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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 36. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 36.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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•80 — schied, zum Besuch de» Gotteshaus«« anregen, fordern und fördern die Lollenduug und Einweihung der t» Bau bcgrif« ftntn neuen Synagogen. I« Brühl, mü seine« herrliche» kaiserlichen Schloß, fand am 4.-und 5. August die Einweichung der neue« Synagoge statt. Brühl, unweit Kölu.ist eine alte jüdische Gemeind«, et find bedeutende, berühmt« Selehrt« au» derselben hervorgegangc n. Unter großer Theilnahme der jüdischen Bevölkerung von nah und fern, aber auch der chriftl Bevöllerung, wurden zwci schöne Festtage erlebt. Di« Stadt hatte ihr Festkleid angclrgt; Juden und Christen hatte« geflaggt» selbst katholische sogenannte Heycapläne bekundeten ihre freundlich« Besinnung gegen die jüdischen Einwohner durch Fahne« und Schmüikung chrer Häuser. Lobend muß hier der Herr Bürgermeister Martini genannt werden; al» Ehrenmitglied de» Festcomitä'« ließ er die via triumphal», di« sonst beim Einzüge de« Kaiser« hergerichtet wird, Herstellen und an beiden Seiten der Straße, wo die neue Synagoge steht, eine unübersehbar« Masienreih« mit deutschen Fahnen auspflanzen. Der Borstand der Synagogengemeind« Köln war durch Herrn I. de Jonge und S. Simon vertreten, di« Redaction der »Kölnischen Zeitung" hatte ihren Berichterstatter gesandt. Die Einweihung ward von dem Rabbiner der Kölner Synagogengemeind« llr. Frank vollzogen, der. wie der ausführliche Bericht der »Kölner Zeitung" hervorhob, »eine auf die wichtige Feier bezügliche meisterhafte Red« hielt, welch« jeden Anwesenden tief ergreifen mußte." Auch in Stommeln, einige Stunden von Köln entfernt, fand am 11. und 12. August die Einweihung der neue» Synagoge statt. Die jüdischen Bewohner diese« Orte« halten streng an den conservativen Gesetzen de« Judenthum« fest, und wie versichert wurde, verletzt nicht ein einzige« Mitglied der Gemeind« z. B den Eabbath, die Speisegesetz« u. s. w. Großer Opferfinn und angestrengte Opserwilligteit haben auch hier da« Gotte»werk z» Stand« gebracht. Au« Rah und Fern waren an dem Feste theilneymend« Glaubentgenoffen herbeigeströmt und freuten sich mit dem schönen Gotte«Hause, da« so Gott will, zur iLrstärkung de« jüdisch-n religiösen Leben« und de« Gehorsam« gegell Gotte«gesetze in der Gegenwart beitragen wird. Auch hier hat Rabiner L)r. Frank au« Köln den Ltnweihungsact vollzogen. Paderdor». (Or.-Lorr.) Wir haben hier am 22. und 26. August erhebende Festtage begangen, unsere schöne, in edlem Stil« gebaute Synagoge ward eiageweiht und ihrer hohen und erhabenen Bestimmung übergeben. Die Einweihung fand unter großer Betheisiguug der Einwohner der Stadt und der von auöwärt« Gekommenen, al« auch der politischen und bürgerlichen Behörden, statt; von Münster war Herr RegierungSpcäfident v. Liebeimann in Vertretung de« Oderpräfidenten v. Kühlwetter erschienen E« war ein stattlicher Festzug, der sich von der alten baufällig gewordenen Synagoge nach den» neuen Gotte-hause begab; in dem Zuge befanden sich auch 20 Waisenkinder de« rühmlichst bekannten Waisenhaus«» von Rheinland und Westfalen, einer Stiftung, di« den Ramen ihrer Stifterin, der verewigten Frau Fanny Nathan, unsterblich gemacht. Da« neue Gotte«hau« liegt frei, von einer Baumallee eingeschloffen, ist in einem Achteck gebaut und macht dem Baumeister Herrn Baumann alle Ehre; auch bie innere Malerei, von einem lüdischen Maler au« Kaffel. ist frei von allem Ueberladenen und hebt den Schünhetttfinn. Am Gotte-Hause augelangt, ward daffelbe unter »ntsprecheuder Anrede de» Herrn Regierungtpräsi dentenlen geöffnet. Feierlich und erhebend war der Ehorgesang, erbauend für Herz und Geist die Einweihung»rede de« Rabbiner« der Kölner Synagogengemeind«, Herrn Vr. Frank. Dl« Paderborn» Gemeind« hat sich in dem neuen Gottethause ein Denkmal ihre« seltsamen Opserfinne« gesetzt; aber auch tn cultueller und religiöser Richtung scheint e« hier zum Bessern sich neigen zu