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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 40-41. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 40-41.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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gar nicht mehr, da ist Diese» und Jene» ,« ihn«, «a» anscheinend nüthiger ist und selbst dann, wenn Ferien find, ist da» Gotte»hon» da» Letzt«, ma« besucht wird. Sir fragen nn« oft: Wa» soll darau» werden, wenn da» noch einige Jahrzehnte so weiter geht? Dt« Zeiten sind doch wahrhaftig — leider — traurig genug, jetzt muß man einmüthig zusammen stehen: Einer für Alle und Alle für Einen. Wie Biel« mögen da wohl noch sein, die den Much haben auf die Frage: »Wer bist Du" zu antworten: Iwri onauchi. Möge e» doch bald bester werden, möchte« doch die guten Borsätz«, die gefaßt wurden, auch zur Autsührung kommen. Auch in unserer Gemeinde war da« Gotteihau« wie immer recht besucht, doch waren noch viele Plätze übrig, die, da zu theuer, nicht vermiethrt waren. Unser Vorstand kann sich noch immer nicht entschließen, di« Preise für dt« Egnagogenplätz« billiger zu normiren und dt« Folge davon ist, daß , dieselben fast immer unoerlaust bleibe». Ist da« nicht aber i ein« falsche Finanz-Politik? Würde der Vorstand nicht eine größer« Einnahme erzielen, wenn er endlich mal «in« Erinäßigung erutrete» ließ«? E« wäre doch viel richtiger, vielleicht Sv Plätze 4 10 Mt. zu vermieihen. al» nur 5 4 20 Mk. Bei den ohnehin schon hohen Gemeindegaben ist nicht Jeder in der Lage, noch einen theuren Platz für sich und sein« Angehörigen zu miethen und wir denken, einen Versuch könnt« der Vorstand tn dieser Richtung immerhin wagen. Euch ist dt« ZeU zum Miethen der Plätze selbst immer zu kurz bemessen. 2 mal 2 Stunden und der Vorabend zu Rosch Haschouoh waren in diesem Jahre dazu angesetzt. Da« reicht nicht sür ein« Gemeind« von der Größe Stettin«; dazu gehören Tag«, aber nicht Stunden. Rur mit der grüßten Müh« ist e« immer möglich, sich «inen Platz zu besorgen; der Andrang dazu und da« Geschrei dabei ist mehr al« unangenehm. Eßl», 25. Septbr. (Or.-Eorr.) Er muß doch im Lager der Schwarzen gewaltig treiben, unvorsichtige Vorstöße mügen ihre Endabstchten zu deutlich enthüllt haben. So sagte sich jeder Besucher unsere« Gotte«hause«. Denn unser geehrter, friedliebender Rabbiner IJr. Frank hat am Jomkippur! endlich, endlich da« gethau. wa« wir schon längst von ihm «rwarlet haben. Er hat den Jesuiten die Ma«t« vom Gesicht gerissen, er hat die gemeinen Pläne, die eine Zersplitterung der Gemeind« anstreben unter dem scheinbar frommen Gethue mit der »Lehrerbildung" nachgewirsen. Wir wollen hofien, daß unser Vorstand energisch die Vergrößerung de« Gotteshaus,«, welch« der Redner al« ein unabweisbare« Vedürfniß bezeichnet hat, anstreden und so die viele« unschuldigen Seelen, welch« nur beten wollen, retten wird vor dem Fallen in die Retz« jener eifrigen Seelenfänger. Aber Alle, die nicht da» neuest« Dogma von der Zweitheilung J«rael« bekennen, ermahnen wir — Unsere Devise muß sein: Keinen Pfennig dieser Lehrerbildungsanstalt. so lang« sie nicht auf diese ihre! Ausgabe allein sich beschränkt, so lang« ihr Direktor e» nicht ausgiedt, zugleich hier den separatistischen Ribbiner zu spielen, j 8m Rhein. (Or-Sorr.) Soeben sind« ich in den j literarische« Mittheilnngen ver Westermann'schen Monatshefte I — Sept. 1882 — eine kurze Besprechung der »Geschichten > Si Geschichte der Juden" von Karl Schram. Der Recensent I reibt: »In »Eine Mischehe" — diese Novelle ist bereit« 1865 in den »Illustrieren Monat»hesten für die gesamm- > trn Jnterefien de« Judenthum»" erschienen, »will sich l der tzelo nicht tauien lasten und motivirt die« so: »Erfährt I mein Sohn, daß sein Vater ein Jude war. so muß er ja un> j glücklich werden." Da« ist jene Heuchelet, welcher dt« Juden > unterer Zeit sich häufig schuldig machen. — Der angeführte > Satz ist gar nicht so ungerechtfertigt, denn der »getaufte Jude" bleibt bi« zu den spätesten Generattonen kleben und ern Sujet erneuter Zurücksetzungen. Widersteht der Jude der Lause, schreibt