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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 44. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 44.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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(nuKr, 22. Oktober. (Dt. < Son.) Da» Andenken unsere» verstorbenen Landrabbiner» (vr. Meyer) »u ehren, wurde heute in der dazu entsprechend auSgeftattettn Synagoge ein Trauergotte-dienst abgehatten. Herr Landrabbiaer vr. Guttmann-HildeSheim, führte an dem Psalmworte: »Schön bist du vor Menschenkindern, Anmuth ist auSgegoffrn über dem« Lippen, darum hat dich Gott ewiglich gesegnet," der versammelten Gemeinde da» Bild ihre» entschlafenen Seelsorger» vor Äugen, an welchem er besonder» besten Charakterreinheit hell beleuchtete. Di« Gemeinde war von der Red«, wie auch durch den herrlichen Vortrag de»- Trauergesänge durch unfern Obercanlor sichtlich ergriffen; e» wurde Allen wieder so recht klar, wie schwer e» sein wird, einen auch nur annähernd so tüchtigen Seelsorger und einen mit so wohlklingendem organbegabten Redner, der da» groß« Gotteshau« mit seiner Stimme auSfüllte, wie der Verstorbene, wiederzufinden. E» sind nur wenig« Bewerbungen eingegangen. K. Obenaqelhei», 22. Oct. (Or.-Sorr.) Dieb. Generalversammlung der Achawa fand am 18. cr. unter sehr zahlreicher und reger Betheiliguug im Conserenzsaale der Real» und Volksschule der i«rael. Gemeinde zu Frankfurt a/R. statt. E» waren 3ü Lehrerer, zum Theil au« weiter Fern« erschienen! Mehr al» 100 hatte» ibre Theilnahm« durch Zuschriften bekundet. Au« Frankfurt waren außer sämmtlichen Mitglieder» der Verwaltung die Herren Direktor vr. Bärwald, Rabbiner vr. Horwitz, Leopold Dann u. A. ni.. und au» Hamburg Herr Loui« Lehmann erschienen. Die Verhandlungen, geleitet von dem Vorsitzenden Herrn Adolf Teble, verliefen ernst und sachgemäß. Sie wurden durch «ine Begrüßung de« Vorsitzenden eingeleitet, der den glückliche» Fortgang de» Verein», da» stetige Wachsen de« vermögen», (zur Zeit etwa 108,000 Mark, bei einer jährlichen Einnahme von IS—18,000 Mark und einer jährlichen Unterstützungssumme von 7—0000 Mark) constatirte. Ein Begrüßungsschreiben de» Deutsch-JSraelitischen Gemeinde-Bunde» wurde mit großer Freunde ausgenommen. Da» Zusammenwirken der beiden Genostenschaften wird die Frage der Penstoniruiig der jüdischen Gemeinde- und Religion«b«»mten imnier räher ihrer Erledigung und der Achawa zur vollen Erfüllung ihrer großen Ausgabe verhelfen. Au» den Verhandlungen Heden wir hier nur diejenigen Punkte hervor, ivelche unter den Mitgliedern eine gewiffe Bewegung heroorgerufen haben, während da» Minderwichtig« später ent den reoidirte» Statuten zur Kenntntß der Mitglieder gebracht werden soll. Zu 8 2 der Statuten war der Antrag gestellt warten: »Die Bezeichnung de» Verein» al» Unterstützungsverein schließt jede» Rechtsanspruch ans eine Rente au». Dle Beurthetlung eine» jeden Einzelfallet ist in die Hände der Verwaltung gelegt." Dieser Antra; wurde nach kurzer Debatte abgelehnt. Der Antrag der Verwaltung, daß die Ehrenmitgliedschaft durch einmalige Zahlung von 150 Mark (für alle Zeit) erworben werden könne, wurde angenommen, ebenso der weitere Antrag, in § 4 Alinea 3 statt ,50." Lebensjahr da» 40. zu setzen. E» werden daher solch« Lehrer, welch« da» 40. Lebensjahr bereit» überschritten haben, nur noch bi« zum 1. Juli 188 3 al» Mitglieder ausgenommen. Bi« zu dieser Frist soll den trotz so vielfacher Mahnung immer noch zurückgebliebenen „Alten" der Eintritt noch offen stehen, natürlich nur, wenn sie bi» dahin nicht auch schon da» SO. Lebensjahr überschritten haben. E« waren von au»wärt» schriftlich« Anträge eingelaufen, daß sogar noch Aufnahme über da» SO. Lebensjahr yinau» ermöglicht werden sollte; diese fanden aber in der Versammlung keine Unterstützung. Die Aufnahmegelder waren in den ersten Jahren nach der Gründung sehr klein und Jederuiann fand damals Zutritt. Wenn die Herren Collegen abwatten wollten, bi» Ander« den Verein sicher begründet, so kann die» ihre Säumniß nicht «ntschnldi» ge« »nd die Achawa hat kein Recht, solch« Nachzügler, di« nun