wollen und Manche«, wa» früher unter den, Einfluß de« Jntifferenti«mu» in der Liturgie abgeändert , urde, wird wiederum in seiner alten Form hergeftellt; so hat mau m einigen Monaten den dreisthrigen Eyclu« der Dwravorlesung i» die früher» einjährige u«gewandelt; ebenso wird mau die»Hastaranariesung, die tu deutscher Sprach« bi»- her geschah, auf Wunsch de« Kötner Rabbiner«, wieder«« in der alten kernigen Propheteusprach« oartragen und so steht den» hier «ine Regenerirung »ad Belebung de« cultuellen Genleindeleben« in Au«sicht. welch« beispielgebend für di« ülirigen jüdische« Gemeinden Westfalen«, wo da« religiöse L>b«n noch sehr im Argen liegt, werden wird. Möge Gott sei» zu seiner Ehre und seine« Ruh» gebaute Hau« schützen «cd schirmen uud von ihm ein neuer, religiöser Geist a»«- strömen über Hau« und Familie. Au« Rorbwestdeutschlnud. (Or.-Lorr ) Die mannigfachen, ae« SanitätSgründe» gettoffenen Einrichtungen der Neuzeit leisten auch der jüoischen Gemeind« und ihren rituellen Institutionen manchen trefflichen Dienst. Die Ausübung de« äichechitaaiute« ist in großen Städten mit nur mittleren jüdi« s-hen Gemeinden, in welchen in der Regel der Schacher auch noch andere Functionen versieht, mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Die Metzger, die der Gemeinde koschere« Fletsch l efern, wohnen ost an den entgegengesetzten Laden der Stadt, «nd da der Schachet sich ein Mal zum Schlachten und ein zweite« Mal zur Baditah zum Metzger hinbegeben muß. so raubt ihm die», wean er an einem Tage an mehreren Stellen shlachten soll, recht viel Zeit. Durch die moderne Einrichtung von Schlachthäusern, in welchen sämmtliche« Bieh geschlachtet werden muß. ist diesem Uebelstande bedeutend abgel olsen und so ist die« namentlich für da» au«gedehntere Sremen, wo jüngst ein Schlachthau« errichtet wurde, von rieten, Werth. Ebenso bieten manche in neuester Zeii in größeren Städten eingerichtete öffentlich« Badeanstalten einen angemessenen Ersatz für da« hier und dort noch ungern vermißte rituelle Badehau«. Wie wir unlängst au» eigener Anschaur.ng in den Badeanstalten Bremen» und Oldenburg« riahrgenommeu haben, befinden sich in denselben groß« vaffin«, tie durch ununterbrochen zu- und abfließende« Fiußwaffer k espeist werden, durch Röhren in unmittelbarer Verbindung siluß stehen und im Winter durch Erwärmung zu benutzen sind. Da diese Baffin« den Anforderungen entsprechen, die da« Ritualgesetz in dieser Beziehung (Joreli Deah Cap. 501, 45 ff) aufstellt, so sind sie in Bezug aus die gesetze». t.euen Frauen doppelt erwünscht. Oesterreich. Wie», 24. August. (Or.-Eorr.) In k irzen aber viel' sagenden Worten meldeten die Leiter der Emigratten in da» h Land, in Galatz Herr Pinele» und Lobet, die froh« Botschaft an den hiesigen Verein Ahawath Zion die Abreise der e sten Eolonisten au» Rumänien nach Palästina. Wohl aus g.rüstet zogen 228 Personen frohen Herzen» und gehobenen Muche« unter den Segnungen einer ungeheuren Menschenu euge durch Galatz, um aus dem Lloyddampfer der neuen Leimath zuzusteuern! Nicht« virmochie den Sinn dieser Männ.-r de« Ee»tralc»i»it6'« in Galatz in ihrer Absicht umzustimnen, nicht» in der Sutführung zu hindern. Die Wirren im Oriente kommen zwar sehr ungelegen fi.r unser« Lolonisation«idee, aber jene Männer werden hoffentlich doch recht behalten, wenn sie den Muth gehabt haben, is re Brüder in da« gelobte Land zu führen, und möchte ihnen stlgend« Erwägung maßgebend sein. Der Krieg imNachdarlc nde Egypten kann nicht mehr verderblich für Palästina sein, da England die Eommunicalion zwischen den ägyptischen und den syrischen Muhamedanern besetzt hält. Gewinnt England, b eidt dem Sultan die einzige Möglichkeit, durch Ausrechthaiti.ng der Ordnung im heil. Land« eine Zeit lang der Basall Europa'« zu bleiben. Diese« Bewußtsein hält sein« Schwäch«, bestimmt auch den Padischah, Alle« aufzubicten, um mindesten« nicht eine« schönen Tage« sich an di« Luft gesetzt zu sehen. Berltert England, dann wird eine Lollecttv-Jntervention tu Orient eingeleitet, dann steht ganz Europa vor den Pfor-

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