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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Purim. — Kufen dem Rescrtpt», in wtlche» bn Wtiriftn Tokffvi die KMwimfenwfi der Juden mlfiMlnt und die MM* Wanderung dn^ben fX «rlelchrnn befiehlt, hat derseib» et» zwvteS nlassen, da» die Vertreibung der Jochen aM den Orten, in «eichen ft« vor dem ü.Upm 1680 lich «agefledelt haben, al» ungesetzlich bezeichnet. — Frau Mirjam KSntaschatz, «b. Kahana, hat im .SoloS" ein offene« Sendschreiben an «sokon erlaflen, in welchem fir diesem den Inhalt seiner Briese an ihren Barer tu Erinnerung bringt. Dort spricht n sich für di« Gleichstellung der Juden au». Sn tttitsche« ist ein Führn der Judenhetzen, der Stattontschak, zu 3 Jahren Straslompagni« und Nndnr zu ähnlichen Strafen verurtheilt worden. Bei einer Prügelet in VndnSlaw am 2. Juli »wische« Polen und Litthauern, wo tüchtig geplündert und verwüstet wurde, liefe da» Volk nicht zu, dafe dt« jüdischen Kausleute etupackten und flohen, sondern versicherten st«, dafe st« unae« schädigt bleiben werden. Auch in Anant«w fiel«» dl« Urth«U« schon sachgemäfeer au», ü wurden nach Sibirien geschickt. Sinn zu S00 Rubel Schadenersatz verurthestt. Petersbnrg. tl». August. I« «nichtäkreisen »nursacht ein scharfe« Circular de« Justi,minister« über dt« Systemlosig» teil der Procuratnr bei dem gertchilichen Vorgeh«« gegenüber den Plündern« bei Judentrawallen «in vemltcha« Ausseh««. Vermischte und neueste Nachrichten. vrrlio. Die veerdigung der Tobten findet, wie e» ln einer der .Krruzwitung" »ugegangenen offi,lösen Notiz helfet, bei der Judenkchaft vieltach noch in der Weis« still, dafe, dem jüdischen Ritu« gemäß, der in Tücher gehüllte Leichnam au» dem sargähnlicheu Kasten, in welchem man denselben »um Begräbnifeplatz« tran«portirt hat, brr dem Begräbnisse herausgenomaien und so der Erbe übergeben wird. Dem Vernehmen »ach finde» gegenwärtig Erhebungen darüber statt, in welcher Ausdehnung noch in der beschriebenen Weise verfahren wird, und maie geht damit um, die» Verfahren au« Sa»ität»rücksichten »u inhibiren. Berli». 14 August. Gestern vormittag fand die Trauersein für den verstorbenen Geheimen Eommerzienrath Jacob Lands u im Trauerdause statt. Der grofee Saal der Wohnung war durch schwarze Draperien in eine Trauerca pelle unigewandelt, brennende Kandelaber ergossen ihr Licht über den Sarg, der vor Kränzen, Palmen und Blumen kaum sichtbar war. Aufeer den Angehörigen hatten sich Vertreter der Diplomatie. Oberbürgermeister v. Forkenbeck, niedrere Sla^träthe und Stadtverordnete, letztere in ihrer Amtriracht, Vertreter der Kaufmannschafr, sowie die Chef« fast sämmllicher groben Bankinstitute eingesunden. Der Rabbiner der vretlauer Gemeind«, die «ine Deputation abgeordnet hatte, Herr Dr. Joel, hielt die Trauerrede, er schilderte Lal« w'ir-mudeman, der sich durch rastlose» Streben und seltene Energie zu so hervorragender Position eiiiporgearbeitet, dem e« aber leider nicht mehr vergönnt war die Früchte seine« thatenrrichen Leben» zu geniefeen. vnnfenrg. Hier ist Herr Dr. Fried, z. Z. Rabbiner in Meileuheim, von Du General versammlung der Gemeinde- Mitglieder zum Rabbiner gewählt worden. (F. hat seiue raddimsche Ausbildung am Vretlauer Seminar erhalten und ist Schwiegersohn de» gelehrten S. Hrlberstamm in vielitz.) Marienburg. 