Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 45.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Türkei: Eonftantinapel fmalf«l« mm aeaeOe «uchetchke«, Magbebarg. Breslau, Verlia. Bieleselb. Hannooer. Hamburg. Elbiag. Kaniß Prob». P«st. Pest. Pretzburg. Loaboa. Rußland A»«tleto»: Kaiser Wilhelm unb bie Jübia. Jukernte. Nochen- Noieaber I H«. I Cbekcliwaa. 6CI3. raaaeesia, . . 9 27 Frrita, ... 10 28 Caaaabtab . 11 29 Caaata« .... , 1* 1 ° 1 Wkkiaa .... 1 13 2 ' Tieaela, . . . 14 3 - «Mitiva b . . . 15 4 I raaaee««aa . . i IS 5 Mnbtt. ’m-6in (* ii M *.) Reumoabeialegnung. Koaeb Chodeach Klaalaw Sin »»ffischer Latlriker über die Audenfrage. In der setzte» Nummer der populärsten und angesehensten Monattschrist Rußland«, in den .vaterländischen Memoiren", veröffentlicht der berühmte ruffische Satirike- Sallykow (Schtschedrya), der von den Reaktionären ebenso gehabt wie von den Liberalen und der intellig.aten Jugend geliebt und geachtet wird, einen geist vollen Artikel zur Juden» sroge, worin er eine beißende Kritik der Iudenhetzen übt und in rü<ksicht«loier Weise dem schmachvollen Treiben der sögenannte» »Volkepotitiker" (Jgnati.w und Eonsorlen) entge, gentritt. Heule wohl niehr al« je verdienen die herrliche» Wone Schtschedryn's bi« weiteste Verbreitung. Leider können wir nur einige Auszüge geben, da die Arl>«it e.ne umfangreich« ist Der Verfasser erinnert an da« Märchen vom wilden Gutsbesitzer, der au« Aerger über die Bunern-Emanripalio» zu Gott steht, lhu von seinen vauer» zu befreien, deren Gestank ihn anwidere. Gott er'üllte die Bitte: eine» Morgen« erhob sich ein Wind und führte alle Bauern fort. Welche Früchte die Erfüllung riese« Wunsche« dem Gm-besitzer getragen, da» gehört nicht hieher. Allein offentwr ist'«, daß die Legende von der leichten Erfüllung der Laune de« Gut«- desitzer« unser« ,Volk«politiker" begeistert hat. Da sie nämlich die jüdische Zudringlichkeit genirte, wollten sie ,« mit den Juden machen wie der Gutsbesitzer mit den Bauern. Und m der Thal, >t erhob sich ein Sturm. E« geschah dabei aber da» Unerwartete, baß die Juden blieben und die .Volk«- Politiker" an die Lust gesetzt wurden. Die Juden sind also geblieben und mit ihnen die ungelöst gebliebene jüdische Frage. Die Geschichte wird aus ihren Blättern kaum eine schwe- ■ rer«, so aller Humanität bare, qualvolle Frage aufzuweisen haben, wie die jüdisch«, die Geschichte der Menschheit ist ein ' unendliche« Martyrologium, zu gleicher Zeit aber ist sie auch eine unendliche Lichtquelle. In der Sphäre de« Märtyrer - thum» steht da» hebräische Geschlecht obenan, in der Sphäre der Lichtstreuung aber abseits, al« ob die strahlensendenden Perspectiven der Geschichte e« gar nicht »»gehe:,. E» giebt keine herzzerreißendere Novelle, al« die de» unendlichen Quälen» de« ^tteni'chen durch den Mensche». Die Geschichte selbst, die j.» für die rathselhastesten Abweichungen vom Lichte zur Nacht eine Negulirung in dem folgenden Gange der Ereignisse zu finde» pflegt — auch sie st.ht ohuinächlig und rathloda, indem sie un« diese traurig« Menschheit« Novelle erzählt. Kein Mensch de« Erdball« vermag sich »n Geiste in jene endlose Agonie zu versetzen, in welcher der Jude und für welche er geboren wird. Stigmatisirt wird er geboren, gebrandmarkt lebt er in seiner Agonie und gebrandmarkt stirbt er- Doch nein, er stirbt nicht, sondern sieht sich auch nach de», Tode in seinen Nachkommen ans unbestimmt« Zeit gebrandmarki. Kein Ausweg au» dem siedenden Pech» keine Au«sichl aur bessere Zeiten! Was der Jude auch unternehmen mag, er bleibt immer gebrandmarkt. Wird er Ehrist, io ist er ein gelauster Jude, dem man mit Mißtrauen begegnet; bleibt er Jude, dann ist n einfach ein stinkender Hund! Kann man sich eine unsinnigere und gewissenlosere Qual de« Menschen durch de» Menschen denken? Man wird vielleicht sagen: die HandelS-Eentre» sind doch von Juden überfüllt, die ihr Judenlhum gar nicht genirt! Die Börsen. Theater, Restaurant», Boudoir« und sonstige Frendenftätlen wimmeln ebeniall« von srohmüthigen Semiten, über deren tolle Verschwendung sich die Welt wundert. Jo. solche Subjekte giebt e» allerdings genug, i»deß in ihnen spielt da« Judentum keine wesentliche Rolle. Da« sind gewöhnlich« lustige Gesellen. Mitglieder jene« internationalen Bunde« frodledender Leute, in dem jede Nation vettre- , ten ist. Aber auch von diesen Juden kann man in»t Bestimmtheit sagen, daß sie manchma, bittere, unenragliche