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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 42. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 42.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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StraItnr» i/E. Die separatistisch« Partei in fcr hiesigen Gemeinde hatte für die Feiertage ein besondere« Betlokal «inaettchtet, welches die Behörden im letzten Augenblicke schließen ließen. „Nicht »u vergessen" meint „Univ. i»r", ^daß di« Scene im annectttten Lande spielt". Nicht }u vergessen, entgegnen wir dem geehrten Hmm'Collegen, daß im annectttten Lande noch die französischen Gesetz« und Verordnungen in Kraft find! Montadanr, 26. Sept. Die am 24. August cr. verstorbene Frau Siegmund Schönfeld hat in ihrem Testament« der hiesig« Stadt-Arm eukasie 1500 Mk. vermacht, wovon di« jährlichen Zinsen vom Semttnderath unter die Stadtarmen ohne Unterschied der Confessio» vettheitt werden sollen. Der Spuagogengemeinde dahier legitte dieselbe 1500 Mk. Sttttjn. 9. Oktober. (Or.-Corr) Di« Mitglieder unserer Gemeind« werorn unangenehm überrascht sein, wenn sie hhren, daß der vieSjährig« Gemeinde-Etat mit einem Deficit von einigen Tausend Mark abschließt Wodurch der Ausfall entstanden, ist noch nicht bekannt; der Vorstand wird hoffentlich nicht ermangeln, dem Repräsentanten-Collegium darüber fpecielle Mitthttlungen zu machen. Eine Reduziruug der Ausgaben ist nicht gut möglich, «4 wird also nicht« weiter übrig bleiben, al« die Stenern zu erhöhen. Ende d. I. findtt auch di« Erneuerung letztgenannter Körperschaft statt, da nach A. 11 der Statuten die Hälfte der Mitglied« von 3 zu 3 Jahren auSschttdet. Di« Wahl selbst ist hier sehr umständlich, da jeder Wähler die zu wählenden Personen mündlich 8u Protokoll geben muß, und ist wohl auch in Folg« dessen ie Betheiltgung bei der Wahl nie einr sehr rege. E« würde sich sehr empfehlen, daß der Vorstand hierin eine Abänderung vornimmt, vielleicht dahingehend, daß die Wahl, wie in anderen Otten, durch Stimmzettel stattstndet, die den Mitgliedern vorher »»geschickt werden. E. Nienburg a/W. Am oerfloffeuen Zaum Gedaljah feierte Herr Daniel Magnus in Drakenburg bei Nienburg a. d. W. in voller Rüstigkeit seinen 90. Geburtstag und wurde dazu von vielen Sejten beglückwünscht. Der alte Herr leidet seit vielen Jahren an starker Schwerhörigkest, ist aber sonst bezüglich seiner Gesundheit noch von altem Schrot und Korn. Allwöchentlich, Sommer wie Winter, fährt er hierher zur Stadt, um den Fleischeinkauk zu besorgen. In diesem Eommer war ihm die Freude beschieden, seine Tochter zum Traualtar zu führen. Mögen ihm noch viel« Jahre in dauernder Besundhett beschieden sein. vstteihanse», 3. October. (Or.-Corr.) Am zweiten SutkothadeNd« versammelte sich die »Srattitisch« Gemeind« hier mit ihren Frauen zur Abschiedtfeier ihre« treuen Lehrer« varuch Löb Straßburger, der seinem Wunsche entsprechend auf die israelitische Schulstelle Buchau befördert wurde. Der AbfchledSfeier wohnten auch neben den Vertretern der pollttschea Gemeinde der Ottlschulinspettor, Herr Pfarrer Römer, sowie der christliche College de» Scheidenden mit ihren FamUien btt, die warme» Lob und Anerkennung dem Untergebenen und AmtSgenoffen spendeten. Da« Vorsteheramt überraschte den Scheidenden mit einem silbernen Pokale, derdt« Widmung trägt: »Dem treuen Lehrer dt« dankbar« Gemeinde* Nachdem der Rabbiner Herr R. N. Lauphetmer in der Festpredigt de« abgehenden Lehrer« in warmen Sorten gedachte, wozu er sich schon durch da« Thenia »Aussaat und Ernte* gedrungen fühlte und den Bibttoer» 02s» w) Cron '«s» rmp „npliV auf sein« segenSrttche Thättgkttt an» »ckndte, zttchntt« er btt der Abfchiedsstter di« Btttseitigkttt de« treffllchen Manne« in der LbschiedSweihered«, die ihm da» vorsteheramt übertrug. (Wir können au« Raummangel die un« vorliegende gttst- und humorvolle Red« selbst im Auszug« hier nicht «iedttgeben. R.) VachsrAhsgeN, S. Oktober. Heute Rachmsttag fand dahier tttte Versammlung der liberalen Barttt statt, zu «ttchcr auf Einladung