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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 36. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 36.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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— 481 — te« de» Orient» Schildwach« «»d di« Grän»ltha1e« von «last und die »o» jetzt können bei aller Aufgeregtheit und Gereiztheit der Ruhamedaaer nicht zum Ausbruche gelange«. Und welch« europäisch« Rächt hat nicht da« lebhafteste Jutereffe, daß in Palästina kein christliche» Wut vergossen werd«. denn um'« jüdische handelt e» sich ja ohnehin nicht- Bor der Wutfrog« stehen die Juden im civilisirt sein sollenden — Magyaren-Reiche; Judenhetzen haben europäische« Gepräge Wir stehen hier also durch den ersten Einzug in da» heil. Land vor einer hochbedeutsamen Thal. Die Eolonisten, welche jetzt auf den Wellen der Donau ihrem Bestimmung«orte zuschaukeln, gingen nicht dorthin, um da« gegenwärtig noch arme Land ou«zusaugen, sondern um den geliebten heiligen Boden, welcher mit jüdischem Blute gedüngt ist, zu bestellen, sein« Kräfte herausznlocken, um fie dem Lande zu erschließen. Gelingt diese Äersuch«station Halbweg«, dann bangt un« nicht mehr vor der Zukunft der Idee der Eolonisirung Palästina'«.*) Der Berei» Ahawath Zion beglückwünschte da« Eetral- Comitö mit folgender Depesche: Hocherfreut über die Mittheilung de« erfolgten Abgänge« beglückwünscht I)erjlich da« Eentralcomitö und die Eolonisten. Vorstand der Ahawath Zion. Spitzer Vierer. Lemberg. Die seit mehreren Jahren hierort» bestehend« Elementarschule für Handwerkt-Lehrlinge mosaischer Konfession, welche au« Mitteln der Marku« Bernstein'schen Stiftung errichtet und erhalten wird, wurde im abgelausenen Jahre auf Grund eine« neuen Lehrpläne« reorganisirt. Al« Muster für den neuen Lehrplan diente der BerwaltungS-Eommission da« Statut der Lemd. städtischen Gewerbeschule, in soserne dieser den Borbereitungskursu« betrifft. Zweck .ieser Schule ist, den Handiverk«-Lehrlingen mosaischer Religion Gelegenhest zu biete», die zur vortheilhasten Ausübung der verschiedenen Zweige der Lande«'Jndustrie nöthigen Kenntnisse sich auzueignen. Die Schule besteht au« einer BordereilungS- und 2 Klaffen der Brwerbeschnie; im abgelausenen Schuljahre wurde die Vorbereitung«- und die erste Klaffe eröffnet, im Herbste diese« Jahre» wird auch die zweite Klaffe in« Leben treten. In die Borbcreitung-kiaffe werden Lehrlinge ausgenommen, welche keinen Schulunterricht genoffen oder »och keine Gelegenheit gehabt haben eine hinreichende Fertigkeit im Lesen, Schrelben und Rechnen sich anzueignen. Diejenigen Schüler, weiche mit gutem Fortgänge di« erste Klaffe beendigt haben, gehen in die zweite über. Denjenigen Schülern, weiche mit gutem Fortgänge die zweite Klaffe beendigen, ist die Ausnahme al« Schüler der Spezialkurse in der städtischen Gewrrbeschuie aus Grund einen Beschlüsse« der Verwaltung« Eommiffion der ftädt. Gewerbe« schule zugesichert. Der Unterricht in der Bernstein'schen Gewerbeschule findet Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 7—9 Uhr Abend» und Samstag von 3—6 Uhr Nachmittag«, statt insofern di« Vorschriften der mosaischen Religion e« nicht verbieten. Während der hohen Feiertage finden keine Vorträge statt. Die BortragSsprache ist die polnische, beim Unterrichte der deutschen Sprache aber die deutsch« Im abgelausenen Jahre brsanden sich in der Vorbereitungsklaffe 77 Schüler, in der l. Kl. 88 Schüler, zusammen ISS Schüler. Dieselbe» repräsentirte» folgende Hrndwerke: Schneider 29, Uhrmacher 12, Schlaffer 12, Schildermaler 12, Schuster 9, Hutmacher 9, Drucker 6, Keßler 6, Goldarbeit« S, Glaser ü, Drechsler S, Fleischer ü, Kürschner 2, Koffermacher S, Viecher S, Zimmermaker 4, Buchbinder 3, Tapezierer 3, Zuckerbäcker 3, Tischler 3, Riemer 3, Bürstenbinder 2, Strümpsenmacher 2, Lackierer 2, Messingarbeiter 2, Färber 1, Handschuhmacher 1, Parapluimacher 1, *) Wir erhielte» au« der tzauplsladt de« rumänischen Reiche« »»>, dewährtrr Hemd »tuen länger», vor