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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 36. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 36.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— 179 — « CongTtHfartaa auf den Stamm lautend« Karten zn lösen habe«, di« je «tu« Mark kosten und per TheUnahm« an allen Mttchkettrn „ohne all« Nachzahlung" berechtigen. Die eigentlichen verhandlnngrn «erden eingelettet durch eine Berfammlang der deutschen Rrforrn-Verein« am IO. September, woraus on 11. September der .Internationale Longreß" der Anti» semiten znsammentritt. der seine Verhandlungen am 12. September zu End« führen wird. Am Abend de« 12. September hält altdann der Dresdner Resqrmverein im Saale de« Liucke'schen Bade» einen öffenttichen Vortragsabend ab, zu welchem Jederviann nach Lösung einer Karte, gegen Erlegung eine» Eintritt»gelde« von SO bez. 75 Pf, Zutritt haben soll. >us der Tagesordnung diese« Vortragsabends stehe» Vorträge der ungarischen Reichsrathtabgeordneten Victor von Jstoczyvudapest, Geza von Onoby-Tisza-Eszlar und Ivan von L>monyi»Preßburg über di« Zustände Ungarn», sowie de» Xiller von Zerdoni-Wien über die .Verjudung Oesterreichs." Sromderg, 2l. August. Heute Vormittag fand di« inerlich« Grundsteinlegung der Hierselbst im Ban begriffenen Synagoge statt. Zu diesem Zwecke war ein grobes Podiuin errichtet zwischen den schon ausgestellten Rüststangen «in geräu- »>g-s Zelt ausgebaut worden. Mit grünen Guirlairden und phlreichen Flaggen und Wappenschildern war dem Festplatze im der Feier angemessener gefälliger Schmuck verliehen worden. Die zur Feier geladenen Spitzen der Behörden waren fast »llzähltg erschienen. Der erste und zweite Rabbiner, sowie n Kantor der jüdischen Gemeinde halten ihre Amtttracht naelegt. Da« geräumige Podium ivar von Festlheil» ichmern dicht besetzt. Gegen 10 Uhr VormitagS begann die leier durch den Vortag de« Ühoral«: .Allein Bott in der ,-oh' sei Ehr'", ansgeführt von der Kappelle de« 21. Regi» »ent« in Uniform. Hierauf sang der Kantor Verse au» den slialmen 121 und 11« mit Orchesterbeglcitung. Demnächst fielt der erste Rabbiner H.'rr l)r Gebhardt di« Festrede, in «lcher derselbe mit seiner bekannten rhetorischen Begabung echt passende Vergleiche mit dem alten Tempelbau Salomo- »« mit dem hier begonnenen Tempelba» anstellte, indem er den -egen de» Himmels aus den begonnenen Bau herabflehte. Hieraus ecrla» Herr Louis Aronsohn die in die Chatulle gelegten Urkunde», lut der mit in die Schatulle gelegten Ehronik theilen wir olgende historische Notizen mit: Beim Erscheinen der königchen Kabinetsordre vom 1. Juli 1833, betreffend die Js- »liten im Brobherzogthum Posen, lebten in Bromberg »nd lüde,» zum Eynagogenverbande gehörigen Ortschaften: .Adler»- tan, Schwrdenhöhe, Schöndors, Brenkenhos, Okollo, Avlich Lierchucin. Bialol'lolt und Grostwo" einhundert jüdischer Familien, welche den Stamm der im Jahre 183« gebildeten -ynagogengemeinde ausmachten Der erste und einzige Rabbiner, rächen die Gemeinde bi» auf den heutigen Tag und zwar!m dem 20. Juli 1852 gehabt hat. ist Ile. Juliu« Gebhardt, edorcn am 8. Februar 1811, welchem am 20. Juli 1880 n Rabbiner lir. Juliu« Theodor zur Hülle beigeg den wurde, ue Gemeind« wuchs mehr und mehr, so daß da» Resultat er letzten Volkszählung am 1. Dezember 1880 unter 340«« inmohnern Brcmberg» 1880 Israeliten ergab. Der im )ahre 183«, nach jüdischer Zeitrechnung im Jahre 550« rbaute Tempel entsprach mithin auch dem Bcdürsniß der Gemeinde nicht mehr, und nach Brschlub der Gemetndebenden wurde derselbe, nachdem am 27. Mai i882 der letzte ^uesdienst in demselben adgehalten war, niedergelegt, nur ü> derselben Stelle erne neue Synagoge zu erbauen, zu welcher laue der Grundstein gelegt ist. Ltzck, 23. Aug. Heule saud hier die zweite ordentliche- Ir neralversammlung de« Verbandes der Synagogenqemelnden -ßpreußen« statt. Au» dem von dem Verbandsvorsleher A. ilos fr r-Insterburg vorgelragenen Bericht Über die Verband». >'!