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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 44. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 44.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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388 — nopct b*n Firma«. d«r ihm gestattete, bei Jaffa eia Terraia zu erwerbe«, um dort eine Ackerda uschul« «inzurichte«. Doch geben wir de« Bericht« der Alliance selbst da« Wort: „Das Werk, an welche» sein Nanu geknüpft bleiben wird, ist die Gründung der Ackerbauichul« von Jaffa, irr ist nicht der erste, der daran gedacht hat, die Israeliten von Palästina durch den Ackerbau »u regnerirra, aber er ist der erst«, 'der diese» Werk unter einer praktischen Form erfaßt und ihm viel« Jahre seine» Leben» geweiht hat. Die ehrenwerthen Anstrengung««, welche vor ihm in dieseui Sinne gemacht worden, hatten keinen Erfolg, weil man sich darauf beschränkt halt«, Ländereien für die J»raeliten zu schaffen, und weil man glaubte, daß diese sich von einem Tag zum andern zu Acker» bauern verwandeln würden. Die Erfahrung, welche die Miance seit mehreren Jahren in Jaffa gemacht hat, bewie« hinlänglich, wenn man e» nicht früher wußte, daß eine solche Umwandlung sich nur langsam und unter Schwierigkeiten und Hindernissen jeder Art vollziehen kann. H. Retter wußte <» mohl, und schlug daher der Alliance vor, di« Begründung nicht einer Ackerbaucolonie, die da» Schicksal aller früheren Eolonie« gehabt hält«, sondern einer Schule, in welcher junge. Leute au» der europäischen und asiatischen Türkei und namentlich au» Jerusalem, allen schädlichen Einflüssen enlzogen, längere Zeit für den Ackerbau, die Gärtnerei und Handwerke unter günstigen moralischen Bedingungen «»»gebildet iverden sollten. Er reiste im Jahre 1669 nach Eonstantinopel und erhielt daselbst vom Sultan den nöthigen Firma», welcher der Alliance da» schöne Grundstück bewilligte, auf dem sich gegenwärtig die Ackerbauschule erhebt. Mit der mäßigen Summe, die un» durch eine kleine Subscription zur Verfügung gestellt war, begann er den Boden urbar machen und um da» Grundstück einen Graben ziehen zu lassen. E» gab dort weder ein Wohnhau», noch irgend eine sonstige Einrichtung; er schlief wochenlang in einem in die Erde gegrabenen Loche; er arbeitete am Tage und ruhete kaum in der Nacht au», trotzend den Fieber» und der Krankheit. Dank dem edlen Geschrnkgeber, konnte er sei» Werk fortsetzen. Ein Theil der gegenwärtigen Baulichkeite« der Anstalt wurde errichtet, die Wege wurden angelegt, die Brunnen gegraben; die Bodenkultur, die Anpflauzuugeu und die Gärten wurden eingerichtet. Wie oft wäre nicht ei» Anderer entmuthigt worden «ulten unter allen den Hindernisse«, denen er begegnet«. gegenüber der Abneigung seiten» der Araber, der Schwierigkeit, Hllfrkräfte zu haben, und namentlich Lehrer für Acker- und Gartenbau zu finden, den verfehlten Versuche«, den Zerstörungen der Arbeiten, der Baulichkeiten oder Ernten durch den Wind, di« Regengüsse, die Dürr«, die Heuschrecken. Aber Retter überwand Alle», und nach «ine« Aufenthalt von fast 3 Jahren in Jaffa konnte er rnhig nach Enropa zurückkehren: Di« Schul« war begründet und in voller Thätigkeit. E» war seitdem da» dritte Mal. daß er sie jetzt besuchte. 