recht kalb penfionirt sein wollen, nachttäglich ausznnehme». Lebhafte, fast zweistündige Debatte erregten die Anträge, auf lilbändernng de» A 9 der Statute«. Herr vlumenfeld an» Dispak in Bayern hatte e» sich nicht verdrießen äffen, den «eiten Weg (au» Mittelfranken nach Frankfurt) zu reisen, um seine Anträge auf Scheidung in Pflicht« >nd Dürfttgkeitstheile zu motivireu. Er entledigte sich tieserAufgade mit einer Klarheit und Wärme, die alle Anerkennung der Versammlung erhielt. Und dennoch konnten auch diejenigen Mitglieder der Versammlung, welche von vornherein mit diesem Anträge sympathisirten, sich nach erfolgter Debatte der Einsicht nicht verschließen, daß seine Durchführung mindesten« schwer und jedenfalls durchaus inopportun wäre, weil er un» der Sympathie der Ehrenmitglieder, di« die lebengebend« straft derAchawa sind, beraube n k ö n n t e. Die gewichtigen Bedenken gegen den betreffenden Antrag, welch« von Herren Direktor vr. Bärwald und von den Mitgliedern der Berioaltung, den Herren Schiff, Barr und Bonn erhoben wurden, mußten einem Jeden die Ueberzeugung aufdrängen, daß der Charakter und die Tendenz de» Vereine« sich nicht verändern dür e, wenn di« Freunde deffrlben ihn, fernerhin gewogen bleibe» solen. Der Pflichttheil" würde übrigen» sich aus die verhälmißmäßig winzige Summe beschränken müssen, die sich au« den Beiträgen der activen Mitglieder ergiedt. Diese betragen ni« mehr al« 1400 M. jährlich. Wenn wir dazu auch noch die Eintrittsgelder rechnen wollen, — wa» ist die» gegenüber den ca. 16,000 M. jährlicher Einnahme gegen 7—8000 M. jährlicher Unterstützungen? Wie groß wäre ein Pflichtteil, deren wir im vorigen Jahre z. B. 64 zu vergeben hatten k Da» Vermögen de» Verein» ist au» den freiwllltgen Beiträgen und Geschenken der Freunde resp. Ehrenmitglieder rrioachsen und kann nur in deren Sinn, also al» Unterstützuig an HülfSbedüritige Verwendung finden. Die activen Mtglieder haben Alle» in Allem »och nicht 25,000 M. bisher gezahlt und nahezu das Dreifache ist im Laufe der Jahr« seit Gründung de« Verein« an Unterstützungen bereit« verausgabt worden. Auch von praktischer Bedeutung ist diese Scheidung im Pflicht- und UnrerftützungStheile durchaus nicht. In den jüngsten 10 Jahren sind überhaupt nur zwei Zurückweisungen von Petenten vorgekommen, die Bride hatten längere Jahr: die Unterstützung der Achawa erhalten und bi« dahin in tiefen Jahien vielfach mehr empfangen, al» ihnen nach Scheidung im obigen Sinne während der möglichen Dauer ihre» ganzen Leben« hätte zukominen könne». Beide waren vor« Staate verhältnißmäßig sehr gut pensionirt; der eine allein iehend, mit über 1000 M. Wie viele Reltgion»- lehrer mit Familie erfreuen sich eine« solchen Gehalt»k! Und r-icht «ine solche Summe nicht au», um sich in der Familie «inetwohlsituirten stinde» oder »n einer andern Familie oder Snsti.lt rin« anständige Versorgung für die alten Tage zu sichern I Vergessen wir nie, daß wir dein «inen Armei. oder vielen Bedürftigeren nehmen, wa» wir dem Ander», der kein« Roth hat, geben. Und sehr oft »st selbst di« völlige Dienftunsühigkeit solcher Petenten nicht genügend begründet oder jedenfalls nicht üb«, alle Zweifel erhaben, während der arme Religiouslehrer mit 600 M. Gehalt bi» in sein 70. Jahr unt darüber, überhaupt so lange er kann, arbeiten muß!- Dies' Gründe haben zur Ablehnung der Anttäge geführt. Di« Unterstützung»grsuche werden sich daher auch für die Folg« einer wohlwollenden Prüfung der Verwaltung umerziehen müssen, die die Unterstützung Niemand versagen kan», welcher ncht ein nachweisbar anständige» und sichere» Einkomm» n besitzt — sobald die Dienstunfähigkeit tintrut. — Di« Verhandlungen dauerten von 2'/, Uhr bi» nach 7 de» Abend». Von den Mitgliedern der Verwaltung in Frankfurt waren di« The» nehmer der Versammlung zu einer gemüthlichen Abendiuit rhaltung in den „römischen staiser" eingetaden, zu der sich cuch die übrige« Freund« der Achawa, die wir oben nannten, sämmtlich fteundlichst eingesunden hatten. Manche» ernste nur heitere Wort wurde da «och gesprochen und die

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