>mg entnehmen mir, dag von de» 55 Gemeinden Oupreußen« & dem verband« angehör:». Auherdem zählt derselbe ca. 200 wonlich« Mitglleder, denen zwar Die Theilnahme an den «raihungen in den Generalversammlung«», aber kein Stimm. recht zusteht. Die Thätigkeit de» Verbandes im verflosienen Jahre krlmtnierte in der Veranstaltung am 9/10. Januar, b. I. in Königsberg unter Leitung des Rabbiner De. Bamberger stattgchadten Konferenz der Mschen Lehrer Ostpreußens, in welcher ein Normalschul» und Stundenplan, unter Bezeichnung der einzuführenden Lehrbücher und ein« Schulordnung für die Religionsschulen berathen und festgestrllt, welch« den Verbandsfemeinden sodann von dem Ausschuß zur Annahme and Einührung auf da« dringendste empfohlen wurden. Außerdem ist es bereit« möglich geworden, einem Lehramtskandidaten eine Subvention von 200 Mark zuzuwenven unv einen Fond« zur Altersversorgung von Äemeindebeamlen zu stiften, zu welchem durch ein ausdrücklich zu diesem Zwecke bestimmtes Geschenk de« Herrn Karl Gott berg-Lyck die erste Anregung gegeben war. Die Rechnungslegung erfolgte durch den Kassierer W o l s f g a n g«Insterburg. Sodann wurde der Antrag de» AuSschusse» auf Aenderung de« Verband«statut» nach dem Vortrage des Referenten Klei »-Königsberg angenomnien. Die Aenderung bezweckte, die Thätigkeit de« Verbandes auf dasjenige zu beschränken, was dir jüdischen Gemeinden in der Provinz angeht, also all da», wa« in ihren Wirkungskreis fällt, auch al» feine Sorg« zu betrachte», dagegen aber, wa« darüber hinauigeht, fallen zu lassen. Die v» bloo-Annahme de» revidierten Statut» erfolgte einstimmig. Ei» Antrag von Schwarz-Gutstadt, betrefsenb Anstellung eine» Schulinspektor». wurde in der modifizierten Form angenommen, daß eine möglichst häufige Inspektion der ReligioiiSschulen durch qualifizierte Kräfte angestrebl worden solle. Aus den Antrag der Gemeind« Lützen, betreffend Altersversorgung der jüdischen Lehrer, ivurde berichtet, daß du der in Königsberg statl» gebabten Konferenz sich ein Romite zu Ausarbeitung eine» bezüglichen Planes gebildet habe, dis jetzt allerdings da» Resultat seiner Arbeiten dem Ausschuss« noch nicht unterbreitet, es solle aber dieserhalb moniert werden und könnten jedenfalls alle dahin zielenden Bestrebungen ans die intensivste Förderung seitens des Verbandsausschuffe» rechnen. Betreffend die Ausbildung von Religionslehrer» ist der Ausschuß mit dem israelitischen Studieubeförderungsverein in Königsberg und dein Verband« der Rabbiner Ost- und Westpreuße»« in Verbindung getreten, welche je zwei Mitglieder lhcerseit« zu einer zu bildenden gemilchten Kommission desigiiiert haben; voi« der Versanimlung iverde» di« Herren Schwarz-Gatstavt und Hery» Äerdaueu zu dieser Kommiffion deputiert. Di« bt»herigen Mitglieder de» Schiedsgericht« ivurden iviedergewählt. Nachdeiil sodann der Etat pro 1882/83, welcher mit L2üo Mark balanciert, angenommen worden, erfolgt di« Neuwahl de« Ausschuffe« durch Stimmzettel. E» werden in denselben wieder- resp. neugewähll di« Herren Alexander-Goloap, Davidsohn Lötzen. Elöffer-Jnsterburg, Earl Gollberg-Li-ck, Hertz-Gerbauen, D. M. Jacob«-Bartenstein, A. Jacoby Rastenburg, Lewkonja-Johannisburg, Louis Rosenberg-Tilstt, Salzmann-Allenstein, Schwarz Gutstadt, Wolfsgang - Insterburg. Zum VerbaitdSvorsteher für da« nächst« Veremsjahr wurde A. Elüfse» Insterburg einstimmig wiedergewählt. Der letztere schloß sodann dt« Veryanblungen mit de-u Wunsche, da» der Verband sich immer kräftiger entwickeln und dem ihm vorschivebenden hohen idealen Ziel« möglichst Nachkommen möge. — Der Versammlung schloß sich ein Fegmahl an, gewürzt mit zahlreichen Toaste». V»m Rhein. (Or.-l!ort.) Mau kann darüber verschiedener Ansicht sein, ob die aller Orten sich erhebenden Neubaute» von Synagogen ein Zeichen de» wiederer,»achte» religiösen Leben« sei, Thalsache aber ist es, daß zu keine, Zeit so viele Ltznagogen-Elniveihungen staltgesungen haben, »:i« in den letzten Jahren Di« Zeit zwischen Schabbo« R chmu und Roschha chono wird in der Regel für diese Feierlichkeiten verwendet; es scheint, al» ob dt« Vorsehung dem Volt. Israel für den veilust de« Jerusaleinischeu Tempels Ersatz bieten wolle, nro» -F33 '3^i B-ip-ji n-30 ruir' ’Jk; aber auch da« Praktisch« ist hier entscheidend» den» die bevorsleheude» hohen Feiertage, dt« die Juden alle, ohne Parteinnter-

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