'ir stand ihrer langsamen, aber fortschreitenden Entwickelung bei, und jede« Mal. wenn er sie gesehen hatte, kehrte er mit eincm größeren Glaube» an sei« Werk zurück. CH. Retter hat der Akiance «och ander»!, wichtige Dienst« geleistet; er war e», der zu St&c de» Jahre» 1876 der Sonftrenz da» Memorandum überdachte, «Aich«» von. der damal» nach Pari» berufenen Versammlung zu Gunst«» der Israeliten de» Orient» und namentlich derjenigen von S e r b t e n und Rumänien an dieselbe gerichtet worden war. Er war e» auch, der im Jahre 1878 mit anderen Mitgliedern de» S.Lo«it-i'» »ach Berlin gegangen ist, um den Mitgliedern de» «uroiiäischen Longreffe» die Denkschrift der Alliance zu Gunsten derselben Israeliten zu überreichen und die Recht« derselben zu vertheidigen. Er war e» ferner auch, der im Jahr« 1880 in Gemeinschaft mit 2 Mitgliedern de» S-Somstä'» nach Madrid ging, um vor einer europäischen Sonferenz die Schutzrecit« der maroccanischen Israeliten zu veitheidigen. Und endlich, al» vor einem Jahre die Unruhen in Rußland Tausend,: von unglücklichen Israeliten nach Brody warseu. denen die Alliance Hilfe bringen wollte, war e» wieder Sh. Netter, I>er diese schwierige Ausgabe übernahm; er war der Erste, to? hinging, um sich wochenlang mitten unter diesen armen Flüchtlingen auszuhalten und an Ort und Stelle die Emigrat on nach Amerika zu organisiren. Diejenigen, die ihn während dieser Zeit beim Werke sahen, sprechen davon mit größter Bewunderung; er arbeitete Tag und Nacht und gönnte sich tauin Ruhe, indem er schnell und sicher di« Hils»- und Emigration«-Arbeiten organifirte und sich nicht ohne Mühe, aber mit Festigkeit gegen die schlecht begründeten Besorgnisse und Ansprüche einer Menge verlheidigte, welch« die Roth schwer zu befriedigen machte. Er schickte aus Rechnung der Alliance 1600 russische Emigranten nach Amerika, und die Lortr.fflichkeit seiner Auswahl ist allein durch die Thatsache erwiesen, daß alle diese Eniigranten von dem Board in Amerika untergeiiracht worden und daß vielleicht nicht 10 von ihnen nach Erropa zurückgekommen find. Seit >ei«er Rückkehr nach Pari»!jat er nicht ausgehört, sich mit den russischen Israeliten zu besänftigen. Er ist der Secretär de» in Pari» gegründeten Specialcomitä'» für da» russisch« Hilstwerk gewesen. Sein Hau» ivar vom Morgen bi« zum Abend von russischen Flüchtlingen umlagert, sie haben ihn nicht einen Augenblick in Ruhe gelassen, und er ist für Alle ein unermudlicher Protektor z.ewesen.* Auch den Bestrebungen de» Berliner Somitä's, di« Ruffenfrage zu einem glücklichen Ende zu führen, schloß er sich an. Er hatte die Alliance bestimmt, Amerika und nicht Palästina al» Asyl der Flüchtlinge zu wählen. Daher ergoß der glühende Haß der jüd. Rationalpartei sich über ihn. > Di« Shmähungen vermochten ihn nicht zu beirren. Doch dazu hielt er al» ehrlicher Mensch sich verpflichtet, seine vielbestntten« Ansicht nochmal» an Ort und Stelle selbst an den Verhältnissen zu prüfen. Sei» dietmaliger Aufenthalt in Palästina, wo er di« Ackerbauschul« iaspiciren und erweitern wollte,! sollte fein« Stellung zum Solonisationöprojekte endgültig be-I stimm,«. Der Tod raffte dem S6 jährige« dahin, er ruht! au» irmitten seine» Wirken». Sei« Andenken bleibt zum Segen I Die Schlicktznng des Berliner Asyls für dir rnss. Flüchtlinge. Nachdem der Rückzug der russisch jüdischen Flüchtl liuge. in Folge der Maßnahmen die von Seite« der conlH »enta^n Somit»'» getroffen, schwächer geworden, war man übereingekomme», den Schluß de» Asyl» au -de« Tag« he« bchusühren/an welche« di« SS«««»«», die-feit .de« -».Jhtjd gnstlihe Anf«ch»ls in» Asyl gesunden, nach Hauü», einem Donk».'/, Stunde vo»Berlin eutfernt, übersiedel».. S» »urtu So«lag, 22. Oktober, dazu bestimmt und e« ließ der Verein

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