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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 44. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 44.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 843 bi< Juden sich würdig benommen. Et« haben ein« internationalen Berlin mü denselben Tendenz« vegrüudet. der schon »ehr al» 150 Mitglieder zählt. — Luch ei« Blutbeschuidigung»g«schichte wollt« man hier in Scene setzen, aber sie entpuppte sich Sott sei Dank gleich ai» ein do»hastes Bf st«chung«machwerk. Mehr al« 750 Familien find in diesem Sommer nach Palästina gegangen-neu» Zehntel begüterte. (Un. i»r.) Lürket. Loustautiuaßel. ve. Schwarz «acht es de« Fanatikern der Kolonisation Palästina'» klar, wie sie gegen ihr Projekt gewüthet haben, da sie vom Wiederaufleben der jüd. Rationalität so viel Wesen» machten. Da« hat den Sultan stutzig werde» lassen. Die Dtrkei hat schon zuoiel Rationalitätchen, wdt ihr da» Leben verkümmern, al» daß sie selbst hätte die Hand dazu bieten sollen, noch solch ein Liliputnationlein in'» Leben zu rufen. — Derselbe Herr will erkannt haben, daß der Plan de» — früher in Petersburg al» Bankier etablir» ten — Herrn Eazalet, Eisenbahnen zu bauen durch jüd. Arbeiter. die dann an '.den Stationtorten angefiedelt werden sollen, nicht auf Geldgewinn adzielt, sondern purster Menschenliebe sein Entstehen dankt. Di« Pforte soll die Borschläge de« Herrn Eazalet vertretenden Herrn Alexander im Wesentlichen acceptirt haben und Raffeneinwanderung nach allen Provinzen, Eiuzelemigration auch nach Palästina unter der Bedingung gestattet haben» daß die Einwanderer türkische Unterthanm »erden. (Jesrerl.) Bermischte und neueste Nachrichten. Skraßturg (Elsaß.) Mit der Separatsynagoge verhält es sich folgendermaßen: von Mainz au» war die Bildung «tue» ortbdoxen ConvenUkel» angeregt worden. Die Macher fingen daher an, über dt« Unzulänglichkeit der recht Tüchtige« leistenden Talmud-Thora zu jammern und gewannen so Unterschriften und Geldmittel für et« hebr. Privatunterricht«- anstatt. Darauf wollte* mau eine Ehewra und au» 'dieser et« .Reltgionögesellschaft" macken. Da» Eonststorium hat demuach mit vollstem Siecht« dt« Genehmigung zur Eröffnung der «um Synagoge versagt unauch die Schul« soll — da manch« Eltern jetzt de« Brate« gerochen haben — in» Wackeln gekommen sein. Wenn da« Frankfurter Geld »tcht hilft — geht'» in die Brüche. (Hären diese Ultra-Orchodoxen selbst in dieser traurigen Zeit nicht aus zu wühlen, Zwiespalt zu erregen uud Trennung hervorzuruseuk) Salzwedei, 22. Oktober. Heut« begeht der biefig« Sauttätdrath vr. Beschütz, ein trotz seiner 75 Jahr« noch sehr rüstiger Herr, dt« Feier seine« fünfzigjährigen Doktor-Jubiläum». Ml» ältester praktischer Arzt der Stadt erfreut stch der Jubllar allgemeiner Beliebtheit, zumal er namenUich in uneigennützigster Weis« den Arme« der Etudt Rath und HUf« spendet und selbst trotz seine» hohm Alter« die zahlreichen umliegenden Octschaftea, deren Bewohnrr den »alten Hern« Rath" mit fast kindlicher Sieb« verehren, in Wind und Weiter besucht. Die städtischen Behörden unserer Stadt, der ehemaligen Residenz Aldrecht de» Bären, haben dem Jubilar zu Ehren «in offizielle» Festbanket veranstaltet. Haie. Rach den neuesten statistischen Erhebungen zählt unsere Stadt z. Z. 6 J8 Bekenner isr. Glauben«. Pketfeuhetm, 2. Oktober. Bestem Rachmittag bewegte sich durch unser« Stadt ein fast endloser Leichenzug nach dem israelitische« Friedhose. Di« irdischen Leberreste eine» unserer geachtetsiea und beliebtesten Mitbürger, die de« Kaufmann« Herrn Rathan Strau» wurden zur letzt« Ruh« geleitet. Di« Leutseligkeit de» Verstorbenen hatte ihm viel« Freunde, sei» «ohlthätiger Sinn und seine Gerechtigleit«lieb« die Achtung aller, die ihn