Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 33.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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ffrtibfcrg find Mm ilc. CmüuiifUn «ehr, auch feine Prü« paraudm in Sich; sämmtliche tsr. Semmarifteu «Offen jetzt hier und die Präparanden in den benachbarte« Wöllstein stntziren. Die Man« schieß «it M. »777,93 in «innahm« und SR. 3039,70 in «Mgak ab; SR. 738,33 verbleiben baar und SR. 1113,37 al« eiserner Fonds in Effekten. Der gedruckte Jahresbericht ist an alle vetheiligte« versandt, ebenso «in« Ruffvrdernng an all« Gemeinden »ertheilt worden, fähige jung« Leut« »n veraulaffen. sich vem Lehrrrberufe ,u widmen und dafür die hiesigen Einrichtungen zu benutze». Eventuell ist auch dafür di« Einrichtung eine» bezüglichen religiösen und hebräischen vorbereitungsnnterricht» in Wöllstein in» Auge gefaßt. Die Gemeinden mögen daher den Berein in ausreichender Weis« mit «eiteren Geidmittein unterstützen, da der Mangel an geeigneten Lehrern und «antoren noch immer groß ist, und für unser« fähigen Lehrer sich eine schnelle und günstig» Verwendung im Amte bietet. OdlmriR. Wien. Die Ergebniffe der letzten Volkszählung weisen iutereffante Thalsachen auf, welch« sich auf die conseffionellen Berhöltniffe beziehen; eine Rebeneinanderstellung der Date» au» den beiden letzten Volkszählungen führt zu folgendem vergleich«: 1869 1880 Römisch-katholisch. 16.348,776 17.693,648 Griechisch-katholisch .... 3.330,431 3.533,333 Griechisch-orientalisch .... 458,138 493,088 Evangelisch: Augsburger Confessio» 347,157 389,005 Salvetischer Eonfeffion . . 104,017 110,535 »raeliten. 830,300 1.005,394 Di« Be-änderungen, die daraus ersichtlich sind, betreffen am wenigsten die katholisch« Kirche, deren Bekenner relativ (mit 80 Percent) in gleicher Zahl geblieben sind, so daß man aus den großen Reformen der conseffionellen Gesetzgebung nur den Schluß ziehen kann, sie habe der römischen Kirche auch nicht eine Seele entfremdet. Auffälliger ist nur di« Vermehrung der Israeliten um 185,194 Personen, wa« einen Perceutfatz von 4.5 gegen 4.06 Percent der 1869er Zählung ergiebt. Aber auch eine verhältnißmäßige Zunahme erklärt sich ohne Zuhilfenahme meritorifcher Ursachen. Zwar mag di« bekanntlich große Propagation« > Fähigkeit jüdischer Familien in den Nordostländern daran ihren Antheil haben, und auch die Einwanderung in Galizien, wo die größte Vermehrung stattfand, mag mit dazu beigetragen haben, dort zum Beispiel die Zahl der Jsraelitien von 575,918 auf 686,596 gebracht zu haben. Ein sehr relevanter Umstand liegt unseres Erachten» aber in der erst während de» abgelaufenen Decenniums zum vollen Durchbruche gekommenen socialen und politischen Gleichberechtigung der Juden; denn in Folge derselben haben gewiß viele Familien ihr Glaubrnsbekenntniß unumwunden angegeben, die es noch im Jahre 1869 zu verdecken bemüffigt waren. jtz*e»«kretch. Paris. Die klerikale Schriftstellerin schärst und erprobt ihre Waffen — da es ihr gefährlich erscheint, sie anderswohin zu wenden — gegen die Juden. Hier besonder«, wo der Fall der katholischen Bank noch immer schmerzlich nachwirkt, der Fall, den man den Juden zur Last legt,*) macht ein Pamphlet,-Aufsehen, welche« unter dem Titel „Die Eomteff« Shylok" selbst vielen reichen Juden zugeschickt worden ist. Darin wird der Krieg von 1870 als ein Werk der deutschen Juden bezeichnet, wird die groß« Priesterfamilie *1 Dag di«,» Paitri d»s»nd»»s ,4 nicht »>n,kh«n will, «t« die In. d«n tn finanziell »n, pudlicisti,ch«n un» palilisch-n Fragen weder »in« istntzrit, nach ein» durch »tiedrrun, zu lenkend»« Stanze dttd»n. dag kaum aus »etißis,»m G«dt»t» »in laich»» Zusammenhang in »ateami» zu deuierlen ist. Und »ach sollt« st», dl« d-storzanisirl» all«» Pan»t«n, st», »er di» gewaltig» Organisation d»r Kirche h,lsr«ich |ur Seit» steht, am drsten es wtsi.n, wie wenig st« etnzunnele» Mtmag auf all' di» kath» Uschm