Ueberstürzung warnende» Artikel Iber diese Amtgr«!»»», den^wir i» nächster Rr. biingen «erde». (Red.) Friseur 1, Bäcker 1, zusammen waren 32 HandwerÜSfächer reprüsentirt. . . Pest. 29. August. Der Abg. C»ernat»ny hat Mit Ludwig Koffuth eine Unterredung über die Affaire von Tißa- Eßlar gehabt. Er berichtet darüber Foldende«: »Ich mache diese Mittheilung — weil ich r« für unsere Nation al« heilsam erachte mitzutheilen, mit welchen Gesinnungen Koffuth über jene ganze Agitation urtheilt, dir in unserem Vaterlande au» dem mysteriösen Falle von Tißa- Eßlar sich nährt. Ich bemerke übrigen», daß ich jene Gesinnungen nicht deshalb vor die Oeffentlichkeit bringe, al« ob nicht Jedermann derselben sicher wäre, der den Geist und da« Semüth Koffuth'« kennt; ich dringe sie in die Oeffentlichkeit, damit nicht Hetzer vor dem Volke Koffuth solch« Gesinnungen zuschreiben, vor welchen sein ganze« edle« Wesen zurückschauvert. Im Zusanlmenhang mit anderen Fragen kam die durch den Tißa-Eßiarer Fall bedeutsamer gewordene Antisemitenhetze zur Sprache. Koffuth drückte zunächst sein Erstaunen darüber au«, daß Jstoczy in Ungarn zu einer Persönlichkeit werden konnte, die überhaupt in Betracht kommt. E« hat auch in den Parlamenten anderer Staaten — besonderin England — excentrische Äenllemen gegeben, die von ihren Zuhörern sehr geschätzt werden, weil diese sich der ihren schnurrigen Reden sehr gut unterhalten; doch werden sie von Niemandem ernst genommen und kommen nicht in Betracht. Ich versichere Koffuth. daß die« auch bei uns vor der Tißa Eßlarer Affaire so gewesen sei und daß r« nach Beendigung dieser Affaire wiederum so sein werde. Run manisrsiirte sich da« andere Grtühl Koffuth'«, die in den kräftigsten Worten sich offenbarende Entrüstung darülir, daß dasjenige al« traditionelles Verbrechen eine« Stamme«, ai« rstuelle« Verbrechen einer Ü onfeffion hingestellt werde, wa« im schlimmsten Falle nur e.n ndividu« elle« Verbrechen, der Akt de» individuelle» Fanati«mn« sein kann, leibst wenn die Verübung, die Art und Weise und oa» Motiv de« Morde» schon constalirt wären, selbst wenn aus Grund unzweiselhaster Daten oder eigenen Geständni s«» der »»geklagte oder noch zu eruirende Thäter schon ocrurtheiit wäre — worüber jeooch »och immer Dunkel und Zweifel schweben. Hieraus legte ich Koffuth ganz aufrichtig meine Ansichten über den Gang der llnteriuchung in der Affaire voll Tißa-Eßlar dar, welche nicht so sehr den Mörder zu eruiren, al« die Antisemitenhetze zu nähren bemüht war. Ich sagte ihm, wa« ich von der Geschichte de» Verschwinden« Esther Solymosi'« glaube und wa« ich davon nicht glaube, lind schließlich konnte ich nicht verschweigen, daß die ganz« Oauov völäbrv und die damit verbundene antisemitische Bewegung eigentlich nur ein G e s ch ä s t und eur Schwindel seien, aus die gegen die Juden vorhandenen Antipathie» basitt, um die unvernünftigen Leidenschaften auSbeuten und im Trüben »lach Einfluß fischen zu können." Arawkreich. Pari«. Auch die Advokatenconferenz (Molö. Tocqueoille) hat einen Entrüstungsprotest gegen die Judenhetzen deschloffen und ihre Billigung der Bestrebungen, de» Unglücklichen Opfern beizustehen, ausgesprochen. — Auf die Anfrage eine« Herrn Landsberg, der im Namen von 60 Glaubensgenossen von New Aiork au» sich an General Lupervn, den Gesandten der dominikanischen Republik gewandt hatte, bat dieser am 2S. Juli geantwortet: Land kann in der Republik aus 3 Arten erworben werden, 1) StaatSländereien durch Lultivirung derselben, 2j Soniunero«, d. h. gemeinsame« Eigenlhnm Mehrerer durch Erbpacht, die sehr billig ist, oder 3) durch Kauf. Die Verfassung garantirt die Freiheit jeder Religion«übung. Die Juden sind vollständig gleichgestellt. Außer den schon genannten Gesandten rc. ist der zeitig« Gouverneur der Pro. vinz Azua, Herr G. Märchen«, Jude. lim di« Einwanderung zu bewirken, bedarf e», wie „Arch. i«r." richtig bemerkt, nur noch der Erklärung der von wohnenden Biauben«geuoffen, daß sie dieselbe befördern wollen.

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