kannten, erworben. Der Dahtugeschiede« war der am Grab« in warmen Wort« gehalten« Rede de» Herm Rabbiner» vr. Fried, di« von den zahlreich Anwes«» d« mit besonderer Genugthuuug aufgrnomm« wurde, würdig. Bad lkit». Der Herr vezirksrabbiner Vr. Hochstädter hat die Erla rbniß erhalten, während de» Wiater« bei seinem Sohne in Frankfurt a/R. zu wohnen und von dort au» seine Berufsangelegenheiten zu besorg«. Pest, 2). Oktober. Di« amtlich« veaugenscheinigungung und Untersuchung der an der Dadaer Leich« gefunden« Kleider, welch« angeblich der Esther Solymoffy gehörten, wurde heute vom Pefter < bericht»Hofe hiezu delegirten Sachverständig«, dem Profeffor de: gertchüich« Medizin, ve. velki und Gericht»- arzt vr. Glück vorgenomwen. Dem Ansuch« de» Letzteren um Enthebung von dieser Obliegenheit mit Rücksicht darauf, daß er ein Jude sei, hat der S«richt»hos keine Folge gegeben. Da» Gutach .n wurde indeffe« heute noch nicht abgegeb«, nachdem di« Sachverständig« erklärten, daß »in solch« Gutacht« nur auf Grund eine» sehr eingehenden Untersuchung und Prüfung bei auf den Kleidern befindlichen Flecke erfolg« könne. — E» ist nur da« Traurige an der ganz« Sache, daß trotzdem uoch inimer mehrere arme Menschen unter Schloß «nd Riegel fitzen und ihrer Freiheit beraubt find. Dem Volk« indessen ist '!« bereit» klar, daß di« BiutgeschiLte nur ein« antisemitsch« Hetzerei war, über die sich bereit» selbst di« Autisemiten in Preßburg lustig machen. Pesi, 23. Oktober. Rach dem Ungar. .Israelit" soll Onody der Sohn enes getaufte« Haufirer«, Namen» David Lleier, trhann Simooyi dagegen ein getaufter Jude mit Staat« imeon Zuckermann feint — Der Haupt«atodor der Preß-! burger Jud-nkrawall« neben Simonyi, der Redakteur Auto«! Wtndifch, wurde heute wege« falscher Wechsel in Höh« von 48,000 fl. »erhastet. Pari». Die Regierung von San Domingo — deren Kriegömiutfter General Marschen« Jude ist — hatte vom seligen Retter da» versprechen erhalt«, daß er die i»r. Emigration dorthin lenken walle. Hoffmtlich wird dieser Plan nicht durch d« Tod Retter» gestört. Part». .Un. t»r. theilt den beachlenswerthen Vorschlag mit. Me Ruff« — doch erst nachdem sie sich eingelebt, und stch mit Sprach« und Lande»fltt« »erde» vertraut gemacht habeuk — in den Centre« der Provinz — Lille, Rouen, Brest, Toulouse rc. — ansälstg zu machen «nd damit die Anhäufung der Juden an einem Orte zu verhüt« und den Einzelne» bessere Gelegenheit zum Betriebe seine« Gewerbe» zu verschaff«. Part». Der Reltgion»unterrtcht für die Schüler der Communal chulen ist solg«dermaß«n vom 1. November ab geordnet worden. Bald nach Schulschluß «nd in der Reih« der Schule» wieder ectheilt — in den Räumen der Arbeit«- schul» der euo «io» Uoeieee und im Hof« der Synagoge ru« de« Tourtielle« wo Lokale gebaut werden — die Heilung in drei Kluffen wird betbehalten, die Rabbinat«adsunkten geb« den ht her«, die tlr. Elem«tarlehrer den Anfang»unterricht. Der» vernehmen nach gedenkt Herr Oberrabbtner Isidor dt« Statistik der i»r. Gemetnd« Frankreich» tu Bälde zu veröffentliö»«. MosltU. Die neue Gesetzgebung für dt« Juden Rußland'» wir» nach der .Moök. Ztg." nicht vor 2 Jahr« ausgearbeitet et«. Jerusalem. Dt« .Warte de« Tempel«' erzählt, daß gegenwärtig zwischen dem Dama«ku«thor und d« Königsgräbern sich et« neues Judenqaartter in Jerusalem bildet. Die Stadt Jaffa ist mit einwanoernden Judenfamilten angefüllt, die sich irgendwo niederzulaffm gedenk«. Jenseits Jaffa ist e» ihnen gelungen, ein Stück Land zu kaufen, auf welchem 14 Familien sich niederlaff« sollen. Dt« Dahl diese» Platze» ist in gesundheitlicher Beziehung zu billigen, weniger d »gegen in Hinsicht der Tragfähigkeit de» Boden«, indem derelbe viel« Sandftrecken enthält.

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