der bisherig« Vertreter der Grafschaft Schaumbürg im Haus« der Abgeordneten, JusNzray Dr. Oetker au» Krffel, erschienen war. Eine Berichterstattung deffelben wurde nicht begehrt, »weil die ganze Stadt der nattonalliberalen Sach« treu sei* Auf Wünsch nahm derselbe jedoch (taten* lassnng. über I»ie Steuerreform in Verbindung mit dem Steuerettaß, sowie n.it Rücksicht auf die zahlreich erschienenen Inden über die sog. Judenfrage sich anSznsprechen, wobei er die sog Juden hetzen in der schärfsten Weise veruttheilte. Wien. Jellinek'r Jubiläum wurde unter größter Thttlnahme niht nur seiner Gemeinde, sondern auch ttne« großen ThttU der österreichischen Gemeinden, sowie einer großen Anzahl von College«» und Grlehttea in Deutschland begangen. (Specialdericht folgt in nächster Nr.) Ämberg, 10. Ottober. Der Landtag beriech den Antrag Merunov c'S «egen Regelung der Zustände der jüdischen Gemeind« uut nah« den Antrag de« Au-schuffe« an, die Regierung ausgrsordern, eine allseitig« Regelung der Rechtsverhältnisse de, jüdischen Bevölkerung vorzunehmen und namentlich ein« Organisirung der CultuSgemttnde u durchzusüh» reu unter Festhaltung de« Prinzip«, daß den Vorständen der CultuSgememd, n jede« Hinübergrttfen auf da« den Civil- und Administralivg« setzen vorbehaltene Gebitt untersagt werd«. Prag. Lei den Semeindewahlen in Pohrlitz (Mähren) errangen di« Czechen und Klettkalen ttnen prinzipiell wichtigen Ei«. Ausschlaggebend war, daß von den 40 jüdischen Wähl:rn nur 4 sich an der Wahl bethttligten. Die Juden enthielt«,» sich der Wahl, weil der Hauptagitator der Czechen erklärt hatte, daß für den Fall, daß die Juden wählen sollten, e« «in Blutvergießen geben würde, wie in Preßburg. Drvhbttsck. Der Weihbischof LobuS wurde beim Be« suche sttner Vaterstadt auch von ttner Deputation der jüd. Semttnde begr tßt. Ihre Ansprache erwiderte er: »Meine Herren, sie brauchen nicht nach Shtten auSjuwandern, nicht SenSdarmen zu ihre« Schutz« zu haben. Wir, die Priester der Religion d-r Nächstenliebe, wir bürgen Ihnen für den Rttigionlfriedeu hier in dem Lande, daß nur ein Recht kennt für alle ttne Bewohner." (Jwri.) Patt«. Chatte« Retter, der Mitbegründer und eiftigst« Förderer der Alliance JSraelite und aller ihrer WohlthättgktttSzwecke ist am 2. October in Jaffa, wohin er sich nttt neuen Plänen 'ür di« Ackerbauschul« jüngst begeben, im eben vollendeten 56. Lebensjahr« plötzlich gestorben. Die Alliance und die Humgnttät verlieren an ihm einen ihrer thatkräf» ttgsten aufopferungsvollsten Apostel. Sttn Andenken wird gesegnet bleiben in Israel! Patt». 18500 Frc». und 10 Consistonalobligationen find den WohltlütigkeitSkaffen im August—September gefchentt worden, davon 12000 Frc». von 2 Rothschild«! (Wir heben die« hervor, um zu zeigen, daß nicht alle schon bi« zum »hochadligen Alttrthiimler* herabgttunken find.) Turin. Auch die italienischen klerikalen Ztttungen jubttn über die Taue de» Fräulein« v. Rothschild. Seltsamer Weife — oder ist im Blödsinn Methode?— machen auch fu den Baron Kai l v. R zum Oberradbiner. singen ihn an und geben der sichern Ermattung Ausdruck, daß der Vater dem Bttfpiele lwr Tochter bald werde Folg« leisten. Nnvorfichttg oerrathen sie auch, wttch' umgekehrten Pathengttchenke. sie ermatten, dr sie bettchten, daß der Reophpt ttnem katholischen Hospitale 1'/, Million geschenkt hat. LSAtzaN, iin Oktober. Herr Jacob Behren», Präsident der Bradsott-er Handelskammer, ist jüngst von der englischen Regierung in den Ritterstand erhoben worden. — In Hamilton, Australien, wurde unlängst Herr Louis Horowitz ein-' stimmig zum. Bürgermeister (Major) erwählt worden.' Derselbe ist erst 2-1 Jahre alt, und noch nie ist ttn Mann, in England wenigsten», in diesem zatten Alter mit ttnem 'solch* wichtigen Posten betraut worden. — Herr Margn'.toch ist einer der bttiet testen und gefttetteften Studenten' »n der Dp sorder Untverst ät. Sttn« akademischen AuSzttchnungen sind so vielfach, bat deren Auszählung ttnen ziemlich grsßen Raum in Anspruch nihmen würde.

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