Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 36.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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8onCmra«ingin.flttb iKttTKicfrot: LenSeUgma»«,^ Unt«Mmtor, bisher Seiler der Personalangelegenhette» I« der Centraladmtnistralion der FinanM. »um Unterdirector der Generalleituug der Münzen und Medaille«, Herr Alexander Marx »um Senerallnspector I.' Klaffe der Brücken und Ehausteen: zu Eyefingenieuren: Herr vrissac (Brücken und Ehanffee«), Herr Warm» de Romilly (Bergwerk). Herr Laut» Ratisbonne, al» Jugenddicht» bekannt, hat in dnn Soncur« bet Gelegenheit der Enthüllung der Statu« von Stag« de l'JSl« den Preis erhalten. Dem Stabtarzt I. Klasse im 8. Artillerie-Regiment Herrn Jacob Weil ist eine Prämie von 1600 Fr. vom Ministerium »verkannt worden für sein» Förderung des Impfwesen«. Vermischte und neueste Nachrichten. Magdeburg, vir erhalten nach Redaftionsschluß in der Tista-Eßlar-Affaire die sehr umfangreiche Eingabe de« ver« theidiger» Karl Sütvö« im Ramen der Großmuiler und der Elter« des Moritz Scharf an den Mnister de« Innern um Entlastung des kletnen Zeugen au« der mehrmonatlichen Hast. Die Eingabe deckt rin gan» unerhörte« Verfahren aui, da» rin Helle« Sicht auf die ganz« Untersuchung wirst. Wir kommen in nächster Rr. daraus »urück. Wir können heute nur «ine schon früher grthane Frage wiederholen: Ist kein Orsmivu» da? Berli». Der Kaiser hat der hiesigen jüdischen Gemeind« ur Annahme eines Kapitals von 11000 Mark, welch:« dereiben von «tnem nicht genannt sein wollenden Mitglied« »» Zwecken der jüdischen Armenpflege zugewendet worden iit, dt« Genehmigung «rthetlk. Di» Stiftung soll nach dem Wunsch« des Geschenkgeders den Namen „Louisen Stiftung* erhalten. Aus de« Elsa-, 30. August. (Or.-Lorr.) Zum dritten Mal« hat der Borstand de« „Elsaß-Lothringischen Thierschutzverein«* in diesem Jahre an die zuständige Behörde da« Ge« such, um Elnsühruug der Schuh- oder der Dorn-Schlacht« >na»ke, gerichtet, worauf di« hstreffende Behörde folgend« Antwort gab: »Der Umstand, daß weitaus der glühte Theil (mehr al» */•) des hier (in Strab bürg) verkaufte» Schlachtvieh«« von t«raelttischen Metzgern nach t«raelstisch«m Rltu« grschiachiet würde, läßt es nicht räthlich erscheinen, da« Schlachtverkahren mittel« der Schlachtniaske obligatorisch zu machen.* Neustadt b. Pinne. Hier ist Herr Aschkenase au» Berlin, Sohn des Stani«lauer R ibbtner«, zum Rabbiner und Prediger gewähU worden. Pest, Sl. August. Zn Ve»ug auf die Ti«za-S»zlarer Affaire wird ein neuer Fall der Anwendung inodrrner Folter während der geführten Untersuchung gemeldet. Auch der vierzehnjärige Knabe Scharf uäiiilich, auf besten Aussage sich die ganz« Beschuldigung gegen die Verhafteten stützt, ist, wie die Bertheidiger der Verhafteten in einer heut« überreichten Eingabe erzählen, durch fortgesetzte Peinigungen von einem Pandurensührer gezwungen worden, gegen seine Eltern auszusagen. Der Knabe wurde so lange gewaltsain am Schlafen gehindert, bi« er sagte, wa« man von ihnr haben wollte. Die Bertheidiger protestiren gegen diese« parteiisch« und ungesetzliche Vorgehen. — Utbri„en« soll dieser Moritz Schars, der vierzehnjährig« Sohn de« Ti«za-E«zlarer Schächter« erklärt haben, er wolle zum Ehristenrhum übertreten, weil er die Juden Haffe. Der Geistliche hat ihm einige Tage Bedenkzeit gegeben. So entpuppt sich au« Damaskus ein Mortara- Fall! (Red.) Pari». Zur Aufnahme von Rüsten habe» sich erboten Ealnt-Etienue, Toulouse, Nime«, Pari» (200 Familien). Im Elsaß: Saarburg. Hagenau, Zabern. Außerdem Rotterdam. In Magdeburg sind edenfalletliche in einer Fabrik untergebracht. — Die Sorge um den Religion«- und hebr. Unterricht beschäftigt jetzt Viele. Da« Eonsiftorium denkt an Sammlungen, um di«»Mittelherbeizuschaffen. »Arch,' tsr.