Bchrtststell«», Santi»»«, Staatsmänner ,»., dt« «in»r lidrralen. radikalen ad«» sovftts»« aniikirchiich.n «tichtnng ang«d»ren. der Kohe, als die wahre geistig» «ristokratle, dis jeloch gewöhnlich sehr arm ist, geschildert, und selbst das jüdische Familienleben beschimpft. Der Haß gegen die Republik kühlt sich an den Juden. Roch bezeichnender dafür ist eine Notiz in dem klerikalen Blatt« der „Pilger", in welchem bei Schilderung de» Besuche», den Herr Ajtruc dem Bischof Fieppel gemacht hat, um die Theiluahme der Rechten der Kammer an dem Stufrufe für die Rnffen zu erwirken, erzählt wurde: dcr Bischof hat den Großrabbineu, welcher Beihülfe von chm verlangte, geziemend empfangen. Er hat zu ihm gesagt: Sie haben alle Banken, sie ruiutren die Welt, sie sind die Feinde Christi u. s. w. Herr Astruc hat, da der Bischof kein« Berichtigung erließ, an diesen die Forderung einer solchen gestellt. In Havre hat der Gemeinderath 300 Franc» für di« Ruffen bewilligt, in Tour« ist ein gleicher Antrag a b g e l e h n t, hier ist ein solcher überhaupt nicht erst gestellt worden. Herr Halphon, der den Berliner Preis gewonnen, ist Artillerie-Capitän, Ritter der Ehrenlegion und hat im vorigen Jahre den großen mathematischen Preis hier bekommen. Türkei. Lenstaniinepel. Aegypten macht auch der jüd. Coloni« sationtbewegung einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Die Pforte, welche durch die Bemühungen der rumänischen Sendboten, de« Herrn Mo»cou, Ascher und Weinberg, sehr günstig gestimmt war. hat jetzt an andere Dinge zu denken. Dazu ist der der musrlm. Fanatismus in erschreckender Weis« erregt. Darum gilt'« abzuwiegeln. „Hameliz" wie „Hazephira" weisen gleichzeitig daraus hin, daß der EolouisationSgedank« weniger ai« augenblickliche« Hilfsmittel, wie als bedacht in langsam ruhiger Entwicklung zu behandelnder organisatorischer Plan behandelt werden soll. Die mittellosen Flüchtlinge, für die hier viel geschehen ist, sind keine geeigneten Pioniere. Aegtzptt» droht di« Hilfbereitschast für Rußland zu vermindern. Abgesehen von der für alle dortigen Nolhleidendeu zu eröffnenden Subscription, wird besondere Hülfe für jüd. Familien nothwendig werden. Denn, wo gemordet und geplündert wird, da ist der Jude da« erste Schlachtopfer. In Algier sind circa 100 arme i«r. Famllien aus Alexandrien angekommen, denen da« Cousisiorium die erste Fürsorge hat angedeihen taffe». — Zwei hier erzogene Herren, Mose« Kattoni und sein Freund vr. Joseph Roffi, sind am 11. Juni in Alexandrien ermordet worden. Ein Telegramm de» „Rum. Sendboten," au« B a y r u k h vom 33. Juli bestätigt da« Obige: Jetzt ist'« nicht möglich, dort Land zu kaufen; vielleicht in einigen Monaten. Dre au« Giorgewo Ausgewanderten verlangen ihr Geld zurück, da sie sonst nicht mehr Leben-mittel kaufen können! — Man tröstet sie damit, daß, wenn die egyplischen Unruhen beiaelegk sein werden, di« Pforte leicht umzuftimmen sem dürste. Ueber die Hindern drückt sich „Je-reel" noch immer sehr diplomatisch au». E« sind keine Juden, auch nicht der, »essen Hand man in Allem sucht, sondern Esauhände, die besteckt sind vom Blute unserer Brüder. Diese Häven die Erlaitbuiß zur Ansiedeluitg in Mesopotamien erwirkt, um dorr di« Ansiedler zu ihren selbst,'üchtige» Zwecken auSzunutzen. Jentfale». Da« „Daheim" schreibt: Jerusalem. Stamla und Stabulu« (das alte Sichem) sind die drei einzigen Städte in Syrien, in denen sich heute noch Aussätzige aushalt en dürfen; die 3 Orte beherbergen nach Lortel'» Angabe 190 solch«-' Unglücklichen, unter denen sich kein einziger Jude befindet. Und doch galt da« jüdische Volk im Alterthum für eine „Heerd« von Aussätzigen." (soll). E« erklärt sich dieser Unterschied zwischen einst und jetzt darau«, daß di« entsichliche Krankheit ausschließlich unter Ackerbauern (»io) ihre Opfer findet und zu den Ackerbauern gehören die Juden in Syrien wie anderwärts heute nicht mehr." Imutfi nx p^po ixir. Wie der Haß doch Alle« aus den Kopf stellt!