Ewigkeit her? Nein, sie ist noch hmte da, sie hat blos ihre Form geändert, da» Wesenlliche aber ist geblieben, so daß heutzutage di« Propaganda der Jubenhetzen vielleicht weiter und tiefer getrieben wird, a!» et jemal» vorher der F.ll war . . . Und «at wissen wir vom Judenthnm außer den Geschäften der jüdischen Au«beut«r, Branntweinverkäuser u. s. w.? Haben wir wenigsten» irgend welchen Begriff von der zahllosen Maffe der jüdische» Arbeiter und stleiuhändler, welch« tm stothe der jüdischen Städtchen wimmeln und ungeachtet de» Brandmal» de» Fluches und der ewigen Drohung de» Hungertod«» sich rasch verinehrt? O, daß wir lernten, in» Worte ^Judenlhum" eine beffere, menschliche Bedeutung zu fiuden. Wiffen, da» muß mau vor Allem. Da» Wiffen muß mit Nothweiidigkeit menschliche« Gefühl «rwecken? In diesem Gefühl« vereinigen sich wie zu eineoi har-uonischm Ganzen: Ge Gerechtigkeit, da» Bewußtsein der Brüderlichkeit, die Liebe — die allem di« Beziehungen zwischen den Mensche» zu guten und dauerhaften machen können ..." To weit Schtschedryn. Die Auszüge zeige« vu« dm Satiriker mit Thränm in den Augm. Läßt sich auch fein Bild in eiuielnm + uni «ncale» Kyetf HoMAch gebrochen, iielche» -die corrigireu. fo^ileih^ doch die Ge« «rgreGnych npv lie wird nicht hl G» «ch iiu den tiber lm GtithuGasWttz zu erwecken. »nhereHzigtm Zurückhaltung rtzteren bisher In der Judensrage beobachten zu N'llffen glaubten. Pflichten Schtschedryn'» Worte ^stzr die AjMqGd« m «net neuen Jfü bedeuten, möchte» sie aber auch tweoalk dort ein Echo stüven, wo der Anitsemitiimu» sein Unwesen treibt. Pet.reburg, im Ociober 1882. C. I,. W« vettresg §»» Ltsza Etzlar Affaire. In d<r Leid,n«g,schichte Israel« findet sich ein Beispiel angezrttelter Bersolgnng, da» mit der Tiß-Eßiar-Affairt »n> fssern tut« Arhntichkeit hat. »l« auch dort Kinder dazu gebraucht od.r vielmehr mißbraucht wurden, gegen ihren eigenen Ba er in einer peinliche» Anklage Zrugniß adzulegen; nur ist txr Umstand in Erwägung zu ziehen, daß in jener Zeit da» Rechtsgesetz noch nicht aus Bernunfiprinziptm hinlänglich entwickelt und keine ordentliche Rechtspflege vorhanden war, aber jetzt? — Im, Liiiek Habacha", in» Deutsch« übertragen »o.» dem leider za rüh verstorbenen »r. Wiener in yannooer, erzälilt »ns R. Joseph Cohen auf S. 18 folgende Begebenheit: »Zur Zei de« König» Heinrich (Znnz, d.e iynagogale Poesie de« Mittelalters, S. IS, glaubt, daß diese Beschuldigung unter Heinrich I. König von Frankreich UIÄl — 1000 zu Paris . statt fand) beschuldigte» zehn NichtSwü.dige eine» Juden m f Frankreich also: .Er hat ein« Hostie in einem Topfe mit , Oel und Wäger gekocht, und wir Hab.» gesehen, oaß ein > Ktird aus dem Wasser schwamm." Al» sie chu erschlage» I wollten, entzog er sich ihrer Gewalt, aber sie erhoben irch I da»», »» ih» lebendig zu veischlinge», und die Richter ließe» ihn ergreifen und verbilterlm ihm das Lebe», ohne daß er etwa» g,stand. Als sie aber sein Weib und s.rne Kinder folterten, bekannte» diese, wora. jener nie gedacht: woraus se ihn verbrannte», während er de» Talmud in der Hand hie.t; seine Söhne und seine Frau aber machten sie dem Go te Israel» abwendig. Bei der Kund« von diesem ' Ereign.ff, erhoben sich alle Bewohner d>» Landes in den von! der R>sil-t»j des Königs serne» Orlschasten wider die Juden, ' erschlugen viele und bemächtigten sich der Had« derselven." — Dir meisten jüdische» und auch viele christliche Leser vieler ' Zeitschrift werden nicht veritehe», waS tür Be.vandniß e» mit l dieiem auf dem Wasser und Oel schwimmenden K>nv« hu.! darum svigenoe Erklärung. Der streit über Sinn und Be- I deutung se» Abendmahl», namentlich über di« Einsetzung«' > worte, ol> diese symbolisch oder real und sinnlich anszniasieu! seien, hat schon i» bei» erste» Jihrhunderlen der Enl,«eyung de» Ehliienlhums begonnen nnb sich mit llnierdrechung von nur kleinen Zeiträume» bi» in unsere Tage iortgeseyt. J»> I Jahie 811 trat Paschas»»« Rabberlus. Abt de» Klosters zu! Cardin, aus und erklärte in seiner Schliff „Do ooporv >> I MMiKuiiiu Domini“, bei der Eonsccration werde durch die Allmacht de« heiligen Geiste« jed.Smal ders.lde Körper Ehrmi > erschaffen, der einst von Maria geboren worden und »ach dem ■ Kr.uzetti'd auserstanden sei. — Die Perivandtuug (von Biod ' und Wein in den Leid und da» Blut Christi) geschieht dnrä» 1 die allmächtige Kraft der vom Priester gesprochenen Em- , setzuugsuvrtt Christi, welcher selbst »»sichtbar sein F-eisli und sein Blut der Gemeinde, und zwar Ungläubigen wie Gläubigen, Larreicht, und zur Stärkmig oder Belohnung ihrr< Glauben» die Elemente de» AbendaiahlS bisweilen i» »er Gestalt «ine« Lamme» oder eine« kleine» Kinde« erscheinen läßt. T-ie« ist da» „Kind" in der erzählte» Begebenheit. -~ Daß atnr der Jude, wie unser Bericht sagt, d a r a >t nie g<- dachl ni d di« Beschuldigung eine ersonnene Lüge war, m»8 doch einem Jeden klar sein, der uiit den Berhältniffen nur einiger» aßen vertraut ist, seibst de«, der ganz auf dem Bo-

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