* sihlägt Rn« Erhöhung des Preise« der Synagogruplätz« vor. IDic Akademie der Inschriften hat den Preis Brvaet tzrn. Schwab — Arbeit über Aristoteles — verliehen. Rotterda», 28. August. (Or-Eorr.) Gestern fand hier dt.- Versammlung des großen Ktrchenrath» behufs vor« »ahm« der Wahl d.-s Oberraddtner« statt. Schon daraus, daß di,-»mal nur 's, der Mitglieder erschienen waren, konnte man effehen, wie da» Jntereffe an dieser wichtigen Gemeinde« angelex enheit seit der jüngsten Sitzung abgenommen hatte. E« wo rd« beschlosten, aus der noch reftirenden Zahl der ge« hörten Sandidaten keine Wahl vor»unehm«n, vielmehr noch andere Tandidaten »u hören. Ein Antrag, einen Niederländer aus dir Schul« Dünner» mit aus die Eandidateniiste zu stellen, wurde mit allen gegen eine Stimme (des Antragftel« ler« verworfen. Da»Beispiel, daß der UtrechterRaddiner, Herr .'^oofitin, all« dem Amsterdamer Rabbinerseminar, jüngst in rinir Fleischangelrgenhett gegeben, wirkte nicht sehr empfehlend fltr die Richtung dieser Schule, die sich nicht entblödet. in unserem Jahrhundert noch den Bannstrahl de« „Eherem* blitzen zu lasten. Wir brauchen hier einen Rabbiner, der es versteht, dem Amsterdamer Papstihum ein Haiti »uzurusen und d e Fahne echter Gläubigkeit, vereint mit gründlicher jüd. Wiste» schüft, in Holland auszupflanzen. — Der beabsichtigt« Neubau einer Synagoge scheint nun auch wieder in weit« Ferne gerückt. kknmänie». Ein neue« Hamansstückchen! — Bratiano hat allen Präfecten verboten, den nicht unter dem Schutze der Consun stehenden und nicht »aiuralisirten Zuveu Päst« zu verabfolgen. Wollen sie di« Grenz« überschreiten, müjfei« sie dl« sä rislltche Erklärung abgebrn, baß sie nie wieder nach Rumänien zuröckkthren werden. — E« giebt nur ei» christliche« Völkerrecht, haben Manche behauptet. Angesicht« solcher Maßr.-geln aber scheint e«, daß e« überhaupt »ur Recht für Ehrist.'» giebt. I» Hsradn« (Rußland) hat in eiuein Hanse, in welch:,» ei» Es «S«r sich befindet, eine Pulverexplosio» statlgefunden, der 6 Menschen zu», Opfer fielen. Di« Kinder sind dadurch gerettet worden, daß die Frau ve« Melamnied sie wegen Hii« wohls-in« ihre« Kinde« heimgeschickt hatte. pttersdnrg Drei orthodoxen Priestern südruffischer Eparizien sind iür ihre Theilnahme an vr Unterdrückung der Judei excest« im Mai 1881 Ordensdecorationen verliehen worden. -atro. Der Oberrabbiner Zomlod Israel hat «000 Arme zu erhalten — ihn» ist die Gemeinoekaste zu diesem Behw« Verfügung gestellt worden. 100 Soldaten hat Ara di zum Schutze de« Juoenquartire« dort Wachen beziehen lasten. Daß dieser Rabbiner di« Adreste der Roiabeln. welche sich gegen bei» Khedive autsprach, milunterschrieben hat, ist leicht erklärlich. Zn Rkw Aork hat der 1881 zur Unterstützung rumänischer Einwanderer gestiftet« Verein »m Ganzen vi«her 75.118 Dollar gesammelt, von welchen er 7252 in Easta hat. Seit 1. Decemver löti 1 haben sich 3693 Emigranten an den Verein gewendet, von denen 3000 urit Rath und Geld unter tützt worben sind, so daß auf den Kopf circa 25 Dollar kommen. Zerusalem. 25. August. Hier sind Reibungen »wische,» den Mohamedanern und den hier ansästigeu Juden zu befürchten. Die ljahl der letzter» hat sich biiliien wenigen Jahren von 8000 auf über 15000 gehoben und sie bereiten den moha« medanischen Kleingewerbtreibenven «ine erdrückend« Eoncurrenz, indem sie sich Geld zu 5pEt. zu verschaffen wlffen, währ.nd die Rloha.«eda»er dasselbe schwer zu 20 pCl. erhalten. Alle dies« Umstände nähren den Haß oer Mohamedauer gegen die Juden. Also wird der „Köln. Ztg.* geschrieben; man fiehl, daß also auch dort bereit» der geschäftlich« und gewerbliche Neid sich zu regen beginnt; wie wird da» erst bei große;tn Einwanderungen der Fall sein? Darum: Vorsicht!