der Recensent weiter, au« innerer Uederzeu- I ugug, gut — jede« andere Motiv ist erheuchelt. Di« L a u s« , au« t n nerer Ueberzeuug mag ja vereinzelt vielleicht »orlomuten; | in dem oben angeführte« Satz au» der fragt. Novelle ist jedoch . . keine Heuchelet zu entdecken, sondern dt« väterlich« Liebe, seine« Sohn vor Undillen geschützt zu wissen! Wenn auch bi« Auffaffung vom Glanben«wechsel vager Natur zu sein scheint. In dem köstlichen, nicht «arm genug zu empfehlenden vnche: »Rom und Jerusalem, die letzte RattonalitätSfrage" von M. Heß. (Leipzig. Ed. Amgler 1862) heißt e« treffend »Die Liebe ist im Herzen der Juden zu mächtig, zu unendlich, um beim Geschlecht« stehen zu bleibe« und sich nicht aus di« Geschlechter der Zukunft au«zudehnen." An einer anderen Stell« führt er den Satz Börne'» an: »So oft meine Gegner am Börne scheitern, werfen fi>! ihren. Nothanker Baruch au«." Heß macht hierzu vi« Ben.erkung: »Ich habe ">tr vorgenommen, ihnen die bequem« Aaste noch bequemer zu machen, indem ich fortan meinen alttesta aentarischen Namen Mose« adoptiren werde und bedaurc nur, daß ich nicht Jtzlg heiße." Colberg Der Vorstand de» jüd. Kurho«pitalt veröffentlicht tolgendr« Lircularschreiben: Die hohen?>«Hörden haben sich dewogen gefühlt, dem jüdischen KurhoSpital« in Lolberg, da», au« kleine« Anfängen hervorgegangen,unmehr im Besitze der Recht« einer juristischen Person und eine» fast schuldenfreienGrundstücke» imWerth« von mehr al««5.000M. ist, die Genehmigung zur Autspielung einer zweiten Lotterie zu erlhrilen, um au« dem Rem-Ertrag« derselben ein Grundvermögen zu gewinnen. Mit diesem neuen Unternehmen gilt e», da« vor 0 Jahren begonnene, bi« jetzt so glücklich gediehen« Werk wohlthätiger Menschenliebe abzuschließen und unter Dach und Fach zu bringen; hiermit sollen die reichen Segnungen unserer HumanitätS'Anstalt, die fast »»«schließlich fremden Armen und Kranke« in der Nähe uno Ferne zuslieium, für die Dauer gesichert und besestigt werden. Denn jo lang« die Unterhaltung unserer Anstalt, wie bisher, ausschließlich von den Spenden und Guben freier Mildthätigkeit abhängt, muß da« Bestehen derselben, und wen» di« milden Gaben noch so reich fließe«, von jeden» Wechsel der Zeit Verhältnisse in jedem Augenblick ernstlich bedroht und erschütto.t, wenn nicht gar in Frage gestellt werden. Da« darf aber nimmer geschehen, nachdem bereit« so bedeutend« Opfer für da« JnSlebentreten und die achtjährig, Unterhaltung unserer Kranken-Perpflegung«- und Kur-Anstalt gebracht, nachdem bereit« im Grundstück und Inventar ein vermögen von fast 60,000 M. aufgesammelt, nachdem bereit« vielen Hunderten von Kranken und Armen au« allen Gegenden unseredeutschen Vaterland«« hier auf» Neue Leben und Gesundheit geschenkt worden ist. Indem wir im Uebrigen aus den beigelegten Anstalt«- Bericht verweisen, bemerken wir noch, daß unsere geplante Lotterie sür die Spieler dieselben Chancen von Gewinn und Verlust bietet, wie alle ähnlichen Lotterten. Nach dem Plan« muß jede« zehnte Loo« gewinnen und die Stufenlei ^r der in Aussicht genommenen Gewinne enthält Aerthe von 3000 M. di« zu 3 M. iw Gesammtb« rage von 18,000 M. Die Spieler unserer Loos« haben daher nicht bloß sür ihren Einsatz eine günstige Aussicht auf Gewinn, sondern verbinden damit gleichzeitig einen Akt edler Mildherzigkeit, indem sie solchen Armen und Kranken, die sich einer See-, Tool- und Moor- Badekur unterziehen müssen, die Segnungen unserer Anstalt für dir Dauer sichern helfen. Bon dem Gelingen unsere« Lotterie-Unternehmen« hängt e« ab, ob da« jüdische Kurbo«pitäl in Lolberg, unabhängig von den schwankenden Zeitverhältnisten, gegen d«u Sturm sichert bestehen soll. Wir lasten daher unsere geplante Lotterie allen edlen Menschenfreunde», die ein Herz für dt« Armen und Kranken haben, aus« Wärmste empfohlen sein. Möchte der Segen Gotte« und edler Menschen Beistand wie bi«her auch diese» Mal unserm KurhoSpital nicht fehlen! Oefterretch-U«g«rn. Wie», 27. September. (Or.-Lorr.) Dr. Jellinek feiert bekanntlich diesen Simchath-Lhora sein 25jährige» Jubiläum

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