12. August. Durch einen Regierung«. Kommissar ist bekanntlich Herr Horn von seinen Funktionen al» Bürgermeister entbunden; diestlben find dem Beigeordneten Kaufmann Herrn Isidor Katz übertragen worden. Th«r», 9. August. Der Strom der jüdisch«russischen Auswanderung nach Amerika beginnt sich zu stauen, von den »»»wanderen« au» Rufelaad, welch« in Amerika «in «km» Heim suchten, ist bereit» «in« grofee Anzahl «ieder , mrückgekommen; da viel« derselben ohne Legitimation find, ' so können st« nicht nach Rnfeland zurück und habe» hin I «inftwetlrn in Herbergen Unterkunft suche« müsfem Da« i biefig« UnterstützMngl-Tomstä für dt« russisch jüdischen Flüchtling« hat demzufolge gestern tn einer Sitzung beschlossen, da« l vnltnn Central'Comttü zu ersuchen, nur solch« An»«a»dnrr r zurückzusenden, welch« Legitimation besitzen und also ohne j Schwirrlgkeiten nach Rufeland »urückkrhren können. Dresden. Für dm l l. und 12. September ist hier «ln j tntnnUlonaler Antilemttencongrefe tn Aussicht genommen. j valfing», (SQrttimb.), 10. August. (Or.-Corr.) Da , unser» Synagoge, im Jahr« 1782 erbaut, nun 100 Jabre s ftehi, so wurde zum Andenken daran, letzte«» Freitag «in« ", entsprechend« Fein In derselben veranftaUei. «onet Bezirk«. rabb. Ur. Stlbersietn au» Rührtngen di« Festrede hielt, s — Die heurige Versammlung der tsrael. Lehrer Würt- , iemberg« wird erst tm Herbst siattfinden.! — In LndwigSdnrg hat «in Einbruch tn dt« Synagoge, übrigen» mit sehr geringem Erfolg für den »Einbrecher, stattgesunden. Au« Ungar». Me tn Rufeiand h.,t die antisemitisch« Bewegung auch hier Anlafe zu kuriosen Sektendtldunge» gegeben. Im Dorfe Satamar haben die »Aufgeklärten" sich vereint und folgende Beschlüsse gefafet: Dt« Jndm Ungarn« glaub«» nur an die 10 Wort«, den Talmud und die ganz« Tradition verwerfen sie. Die Eprisegesetze widersprechen dem Aeltgetft«, deshalb sind sie abolirt. Alle Fastwge sind adgeschafft. Pessach und Succo» werden nur 2 Tag« lang gefeiert. Jomttpper dauert der Äoitetdienst nur 2 Stunden. Reu« Gebkte tu ungarischer Sprach« sollen versafet »erden, da« Hebräisch« soll nur hin und da, wie bei den Katholiken da» Latetaische, angewendet werden. Die Beschneidung ist der M ziza wegen abzuschaffen. An Stell« der Razzo» tritt ein« Art Schtff«- zwieback u. s. w. (Wir bringen diesen Blödsinn nur al» »izzoatiir» tempori«. Red.) Rumänien. Trotz dn abwehrenden Haltung der Pforte hat der Verein von Maiurschti in der Umgegend von Sasel Land erworben und nachdem einige Pioniere hinaus gezogen, »andern jetzt Mitte August die Colonisten von dort, Bakau, Bnlad uuv Galatz aus, um diese erste rumänische Colonie zu besetzen. Einzelne können, meint »Jesreel", durch die Hiuterthür hineiuschlüpsen, wenn man ihnen den Eingang wehren will — das kann da« Centralcomitä nicht! Doch hossnungSfrendig blickt diese« Blatt in di« Zukunft, ist doch die Eüiwanderung in Syrien und die Jordanebene gestattet. Dn Verein »Pessach Tikwah" (der die 4 Ellen Land verkansen« den Schwindler von sich abweift) hat im Dorfe Jehudia Ländereien in gesunderer Lage erworben, — wofür er statt bisher «2180 nur 9000 Piastn Steuern zu zahle« hat — und baut jetzt die nöthigea Grundstücke- Aegypten. Arabi Pascha hat dn jüdischen Gemeind« von Euro eine Kriegssteuer von 600 000 Frank aufnlegt. Jaffa Bor Kurzem kamen mehrere Emigranten au« Rufeland hier an. denen laut Befehl« vom Sultan die Lan« düng untersagt wurde. Einige daselbst lebende österreichisch« Juden verwendeten sich mit Unterstützung ihre« Consul« beim Pascha von Jerusalem und erlangten so für chre russischen Brüder die Erlaubnife, da» Schiff verlaffrn zu dürfen. AlSbaid darauf traf für die Hakenbeamtea in Jaffa die Weisung aus Eonstautinopei ein, von den letzten ihnen zugegangene» Befehlen insoweit abzuweichea, als diejenigen, loelche lant ihrer Pässe in Geschälten oder al« Pilger reisen, nicht ferner von dn Landung zurück .eh fiten werden sollen. ES ist constatirl, dafe Missionäre die in Jaffa vnsammetten HAfiosea Juden für ihre Zwecke z> bearbeitrn suchen. E» find da« aber dieselben Männer, welch« in Odessa »nd anderen rnffiichen Städten im Romen dn jüdische» Gemeinde in Jerusalem die Juden zur Auswanderung nach Palästina zu belegen suchten!

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